vikingfest08.jpgSo schnell kann es mit der Welt zu Ende gehen. Der Oktober stand ganz im Zeichen des Ragnaröks und die Bands aus dem Gefilde von Napalm Records haben ihre Tour erfolgreich abgeschlossen. Die Rede ist von SVARTSOT, ALESTORM, HOLLENTHON und TÝR, welche sich die Ehre gaben in Europa ein wenig aufzuräumen. Mit an Bord waren die Gäste GWYDION aus Portugal, welche als einzige nicht von dem Label Napalm Records stammen. Am 24. Oktober machte dieses geniale Package schließlich in der alten Eisenbahnhalle in Losheim halt, um zur Ragnaröks Aaskereia Tour einzuladen.
In Losheim fand das ganze allerdings unter dem Namen Viking Metalfest statt, aber versprach nach wie vor ein Knüller zu werden.

So ließ es sich natürlich auch Neckbreaker nicht nehmen, zwei Schreiberlinge auszusenden und über dieses Event zu berichten, welches von Anfang bis Ende einen tierischen Spaß machen sollte, doch lest selbst!

Den Beginn dieses wunderbaren Packages machten schließlich GWYDION. Wirklich viele Gäste hatten leider noch nicht den Weg in die alte Eisenbahnhalle gefunden, aber dennoch stellten sich die jungen Portugiesen auf die Bühne und zeigten was in ihnen steckt. Zunächst wirkten die Jungs auf mich ein wenig verspannt und eher zurückhaltend. So konnte der erste Song für meinen Geschmack noch nicht wirklich überzeugen.
Ab dann waren die Jungs aber schließlich nicht zu bremsen. Von Song zu Song hatte man das Gefühl, dass sowohl der Sound, als auch das Material besser wurden. GWYDION tauten langsam aber sicher auf und konnten viel mehr Zuschauer musikalisch erreichen. Bereits der zweite Track der Setlist ging schon deutlich mehr zur Sache. Musikalisch sind die Portugiesen sehr melodisch und der Gesang wechselt zwischen Shouts und cleanen Parts, die sich durchaus hören lassen konnten.
Bei „Viking´s Horned Parody“ füllte sich die Halle langsam ein wenig mehr. GWYDION versuchten das rar gesäte Publikum dennoch zu animieren, was auch zu funktionieren schien. Den Abschluss gab es schließlich mit dem paganlastigen Song „Turning Of The Wheel“. Hiermit ging es deutlich härter zur Sache und es wurde ein krönender Abschluss geschaffen, von einer Band, von der man sicherlich noch mehr hören wird.(Sebastian)

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Deutlich härter wurde es dann mit der Band SVARTSOT. Ein Keyboard, das dieselben Melodien wie bei GWYDION erzeugt, suchte man bei den Dänen vergebens. Sänger Claus Gnudtzmann betrat schließlich mit Streitaxt und Lederrüstung die Bühne. Der Opener „Jotunheimsfærden“ zeigte bereits, dass sich hier mehr Energie und Aggressivität zeigen sollte als bei den Vorgängern. Raue Riffs präsentierten sich, welchen jedoch nie wirklich der Melodiefaktor fehlte. Frontmann Gnudtzmann konnte mit seinem Gegrowle auch live sehr gut überzeugen.
So füllte sich auch die alte Eisenbahnhalle in Losheim schließlich mehr. Dennoch hatten sich nicht gerade viele eingefunden. Platz hätte es in der Halle noch genügend gegeben. Aber auch Svartsod ließen sich davon nicht beirren und lieferten eine gute Show ab. Mit weiteren Titeln des Longplayers „Ravnenes Sage“ konnten die smarten Dänen wirklich auftrumpfen. Songs wie „Bersærkergang“, „Skovens Kælling“ und „Gravøllet“ ließen keine Wünsche mehr offen und die Show von SVARTSOT konnte sich durchaus sehen lassen. Doch langsam aber sicher schien bei dem Publikum eher die Vorfreude auf ALESTORM zu dominieren.(Sebastian)


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Genau, denn nachdem SVARTSOT zuvor einen schweren Stand hatten, war es für die Schotten von ALESTORM nun ein leichtes, das Stimmungspegel kräftig anzuheben. Und nicht nur dieses, denn das Bier floss zu den feiertauglichen Hymnen gleich noch besser die Kehlen hinab (oder von der Bühne auf die Fans in den ersten Reihen). Frei nach dem Motto. „With The Power Of Ale – He Could Not Fail“.
Von der ersten Sekunde des Openers „Over The Seas“ an, hatte Oberpirat und Obersympath Christopher Bowes die Meute vor der Bühne im Griff. Kein Wunder, hatte man das Gefühl, dass viele der Anwesenden vorrangig wegen ALESTORM in die Eisenbahnhalle gekommen waren.
Besonders abgefeiert im Laufe der 40 Minuten wurden die Saufballade „Nancy The Tavern Wench“ und das heftige „Wenches And Mead“, bei dem sich sogar einige Metaller in Kutte feiernd und hüpfend in den Armen lagen. Als kleine Überraschung stimmte man zwischendrin noch „What Sall We Do With The Drunken Sailors“ an und hatte auch damit die Fans auf seiner Seite. Neue Songs von der kommenden EP „Leviathan“ wurden keine präsentiert, die Schotten beschränkten sich auf ihr Debütalbum „Captain Morgan’s Revenge“, dessen Titeltrack den Gig genauso energisch beendete wie ihn „Over The Seas“ eingeleitet hatte; verständlich, aber trotzdem schade, ich hätte gerne einen Vorgeschmack gehört. Ebenso schade war’s, dass trotz vehement geforderter Zugaberufe bei keiner Band des Abends, eine Zugabe zum Zuge kommen durfte; verdient wäre sie gewesen. 
Aus reiner Partysichtweise waren ALESTORM das Highlight des Abends und durften sich über den meisten Zuspruch von allen Bands freuen, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Band ab und zu neben der Spur bzw. Sänger Chris Bowes neben dem Ton lag. Und dass ein so belangloses Drumsolo so abgefeiert wurde, hab ich bislang auch noch nicht erlebt, aber bei ALESTORM ist eben vieles ein wenig anders. (Maik) 

Setlist:
Over The Seas
The Huntmaster
Nancy The Tavern Wench
Terror On The High Seas
Set Sail And Conquer
Wenches And Mead
Captain Morgan’s Revenge

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Nach dem Partyfaktor ALESTORM war es nun schließlich an der Zeit wieder ein wenig „ernster“ zu werden und die Wiener HOLLENTHON bestiegen die Bühne. Für mich persönlich waren diese im Vorhinein schon das Highlight des Abends. Manchen ist vielleicht auch noch der Bandname vor dem ersten Longplayer bekannt. Damals wurde das Sideprojekt zu PUNGENT STENCH als VUZEM ins Leben gerufen. Als man sich aber doch dazu entschlossen hatte, Alben zu veröffentlichen, geschah dies unter dem Label Napalm Records als HOLLENTHON.
Leider war es eine sehr lange Zeit, um genau zu sein 7 Jahre, totenstill um die Band. Frontmann Martin Schirenc widmete sich ganz seinem Hauptprojekt und für HOLLENTHON war da leider kein Platz mehr. Nach der Auflösung von PUNGENT STENCH melden sich die Wiener aber mit dem neuesten Streich „Opus Magnum“ zurück, welcher auf dieser Tour präsentiert werden sollte.
Den Einstieg gab es direkt mit dessen Opener „On the Wings Of A Dove“. Die Saiten die mit diesem Song angeschlagen wurden waren, dann doch deutlich härter als noch zuvor bei ALESTORM. Da freute sich das Death-/Blackmetalherz und harte aber dennoch melodische Riffs durften sich in die Gehörgänge bohren. Das aggressive, kratzige Gegrowle von Martin Schirenc ließ auch in der Live- Performance nichts zu wünschen übrig und schaffte eine wunderbare Symbiose mit der gesamten Musik.
Wer ernsthaft glaubte, man würde nur Songs der aktuellen Platte um die Ohren geballert bekommen, lag gänzlich falsch. So gab es als nächste Schmankerl erst einmal zwei lupenreine Songs von dem Album „With Vilest of Worms to Dwell“, nämlich „Fire Upon the Blade“ und das geniale „Y Draig Goch“. Mit ihrer abwechslungsreichen Musik, von schönem Gerumpel bis zur puren Melodie, von tiefem Gegrowle bis hin zu Chorgesängen, können HOLLENTHON auch Live einfach nicht langweilig werden.
Am Besten hätten die sympathischen Österreicher ihre gesamten drei Alben von vorne bis hinten durchgespielt. Leider war es aber nach insgesamt neun Songs bereits vorbei und auch eine Zugabe blieb leider aus. Schade war auch, dass scheinbar die meisten Gäste nur für ALESTORM anwesend waren, denn auch bei HOLLENTHON war das Publikum deutlich rarer gesäht.(Sebastian) 

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Wenn’s ums Feste feiern geht, dann sind TÝR immer mit dabei. Egal, ob das Paganfest im Frühjahr, jetzt das Vikingfest oder die ganzen größeren Festivals im Verlaufe eines Jahres, die Mannen von den Färöer Inseln feiern immer gerne mit. Sucht man die tourfreudigsten Bands der letzten Jahre und Monate, man wird an TÝR kaum vorbeikommen. Böse Zungen werden jetzt behaupten, kein Wunder, dass die immer unterwegs sind, was sollen die auch auf diesen Inselchen irgendwo im Atlantik.
Im Gegensatz zu den übrigen Auftritten in diesem Jahr, waren TÝR diese Mal als Headliner unterwegs, so dass man heute in den seltenen Genuss kam, die Färinger 60 Minuten lang on stage zu erleben. Das freute allerdings nicht jeden, denn im Vergleich zum HOLLENTHON Auftritt lichteten sich bei TÝR etwas die Reihen, und es bestätigte sich mal wieder die Regel, dass bei Packagetouren der Headlinerspot nicht unbedingt der Beste ist.  
Hatte man erwartet, dass TÝR nach dem wohlbekannten Intro „Gandvaedi Tróndar“ mit dem „Land“-Opener „Sinklars Vísa“ einsteigen, so konnte man nach Einsatz dieses schönen Kanons wenig überrascht feststellen, dass dies auch tatsächlich der Fall war. Bei inzwischen besserem Sound legten TÝR „Dreams“ nach, und boten in der Folge ein Best-Of-Programm der vier Alben „Land“, „Ragnarok“, „Eric The Red“ und „How Far To Asgard?“, auch wenn es etwas überraschte, dass man vom gerade wiederveröffentlichten Debütalbum nur die Bandhymne „Hail To The Hammer“ brachte. 
Am besten kamen die englischen Songs an, allen voran der Gassenhauer „The Wild Rover“, den man im Gegensatz zu den Festivalshows im Sommer wieder mit im Gepäck hatte, und der kurz vor Feierabend noch mal für prächtige Stimmung sorgte. Und damit sich die drei halbnackigen TÝR- Frontmänner Heri, Terji und Gunnar auch ja nicht erkälten, sorgten die eingeschalteten Heizstrahler in der Eisenbahnhalle für eine wohlige Wärme.
Einer der besten TÝR Songs, „Ramund Hin Unge“, setzte nach einer unterhaltsamen Stunde dann den Schlusspunkt unter ein Festival, das gerne im nächsten Jahr wiederholt werden darf. (Maik)

Setlist:
Intro: Gandvaedi Tróndar
Sinklars Vísa
Dreams
Gátu Ríma
Hail To The Hammer
Wings Of Time
Lokka Táttur
Ragnarok
The Wild Rover
Ramund Hin Unge


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Alle Bilder von Maik, mehr davon gibt es in der Galerie.

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