RAGE sind wieder auf Tour!
Auch nach über 20 Jahren im Geschäft können die Mannen um Urgestein Peavy Wagner mitreißen - ja mehr noch: seit dem letzten wegweisenden Besetzungswechsel, der Drumikone Mike Terrana und Gitarrengott Victor Smolski in die Band brachte, wachsen RAGE von Album zu Album weiter über sich hinaus.
Und so ist es kein Wunder, dass die Tour - und insbesondere der Gig in der Zeche - gut besucht sind - nicht zuletzt, da auch die Vorband namens FREEDOM CALL keine unbekannte Größe in der Metalszene darstellt.

Zechentypisch dürfen die Jungs von FREEDOM CALL denn auch nicht um 20 Uhr, sondern bereits um 19:30 Uhr die Bühne entern - zu einem Zeitpunkt, an dem die Zeche mit ein wenig gutem Willen (immerhin!) gerade zu zwei Dritteln gefüllt ist.
Das tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch, so dass der hauptamtliche GAMMA RAY-Drummer Daniel Zimmermann mit seinen Mitstreitern leichtes Spiel hat, das Publikum auf seine Seite zu ziehen.
Sänger (& Gitarrist) Chris spielt mit "We Are One" oder "Shine On" einen Klassiker nach dem Anderen, gibt ebenso neueres - aber nicht minder knalliges - Material zum Besten: "Hero Nation" sei nur als ein Beispiel genannt, dass die Menge zum Toben bringt.
Selten hat man das Publikum bereits"bei der Vorband derartig aktiv gesehen - spätestens beim rasanten "Hunting High And Low“ vom aktuellen Album steht keiner in der Menge mehr still - Sänger Chris heizt die Menge zudem mit provokanten Rufen á la "Hey Bochum, Ihr Säcke!" weiter an.
Praktisch nach jedem Song kann man sich der "Freedom Call, Freedom Call"-Sprechchöre sicher sein.
FREEDOM CALL bieten einen guten Überblick über ihr bisheriges Schaffen – so gibt es hinreichend Material vom ersten Album ("Stairway To Fairyland", 1999) als auch einiges Aktuelles wie das erwähnte "Hero Nation". Immerhin kann man ja bereits vier Studioalben vorweisen – und gerade "Flying High" vom 2002er-Output "Eternity" erweist sich als wahre Göttergranate.
Der Band wird sogar eine Zugabe zugestanden, so dass nach ziemlich genau einer Stunde mit "Hymn To The Brave" vom Debütalbum und einem enthusiastischen "Bochum, Ihr seid geil!" FREEDOM CALL eine sehens- und hörenswerte Show geboten haben.

Setlist Freedom Call:

Intro
Warriors
We Are One
Hero Nation
Hunting High And Low
Shine On
Tears Of Taragon
?
Flying High
Land Of Light
Freedom Call
-----------------------
Hymn To The Brave

Die unvermeidbare Umbaupause versuchen die nachfolgenden RAGE mit Merchandising-Informationen per Video-"leinwand" zu verkürzen – auf einer Leinwand, die größentechnisch dem heimischen Diaabend kaum genügt und zudem in einer himmelschreiend geringen Auflösung, so dass ein Großteil der eingeblendeten Texte unlesbar bleibt. Den Gesichtern im Publikum nach zu urteilen, nicht nur mir ein Rätsel – lediglich bei den Videoclips zu "Straight To Hell" u ä. hellen sich die Mienen ein wenig auf.

Kurz nach 21 Uhr ist aber diese suspekte Pausenverlustierung vorbei und das Licht verlöscht zum zweiten Mal an diesem Abend.
Nach dem Intro vom Band knüppeln Peavy & Co. mit dem Titeltrack des aktuellen Studiowerkes amtlich los: "Speak Of The Dead" reißt jeden Anwesenden aus eventuell in der Pause entstandenem Dämmerzustand.
Nach dem ebenfalls brandaktuellen Kracher "No Fear" begrüßt Peavy die Fans und kündigt einen Abend an, an dem man viele Songs spielen werde, die lange live vernachlässigt wurden – ein Garant für frenetischen Applaus.
Nicht wirklich weit in der Historie zurück geht es dann mit "Down" vom 2002er Output "Unity" – aber danach wird ein Klassiker nach dem Anderen geboten – das orchestral versetzte "Turn The Page" genauso wie das "uralte" (1992) "Enough Is Enough".

Zwischenzeitlich darf der als "sexiest Drummer in the world" angekündigte Mike Terrana (lediglich in Boxershorts unterwegs) genauso wie der wieselflinke Saitenhexer Victor Smolski in einem ausgiebigen Solo sein Talent unter Beweis stellen.
Über solche ausgedehnten Soloeskapaden lässt sich sicher trefflich streiten – aber bei diesen zwei technisch überragenden Musikern begeistert das Zuschauen und Zuhören derart, dass man sich fast wünscht, es würde noch ein wenig länger gehen.

Kaum ist Mike aber mit seiner Demonstration durch, geht es Schlag auf Schlag weiter – das ältere "I'm Your Nightmare" fegt genauso alles nieder, wie die abwechslungsreiche topaktuelle "Suite Lingua Mortis" – einer knapp 20-minütigen "Suite" aus gut acht Instrumentals und Mid- bis Uptemporockern.
Die einzige Verschnaufpause gönnen Peavy, Victor & Mike dem Publikum mit dem letzten Part der "Lingua Mortis Suite" namens "Beauty" - die nachfolgenden "War Of Worlds" und "Human Metal" mähen kompromisslos wieder alles nieder, was es auch nur wagt, in die Nähe zu kommen.

Irritierte Gesichter gibt es, als Peavy ankündigt, eine 150 Jahre alte Jazznummer spielen zu wollen – prompt setzt Victor ein – und Peavy fragt noch "Na, kennt das jemand?", aber erst als Victor die Verzerrung zuschaltet und ein wenig am Tempo dreht – geht ein Leuchten durch die Menge: "Don't You Fear The Winter" wird begeistert aufgenommen - aber damit ist dann der Set auch schon beendet.

Unter dem tosenden Applaus dauert es aber nicht lange, und das Trio entert erneut die Bühne. Peavy stimmt "Vollmond" an - wohl ziemlich das erste Mal, dass er den deutschen Titel vom Bonusmaterial des aktuellen Albums live singt.
Mit "Higher Than The Sky" folgt ein letzter überragender Klassiker, der zwischenzeitlich auch schon von mehreren Sprechchören eingefordert wurde - und jetzt umso freudiger aufgenommen wird. Ganz anders als das abschließende JUDAS PRIEST-Cover "Jawbreaker", was offenbar nur wenig zu kennen scheinen.

Gerade 100 Minuten hat der Auftritt von Peavy & Co. gedauert - genug, um es ordentlich krachen zu lassen und für ausgelassene Stimmung zu sorgen. In Anbetracht des opulenten Backkatalogs mit reichlich starken Songs hätte es aber auch gerne noch mehr sein dürfen. Auf jeden Fall hat sich der Gig mehr als gelohnt, denn RAGE sind live eine Bank - und in Verbindung mit dem passenden Opener FREEDOM CALL heuer ein hervorragendes Package.

Setlist Rage:

Intro (vom Band)
Speak Of The Dead
No Fear
Down
Turn The Page
I'm Crucified
Straight To Hell
Solo Mike
Enough Is Enough
I'm Your Nightmare
Suite Lingua Mortis
Solo Victor
War Of Worlds
Human Metal
Don't You Fear The Winter
-----------------------
Vollmond
Higher Than The Sky
Jawbreaker

(Naglagor)

Diese und weitere Bilder zu diesem Konzert gibt es in unserer Galerie!

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