Seit einiger Zeit befinden sich die Herren von SAXON auf ihrer Jubiläumstour, bei der sie sowohl sich, als auch das 25-jährige Bestehen der NWOBHM ("New Wave Of British Heavy Metal") feiern. Im Oktober war der Termin in der Bochumer Zeche, heute treten Biff & Co. in Düsseldorf im Tor 3 auf.
Nun mag es sein, dass die Halle etwas größer ist, als die Zeche – vielleicht ist es aber auch nur die Tatsache, dass man "mitten unter der Woche" auftritt – jedenfalls ist die Halle zunächst eher spärlich gefüllt und selbst zu Konzertbeginn herrscht bei weitem alles andere als die qualvolle Enge der Zeche.

Apropos Konzertbeginn: da lassen sich SAXON diesmal richtig Zeit – angesetzt für 21 Uhr trabt der Fünfer erst satte 20 Minuten später Richtung Bühne.
Kaum ertönt das erste Riff von "Motorcycle Man" ist die Wartezeit aber vergessen, denn SAXON lassen zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrer Live-Stärke aufkommen.
Von Anfang an ist der Sound bestens und die Band zeigt sich außergewöhnlich gut aufgelegt – insbesondere Gitarrist Paul Quinn wächst regelrecht aus sich heraus, wenn er mit der Gitarre über dem Kopf herumwerkelt und dabei ständig ein ungewöhnlich breites Grinsen zur Schau trägt.
Einzig Frontmann Biff braucht etwas Zeit, um zur gewohnten Stärke aufzulaufen – einen Großteil des Sets ist er recht wenig gesprächig und wiederholt praktisch nur regelmäßig die Frage "Everbody havin' a good time?"
SAXON wollen auf der Tour nur Songs aus der Zeit von 1979 bis 1984 spielen – so ist es nicht verwunderlich, dass die Setlist im Vergleich zum Bochumer Auftritt keine spektakulären Änderungen aufweist – auf der anderen Seite haben die Jungs derart viele Kracher vorzuweisen, dass sie im Prinzip ihre ersten Alben komplett vorspielen müssen, um auch ja keinen Fan zu enttäuschen, bzw. keine Riffgranate auszulassen.
Dabei reiht sich ohnehin ein Hochkaräter an den anderen – "Never Surrender", "Strong Arm Of The Law" oder auch "The Power And The Glory" lassen keinen in der Menge ruhig stehen. Für Fans, die bereits mehrere SAXON-Gigs gesehen haben, beweist Biff regelrechte Flexibilität, als er bereits nach einer halben Stunde Spielzeit dem Drängen der "Crusader, Crusader" fordernden Menge nachgibt: "this early? Ok, if you want it..."
Gitarrist Doug Scarratt brilliert bei seinen Soli, geht gar förmlich darin auf und als Drummer Nigel Glockler zu "To Hell And Back Again" so richtig aufdreht, können einem die Felle der Basedrums fast leid tun – was für ein Erlebnis, diese ganz alten Songs derart frisch und fett präsentiert zu bekommen!
Entpuppt sich mit fortschreitender Zeit der Auftritt immer mehr zu einem der besten SAXON-Gigs der letzten Jahre, legt die Band noch einen oben drauf: zuletzt leider mehrfach ausgelassen, wird nun "Dallas 1 pm" gegeben – was die Menge entsprechend begeistert aufnimmt.
Zu "Stand Up And Be Counted" fordert Biff die ohnehin schon in bester Stimmung befindliche Masse auf "get f***'n crazy!", bevor mit "Wheels Of Steel" bereits der letzte Song des offiziellen Sets eingeläutet wird. Erstaunlicherweise lässt Biff im üblichen Mitsingteil das Publikum hier hart für seine Anerkennung arbeiten – moniert er doch zwei Mal die Leistung mit seinem markanten "Scheiße, Mann!" bevor ihm der dritte Anlauf endlich eine wohlwollende Würdigung entlockt.

Das Faszinierende an SAXON ist ja, dass sie den ganzen Abend über eine Granate nach der anderen spielen – und man sich denkt, dass der Set mit der Zugabe ja gar nicht mehr abgerundet werden kann – und schon wird man eines besseren belehrt, weil sie einfach immer noch einen Kracher mehr aus dem Ärmel schütteln können – heute sind es "747" und "Princess Of The Night".
Noch nicht genug? Bitte sehr: auch eine zweite Zugabe folgt auf dem Fuße – und hier kann "Denim & Leather" sowie "Heavy Metal Thunder" nachgelegt werden, was die Halle an diesem Abend zum wiederholten Male fast zum Überkochen bringt.

Leider, leider, leider – die Jungs werden auch älter... später angefangen (21:20 Uhr) und um wenige Minuten nach 23 Uhr ist schon Feierabend – keine zwei Stunden Programm.... Da ist man mehr gewohnt.
Aber ich mag das eigentlich gar nicht bemängeln, denn das, was SAXON bieten, war auch dieses Mal überdurchschnittlich!

Setlist Saxon:

Motorcycle Man
Never Surrender
Strong Arm Of The Law
Stallions Of The Highway
The Power And The Glory
Frozen Rainbow
Suzie Hold On
Crusader
The Eagle Has Landed
To Hell And Back Again
Redline
Dallas 1 p.m.
Stand Up And Be Counted
Wheels Of Steel
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747 – Strangers In The Night
And The Bands Played On
Princess Of The Night
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Denim & Leather
Heavy Metal Thunder

(Naglagor)




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