Das Saarland wird in letzter Zeit wieder öfter zur Zwischenstation auf Touren. Nach Running Wild, Saxon und kürzlich auch Nocturnal Rites machte jetzt auch die Monster Mosh Down Tour Station in Saarbrücken, um mit EKTOMORF, DISBELIF, BETZEFER und BY NIGHT den Club Stoneage in Schutt und Asche zu legen. Immerhin etwa 140 zahlende Besucher hatten sich an diesem Donnerstag Abend in dem gut überschaubaren Club versammelt, um mitzuerleben, ob den Bands das gelingen würde... Direkt vorweg: das Stoneage steht noch - wenn auch nur knapp. ;-)
Pünktlich um halb 9 enterten die Schweden von BY NIGHT die Bühne, ließen sich nicht lange bitten und legten direkt unbarmherzig los. Ihre energiegeladene Bühnenshow passte gut zu dem präsentierten Metalcore und man konnte sich schon direkt von Anfang an darüber wundern, wie die Band es schaffte, dermaßen auf der kleinen Bühne herumzutoben, ohne sich gegenseitig umzurennen. Blickfang war natürlich Sänger Adrian Westin (inzwischen mit kurzen Haaren), der sich von Anfang bis Ende die Seele aus dem Leib schrie und ständig auf der Bühne oder zwischen den Monitorboxen herumsprang. Das spornte natürlich auch das Publikum an, so dass bereits beim dritten Song auch die erste Bewegung im noch zurückhaltenden Publikum zu sehen war, dass bis dato noch einen kleinen Sicherheitsabstand zur Bühne gehalten hatte.



In etwa die gleiche Kerbe schlugen danach auch BETZEFER aus Israel, allerdings ging es hier etwas vertrackter und weniger eingängig zur Sache. Frontmann Avital Tamir zeigte sich auch sehr gesprächig und suchte dauernd den Kontakt zu Publikum. So lobte er ständig das Publikum und bedankte sich für die positiven Reaktionen. Die Band präsentierte ausschließlich Songs vom aktuellen Album "Down Low", der ersten Veröffentlichung, die auch außerhalb Israels erhältlich ist. Dass das Material gut ankam, zeigte sich an dem ersten Moshpit des Abends. Zudem war auch der Sound ausgezeichnet (wie eigentlich am ganzen Abend) und so gelang es BETZEFER die Stimmung nochmal ordentlich zu pushen, bevor sie sich mit der aktuellen Single und groovigen Bandhymne "Fuckin' Rock'n'Roll" vom Publikum verabschiedete. Stark!



DISBELIEF haben sich hierzulande ja bereits eine beachtliche Fanbasis erspielt, so war es kein Wunder, dass die Band bereits beim Intro laut bejubelt wurde. Ihr überwiegend midtempo-lastiger Death-Metal sorgte so von Anfang an für fliegende Haare im Publikum und auch die Band, die inzwischen wohl ein größeres Publikum gewöhnt sein dürfte, ließ sich von der Begeisterung anstecken und zeigte sich gerade bei älteren Stücken bewegungsfreudiger als gewohnt. Besonders gewürdigt wurde an dem Abend auch Aushilfs-Gitarrist Matthias, der für den gesundheitlich bedingt verhinderten Olly einspringen musste und sich so das komplette Tourprogramm in nur wenigen Tagen aneignen musste. Respekt, kann man da nur sagen. Der einzige Kritikpunkt bei DISBELIEF ist einfach ihr recht monotoner Stil und die Lemmy-like genuschelten Ansagen von Grunzmaschine Jagger. Doch dem Publikum war das ziemlich egal und so gabs immer lauten Applaus, sowohl für alte Stücke, als auch für Songs vom aktuellen Album "66Sick".



Wer nach Disbelief erste Anzeichen von Müdigkeit zeigte, hatte deutlich schlechte Karten. Nach einer etwas längeren Umbaupause bestiegen schließlich die Headliner EKTOMORF die Bühne und begannen, erbarmungslos das Stoneage auseinander zu nehmen. Die ungarische Antwort auf Sepultura und Machine Head lieferte eine Spielfreude und energetische Bühnenshow, die Vergleiche sucht. Gleich nach dem Intro aus dem Hollywood-Film Gladiator bildete sich zum Opener "Set Me Free" des aktuellen Albums "Instinct" ein den räumlichen Umständen entsprechender Moshpit. Drumherum, wo nicht Pogo oder Moshen angesagt war, wurde gehüpft oder getanzt. Sänger Zoltán zeigte sich auch sichtlich beeindruckt vom Publikum, beteuerte immer wieder seinen Respekt vor den Zuschauern und stachelte das Publikum bei Krachern wie "Fuck You All", "Gipsy" oder "Destroy" zu weiteren Höchstleistungen an. Bemerkenswert war auch die überraschend heftige, doch ungewöhnliche Coverversion des Stücks "Fuel My Fire" der britischen (selbst-betitelten) "Elektro-Punks" The Prodigy.
So gab es dann auch lautstarke Forderungen nach einer Zugabe, die die Band in Form von "Fire" und "Burn" erfüllte, bevor dann gegen halb eins endgültig der Vorhang fiel.
Den ausschließlich erschöpften aber auch zufriedenen Gesichtern nach zu urteilen, haben die Veranstalter mit diesem Tourpackage alles richtig gemacht. Mehr davon!

Setlist EKTOMORF:
Intro
Set Me Free
Show Your Fist
Instinct
Fuck You All
You Get What You Give
Gipsy
I Know Them
Destroy
You Leech
Fuel My Fire (The Prodigy-Cover)
Holy Wise
Tear Apart
Serial Man
United Nation
I Will
---------------------------------
Fire
Burn
Outro




(Mika)

Weitere Bilder findet Ihr in der Galerie.
Alle Fotos von Mika.
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