Kaum haben sie ein neues Album veröffentlicht, da sind die Jungs von SAXON schon wieder auf Tour - mit der durchaus gelungenen aktuellen Scheibe "Lionheart" sowie unzähligen Klassikern im Gepäck sind Frontröhre Biff und seine Mannen immer wieder einen Konzertbesuch wert.
Heuer dabei sind METALIUM und DREAM EVIL - und um das Fazit direkt vorweg zu nehmen: im Vergleich zum Headliner waren die Vorbands zwar "ganz nett", aber eindeutig eine völlig andere Liga!

Den Anfang machen die vier Jungs von METALIUM, die ja mittlerweile nun auch einige Alben vorzuweisen haben. Leider bin ich erst pünktlich zum vorletzten Song des Quartetts in der Halle eingetroffen, da auch im E-Werk "Beginn 20 Uhr" wohl eher meint "Beginn des Auftritts der zweiten Band".
Die Stimmung in der gut gefüllten Halle war aber bereits erstaunlich locker und diverse Fans sangen schon lauthals mit - der Sound war völlig ok und das, wo der Lautstärkepegel selbst ohne Ohrstöpsel bemerkenswert erträglich war. Wie es sich gehört, bedankt sich Sänger Henning noch artig bei Biff für die Einladung, als Vorband spielen zu dürfen, um dann "Free Forever" als letzten Song durch die Verstärker zu pusten und pünktlichst um 20 Uhr die Bühne unter Applaus zu verlassen.

Über DREAM EVIL gehen die Meinungen ja doch sehr weit auseinander - der Sound der Schweden ist zwar irgendwie mit PRIMAL FEAR vergleichbar, das Auftreten der Band ähnelt aber mehr einer abgefahrenen Modenschau - so auch heute, denn das Quintett um Sänger Niklas präsentierte sich fast in RAMMSTEIN-Manier in silbernen Outfits - nur der Drummer fiel mit seiner Gesichtsmaske aus Leder ein wenig aus diesem Dresscode.
Abgesehen von diesen geschmacklichen Verirrungen war hier die Frage, wie sich nach dem Weggang von Gitarrist Gus G. "der Neue" wohl machen würde.
Der Sound war auch hier völlig in Ordnung und an den durchweg fetten, drum-lastigen Songs ist ohnehin nicht viel auszusetzen - abgesehen vielleicht, dass das ein oder andere Solo etwas breiig rüberkam.
Vielleicht lag es ja an der Maskerade und daran, dass auch Sänger Niklas die ganze Zeit über mit Sonnenbrille herumlief, dass trotz der fast makellosen Performance das Publikum praktisch in Totenstille verharrte und sich erst gegen Ende beim mächtig eingängigen "The Book Of Heavy Metal" ein wenig aus der Reserve locken ließ - ob's am in die Menge geworfenen Gratis-Band-T-Shirt lag?
Am Ende stellt Niklas wohl völlig zu Recht fest "Probably you're all waiting for SAXON - so this is our last song..." und so verabschieden sich DREAM EVIL nach gut 45 Minuten und fehlerfreier Performance, ohne großen Eindruck hinterlassen zu haben.

Setlist Dream Evil:

?
Chasing The Dragon
The Sledge
Into The Moonlight
Children Of The Night
Solo
The Book Of Heavy Metal
Crusader's Anthem
Made Of Metal
?


Nachdem die Aufbauten der Vorband entfernt waren und die Bühne somit um einiges größer geworden war, wurde auch der Blick auf das gigantische Backdrop in Form des aktuellen Album-Covers frei - und genau mit dem Titeltrack "Lionheart" legen SAXON kurz nach 21 Uhr auch direkt einen kraftvollen Einstieg hin.
Dass die Briten live eine Bank sind, haben sie in den letzten Jahren jedes Mal bewiesen, aber dieses Mal übertreffen sie alles - die Klassiker "The Power And The Glory" und "Motorcycle Man" direkt zu Beginn bringen die ohnehin gute Stimmung zum Überkochen und fortan wird zwischen den Songs jedes Mal ausgiebig "Saxon, Saxon" skandiert. Die Band - allen voran ("I'm the boss here!") Sänger Biff und der wild herumbangende Basser Nibbs tut ihr Übriges und gibt alles - nur Urgestein Paul Quinn lässt es wie immer etwas gemächlicher angehen und schlurft behäbig über die Bühne - immer wieder faszinierend, dass er trotz der vermeintlichen Behäbigkeit so elan- und druckvolle Riffs und Soli raushauen kann.
Biff zeigt sich vom Publikum äußerst angetan, prostet den Fans (mit Evian! Jaja...) zu, lässt sich gemütlich auf den Boxen sitzend ein wenig feiern und bekennt schließlich "Cologne is the f****'n centre of the universe!" - und so kommt das E-Werk in den - laut Biff - einzigartigen Genuss, dass auf dieser Show sowohl "Broken Heroes" (der einzige etwas ruhigere Song im Set) UND "The Eagle Has Landed" komplett gespielt werden.
Ausgiebig wird die Gelegenheit genutzt, das aktuelle Album vorzustellen - es wird schlicht und ergreifend bis auf einen Track komplett gespielt! Dafür fällt die Ära "Forever Free" bis "Killing Ground" mit nur einem einzigen Titel ("Dogs Of War") extrem dünn aus.
Da aber das Material auf "Lionheart" fast ausschließlich aus Krachern besteht, tut das der Stimmung keinen Abbruch - auch wenn der ein oder andere Knaller der letzten Alben wie "Conquistador" sicher auch gern gehört worden wäre.
Stimmlich ist Biff in Bestform und auch die Wahl von Jörg Michael als "Ersatz-" (oder doch eher Nachfolge-?)-Drummer für Fritz Randow ist gelungen - präzise wie ein Uhrwerk verdrischt der Mann hier sein Drumkit.
Ziemlich genau um 23 Uhr beenden SAXON mit "Crusader" ihren offiziellen Set - und sind nur wenige Minuten danach zur Zugabe mit "Wheels Of Steel" wieder zurück - inklusive des obligatorischen Mitsingteils. Biff ist aber dieses Mal von der Leistung des Publikums sehr angetan und vermeldet für alle fünf Durchgänge ein anerkennendes "alright, man!".
Biff erinnert sich noch an den letzten Auftritt im E-Werk und meinte, sie hätten da ja wegen der im Anschluss stattfindenden "f****'n disco!" früh aufhören müssen - Aber heute sei ja Dienstag und KEINE Disco zu erwarten, also könnten sie ja noch ein wenig spielen - und so hauen SAXON unter frenetischem Jubel noch mit "Solid Ball Of Rock" und "Denim And Leather" zwei Klassiker ins Publikum um sich dann um 23:30 Uhr nach einem überragenden Auftritt endgültig und verdient zu verabschieden.

Setlist Saxon:

Lionheart
The Power And The Glory
Motorcycle Man
Backs To The Wall
Beyond The Grave
Flying On The Edge
Never Surrender
Broken Heroes
The Eagle Has Landed
Man And Machine
And The Bands Played On
To Live By The Sword (mit kurzer Einlage von "Unleash The Beast")
747 - Strangers In The Night
Jack Tars
English Man'O 'War
Strong Arm Of The Law
20.000 Feet
Dogs Of War
Witchfinder General
Crusader
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Gitarrensolo (Doug) ' Wheels Of Steel
Princess Of The Night
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Solid Ball Of Rock
Denim And Leather

(Naglagor)





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