X-Mass Festival 2003 (09.12.2003, Essen)

Wie jedes Jahr im Dezember reist ein größeres Bandpaket unter dem Titel X-Mass Fests durch Europa. Und wie jedes Jahr wird auch in der Zeche Carl Station gemacht, diesmal war es der erste Auftritt in Deutschland. Wie üblich war der Saal wieder gut gefüllt, allerdings nicht ganz ausverkauft. Einigen war der Preis von 29,-- Euro an der Abendkasse wohl doch etwas zu hoch.

Erfreulich aber, dass bereits um 18 Uhr eine Menge Leute anwesend waren um sich den Sound von MISERY INDEX zu geben. Der legitime Nachfolger von TERRORIZER machte live eine ganz ordentliche Figur. Musikalisch war bei Songs wie "History Is Rotten", "Demand the Impossible" und "Blood On Their Hands" sowieso alles im Lot. Konnten überzeugen, ein paar fliegende Haare im Publikum waren jedenfalls schon auszumachen. Die Spielzeit war mit knapp 30 Minuten leider wie üblich etwas dürftig.

Auf kaum 5 Minuten mehr kamen anschließend GRAVEWORM. Ich hatte erwartet, dass jetzt erstmal ein nicht unwesentlicher Teil des Publikums den Weg nach draußen sucht, denn die Band passte wohl am wenigstens zum restlichen Programm. Aber nix da, die Italo-Blackies hatten sogar eine Menge Fans in Essen. Bei Songs wie "Legions Unleashed", "Demonic Dreams", "Dreaming Into Reality" und "A Dreaming Beauty" wurde die Band sogar durchaus abgefeiert. Dabei mussten die Südeuropäer sich nicht mal auf der Bühne ein Bein ausreissen, durchgehend ordentlich die Matten kreisen lassen hat gereicht.

DEW-SCENTED hätten sich beim ersten Deutschland-Auftritt dieser Tour sicher einen besseren Sound gewünscht, als die Matsche die da zu Beginn aus den Boxen quoll. Nun gut, das änderte sich im Verlaufe des Gigs noch. Durchgehend gut war die Stimmung. Erstmals ging im Publikum die pogende Post ab. So kann man den Auftritt auf jeden Fall als Erfolg verbuchen. Leider musste auch die dritte Bands des Abends mit nur 35 Minuten auskommen. Aber nächstes Jahr geht es mit DESTRUCTION auf Tour, vielleicht dürfen sie dann länger spielen ... und lassen auch ein paar ältere Songs in die Setlist einfließen. An diesem Abend gab es jedenfalls ausschließlich Material der letzten beiden Alben.

Setlist Dew-Scented:

Unconditional
?
Soul Poison
Bitter Conflict
Cities Of The Dead
One By One
Locked In Motion
Acts Of Rage

Der Stimmungspegel wurde dann etwas zurückgeschraubt. Aber auch nur anfangs als das Publikum dem Gig von NILE eher in stiller Bewunderung folgte. Bassist und Sänger Jon feuerte das Publikum immer wieder an, so dass es auch hier schon bald kein halten mehr gab. Technisch brillant und demnach auch nicht nur für Ägyptologen interessant :-) Die ersten Rufe nach einer Zugabe an diesem Abend waren kein Zufall.

AMON AMARTH legten mit "Death In Fire" los und sofort gab es im Publikum kein Halten mehr. Die Schweden sind einfach ein Garant für gute Gigs. Das unterstichen sie an diesem Abend noch mit Stücken wie "Masters Of War", "Vs The World" und "Thousand Years Of Opression". Die Nordmänner waren, wenn es nach dem Publikumsreaktionen geht, sowas wie der heimliche Headliner des Abends. Leider war die Spielzeit dem nicht angemessen, kaum mehr als 40 Minuten waren eindeutig zu knapp.

DESTRUCTION hatten dann mit ein paar Problemen zu kämpfen. Als wären die Rückkopplungen in den ersten paar Minuten nicht genug gewesen reisst noch ein Stagediver das Kabel aus Mikes Gitarre. Glanzleistung! Ansonsten wurde es aber der erwartete Triumphzug der Thrashveteranen. Thrash Metal wird in Essen schließlich immer dankbar aufgenommen :-) Schmier und Mike stapften wie gewohnt über die Bühne und wechselten dabei immer wieder die Positionen. So is brav :-) Bei der Zusammenstellung der Setlist ließen die Süddeutschen glücklicherweise keinen der alten Klassiker außen vor. Die Spielzeit war mit 55 Minuten ordentlich, schließlich sollte ja noch der Headliner kommen...

Setlist Destruction:

Curse The Gods
?
The Ravenous Beast
Nailed To The Cross
The Butcher Strikes Back
Eternal Ban
Thrash 'Til Death
Life Without Sense
Desecrators Of The New Age
Invincible Force
Metal Discharge
Bestival Invasion
Mad Butcher

Ein gut gelaunter und zudem noch volksnaher Glen Benton? Ja sowas gibt es tatsächlich. Der Frontmann ließ es sich nicht nehmen schon vor dem Auftritt auf die Bühne zu gehen und dem Publikum mitzuteilen, dass er lieber Whiskey als Bier hätte. Nett, so waren jedenfalls alle informiert :-) Wer aber glaubte bei so einer guten Laune würde sich auch die Spielzeit in Regionen bewegen die für DEICIDE untypisch sind, also eine Stunde oder länger, der sah sich getäuscht. Nach handgestoppten 47 Minuten räumte das Quartett die Bühne. Zugabe? Wie immer Fehlanzeige. Es sein denn, man bewertet die Aktion am Ende als Zugabe. Als Glen einem Zuschauer, der ihn als Poser bezeichnet hat, sein männlichstes Körperteil entgegenhielt. Au weia! Dafür gab es davor ein gute Auswahl alter Klassiker. Wenigstens etwas.... Da kein neues Album am Start ist, musste ja auch keines promotet werden.

Setlist Deicide:

They Are The Children Of The Underworld
?
Bible Basher (?)
Lunatic Of God's Creation
Serpents Of The Light
Sacrificial Suicide
Once Upon The Cross
Deicide
?
Dead But Dreaming
When Satan Rules His World
Dead By Dawn

(Tutti)

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