"The Voice Of Rock" - ist auf Tour... Glenn Hughes zusammen mit Joe Lynn Turner die beiden einstigen Rock/Metal-Heroen von DEEP PURPLE, RAINBOW und auch BLACK SABBATH bei ihrem diesjährigen einzigen NRW-Auftritt... zudem mit einer hochkarätigen Vorband namens DOMAIN - mal wieder ein Pflichttermin im Konzertkalender dieser Saison.

So ähnlich dachten wohl auch weitere knapp tausend Personen, die bis auf wenige Ausnahmen eindeutig den "gesetzteren Jahrgängen" zuzuordnen waren - und (das direkt mal als Vorgriff) - in der Tat zeigte sich das Publikum hier mehr als Einheit ("wir sind alle aus dem gleichen Grund hier") und nicht so wie in letzter Zeit häufiger zu beobachten rücksichtslos und chaotisch (vgl. den Konzertbericht RAGE/PRIMAL FEAR vom 19.09.2002).

Gegen 19:30 Uhr erfolgte der Einlass - aber wer die Turbinenhalle kennt, der weiß, dass damit nur die erste Hürde genommen ist - der eigentlich Einlass in die Konzerthalle begann um Punkt 20 Uhr.
Ein Blick auf die Bühne offenbart direkt - der Opener würde nicht DOMAIN sein - nein vielmehr prangt groß vom Drumkit der Name einer mir bis dato völlig unbekannten Band names "Kelly Simonz´s Blindfaith". Nun denn, dann lassen wir uns mal überraschen...

Die Geduld wurde aber noch 20 Minuten auf die Folter gespannt, bevor die Lichter endlich ausgingen und die Band als "frisch aus Japan eingetroffen" angekündigt wurde.

Das Trio legte denn nach dem Intro vom Band auch direkt ordentlich los und erinnerte mich teilweise ein wenig an ROYAL HUNT. Technisch und musikalisch einwandfrei hätte ich mir bisweilen nur gewünscht, es hätte ein paar mehr Instrumentalstücke im Set gegeben, da der gut behütete Sänger/Gitarrist stimmlich doch mitunter überfordert wirkte. In den 40 Minuten Spielzeit konnten die drei Jungs acht Titel unterbringen - darunter ein erstklassiges getragenes Instrumental und mehrere reinrassige Metalkracher - da verzeiht man gerne kleinere inhaltliche Schwächen bei der Konversation mit den Anwesenden "Germany is a nice town..."
Insgesamt also eine sehr anständige Vorstellung, ich würde mich freuen, BLINDFAITH zukünftig nochmals in Deutschland zu sehen. Die Jungs haben das Publikum sogar so begeistert, dass der Drummer während der Umbaupause eine spontane "Autogrammstunde" abhalten musste, da ihm ein Heftchen nach dem anderen auf die Bühne gereicht wurde.

Da für DOMAIN lediglich der Bandname auf den Drums, sowie das Hintergrundbild gewechselt werden musste, ging es bereits nach nur zehn Minuten "Umbau"-pause weiter.

Auch die fünf Jungs von DOMAIN legen mit einer schnellen Nummer zu Beginn ordentlich los - auch hier ist der Sound erstklassig, und der Sänger zeigt durchgängig, welches Potential in ihm steckt. Die gesunde Mischung aus melodischem HardRock, teils dreckigen und rotzfrechen Riffs (z. B. bei "New Horizon") und gutem Heavy Metal kommt bestens an. Da mag es verwundern, dass auf die Frage des Sängers vor dem dritten Titel "wer kennt uns denn schon?" nur zwei/drei Leute aufzeigen... Was das Quintett hier aufbietet ist überaus abwechslungsreich - von Titeln, denen ich glatt die Marke "Speedgranate" aufdrücken würde, bis hin zur reinen Ballade ist so ziemlich alles vertreten - und jederzeit präsentieren sich DOMAIN überaus professionell und gut eingespielt.
Mit "Keep Running" gibt´s den meiner Ansicht nach besten Titel des Sets, der sich aufgrund der integrierten Bandvorstellung aber etwas in die Länge zieht.
Danach wechselt der seit längerem "oben ohne" herumspringende Gitarrist noch schnell zur Zweihals-Gitarre und die beiden letzten Titel werden in weiterhin bester Qualität gezockt. Mit "Lost In The City" von 1984 verabschiedet man sich nach 10 Titeln unter tosendem Applaus pünktlich um 22 Uhr - wohl wissend, einen gelungenen Auftritt absolviert zu haben.


Bis jetzt ein Abend, wie er besser nicht hätte sein können - Hughes und Turner würden sich ordentlich ins Zeug legen müssen, hier noch auftrumpfen zu können... auch hier wurde die Geduld des Publikums nochmals auf die Probe gestellt, denn es dauerte bis kurz vor halb elf, bevor es erneut dunkel wurde...

Los ging´s mit einem Werk vom aktuellen Hughes/Turner Project - "Devil´s Road" - ein durchaus gelungenes typisch rockiges Stück. Der für seine Leibesfülle etwas zu klein geratene Sänger Joe Lynn Turner präsentiert sich mit aus den Achtzigern übernommener Fönfrisur und demselben Stage-Acting. Hughes hingegen bearbeitet konzentriert seinen Vigier-Bass und strahlt das Publikum desöfteren bestgelaunt an. Auch bei Hughes/Turner stimmt der Sound fast perfekt, lediglich Turner´s Stimme geht ab und an im Instrumentalgewitter leicht unter. Bis auf einen weiteren neueren Titel gab´s hier für den Fan ausschließlich (Über-)Hämmer aus vergangenen Zeiten zu hören - so beispielsweise RAINBOW´s "I Surrender" und "Jealous Lover" oder DEEP PURPLE´s "Stormbringer" und auch "Mistreated". Letzteres muss ich allerdings deutlich abwerten, da Hughes - der sowohl hier, als auch bei der BLACK SABBATH-Nummer "Sevenths Star" den Gesangspart übernommen hat - aus dem Klassiker eine Eunuchen-Nummer gemacht hat... Die Fans stört das wenig, aber gerade bei diesem genialen Werk nerven die ständigen Schreie Hughes in den allerhöchsten Lagen doch sehr und nehmen viel vom eigentlichen Charisma weg.
Erstaunlich ist, dass fast alle der dargebotenen Stücke zumindest teilweise aus der Feder Ritchie Blackmore´s stammen - z. B. "Death Alley Driver" oder "Highway Star".
Turner kann vollauf überzeugen, als "Spotlight Kid" gespielt wird.
Insgesamt erzählen Hughes/Turner zwischen den einzelnen Titeln sehr viel - insbesondere auch über die Entstehung der jeweiligen Titel - aber sie betonen auch mehrfach "It´s great to be here...".
Nach der letzten (gelungenen) Zugabe "Burn" verabschieden sich die Jungs kurz vor Mitternacht nach einer meiner Ansicht nach eher durchwachsenen Vorstellung. Aber vielleicht bin ich nach den Vorgruppen auch mit übersteigerten Erwartungen angekommen.
Ohne den Jungs zu nahe treten zu wollen - die "Spielfreude" erschien mir mitunter doch ein wenig "aufgesetzt" - da könnten sie sich an den Vorgruppen vielleicht doch ein Beispiel nehmen - auf der anderen Seite kann das durchweg einzigartige Songmaterial natürlich wieder Punkte gut machen.

Setlist Hughes/Turner:

Devil´s Road (HTP)
I Surrender (Rainbow)
Death Alley Driver (Rainbow)
You Can´t Stop Rock´n´Roll
Seventh Star (Black Sabbath)
Mistreated (Deep Purple)
Jealous Lover (Rainbow)
Stormbringer (Deep Purple)
Bad Man (?) (HTP)
King Of Dreams
Ride The Storm
Spotlight Kid (Rainbow)
-----------------------
Highway Star (Deep Purple)
Burn (Deep Purple)


Insgesamt hat sich der Abend auf jeden Fall gelohnt und man darf gespannt sein, was sowohl BLINDFAITH und DOMAIN, aber eben auch Hughes & Turner in Zukunft auf die Beine stellen werden... (Naglagor)

alle Fotos von Naglagor

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