Auf dieses Konzert war ich direkt in dreifacher Hinsicht gespannt - zum Einen interessierte mich, was Rawhead Rexx wohl live zu bieten haben, zum Anderen würde ich endlich mal wieder Saxon sehen - und zum Dritten war dies mein erstes Konzert im Z-7, von dem ich bereits viel Positives bzgl. Atmosphäre und Soundqualität gehört hatte. So war ich also gespannt, ob meine hochgesteckten Erwartungen erfüllt werden konnten.

Positiv ist direkt zu vermerken, dass die Bands hier nicht - wie oft anderswo praktiziert - bereits vor der angegebenen Startzeit ins Rennen geschickt werden - Rawhead Rexx ließen sich bis nach 20:15 Uhr Zeit (vielleicht haben sie noch schnell die Tagesschau gesehen? :-)

Die Halle war gut belegt, aber nicht ganz ausverkauft.
Nach einem kurzen Intro vom Band ging´s dann auch los und es war sofort beste Stimmung im Publikum. Die gesamte Setlist hindurch versprühten die vier Jungs rechte Spielfreude und deckten die Menge mit qualitativ hochwertigem Material ein. Allem voran Granaten wie "Opposing Force" oder auch "Don´t Turn Me Down". Lediglich zu Anfang gab´s leichtere Probleme am Mischpult, so dass der Sänger bisweilen kaum zu hören war. Sehr gut gefiel mir auch das gelungene Black-Sabbath-Cover von "Heaven & Hell". Ganz an DIO´s Gesangsleistung kommt der Sänger zwar nicht heran, aber wie gesagt: gelungen war´s allemal.

Setlist Rawhead Rexx:

Intro
?
?
Opposing Force
Town Of Scouts
Don´t Turn Me Down
Rawhead Rexx
Heaven & Hell
The Scream

Anzumerken wäre noch, dass in der Schweiz das "blutrünstige" Cover nicht zensiert worden ist und sich auch die Band selbstbewusst in T-Shirts mit eben diesem Logo präsentierte.

Nach der Umbaupause ließen auch Saxon es etwas ruhiger angehen und warteten bis 21:40 Uhr, ehe sie sich auf die Bühne begaben.
Was kann man von einer Band live erwarten, die so viele Klassiker und Kracher im Gepäck hat, wie eben Saxon? Allein mit den Überhämmern wie "Princess Of The Night", "Heavy Metal Thunder" und Ähnlichem aus der über 20-jährigen Bandgeschichte ließe sich ein halber Tag füllen - die Frage war nun, was von den Klassikern würde Stücken des aktuellen Outputs "Killing Ground" "zum Opfer" fallen?

Los ging´s auch hier mit einem Intro vom Band, bevor es dann fulminant in "Killing Ground" überging. Sänger Biff hatte das Publikum von Anfang an im Griff und wirkte in seinem bodenlangen Ledermantel auch überaus dominant - die anderen Bandmitglieder waren erheblich legerer gekleidet - insbesondere Gitarrist Paul Quinn, der sein obligatorisches Kopftuch bedächtig schüttelte und bisweilen fast wie eine Angus-Young-Imitation in Zeitlupe über die Bühne schlurfte.
Biff bemühte sich nach jedem Stück um Kommunikation mit den Zuhörern und war von den Reaktionen und der herrschenden Stimmung sichtlich angetan und kündigte bereits nach dem dritten Titel an, dass bei so einem positiven Feedback wohl mit dem ein oder anderen "Extra Track" zu rechnen sei. Vom aktuellen Album schafften es ganze vier Titel in die Setlist - ansonsten wurden die erhofften Klassiker durch die Bank geboten. Auch länger nicht mehr gespielte Stücke wie "Never Surrender" oder auch "Guardians, One Beer" ließen die Stimmung endgültig überkochen. Biff setzte sich auf dem Drum-riser und schaut regelrecht fassungslos drein. Schliesslich meinte er, er werde jetzt einfach einen Zusatztitel ansagen und die Band müsse sich jetzt ebenso überraschen lassen. Spätestens jetzt war auch die Stimmung auf den Rest der Band übergesprungen, Paul Quinn machte weiter seine Spielchen und Späßchen und Bassist Nibbs Carter poste und sprang herum, was das Zeug hergab.
Beim Stück "The Eagle Has Landed Pt. I" entschuldigte sich Biff wortreich, dass sie es nicht geschafft hätten, den Adler (Stage-Aufbau, der auch in Wacken dabei war) über die Berge zu schaffen, aber er versprach gleichzeitig, dass sie ihn bei der nächsten Show garantiert dabei hätten... Mit "Solid Ball Of Rock" verabschiedete man sich dann kurz...
...um wenig später zur Zugabe mit "The Bands Played On" weiterzuspielen. Die Fans ließen die Band gar nicht von der Bühne, so dass es nicht nur eine zweite Zugabe, sondern noch ein drittes Mal zu einem Wiederauftritt kam. Auch nach "The Princess Of The Night" blieb Biff als Einziger noch mal auf der Bühne sitzen und genoss sichtlich das jubelnde Publikum ("what a f***in´ audience"). Er winkte den Rest der Band wieder zurück und nahm für den definitiv letzten Titel Wünsche entgegen. Einige Fans waren aber offensichtlich bereits doch etwas erschöpft und wünschten sich in der ersten Reihe lautstark "Crusader", was kurz zuvor gerade gespielt worden war, was Biff auch entsprechend kommentierte. Mit "Motorcycle Man" fand das Konzert erst um kurz vor Mitternacht einen würdigen Abschluss.

Im Z-7 ist es üblich, dass die Band einige Zeit nach Konzertende aus dem Backstage-Bereich heraus kommt und noch an der Bar einen Drink nimmt. Daher wartete ich ein wenig und konnte bis auf Biff der gesamten Band die Hand schütteln. Dane vom Z-7 ließ zudem verlauten, dass Biff nicht käme, da er sich stimmlich verausgabt hätte und sie ihm schnell einen Tee mit Honig gemacht habe.
Wie mir Paul Quinn nachher verriet, hatte Biff kurzerhand die gesamte Setlist spontan umgeworfen und Titel eingefügt und die vielen Zugaben hätten sie auch noch nirgendwo gehabt.
Dieser Gig war sein Geld absolut wert und ich würde mir in Deutschland auch eine Halle wie das Z-7 wünschen...

Setlist Saxon:

Intro
Killing Ground
747 (Strangers In The Night)
Dogs Of War
Backs To The Wall
In The Court Of The Crimson King
Guardian´s, One Beer
Never Surrender
Strong Arm Of The Law
Dragon´s Lair
Broken Heroes
Conquistadores (+ Drum Solo)
Heavy Metal Thunder
Coming Home
The Eagle Has Landed
Rock Is Our Life (+ Bass Solo)
Solid Ball Of Rock
-----------------------
The Bands Played On
Denim & Leather
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Crusader
Wheels Of Steel (ausgiebiger "Mitsing-teil")
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Princess Of The Night
Motorcycle Man

(Naglagor)

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