Warum ich mir überhaupt eine Karte für dieses Konzert geholt habe kann ich gar nicht sagen - Sacred Steel kannte ich nicht, Children of Bodom mochte ich nicht und Primal Fear reizten mich live eigentlich auch nicht mehr so wirklich, nachdem ich sie bereits fünfmal als Support, Hauptact oder auf Festivals gesehen hatte. Der Teufel, der mich zum Kauf der Karte getreten hat, war jedenfalls fleißig und hat mich gleich noch überpünktlich zur Zeche getreten, denn ich habe ausnahmsweise mal einen Konzertbeginn dort miterlebt. Die erste Vorband wird dort ja meistens schon zu früher Morgenstunde auf die Bretter geschickt - und auch dieses Mal gingen die Lichter bereits um 19:10 Uhr aus - 20 Minuten früher als auf den Karten abgedruckt.

In den 35 Minuten, die Sacred Steel zugestanden wurden, demonstrierten sie dem Publikum solide ihr Können. Der Funke wollte zwar so richtig endgültig nicht überspringen, aber zumindest um mich herum waren diverse Fans versammelt. Wie oben bereits gesagt, kannte ich die fünf Jungs bislang nicht, aber ich denke, aufgrund der Performance werde ich mich mal durch das ein oder andere Scheibchen hören. Titel wie "Metal Is The Law", "Blood On My Steel" oder "Master Of Thy Fate" kamen ziemlich druckvoll rüber und die Soli des Gitarristen machten einiges her. Als sechsten und regulär letzten Titel gab´s den (IMHO) besten Titel des Sets: "Wardogs". Und da offensichtlich noch ein wenig Luft im Ablaufplan vorhanden war, durften sie sogar noch eine Zugabe spielen.
Daumen hoch für Sacred Steel, die zwar vielleicht ein wenig poserhaft agierten, was aber dem Sound in keinster Weise geschadet hat.

Um 20 Uhr betraten unter frenetischem Jubel Children Of Bodom die Bühne und sorgten exakt eine Stunde lang für regelrecht exstatische Zustände im Publikum. Eine wahre Flut von Stage-Divern und Body-Surfern machte den Gig für die Zuschauer die nicht ständig um sich schauten zu einer gefährlichen Angelegenheit... Stimmungsmäßig waren die Children auf jeden Fall die heimlichen Headliner an diesem Abend. Man verzeihe mir, dass ich nicht viele Titel erkannt habe - jedenfalls haben sie u. a. "Follow The Reaper" vom gleichnamigen aktuellen Album sowie "Lake Bodom" gespielt. Besonders attraktiv fand ich selbstverständlich den Sänger mit seinen schwarz umrandeten Augen... :-) Um ein neutrales Urteil bemüht muss ich schon eingestehen, dass der Auftritt recht einwandfrei war - aber ich persönlich konnte ihm nicht allzu viel abgewinnen.

Dann war ich doch einigermaßen auf Primal Fear gespannt. Die ließen sich aber hinreichend Zeit - bzw. ihre Helfer ließen sich ne Menge Zeit, so dass sie erst kurz vor halb Zehn auflaufen konnten.
Wie schon von den letzten Touren gewohnt kam das Intro aus der Konserve, während die Band nacheinander bei Unmengen Kunstnebel auf die Bühne marschierte.
Als letzter natürlich Herr Scheepers, der die Zeit zwischen den Touren offensichtlich wieder dazu genutzt hatte, nur seinen Bizeps zu trainieren und sich eine Glatze rasieren zu lassen und im hautengen Shirt auflief. Wer´s denn mag.
Aber es ging ja eben nicht um gewisse zweifelhafte optische Reize sondern um die Musik.
Und da konnte man sich absolut nicht beschweren, denn Primal Fear zeigten sich größtenteils von ihrer besten Seite und spielten sich durch sechzehn Titel aus ihren bislang drei Alben. Zwischenzeitlich gab´s zusätzlich auch einige Solo-Einlagen sowohl von den beiden Gitarristen als auch dem Drummer. Und gerade Klaus Sperling an den Drums und Stefan Leibing als zweiter Solist an der Axt sind zwei ausnehmend gute Spieler die gerade live zeigen konnten, was sie können. Ob Henny Wolter nur an diesem Tag etwas spielfaul war, oder ob er desöfteren solch gähnend lahme Soli hinlegt kann ich jetzt nicht beurteilen, Fakt ist jedenfalls, dass sein Part die gerade bei "Running In The Dust" aufgelebte Menge ziemlich einschläferte.
Abgesehen von dieser kleinen Schwachstelle und Scheeper´s zeitweise doch mittlerweile sehr angestaubtem Stageacting konnte man aber in keinster Weise an dem Auftritt etwas aussetzen.
Bevor die Jungs nach gut 90 Minuten wieder von der Bildfläche verschwanden gab´s noch zwei Zugaben - inklusive eines (fast schon obligaten) Judas Priest Cover-Songs - diesmal war´s "You´ve Got Another Thing Comin´".
Warum allerdings nach kurzem Blickwechsel zwischen Mat Sinner und Scheepers ein Titel von der Setlist ausgelassen wurde, die ich auf einer Monitorbox einsehen konnte, würde ich noch gerne wissen.

Und so sah die (tatsächliche) Setlist aus:

1. Intro
2. Angel In Black
3. Play To Kill
4. Promised Land
5. Eye Of An Eagle
6. Nuclear Fire
7. Running In The Dust
8. Guitar Solo Wolter
9. Chainbreaker
10. Iron Fist In A Velvet Glove
11. Fight The Fire
12. Guitar Solo Leibing
13. Now Or Never
14. Drum Solo / Bandvorstellung
15. Silver & Gold
16. Final Embrace / Angel In Black - reprise

Zugabe:
1. Church Of Blood
2. You've Got Another Thing Comin´

Zugabe 2:
1. Battalions Of Hate

Alles in allem ein gelungener Abend, auch wenn ich mir dieses Package nicht erneut geben würde - für diejenigen unter euch, die Primal Fear aber noch nicht live erlebt haben, ist ein Konzert sicher ganz nett.

(Naglagor)

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