Vorweg das Positive:
The Metal God is back!
Aber damit hat es sich auch schon fast wieder.
Doch der Reihe nach...

Wir haben eine geschlagene halbe Stunde gebraucht, um überhaupt in die Halle zu kommen – und das, obwohl die Security merkwürdigerweise keinerlei Sicherheitskontrollen durchgeführt und lediglich die Tickets entwertet hat...
Als wir schließlich gegen 19:50 Uhr endlich in der Halle waren, hatten Halford auch bereits losgelegt und während also schon der erste Titel "Resurrection" gespielt wurde, bahnten wir uns den Weg zu einem einigermaßen bühnennahen Bereich...
Selten habe ich auf einem Konzert soviel Bewegung im Innenraum gesehen – bis 10 Metern von der Bühne weg brauchte man sich eigentlich gar nicht mehr selber bewegen – man wurde bewegt... ob wir es wollten oder nicht, binnen kurzer Zeit waren wir vielleicht noch einen Meter von der Bühne entfernt und "wogten2 förmlich in den Massen mit... Zu allem Überfluß mußte man sich fast jede Sekunde eines wild strampelnden Bodysurfers erwehren...
Abgesehen davon spielten Halford sehr solide und brachten das Publikum innerhalb der ersten Songs regelrecht zum stimmungsmäßigen Überkochen. Meines Erachtens war Rob selber aber stimmlich nicht in optimaler Verfassung, da er gerade in den charakteristischen "Schrei"-passagen sehr dünn wirkte – erst nachdem er sich ungefähr zur Hälfte der Spielzeit seiner Sonnenbrille entledigt hatte klappte es erstaunlicherweise auch wieder mit der Stimme.
Bei der Wahl seiner Beinkleider hat er sich außerdem wohl von Rock´n Rolf beraten lassen... :-)
Erfreulicherweise hatten Halford offensichtlich nicht einen puren "Vorgruppen-Status", denn sie spielten eine gute Stunde und ergänzten die mir aus dem RockHard bekannte Setlist der US-Tour um beispielsweise "Silent Screams" und das sehr gelungene "Jawbreaker" aus Priest-Zeiten.

Somit sähe die Setlist – ohne Gewähr für die Reihenfolge im Mittelteil... - folgendermaßen aus:

Resurrection – Made In Hell – Into The Pit – Stained Class – Riding On The Wind – Cyberworld – Silent Screams – Saviour – The Hellion / Electric Eye – Metal Gods – Jawbreaker – Breaking The Law – Tyrant

Die halbe Stunde Umbaupause nutzten wir dann, uns aus dem unmittelbaren Bühnenbereich zu entfernen, da die Bodysurfer doch zu nervig geworden waren.
Wo kamen eigentlich die ganzen Kleinkinder her, die bereits mit Maiden-Shirt durch die Gegend staksten?
Und die Halle machte den Eindruck, als sei sie hemmungslos "über-ausverkauft"... der Innenraum war voll, die Sitzreihen ebenfalls – und die Leute drängten sich sogar zuhauf auf den Treppen...

Maiden begannen dann um 21:20 Uhr mit einem netten Intro um dann mit "The Wicker Man" richtig einzusteigen. Moment – sage ich "richtig einzusteigen"?? Auch wenn ohne Ende gepost wurde, der richtige drive fehlte dem Ganzen durch die Bank. Bruce war zwar stimmlich in sehr guter Konstitution und versuchte, sich als kleiner Sportler zu präsentieren, indem er nicht nur wild umher rannte, sondern auch mehrfach an eigens dafür aufgestellten Bühnenteilen "hangelte", aber auch er konnte nicht allzuviel retten. Jannick Gers hat wie immer am Meisten gepost was das Zeug hält und wirkte bisweilen so, als hätte er einen Jackie Chan-Film zuviel gesehen... eines Tages reißt ihm das Band der Gitarre doch noch und das gute Stück verabschiedet sich ins Publikum :-)

Die Setlist war identisch mit der, die auf den US-Gigs gespielt wurde und enthielt damit für meinen Geschmack eindeutig zu viele Titel aus dem aktuellen Album – allein die ersten drei Titel "The Wicker Man", "Ghost Of The Navigator" und "Brave New World" holten nicht wirklich hinterm Ofen hervor... erst als danach "Wrathchild" und gar "2 Minutes To Midnight" aus den Boxen klang, keimte ein wenig Hoffnung auf – die aber direkt durch ein lahmes "Blood Brothers" zunichte gemacht wurde. Zwischendurch hielt Bruce noch seine Dankesrede ans Publikum, die Maiden und Metal ja soooo toll unterstützen würden... Bei T-Shirt-Preisen von 60 DM aufwärts auch dringend nötig...
Pyrotechnisch ging es auf der Bühne sehr gemächlich zu – lediglich zu "Sign Of The Cross" loderte das Kreuz, auf dem Bruce auf die Bühne geschwebt war kurz auf (was den Titel auch kein wenig feuriger machte) und zu "The Number Of The Beast" als erster Titel der Zugabe gab´s ein paar Feuerstrahlen.
Obligatorischerweise durfte Jannick auch wieder gegen Eddie kämpfen, der zu "Iron Maiden" auf die Bühne lief.
Bruce hatte zu Beginn auch bereits versichert, daß Jannick heute nicht von der Bühne fallen würde – wobei so ein Sturz aber eigentlich schon fast als festes Showelement schien, denn als ich Maiden auf der 98er Tour gesehen habe, war es Blaze, der urplötzlich im Fotograben lag...

Die Playlist sah wie folgt aus:
1) The Wicker Man
2) Ghost Of The Navigator
3) Brave New World
4) Wrathchild
5) 2 Minutes To Midnight
6) Blood Brothers
7) Sign Of The Cross
8) The Mercenary
9) The Trooper
10) Dream Of Mirrors
11) The Clansman
12) The Evil That Men Do
13) Fear Of The Dark
14) Iron Maiden
Zugaben:
1) The Number Of The Beast
2) Hallowed Be Thy Name
3) Sanctuary

Der ganze Spaß war pünktlich nach zwei Stunden Spielzeit wieder vorbei.
Ohne die Zugabe wäre der Gig vollkommen langweilig gewesen - seit Steve Harris angefangen hat, Maiden-Fußball-Trikots zu tragen, ist bei den Jungs einfach der Wurm drin...

Und um Bruce´s Schlußwort aufzugreifen: "Germany fuckin´ rocks". Maiden nicht.

(Naglagor)

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