rock_area_banner.jpgDas ROCK AREA: Ein Festival, das noch in den Kinderschuhen steckt, aber doch schon zum dritten Mal ein Kaliber auffährt, das schlicht und ergreifend immer dicker wird! Bereits in den ersten beiden Ausgaben, in denen sich das Festival noch im beschaulichen Saarland befand, wurden Schmankerl wie LEGION OF THE DAMNED, EKTOMORF, SOULFLY oder SODOM aufgefahren.
Da die Gemeinde Losheim sich allerdings scheinbar nicht mehr bereit erklären wollte dieses kleine aber feine Spektakel in ihrer Umgebung haben zu wollen, musste man schließlich auswandern und die diesjährige Premiere an der Freilichtbühne Loreley feiern. Keineswegs die schlechteste Wahl wie sich zeigen sollte!
Mit einem wunderschönen Ausblick auf das Rheintal, einer genialen Bühne und einem schönen Campingplatz mit allem drum und dran wurde eine Location gewählt, die ein schönes Wochenende versprechen sollte.

Vom Bandaufgebot wurde, wie oben erwähnt, wieder ein gewaltiges Stück draufgelegt und so durfte das Billing mit Größen wie HAMMERFALL, SCHANDMAUL, AMON AMARTH, KREATOR und vor allem den erhabenen BOLT THROWER mehr als nur glänzen. Selbstverständlich beehrten noch genügend andere erstklassige Bands die Freilichtbühne in der Loreley und so war es für Brix, Katharina und mich nach ein paar Tagen Ruhepause vom letzten Festival an der Zeit sich wieder in ein motorisiertes Gefährt zu verfrachten und das nächste Festival zu beackern. Ich hoffe daß euch unsere Impressionen genügend Aufschluß über das ROCK AREA, einem Festival das es in sich hat, geben können…

Donnerstag 20.08.2009:


Excrementory Grindfuckers (18:45 Uhr):

Den Startschuss gab diesmal die Blödelgrindcore Fraktion der EXCREMENTORY GRINDFUCKERS. Bereits im letzten Jahr waren diese Festivalgäste auf dem ROCK AREA, als jenes noch im beschaulichen Saarland angesiedelt war. Schon da schafften es die Hannoveraner, wie eigentlich schon üblich, den Stimmungspegel gewaltig nach oben zu katapultieren. Das sollte in diesem Jahr keineswegs anders sein und so versammelten sich die Fans bereits vor der Bühne und warteten darauf mit einer ordentlichen Portion Grind und Spaß bedient zu werden. Beide Elemente sollten nicht lange auf sich warten lassen und so wurde die gierige Meute mit Songs wie „Looking For Grindcore“ oder „Ein Bisschen Grind Muss Sein“ gefüttert. Das nenn ich doch mal einen sauberen Start in ein Festival.
Die Stimmung vor der Bühne war gut, obgleich sicherlich viele Leute etwas enttäuscht waren, dass hier kein Circle Pit oder gar eine Wall Of Death möglich zu sein schien. Abhilfe gab es zügig von den Spaßkanonen namens GRINDFUCKERS. So forderten sie bei ihrem EAV Cover „Vater Morgana“ eine riesige Polonaise, wenn schon kein Circle Pit möglich ist. Kurzer Hand wurde sich jemand aus dem Publikum herausgegriffen, der die Polonaise anführen soll und ruck zuck war die Stimmung auf einem ersten Höhepunkt für dieses Festival. Natürlich wurden von den Hannoveranern nicht nur die beliebten Cover wie „Grindin´“ oder „Grindcore Out Of Hell“ gespielt, sondern auch über die eigenen Songs wie „Picknick Im Zenit Metaphysischen Wiederscheins Der Astralen Kuhglocke“, in welches einmal kurzerhand noch „Das Kuh Das Macht Muh“ eingebaut wurde, oder „Staatsgrind Nr.1“ durften sich das Publikum der Loreley freuen. Den Abschluss gab es dann, wie so oft, mit dem „Final Grinddown“ und eine fröhlich gestimmte Meute blieb vor der sich leerenden Bühne zurück. (Sebastian)


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Belphegor (20:00 Uhr):

Dank meiner regulären Arbeit konnte ich mich erst nach Feierabend in der brütenden Hitze auf den Weg vom Saarland zur Loreley machen und musste kräftig auf die Tube drücken. Auf dem Parkplatz-Gelände angekommen, vernahm ich bereits von weitem die wüsten Töne der GRINDFUCKERS - also schnell zwei Bierchen (Becker´s herrscht!) geschnappt, die Akkreditierungs-Formalismen erledigt und ab vor die Bühne! 
So bekam ich immerhin noch das letzte Viertel der grindigen Leguane mit und freute mich auf das Set von BELPHEGOR. Und diese sollten einmal mehr nicht enttäuschen!
"Stigma Diabolicum", "Seyn Todt In Schwartz" und natürlich der Klassiker "Lucifer Incestus" boten heftige Death-/Black-Metal-Kost, der so manchem schwer im Magen gelegen haben dürfte bei diesem hoch angelegten Prügelfaktor!
Auch die Show kam bei der eintretenden Dunkelheit ziemlich böse rüber und wurde vom Blutbad Hellmuth´s bei "Justine Soaked In Blood" gegipfelt. Und wenn ihr euch fragt, warum der eigentlich deutschsprachige Sänger dennoch seine Ansagen in englisch macht: Redet mit dem Burschen mal ein paar Sätze und versucht sein Ösi-Kauderwelsch auf Anhieb zu verstehen *g*
Das erspart uns der Gute also und macht Ansagen, die jeder versteht...
Also alles in allem: Hörner hoch für BELPHEGOR! (Brix)

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Heaven Shall Burn (21:15 Uhr)

Es war schon erstaunlich, welch eine Stilvielfalt bereits am ersten (halben) Festivaltag geboten wurde. Nun war mit HEAVEN SHALL BURN ein Vertreter des modernen Metal(Core)s an der Reihe - und die Ränge waren immens gut besetzt! Ein weiterer Beweis, daß HSB so etwas wie die Vormachtstellung in der deutschen Szene inne haben, da auch so mancher Kutten-Träger mit den Thüringern grün ist!
Und zu meiner Überraschung (und auch Zufriedenheit) wurde die Playlist kräftig durchgemischt und das Inferno begann eben nicht mit Intro und "Endzeit", sondern "Counterweight" gab den nicht minder intensiven Opener. Leider war der Sound in der ersten Hälfte des Sets ziemlicher Matsch und so ging ein wenig die Energie der Songs wie "Profane Believers", "Like A Thousand Suns" und "Endzeit" flöten - sehr schade!
Für Unmut sorgte (zumindest bei Teilen des Publikums) die Tatsache, daß in dem Amphit-Theater durch die Steinstufen keine Möglichkeit für einen amtlichen Pit gegeben war und auf die üblichen Spiele wie Circle Pits und Wall Of Death verzichtet werden musste - umso mehr segelten daher nach Aufforderung von Sänger Markus´ die Crowdsurfer in Richtung Bühne und beschäftigten die Grabensecurity in beachtlichem Ausmaße.
Im weiteren Verlauf bot die Playlist noch weitere Überraschungen: Das Black Metal-lastige "The 7th Cross", welches für bzw. gegen von Gitarrist Maik gesichtete, mit dementsprechenden Shirts gekleideten NSBM-Schwachköpfen gespielt wurde und das auf eMail-Wunsch eines Fans gespielten "Of No Avail" waren vielen Zuschauern wohl völlig unbekannt, aber nicht minder intensiv.
Die Standard-Songs wie "Forlorn Skies", "Murderer Of The Murderers" und natürlich das EDGE OF SANITY-Cover "Black Tears" am Ende des Sets gehören zu jedem Gig von HSB dazu und waren eine mehr als zufriedenstellende Wahl.
Ich bin gespannt, wie das nächste Album der sympathischen Jungs ausfallen wird - sollten sie "Iconoclast" noch eins draufsetzen können, sind HEAVEN SHALL BURN auf Dauer nicht aufzuhalten! (Brix)

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Hammerfall (22:45 Uhr):


Nachdem mit drei amtlichen Rumpelkapellen schon ein saftiger Einstieg in das diesjährige ROCK AREA FESTIVAL getätigt wurde war es mal an der Zeit, dass auch Freunde melodischerer Klänge auf ihre Kosten kommen. Wer eignet sich denn da bitte besser als ein alter Powermetal Hase? In diesem Fall: Wer eignet sich da denn besser als die schwedische Powermetaltruppe HAMMERFALL? Der erste Headliner des Festivals stand somit bereits an und das Gelände erreichte von der Besucheranzahl einen ersten Höhepunkt. Die Tribünen, welche schon recht weit zurückreichen, wurden mittlerweile fast komplett besetzt und auch hinten die Wiese war keineswegs leer, jedoch machte man es sich hier eher sitzend bequem.
Im Grunde brauch ich zu diesen Herren ja fast nicht mehr zu schreiben, denn wie sollte ein Powermetal Gig sein? Richtig: Pompös, animationstechnisch auf einem Höhepunkt, jede menge Pyros, eingängige Melodien und simple Texte, sodass ein Mitgrölen möglich und gar gewollt ist! All das sollte man von den Schweden mittlerweile gewohnt sein und so war es keine große Überraschung, dass die Stimmung des Publikums ausgezeichnet war, aber von Frontmann Joacim Cans immer wieder nach oben gepusht wurde.
Den Startschuss gab es, entgegen meiner Vermutung, dass ein Track des neuen Albums präsentiert wird, mit dem vom 2005er Album stammenden „Blood Bound“. Anstelle anschließend zeitlich nach vorne zu brechen gingen die Schweden sogar noch weiter zurück und schossen, zur Freude der Fans, den Titeltrack des dritten Studioalbums „Renegade“ hinterher.
Das aktuelle Album „No Sacrifice, No Victory“ wurde über den gesamten Gig gesehen gar nicht so exzessiv vorgestellt wie ich es gedacht hätte. Lediglich drei Songs waren von diesem auszumachen. Das im Anschluss von „Renegade“ gezockte „Hallowed Be My Name“ und später folgten noch „Life Is Now“ und „Any Means Necessary“.
In einer ersten Zugabe gab es dann für die in Ekstase geratende Meute „Templars Of Steel“ und „Let The Hammer Fall“ auf die Ohren, damit schließlich in einer zweiten Zugabe das heiß geforderte „Hearts On Fire“ den Höhepunkt der Show darstellte.
Ein absolut genialer Gig mit überwiegend genialem Sound (durch den aufkommenden Wind gab es zwischendrin ein paar Momente in denen der Sound nicht so günstig war, was allerdings verständlich sein sollte), welcher schließlich noch von einem vorbeiziehenden Gewitter prächtig untermalt wurde. Es passte wie die Faust aufs Auge, dass der Blick in Richtung Rhein ständig einen durc Blitze aufhellenden Himmel zum Vorschein brachte. Glücklicherweise blieb der Ganze Gig von HAMMERFALL trocken und erst des Nachts setzte der Regen und das Gewitter genau über der Freilichtbühne der Loreley ein. (Sebastian)

Setlist:

- Intro
- Blood Bound
- Intro
- Renegade
- Hallowed By My Name
- The Abyss
- Last Man Standing
- Heeding The Call
- At The End Of The Rainbow
- Life Is Now
- Any Means Necessary
- Riders Of The Storm
----------------------
- Intro
- Templars Of Steel
- Let The Hammer Fall
----------------------
- Hearts On Fire

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Freitag 21.08.2009:

Der Freitag Morgen begann mit kulinarischen Finessen der Zeltnachbarn, die in der Pfanne den einzig wahren "Bacon Pit" mit der "Wall Of Egg" fabrizierten - eine leckere Basis für einen weiteren langen Tag muss sein!
Ich gab mich jedoch ert einmal mit dem Frühstücksbier zufrieden und ging in einer ruhigen Runde das Gelände erforschen und das Panaroma geniessen - und ich muss sagen:
Der Sagenfels und Umgebung sind einzigartig und sehr beeindruckend! Für ein Festival dieser Art ist dies sicherlich ein sehr spezielles und außergewöhnliches Ambiente.
Inspiriert von diesen Eindrücken machte es mir auch nichts aus, die "Frühschicht" am heutigen Tage zu übernehmen und dem nahenden Unwetter zu trotzen.(Brix)

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Clean State (12:30 Uhr):

Denn natürlich gab es auch wieder eine Menge an audiellen Mahlzeiten zu genießen. Zum Beispiel mit den Luxenburgern CLEAN STATE und ihren modern-gehaltenen Death-/Thrash-Interpretationen. Die fünf Jungs aus Dudelange waren ein sehr geeigneter Weckruf für durchzechte Gemüter, aber leider folgten diesem Ruf nur vereinzelt Interessierte, was dem Gig der Letzeburjer Jungs aber keinen Abbruch tat.
Engagiert vom ersten bis zum letzten Song der dreißig Minuten Spielzeit holten CLEAN STATE alles aus der Situation heraus, stellten ihr aktuelles Album "Dead Angel Factory" vor und konnten mich überzeugen!
Und: Die Luxemburger hatten es noch verhältnismässig gut, denn während den Umbauten zur nächsten Band kam es zum großen Regen...(Brix)

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Wanderreigen (13:10 Uhr):

...und dieser traf vor allem die saarländischen Folk-Rocker von WANDERREGEN..ähm REIGEN. Es schüttete zwar wie aus Eimern, aber dennoch hatten sich einige hartgesottene Fans vor der Bühne versammelt und feierten die Jungs und Mädels auf der Bühne ab. Auch Frontmann Benny ließ sich nicht lumpen nahm statt der Himmels- eine selbst verordnete Bierdusche. Das nenn ich ma Solidarität!
So verging auch diese halbe Stunde mit Liedern wie "Wanderzirkus" und "Tanzlied" fast wie im Flug, nur der sorgenvolle Blick gen Himmel ob der opulenten Regenwolken vermochte die Stimmung zu trüben.
Jedenfalls sehr schade für WANDERREIGEN, die bei entsprechenden Umständen heute durchaus einige neue Fans hätten gewinnen können!(Brix)

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Godslave (13:50 Uhr):

So hatten auch GODSLAVE (ebenfalls aus dem Saarland) während ihres Gigs mit den widrigen Bedingungen zu kämpfen. Der Regen ließ zwar nach, aber dennoch war dies für die mehrheitlich in den Zelten und Pavillions verschanzten Metaller kein Grund, sich die volle Thrash-Ladung abzuholen. Selbst schuld!  Denn die Knaller der "Bound By Chains"-Scheibe und der neuen "Out Of The Ashes"-EP ballern live noch en ganzes Stück mehr als auf der heimischen Anlage. "Slaves To The Black" und "Dead Reckoning" beispielsweise sind einfach nur echte Thrash-Granaten!  
So passte sich die Band nicht dem trüben Wetter an, sondern gab von der Bühne aus die passenden Konter...so darf sich Sänger Thommy durch seinen unnachgiebigen Einsatz gegen die Nässe vom Himmel von nun an Wettergott nennen!
Natürlich stand ihm die Saitenfraktion mit Kollege Bernie, Meyer und Blitz gewohnt souverän zur Seite, so daß an diesem Tage nichts schief gehen konnte - an dieser Stelle auch einen Gruß an Ex-Trommler Max, der an diesem Tag leider seinen letzten Gig mit den Gottessklaven absolvierte - Interessenten dürfen sich gerne hier an die Band selbst wenden!
Auch hier galt: Schade wegen dem pissigen Wetter, GODSLAVE hätten heute sicherlich einiges an Fanpotential abschöpfen können! (Brix)

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Hackneyed (14:30 Uhr):

Noch ein gutes Stück heftiger wurde es dann bei den Todes-Jungspunden von HACKNEYED. Und diese spielen modernen, technisch anspruchsvollen Death Metal, den es erst einmal zu begreifen gilt, bevor man die Matte schwingen kann.
Auf den ersten Blick klingt dies sicherlich schwierig, aber nach ein paar Tracks Eingewöhnungszeit zog auch ich den Hut ob der technischen Finessen und der Power der fast durchweg noch nicht einmal volljährigen Combo.
So entwickeltem sich "Gut Candy", "Neon Sun " und "March Of The Worms" zu durchschlagenden Todesblei-Projektilen, die an diesem Tage so ziemlich den brutalsten Stoff boten.
Publikumstechnisch trauten sich dann auch so langsam mehr und mehr Leute aus ihren Unterständen und hatten Glück: Der Regen war fast passé und der Tag konnte jetzt erst so richtig beginnen!!(Brix)

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Callejon (15:30 Uhr)

Auch wenn ich das Zombieactionhauptquartier nun bereits zum dritten Mal für dieses Jahr auf Festivalbühnen zu sehen bekam, war es mir erneut ein großes Vergnügen, die Mannen um Basti begrüssen zu können.  
Leider war publikumstechnisch nach wie vor kein so rechtes Aufkommen zu verzeichnen, so daß sich die Action größtenteils weiterhin auf der Bühne abspielte. Die Setlist war nahezu die Gleiche wie eine Woche zuvor auf dem SUMMER BREEZE, so daß die Hits "Mein Puls = 0", "Es Regnet" (zum Glück zu diesem Zeitpunkt nicht mehr!!), "Das Ende Von John Wayne" (Laut Basti für den schwulen und ungeliebten Cowboy) und natürlich am Ende "Porn From Spain" wieder allesamt Treffer ins Schwarze waren.
Natürlich konnte man bei weitem keinen so großen Aufruhr wie beim Auftritt die Woche zuvor verursachen, aber ich denke, den ein oder neuen Interessenten haben CALLEJON auch an diesem Tag für sich gewinnen können! (Brix)

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Dimple Minds (16:30 Uhr):

Bei CALLEJON hatte es ja glücklicherweise endlich aufgehört zu regnen und somit stand nichts mehr im Weg sich auch die deutschen Rock/Punk – Veteranen DIMPLE MINDS zu Gemüte zu führen. Leider sahen das nicht viele genauso, denn vor der Bühne war es doch recht leer. Deutschrock/Punk scheint es auf dem ROCK AREA doch eher schwer zu haben. Aber das ließ die Herren von DIMPLE MINDS nicht beirren und sie spielten ihr famoses Set herunter. Es ist immer wieder schön anzusehen, wenn den Musikern auf der Bühne der Spaß an der Sache anzusehen ist. Wenn man bemerkt, dass die Leute einfach Gas geben, selbst wenn nicht so viele Fans vor der Bühne stehen. Mit Songs und Lebensmottos wie „Fußball, Rock, Bier und geile Frauen“ und „Blau auf´m Bau“ wussten sie mitzureißen und eine gute Stimmung zu schaffen.
Die immer mehr in Erscheinung tretende Sonne und die daraus resultierende wohlige Wärme lockerte die Stimmung weiter auf, so dass jeder DIMPLE MINDS Fan vor der Stage nach getaner Arbeit der Bremer doch durchaus zufrieden aussah. Interessant war aber auch der Wandel innerhalb des Gigs zu sehen. Während anfänglich, wie erwähnt, nicht sehr viele Gäste die Tribüne beehrten, so konnten sich DIMPLE MINDS im Laufe ihrer Show viele weitere Herzen erspielen, so dass am Ende die Leute doch zahlreicher vertreten waren und gar ein Meer von Händen und ein Mitgrölen fast aller das Festivalgelände vor der Stage zierte. (Sebastian)

Kommentar meinerseits hierzu: Die ganzen Klassiker wie "Durstige Männer" wurden nämlich auch erst gegen Ende des Sets gespielt..die neueren Stücke waren hingegen nur den eingefleischtesten Fans bekannt... (Brix)

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Maroon (17:40 Uhr):

Für MAROON galt ähnliches wie für CALLEJON: Zwar hab ich die Jungs nun bereits mehrere Male in diesem Jahr begutachten können, jedoch bekomme ich auch von der Combo aus dem Harz einfach nicht genug!
Zu geil sind immer wieder "Reach The Sun", "Leave Me Scared", "This Ship Is Sinking" und natürlich die Oberkracher "Stay Brutal" und "Wake Up In Hell". Das ENDSTILLE gewidmete "My Funeral Song" war zudem neu und überraschend im Set zu finden.
Ausserdem: MAROON können kämpfen und sind dann unschlagbar! War das Publikum zu Anfangs noch sehr reserviert, konnte Frontmann André von Song zu Song die Meute auf seine Seite ziehen und sogar den einzigen Circle Pit des Festivals auf dem Hügel oberhalb der Steinstufen provozieren - Hammer! 
Sich dieses Ausnahmezustands bewußt, ließ es sich André dank seines Funkmikros´ auch nicht nehmen, die Steinstufen im Flug zu erklimmen und ganz nahe am Pit dran zu sein - dies wollte ich natürlich nicht verpassen und hechtete inklusive Cam hinterher - ein Blick in die Galerie ist hier mehr als lohnenswert!
Als dann der Gig mit dem famosen "Schatten" beendet wurde, verließen die Bandmitglieder nach und nach die Bühne und wurden mit stehenden Ovationen verabschiedet - eindeutig mein Highlight des Tages! MAROON kamen, sahen und siegten! (Brix)

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Endstille (18:50 Uhr):

Nach der saftigen Show die MAROON an den Tag gelegt haben sollten aber wieder ganz andere Klänge eingeschlagen werden. Eine wahre deutsche Institution des Blackmetals beehrte das ROCK AREA. ENDSTILLE betrat die Bühne und herrschte! Seit kurzer Zeit ist Sänger Iblis nicht mehr Teil der Band, doch glücklicherweise konnte die in Kiel gegründete Truppe zumindest einen Live Ersatz finden, dass die Tour mehr oder minder nicht gefährdet ist. Eine schlechte Vertretung haben die Jungs keinesfalls in ihren Reihen, denn momentan springt niemand geringeres als der Frontmann von KOLDBRANN ein. Wie bereits schon bei einigen Shows bewiesen läuft das Ganze mit Mannevond wie am Schnürchen.
Die Setlist von ENDSTILLE war wieder einmal genial gewählt und so zockte man sich durch die komplette Discographie. Von nahezu jedem Album wurde etwas zum Besten gegeben. Den Einstieg gab es mit dem Titeltrack des Albums „Dominanz“. Grund genug für die Menschenmenge vor der Bühne, welche sich langsam aber sicher zahlreicher eingefunden hatte,  direkt abzugehen und voll dabei zu sein. Mit „The One I Hate“ wurde schließlich das einzige Stück des neueren Werks „Endstilles Reich“ angezockt. Selbst der aktuelle Output wurde nicht penetrant in den Vordergrund gestellt und so wurde lediglich „Ursprung“ und „Depressive/Abstract/Banished/Despised“ in die Kompanie mit aufgenommen. Die letzte Hammerartillerie wurde dann schließlich mit „Frühlingserwachen“ abgeschossen, so dass sich wohl niemand der Fans beschweren konnte.
Das einzige Album das nicht berücksichtigt wurde war „Operation Wintersturm“, oder besser gesagt: „Der Hetzer“ stand zwar auf der Setlist von ENDSTILLE, jedoch war er wegen Zeitmangel nicht realisierbar…
Was soll ich aber noch großartig zu dieser Institution schreiben? Der Sound stimmte, die Setlist stimmte, ENDSTILLE herrschte und verließ als ganz klarer Sieger das Schlachtfeld!!! (Sebastian)

Setlist:
- Dominanz
- The One I Hate
- Biblist Burner
- Ursprung
- Der Hetzer (aus Zeitgründen nicht gespielt!!!)
- Ripping Angelflesh
- Conquest Is Atheism
- Depressive/Abstract/Banished/Despised
- Bastard
- Frühlingserwachen

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Sabaton (20:00 Uhr):

Und wieder wurde ein gewaltiges Kaliber für jeden Powermetal Fan gebucht. Die mehr als fleißigen SABATON durften nun dem Publikum den Tag versüßen. Jährlich hauen diese kreativen Köpfe wahnsinnige Scheiben auf den Markt und reihen doch schon fast eine Tour an die nächste. Für den schwedischen Sechser scheint eine längere Pause absolut gar nicht in Frage zu kommen. Das ist auch absolut gut so, denn es ist immer wieder genial diesen Herren bei der Arbeit zuzuschauen. So war es keineswegs verwunderlich, dass auch auf dem diesjährigen ROCK AREA ein mehr als amtliches Brett abgeliefert wurde.
Mit einem Ausflug durch die Discographie sollte eigentlich jeder Freund melodischer Klänge auf seine Kosten gekommen sein. Ein weiterer Faktor, der einen SABATON Auftritt so unglaublich genial werden lässt, ist der Sympathie-Bonus. Unglaublich mit was für einem Elan die Band, aber vor allem Frontmann Joakim Brodén, die Bühne betritt und sofort das Gaspedal bis Anschlag durchtritt. In den Bildern in unserer Galerie (hier) ist schon zu sehen wie viel Spaß dieser Mann einfach auf der Bühne und an dem ganzen Posing hat. Das Posen direkt vor meiner Cam und die anschließende Präsentation seines Gemächts (die grüne Boxershort ließ er glücklicherweise zum Wohle aller Männer im Fotograben noch drüber gezogen ;-) ) sollte schon zeigen, dass die Herren wirklich mit Leib und Seele auf dieser Bühne stehen und sich bezüglich Animation für nichts zu schade sind. Dementsprechend kann man sich auch vorstellen mit welchem Herzblut die Fans vor der Bühne standen. Mit SABATON wurde dem Festivalgänger wirklich ein Auftritt geboten, den man so schnell nicht wieder vergessen wird. Die tobende Menge und die sympathischen Schweden und deren im Gesicht abzulesener Spaß waren Beweis genug dafür! ROCK AREA, Vielen Dank!!! (Sebastian)


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Schandmaul (21:25 Uhr):

Es gibt Bands die sind seit etlichen Jahren in aller Munde. Diese Bands schaffen es immer wieder gute bis sehr gute neue Alben raus zu hauen, ziehen massig Fans an und dass obwohl sie eigentlich überall live zu sehen sind. SCHANDMAUL ist eindeutig eine solche Band und hat dieses Jahr wieder einige Festivals beackert. So war es für mich das dritte Mal innerhalb von vier Wochen, dass ich die Münchner zu Gesicht bekommen habe. Naja, aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und von daher muss ich sagen, dass auch dieser Auftritt wieder erstklassig war. Wobei die wunderschöne Location der Loreley einfach wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Der geniale Ausblick auf den Rhein, die Freilichtbühne mit deren Tribünen und die dazu passenden Präsentationen wunderbarer altertümlicher Klänge. Astrein!
Die Setlist an diesem Abend dürfte sich ziemlich mit den anderen Festivals decken. So gab es auch in der Pfalz den Einstieg mit „Vor Der Schlacht“ und die Meute vor der Bühne war selbstverständlich sogleich mit Singen, Tanzen und Hüpfen beschäftigt. Da kamen die anschließenden Songs „Kein Weg Zu Weit“ und „Wolfsmensch“ natürlich genau richtig. Die beliebtesten Klassiker wurden nicht vernachlässigt und so verließen Schandmaul nach einer guten Setlist die Bühne und hinterließen freudige Fans. (Sebastian)

Setlist:
- Vor der Schlacht
- Kein Weg zu weit
- Wolfsmensch
- Missgeschick
- Leb!
- Die Letzte Tröte
- Lichtblick
- Krieger
- Vogelfrei
- Herren der Winde
- Walpurgisnacht
- Frei
- Dein Anblick

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Amon Amarth (23:00 Uhr):

Wie SCHANDMAUL so sind auch AMON AMARTH wahre Festival- und Tourdauergäste. Egal was man tut, man kommt keinesfalls an den Schweden vorbei. Mit der Full Of Hate – Tour Anfang des Jahres und den ganzen Festivals stand für mich nun das vierte Mal Wikinger-Todesblei an. Allerdings weiß man einfach auch, dass AMON AMARTH immer und immer wieder absolut würdige Headliner sind. Auf besondere Überraschungen machte ich mich zwar nicht mehr gefasst, aber dennoch freute ich mich meine Lieblingssongs wieder einmal Live zu hören.
Eine kleine aber feine Überraschung gab es aber dennoch. Während ich mich auf dem WACKEN OPEN AIR und dem SUMMERBEEZE doch über den widerlichen dumpfen Sound beschweren musste konnte das ROCK AREA hier ordentlich auftrumpfen. Zwar war der Sound nicht 100% gigantisch, aber deutlich klarer und differenzierter als bei den beiden oben genannten Festivals.
Da machte der Einstieg in die Präsentation des aktuellen Albums „Twilight Of The Thundergod“ mit dem Titeltrack und „Free Will Sacrifice“ doch gleich doppelt so viel Spaß. Dem Rest der Meute schien dies ähnlich zu gehen und die Leute, welche mittlerweile 3/4 der Tribünen press besetzten, waren gleich voll mit dabei. Wem kann man es verübeln, so ist der aktuelle Output eben einfach mehr als gelungen. Die fesselnden Melodien, der nicht darunter leidende Druckcharakter und die Stimme Johan Heggs wurden auf diesem Silberling doch wieder fabelhaft eingefangen und brauchen sich auch live kein bisschen zu verstecken. So ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Album eindeutig im Vordergrund stand. Das führt mich aber auch gerade wieder zu einem Kritikpunkt: Wie kann eine Band im Headlinerstatus eine Setlist präsentieren in der komplette zwei Alben, nämlich „The Crusher“ und „The Avenger“, überhaupt nicht berücksichtigt werden und von dem Album „Once Sent From The Golden Hall“ gerade einmal ein Song („Victorious March“) gespielt wird. Gerade wenn die beiden erstgenannten Alben frisch als dicker Re-Release mit Bonusmaterial und und und erscheint. Über die extremst einstudierte Show habe ich mich bereits im SUMMERBREEZE Bericht zur Genüge ausgelassen.
Dennoch war der Auftritt der Schweden musikalisch gesehen ein voller Erfolg. Auch die Stimmung von Seiten des Publikums und die Animation der Band konnten sich wie immer sehen lassen, auch wenn es genau das Selbe wie immer war. Allerdings zeigten die vielen Leute auf dem Gelände, dass mit AMON AMARTH einfach genau die richtige Wahl des zweiten Headliners getroffen wurde! (Sebastian)

Setlist:
- Twilight Of The Thunder God
- Free Will Sacrifice
- Asator
- Varyags Of Miklagaard
- Runes To My Memory
- Thousand Years Of Oppression
- Guardians Of Asgaard
- Live For The Kill
- Fate Of Norns
- Victorious March
- Pursuit Of Vikings
-----------------------
- Intro
- Cry Of The Blackbirds
- Death In Fire

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Zu erwähnen ist sicherlich noch die After-Show-Disco mit DJ Gerdi, die nach den Live-Bands an den Rheinterrassen bis in die frühen Morgenstunden noch für beste Unterhaltung sorgte und so manchen Metal-Klassiker zum Besten gab!
Auch gewisse Redakteure sollen dort gerüchteweise die Nacht zum Tag gemacht haben...(Brix)

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Samstag 22.08.2009:

Brutale Shice! Auf der After-Show-Party amtlich versackt und auf dem späten (oder eher frühen?) Heimweg zum Zelt allerorts aufgehalten, fand der Redakteur nur sehr wenig Schlaf am Samstag Morgen und war dementsprechend gerädert. Aber Jammern is nich!

Agnostic Front (12:30 Uhr):

AGNOSTIC FRONT warteten nämlich mit ihrer Kick-Off-Show auf und sollten das Beste sein, was man nach so ner durchzechten Nacht gebrauchen kann - selten habe ich die New Yorker so gut und so intensiv erleben dürfen! Hardcore in your face!
Die Setlist war voll mit Knallern wie "Dead To Me", "Crucified For Your Sins", "Warriors", "Friend Or Foe" und natürlich "Gotta Go" und verteilte mehrfach an manche noch so verdöste Birne reihenweise Backpfeifen. Wer nach diesem Gig von Miret, Stigma und Co nicht hellwach war, muss schon wieder mindestens ne halbe Pulle Hochprozentiges intus gehabt haben! 
So war die Überraschung des Tages bereits fix; ich hatte AGNOSTIC FRONT schon mehrfach abgeschrieben, schön daß die Jungs es tatsächlich noch anders können! Geil! (Brix)

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Icon (13:35 Uhr):

Aufmerksame Festivalbesucher werden sofort bemerkt haben, daß in den Reihen von ICON zwei bekannte Gesichter am Werke waren: Gitarrero Bernie und Shouter Thommy waren bereits am vorherigen Tag bei GODSLAVE auf den Brettern zu sehen. Und heute waren diese beiden Herren auch noch nicht so ganz frisch auf der Matte (*hicks*), was Thommy auch freigiebig in einer Ansage zugeben musste.
Aber bei der "Eschd saarländisches Todesblei"-Formation richtet man sich, ihr ahnt es schon, eher an Death Metal-lastigerem Material und den etwaigen Kater merkte man keinem in der Band an - neben dem altbekannten Track des Debüts "Blindzone" ("Paineley" *g*) war der Fokus hauptsächlich auf die Stücke des brandneuen Albums "PainTrustLiesDisharmony" gerichtet, von dem u.a. "The Beast", "Lies", "Trust" und "My Private Hell" gezockt wurden.
Das ging richtig gut ab und hielt den Energielevel weiterhin am oberen Limit. ICON sind gerade live immer wieder eine Bank!
Ich bin gespannt, wie sich das neue Material letztendlich
auf Konserve anhören wird...(Brix)

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Mutterschutz (14:05 Uhr):

Darauf folgte die nächste Band aus dem schönen Saarland, genauer: MUTTERSCHUTZ gaben sich die Ehre beim ROCK AREA. Aber trotz allem Patriotismus konnte ich dem Quintett nicht viel abgewinnen - recht vorhersehbarer Heavy Rock mit deutschen Texten fruchtete aber heute auch insgesamt nicht beim Publikum an der Loreley. Dementsprechend leer war es auch vor der Bühne und die Songs "Böse", "Prophet" und "Heavy Metal Antichrist" fanden kaum konzentrierte Zuhörer. Klar will ich den Jungs um den im Rollstuhl sitzenden Sänger ihr Bemühen nicht absprechen, aber an diesem Tag an diesem Ort war nichts zu reissen.
So waren MUTTERSCHUTZ leider alles in allem recht deplatziert beim ROCK AREA!(Brix)

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Noise Drug (14:15 Uhr):

Mächtig Spaß in den Backen hatten dann NOISE DRUG aus der Kölner bzw. Westerwalder Umgebung. Angespornt durch originelle Plakate im Publikum kam der moderne Thrash mit ein wenig Prog-Schlagseite spontan und rotzfrech aus den Boxen geschallert. 
Das Acting war rege, die Technik ansprechend und das Material ihrer aktuellen EP "Frantic" solide gespielt. Was will man mehr?
So konnte die junge Band auch beim Redakteur amtlich punkten und macht neugierig auf mehr "Lärmdroge"!(Brix)

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Lamera (15:25 Uhr):

Dann war es Zeit für eine faustdicke Überraschung! LAMERA - diesen Bandnamen habt ihr zum größten Teil wohl auch noch nie gehört, es sei denn, ihr stammt aus dem Mannheimer Raum, in dem das Quartett ihr Zuhause hat. Ich kann euch nur raten: Ändert diesen Zustand ganz, ganz schnell!
Denn es kommt wirklich selten vor, daß mich eine Band aus dem Stegreif so aus den Latschen kloppt! Doch genau dies schafften diese Jungs in ihren 35 Minuten Spielzeit und hinterließen meinerseits eine heruntergeklappte Kinnlade.
Wie sie dies anstellten? Nun, fette Riffs treffen auf derben Groove mit aggressivem Gesang und reichlich Abwechslung - fertig ist der explosive Cocktail, der vielen großen Ami-Bands locker das Wasser reichen kann!
Für mich der Geheimtipp des Festivals; kein Wunder, daß das Quartett sich durch den Gewinn des Regioactive-Wettbewerbs für das Festival qualifizieren konnte...mehr davon!(Brix)

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Letzte Instanz (16:15 Uhr):

Auf dem ROCK AREA wird doch wirklich jeder musikalisch aufs Beste bedient. Sei es Power-, Death-, Thrash-, oder sonstiger -Metal, sei es Rock oder seien es Mittelalterklänge. Hier ist einfach für jeden etwas dabei! So ungefähr konnte man es sich auch für die anstehende Band denken. Zwischen dem druckvollen Sound der Mannheimer von LAMERA und dem Punk/Metal von A.O.K. wurde schließlich eine Mixtur aus Rock, Gothic und Klassik in Form von LETZTE INSTANZ eingeschleust. Überfüllt konnte man das Festivalgelände jetzt zwar nicht nennen, aber so einige Liebhaber der Band hatten sich doch vor der Bühne eingefunden. Nach dem Intro „Mea Culpa“ wurde auch gleich der Openersong des aktuellen Albums "Schuldig" ausgepackt. Dieses war bei dem Publikum scheinbar bestens bekannt, denn die Stimmung steigerte sich vor der Bühne bereits akut. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass LETZTE INSTANZ musikalisch absolut überhaupt nicht meinen Geschmack treffen, aber das sollte den Dresdnern für diesen Bericht keinesfalls zum Verhängnis werden. Auch wenn ich mich nicht mit ihrer Musik identifizieren kann muss ich allerdings neidlos zugestehen, dass sie genau wissen wie sie ihr Publikum bei der Stange halten, Stimmung machen und wirklich freudige Gesichter zaubern. So ist fast die ganze Meute vor der Stage dabei, wenn von ihnen gefordert wird sich umzudrehen und den hinteren Reihen den Text vorzusingen, oder wenn es darum geht eine ordentliche La Ola Welle zustande zu bringen. In diesem Fall fasse ich mich doch einfach einmal kurz und sage lediglich, dass die Dresdner einen fabelhaften Auftritt hingelegt haben und dass Fans dieser Musik sichtlich genauso viel Spaß hatten, wie die Musiker auf der Bühne. (Sebastian)

Setlist:
- Mea Culpa
- Mein Engel
- Flucht ins Glück
- Tanz
- Mein Todestag
- Finsternis
- Komm!
- Stimmlein
- Wir sind allein
-------------------
- (Rapunzel)


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A.O.K. (17:05 Uhr):

Leute mit empfindlichen Mägen und Gemütern sollten vor einem A.O.K.-Auftritt besser nicht gerade frisch gespeist haben - die Frankfurter Asi-Combo scheut sich nämlich keineswegs, die unterste Schublade einzuklemmen und darin so manche Zote herauszukramen; sei es musikalisch oder in der Bühnen-Performance.Und wenn einer der Sänger schon "Pimmel" heisst, ist es kein Wunder daß Dieser und sein Mikrofon-Kollege desöfteren ihre nicht wirklich ansehnlichen Geschlechtsteile zur Schau stellten - irgendwie eklig, aber auch unterhaltsam! *g*
Songs wie "Fleischpeitsche", "Speak Hessisch Or Die" und "Arschgeweih Auf Hinterlader" machten dann auch musikalisch das Image komplett.
Kulinarisch gab´s ebenso nur die feinsten Gaben und so waren fliegende Baguettes und Salatköpfe für´s hungrige Volk die Dreingabe am Samstag Nachmittag.
Auch wenn viele sicherlich nur für die "Freakshow" vor der Bühne verharrten: Spaß hat es den meisten dann doch gemacht und A.O.K. bleiben eine Attraktion! (Brix)

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Brainstorm (18:10 Uhr):


Nach Pimmelparade und Salatschlacht sollten die Powermetal-Fans mal wieder bedient werden. Diesmal sollte dies durch BRAINSTORM passieren. Wird man doch sonst von den Herren bestens bedient, so fand ich diesen Auftritt schlicht und ergreifend lahm. Nicht gerade viele Leute zierten das Festivalgelände. Ich weiß nicht ob es nur mir so erging, aber Stimmung wollte bei mir einfach keine aufkommen. Den ganzen Gig über kam für mich nichts rüber und das Set wirkte recht plump heruntergespielt. Natürlich versuchte Andy B. Franck ständig das Publikum zu animieren, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieser etwas enttäuscht aufgrund der geringen Zuschauerzahl war. Mit „Fire Walk With Me“ oder dem orientalisch angehauchten „Shiva´s Tears“ wurden auch wirklich gute Songs präsentiert, aber dennoch wollte an diesem Abend einfach nichts rüberkommen. Gegen Ende des Sets kam dann noch eine Ansage, die mir wirklich sehr bitter aufgestoßen ist. Ich weiß nicht ob es Spaß gewesen sein sollte oder nicht oder ob ich mich schlicht und ergreifend verhört habe. Wenn ich mich nicht verhört haben sollte ist es mir ehrlich gesagt auch scheiß egal ob dieser Spruch als Witz gedacht war oder nicht, denn als lustig kann ich eine Ansage von dem Kaliber „Wir sind Brainstorm und ihr seid scheiß egal“ keinesfalls erachten. Ich sollte aber auch gleich dazu sagen, dass wenn ich mich verhört haben sollte, ich beileibe nicht der einzige war… (Sebastian)

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Onslaught (19:35 Uhr):

Was wäre denn ein Festival ohne wunderbaren, erstklassigen, alten Thrashmetal? Richtig, kein gutes… Wie man das ROCK AREA aber bisher kennen lernen konnte wird hier jeder Fan bestens bedient und so wurde mit ONSLAUGHT ein wahrer Klassiker rausgekramt. Mit den Engländern ging auch die erste oldschool Thrashkapelle auf die Bühne und sie spielten ein famoses Set herunter. Dieses fiel sogar länger aus als geplant, denn kurz vor Beginn betrat einer der Veranstalter die Bühne und verkündete, dass ELUVEITE im Stau festsitzen. Falls diese nicht rechtzeitig erscheinen sollten, würden ONSLAUGHT und KREATOR eben ein längeres Set zocken. Zumindest für erstgenannte traf dies zur Freude der Fans zu. Bei diesem Gig bekam doch auch tatsächlich die Security einmal was zu tun. Dass das Gelände nicht für Stagediving, etc. geeignet ist störte in diesem Moment niemanden und so wurden einige Fans auf Händen Richtung Bühne herunter getragen.
Holla die Waldfee, haben die englischen Thrashikonen ein Brett hingelegt!!! Mit einem Sound wie er auf KEINEN Fall besser hätte sein können zockte man sich durch die, doch eher kleine, CD Sammlung. Gerade einmal vier Full-Length Alben haben die Briten veröffentlicht, was aber daher rührt, dass sich die Band 1991 auflöste und die Herren erst 2004 wieder zusammenkamen. Glücklicherweise kann man in diesem Fall nur sagen, so hatte ich nun mal die Gelegenheit mich von Songs wie „Metal Forces“, „Demoniac“ oder „Fight With The Beast“ mitreißen zu lassen. Auch das 2007er Album „Killing Peace“ will man sicherlich nicht unter den Tisch kehren und so konnte man sich von „Destroyers Of Worlds“ und „Planting Seeds Of Hate“ ebenfalls die Birne verprügeln lassen. Eine absolut geniale Wahl für das diesjährige Billing!!!  (Sebastian)

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Kreator (21:35 Uhr):


Mit dem diesjährig erschienenem neuen Album „Hordes Of Chaos“ haben die Thrashlegenden KREATOR wieder einmal einen Zacken draufgesetzt und einen Silberling auf den Markt geworfen, wie er besser nicht sein könnte. Da ist es natürlich nur in Ordnung wenn man eine ordentliche Tour auffährt um dieses zu präsentieren und selbstverständlich auch so manches Festival zu beehren. Für mich persönlich was dieser Auftritt für dieses Jahr auch schon der dritte den ich genießen durfte. Bei KREATOR macht mir das aber keineswegs etwas aus und ich bekomme kein bisschen genug. Bei den Gig der Legenden will einfach immer alles stimmen. Die Setlist, der Sound, die Energie, das Publikum, einfach ALLES!
Nach dem schon so oft gehörten Intro „Choir Of The Damned“ des ultrakiller Albums „Pleasure To Kill“ startete die Band um Frontmann Mille mit dem Titeltrack „Hordes Of Chaos“ in ein ca. 80 Min Set. Wieder einmal wurde eine Songauswahl der Extraklasse ins Publikum geworfen, in welcher der aktuelle Output keines Wegs in den Vordergrund gerückt wurde. Lediglich zwei Songs wurden von diesem präsentiert. „Destroy What Destroys You“ war in der Mitte des Auftritts bereits der letzte Song der neuen Scheibe. Ansonsten wurden zig Klassiker zu Besten gegeben. Sei es „Phobia“, „Betrayer“ oder „Extreme Aggression“, die Essener Ikone zockte sich blendend durch ihre Götterwerke. Die Stimmung war auf einem weiteren Höhepunkt und nach dem Thrash Gewitter von ONSLAUGHT kamen KREATOR genau richtig. Schade für die Fans von ELUVEITE, aber die Thrash Fans hatten enorm ihren Spaß. In der Zugabe wurde einem schließlich noch „Flag Of Hate“ und „Tormentor“ um die Ohren gebratzt um dann schließlich den Weg für die Kriegsmaschinerie von BOLT THROWER zu ebnen. (Sebastian)

Setlist:

- Intro (Choir Of The Damned)
- Hordes Of Chaos
- Phobia
- Terrible Certainty
- Betrayer
- Voices Of The Dead
- Enemy Of God
- Destroy What Destroys You
- Pleasure to Kill
- Violent Revolution
- Extreme Aggression
- Coma Of Souls
---------------------
- Flag Of Hate
- Tormentor 

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Bolt Thrower (22:50):

Wer es bisher noch nicht wusste: Das ROCK AREA darf sich rühmen, als einziges Open Air Festival im Jahre 2009 die Death Metal-Kriegsmaschine namens BOLT THROWER verpflichten zu können! So gelang den Organisatoren ein ähnliches Schmankerl wie im letzten Jahr mit SOULFLY - Hut ab!
Die Briten zeichneten sich in gewohnter Manier mit spottbilligen Merchandise-Preisen sowie Publikumsnähe (Die Bandmitglieder standen persönlich am Stand und vertickten Shirts und Co an die in Scharen anstehende Meute) aus und sollten auch bei ihrem Gig nicht enttäuschen.
Da rollte einmal mehr eine komplette Panzerdivision durch das Rheintal und hinterließ verbrannte Erde. Man entschuldige meine nicht wirklich pazifistische Ausdrucksweise, aber anders lässt sich diese Urgewalt schwer in Worte fassen.

Schon gleich zu Beginn wurde mit "IVth Crusade" und "Forever Fallen" in der bandeigenen Mottenkiste gekramt und zwei absolute Schmankerl präsentiert. Aber natürlich kamen aktuellere Tracks wie "Mercenary", "Powder Burns", "Entrenched", "At First Light" und "Killchain" im Verlauf des Sets nicht zu kurz.
Okay, Karl hatte wohl den ein oder anderen Becher Gerstenkaltschorle zuviel geschnappt, anders kann ich mir das gesangliche Verkacken bei "No Guts, No Glory" nicht erklären - aber immerhin ist der Gute schon in den Mittagsstunden mit Bechern bewaffnet übers Gelände ziehend gesehen worden.

Aber dies nur am Rande - der Rest der Band zeigte sich topfit und kloppte mit "World Eater/Cenotaph", "In Battle There Is No Law" und "The Shreds Of Sanity" sogar verhältnismässig viele Tracks aus der Anfangszeit von BOLT THROWER heraus. 
"...For Victory" markierte dann den Beginn der Zugabe, die mit oben bereits erwähntem "In Battle..." und dem mächtigen "When Cannons Fade" ihren würdigen Abschluß fand. 

Diese Band ist und bleibt einzigartig! Von den fairen Preisen des Merchs über den unikaten Stil bis zu den stets massiven Live-Auftritten sind BOLT THROWER immer wieder ein absolutes Erlebnis!
Ein mehr als würdiger Headliner für das ROCK AREA 2009! (Brix)

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Und noch einmal ging es für die Nimmermüden an die Rheinterrassen zu DJ Gerdi, der an diesem Abend sein musikalisches Programm an die heftigeren Headlinern anpasste und ganz schön auf´s Mett kloppte - der endgültige Abschied vom ROCK AREA fiel dementsprechend schwer, aber eines ist gewiss: Im nächsten Jahr sind wir mit NEKCBREAKER wieder am Start! Jawoll ja! (Brix)

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Fazit:

Welches Resümee lässt sich also für mein drittes Festival innerhalb von vier Wochen ziehen? Das ROCK AREA war, wie zu erwarten, ein Genuss!
Der wunderschöne Blick in das Rheintal, die insgesamt geniale Location, das überwiegend gute Wetter schafften einfach ein astreines Festival. Abgerundet wurde das ganze selbstverständlich durch ein Billing, das es in sich hatte. Von Größen wie HAMMERFALL, AMON MARTH, KREATOR und BOLT THROWER bis hin zu ONSLAUGHT, SCHANDMAUL, BELPHEGOR und HEAVEN SHALL BURN, usw. usw. wurde einfach nahezu jedes Genre abgedeckt und jeder Fan bestens bedient. Wie für das ROCK AREA üblich wurde auch wieder der Underground vernünftig unterstützt. Die Gewinner des diesjährigen „Battle of Metal“ GODSLAVE rockten ordentlich die Bude und auch andere Underground Bands wie ICON oder WANDERREIGEN durften ran um sich neue Fans zu erspielen und die schon hart erkämpften Anhänger zu beglücken.
Auch zu den organisatorischen Dingen muss ich sagen ist mir nichts Negatives aufgefallen. Toiletten sind vor Ort bereits genügend vorhanden, die An- und Abreise verlief problemlos und auch alle sonstigen Wichtigkeiten wurden einfach gut umgesetzt.
Beim Festivalgelände an sich scheiden sich etwas die Geister. Für mich persönlich war es eine absolut geniale Wahl, denn durch die Tribünen und das dahinter liegende aufsteigende Gelände ermöglicht von überall die Sicht auf die Bühne, so dass auch zu klein geratene Menschen wie ich ihre Ikonen auf der Bühne auch fabelhaft zu Gesicht bekommen. Für mich persönlich ebenfalls genial war einfach die Tatsache, dass eine Wall of Death oder ein Circle Pit vor der Bühne einfach nicht möglich sind und gezeigt wurde, dass auch ohne diese Elemente genügend Spaß und Stimmung vorhanden ist. Allerdings gibt es eben auch Menschen, die diese Faktoren unbedingt benötigen…
Für mich persönlich war das ROCK AREA also ein Festival, dass mich komplett zufrieden stellen konnte und ich dafür gerne meine Empfehlung ausspreche. Das einzige was ich ankreiden könnte ist, dass ich es nicht nachvollziehen kann warum ein paar Bands, die in dem letzten Jahr bereits das Billing zierten, schon wieder vor Ort waren und dass die Bierpreise (3,50 Euro für 0,4l bei den umherlaufenden Verkäufern) und Essenspreise, welche schon Wacken Niveau hatten, wirklich gesalzen waren. Allerdings muss ich hierbei auch noch sofort anmerken, dass ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, dass diese Preise vom Veranstalter des Festivals her kamen, sondern eher glaube, dass diese vom Pächter des Geländes erhoben wurden und sich das ROCK AREA diesbezüglich beugen musste. Das wäre zumindest meine Vermutung, denn in den letzten beiden Jahren waren die Preise deutlich geringer! Ein weiterer Grund weshalb ich mir diese Option vorstellen kann ist das offizielle Statement der Veranstalter, in dem sie sich über die Security und die Situationen auf dem Campground entschuldigten, dass diese Sachen aber vom Pächter her kamen und sie kein Mitspracherecht hatten. (Ich persönlich weiß allerdings auch nicht wofür diese Entschuldigung war, denn ich habe nichts Verwerfliches mitbekommen…).
Noch einmal in ganz kurz: Das ROCK AREA ist ein geniales Festival, das man ruhig  dauerhaft in seinen Festivalkalender aufnehmen sollte. Vielen Dank an die Veranstalter.
Besonderen dank an Tom und Thorsten, die vor Ort trotz akutem Stress immer für einen da sind, wenn es Probleme oder Fragen gibt. Daumen hoch für diese Einstellung und diese Arbeit!!!! (Sebastian)
 

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