Nee, was hat uns der Wetterbericht im Vorfeld Angst eingejagt: Nach der unglaublichen Hitzeperiode in unserem schönen Land wurden für das erste August-Wochenende Regenfälle und allgemein mieses Wetter für den Großraum Wacken angekündigt. "Pack die Gummistiefel ein", sagte sich da so mancher Metalhead, doch der Metal-Gott hatte nach der Schlammschlacht im letzten Jahr ein Einsehen und so schien (abgesehen von ein paar Tropfen am Donnerstag) die ganze Zeit die Sonne und statt Schnupfen gabs Sonnenbrand...YES! So stand also den drei Tagen ausgelassener Metalparty nichts mehr im Wege... (Mika) Donnerstag, 03.08.2006 Faster Inferno feat. Tyson Schenker (18:00 Uhr, True Metal Stage):
Während im letzten Jahr ein bunter Mix die "Night To Remember" auf der True Metal Stage dominierte, stand der Donnerstag dieses Jahr ganz im Zeichen der Scorpions und ihrem Dunstkreis. Die Eröffnung des Festivals übernahm also Tyson Schenker, Sohnemann von Michael Schenker, mit seiner Band FASTER INFERNO. Die Band machte optisch den Eindruck von rockenden Soziologiestudenten und bot eine Mischung aus groovigem Rock'n'Roll und Psycho-Einflüssen. Im Grunde ganz nett anzuhören, leider nutzte die Band von den spärlich eingeplanten 20 Minuten auch gerade mal 15 Minuten aus, was dann doch für überraschte Gesichter im Publikum sorgte. (Mika)



Gutlock (18:00 Uhr, W.E.T. Stage)
Während das diesjährige Wacken Open Air auf der Hauptbühne von Faster Inferno mit Tyson Schenker an der Gitarre eröffnet wurde, gab sich der Underground in Form von GUTLOCK ein Stelldichein auf der W.E.T. Stage. Die Baunataler brachten mit ihrer vielseitigen Mischung aus Death Metal und modernen Thrash-Anleihen das eine oder andere Haupt zum Schwingen und performten einige Stücke ihres Debutalbums "In conclusion the abstinence". Die großen Massen waren zu dieser frühen Zeit leider noch nicht eingetroffen und es war noch ziemlich viel Platz vor der Bühne, doch das hielt GUTLOCK nicht von einer überzeugenden Performace ab. Das anwesende Publikum war derweil in bester Partylaune und feierte die Jungs ab. Gelungener Einstand! (Thomas)

Victory (18:35 Uhr, True Metal Stage):
Ok, im Gegensatz zu Faster Inferno und der Michael Schenker Group halten sich die Verbindungen von VICTORY zu den Scorpions in Grenzen so dass die einzigen Parallelen wohl nur in der Tatsache liegen, dass VICTORY auch aus der gleichen Zeit Mitte der 80er ganz groß wurden und ebenfalls Hannoveraner sind. Na immerhin ;-)
Die "alten Männer" um Jioti Parcharides sorgten für mächtig viel Stimmung im Publikum, was nicht nur an dem supercoolen Posing der Musiker und den eindrucksvollen Soli, sondern auch generell an dem melodischen Hardrock liegen dürfte, der schnell ins Blut geht und zum Feiern animierte. (Mika)



Malefactor (18:50 Uhr, W.E.T. Stage)
Als weitere Band des Eröffnungstages enterten die brasilianischen Metal Battle Gewinner von MALEFACTOR die Bühne und rockten los wie die Feuerwehr. Das Intro und die erste Hälfte des ersten Songs ließen auf soliden melodischen Death Metal a la Rotting Christ schließen und ich hatte mich innerlich schon damit abgefunden, dass MALEFACTOR nix wirklich neues bringen würden. Doch diese Einschätzung war weit gefehlt, denn nach einigen Minuten gingen die fünf Südamerikaner ab wie Schmitts Katze. Tempowechsel, ein oder zwei superbe Gitarrensolos und ab dafür. Geboten wurde vielseitiger Metal der Extraklasse, alte Schule pur. Dazu packte der Sänger auf seine Death Metal Growls noch eine erstklassige Heavy Metal Stimme drauf, die sich sehen (beziehungsweise hören) lassen konnte und fast das Niveaus des Dream Theater Sängers erreichte. Dazu bot der Fünfer noch eine sehenswerte und unterhaltsame Bühnenshow. Im Vordergund standen Stücke des aktuellen Albums "Centurian". Eins steht fest: Wer in Brasilien die Metal Battle gewinnt, hat spieltechnisch definitiv was drauf. (Thomas)

Michael Schenker Group (19:40 Uhr, True Metal Stage):
Die MICHAEL SCHENKER GROUP war die erste Band die ich mir in diesem Jahr angeschaut habe, wenn auch nicht bis ganz zum Ende, da wartet auf der W.E.T. Stage noch was feines auf mich. Leider gab es von MSG zu wenig Songs (wie z.B. "Dust To Dust"), dafür aber ein Solo nach dem anderen. Drumsolo, dann steigt der Bass (echter Aktivposten übrigens) mit ein, dann wieder Drumsolo und wenig später gibt der Meister Michael Schenker noch eine Kostprobe, die natürlich erstklassig war. Nett, aber zeitweise wirklich ein Gig für Musiker. (Tutti)



Transilvanian Beat Club (19:40 Uhr, W.E.T. Stage):
Ich habs zumindest versucht! Jawoll! Nachdem mich die Band mit ihrem Album "Willkommen im Club" schon nicht überzeugen konnte, hatte ich zumindest die Hoffnung, dass die Musik des Eisregen-Ablegers live zünden könnte. Aber Pustekuchen. Im Grunde könnte ich jetzt das gleiche bemängeln, wie schon im Review zu der CD, aber das spare ich mir. Die Mucke ist einfach nur Bullshit, der Gesang von Yantit nervt nach 2 Minuten und dazu kommt noch, dass die Band eine Spielfreude und Motivation versprüht wie eine Klofrau kurz vor Ende ihrer Schicht. Der TRANSILVANIAN BEAT CLUB ist live die gelebte Langeweile. Trotz allem war das Zelt bis zum Bersten gefüllt und die Musiker wurden zwischen jedem Lied aus Leibeskräften abgefeiert...aber wieso wundert mich das nicht? (Mika)

Mortal Sin (20:55 Uhr, W.E.T. Stage):
Ist ja schon irgendwie kultig, MORTAL SIN live in Wacken und dazu noch "versteckt" auf der W.E.T. Stage. Aber Onkel Tutti spürt die schon auf. Ich kann mich noch erinnern wie die damals vor fast ca. 15 Jahren mit Testament durch Deutschland getourt sind ... Nun gut, mal sehen was die Jungs heute noch so drauf haben und ob diese Reunion im kleinen Stil auch Sinn macht. Verdammt nochmal, sie macht! Die Australier thrashten so unglaublich das Zelt, dass der Blech-Skorpion der hinter der True Metal Stage auf seinen Einsatz wartete sicher ganz verängstigt an seinem Stachel lutschte. Sogar der neue Song "Out Of The Darkness" konnte überzeugen. Von den alten Krachern wie "Blood, Death, Hatred", "I Am Immortal" und "Mayhemic Destruction" ganz zu schweigen. Dazu eine tighte Performance das jedem Alt-Thrasher das Herz aufging. Natürlich war die Stimmung da bestens und natürlich wurde die Band total abgefeiert. Ein echter Höhepunkt und unverzeihlich wenn man diesen Gig verpasst hat. (Tutti)



Scorpions (21:45 Uhr, True Metal Stage)
Was soll man zum Auftritt der SCORPIONS noch groß sagen?
Waren doch viele Metalheads eher skeptisch und fürchteten 2 Stunden Langeweile, waren doch fast alle Wackenbesucher total begeistert und euphorisch als die Skorpione aus Hannover nach fast 3 Stunden ihren Grandiosen Auftritt beendeten.Sie boten eine Supershow der absoluten Superlative mit all ihren Neckbreakern wie z.B. "Coming Home", "Another piece of meat", "Big City Night", "Speedy´s Coming", "Rock you like a Hurricane" und das vom sehr agilen Klaus Meine angekündigtem "Wacken, your fuckin Dynamite", selbst die Akkustik Ballade "Holiday" wurde von fast allen Besuchern lautstark mitgesungen!
Es war eine wahre "Night to Remember, a journey in time" mit den Ex Mitgliedern Uli Jon Roth, Michael Schenker und dem sehr sympatischen Drummer Herman Rarebell der für "Blackout" und "No one like you" hinter der Schießbude saß.
Die SCORPIONS haben allen Kritikern gezeigt das sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Wenn man bedenkt das Klaus Meine und Rudolf Schenker stark auf die 60 zugehen, können sich einige junge Bands noch ein Scheibchen abschneiden was die spielfreude, Bühnenperformance und Power angeht.
SCORPIONS, there is no one like youuuuu..., bitte kommt 2007 wieder...! (Mike Faßbender)



Freitag, 04.08.2006 Mystic Circle (11:00 Uhr, Black Stage):
MYSTIC CIRCLE aus Worms hatten dann die Aufgabe, den anwesenden Metallern an diesem Freitag-Vormittag den Schlaf aus den Augen...äh...Ohren zu pusten. Nach einem bombastischen Intro präsentierte die schon seit längerer Zeit auf ein Trio geschrumpfte Band einen Programmquerschnitt durch die letzten drei Alben. Der vollzogene Image-Wechsel steht der Band auch sichtlich gut, wobei allerdings die ständige Fragerei ("Habt Ihr Spaß?") im krassen Gegensatz zur Musik der Band steht. (Mika)



End Of Green (11:00 Uhr, Party Stage):
Als auf der Blackstage schon Mystic Circle vor sich hin polterten, machte ich mich auf den Weg zu den Stuttgartern mit den lustigen Künstlernamen (Cardinal Mazinger, Rainier Sicone di Hampez, Michelle Darkness, Kirk Kerker und Sad Sir). Die fünf Jungs von End of Green "dingsen" die Partystage. Ich habe für die Musik von End of Green irgendwann einmal die Bezeichnung "melachnolisches Vollbrett" gelesen und das trifft es auch Voll und Ganz, das Ganze noch gewürzt mit einer überaus dynamischen Bühnenshow (mit Ausnahme des Sängers, den man aber auch nicht anders kennt) und schon haben wir einen gelungenen Anfang für einen sonnigen Wacken-Samstag. ((Anmerkung: Ich nehme Wetten an dass die Herren von End of Green in einigen Jahre allesamt einen schweren durch Fehlhaltung bedingten Rückenschaden haben.)) (Ryka)



Monster Joe (11:00 Uhr, W.E.T. Stage)
Mit rotzigen Rock der guten Sorte eröffneten die Belgier von MONSTER JOE den Freitag auf der W.E.T. Stage und bewiesen damit, dass man mit einer gesunden Mischung aus dem Sound der Siebziger und Achtziger auch heutzutage noch einen nationalen Metal Battle Wettbewerb gewinnen kann und somit zum Wacken Open Air eingeladen wird. Eine kurzweilige halbe Stunde lang entführten MONSTER JOE den geneigten Hörer in die Welt des Rock'n'Roll und zelebrierten ihren Sound der Marke Skid Row meets Rainbow. Die Stimmung im Publikum war - vor allem unter den älteren Metalheads - zu dieser frühen Stunde bereits vom feinsten. Die Jungs von MONSTER JOE hatten auch ihren uneingeschränkten Spaß und die leicht prolligen Ansagen des Sängers trugen ihren Teil zur Stimmung bei. Höhepunkte des Gigs waren die letzten beiden Stücke "Summer night" und "Big fat juju". (Thomas)

Re-Pulse (11:50 Uhr, W.E.T. Stage)
Der diesjährige Metal Battle Gewinner aus Finnland hieß RE-PULSE und formiert sich aus vier männlichen Mitgliedern an den Saiteninstrumenten und am Schlagzeug sowie zwei holden Damen am Keyboard und am Gesang. Frontfrau Katja Pieksämäki ist im übrigen eine ziemliche Augenweide, und das ganz ohne sich billig aufzutakeln wie manch andere weibliche Vertreterin des Genres. Wer aufgrund dieser Beschreibung jetzt denkt, dass die Musik der Band in Richtung Nightwish oder After Forever geht, liegt natürlich goldrichtig. Mit Heavy Metal hat so was bekanntermaßen ja nur bedingt zu tun, und so war die ganze Sache musikalisch entsprechend langweilig und abwechslungslos. Dargeboten wurde schnödes, keyboardverseuchtes Midtempo-Geschraddel ohne Punkt und Komma. Einzig die engelsgleiche Stimme von Katja konnte dem Ganzen eine ansprechende Note verpassen, was unter dem Strich leider nicht für einen überzeugenden Auftritt reichte. (Thomas)

Wintersun (12:00 Uhr, True Metal Stage):
Welchen Status WINTERSUN inzwischen in der Metal-Gemeinde haben, zeigte sich anhand der gigantischen Menschenmenge, die sich schon um die Mittagszeit vor der True Metal Stage versammelte. Entsprechend war dann auch der Jubel, als Meister Jari und seine Kollegen die Bühne zum Intro betraten und mit "Winter Madness" wieder mal eine Gitarrenlehrstunde einleiteten. Mittlerweile ist es wohl zum Standard geworden, dass die Band wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert und Frontmann Jari sich die anspruchsvollen Soli wie von CD aus dem Handgelenk schüttelt. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass die Band immer noch keinen Live-Keyboarder hat und alle Synths von Band kamen, was trotz geändertem Arrangement einiger Songs ein wenig statisch wirkte. Entgegen der Ankündigung im Programmheft gab es auch keinen Vorgeschmack auf das kommende Album, sondern bis auf "Sadness And Hate" alle übrigen Songs des Debüt-Albums. Herrlich...diese Band ist einfach ganz groß! (Mika)



Born From Pain (12:55 Uhr, Party Stage)
Kraftvoller als BORN FROM PAIN kann man Hardcore mit leichten Death Metal Anleihen nicht darbieten. Was die Niederländer in der ihnen zugedachten Dreiviertelstunde auf die Bretter legten, war absolut hörenswert und ging voll auf die Zwölf. Alle Granatensongs der bisher veröffentlichten drei BORN FROM PAIN Scheiben waren am Start. Von "Rise or die" und "This Is The New Hate" vom aktuellen Album, "Final Nail" vom Debut bis hin zum Übersong "Here Lies Civilization" zockten sich die Jungs souverän und druckvoll durch ihren Set, wobei das Publikum in der Mittagssonne gut mitging und phasenweise in den ersten Reihen regelrecht ausrastete. Da die Band relativ früh mit ihrem Repertoire fertig war, gab es dann mit "Hour Of The Wolf" und "Black Gold" noch zwei Zugaben. (Thomas)

Cadaveric Crematorium (13:30 Uhr, W.E.T. Stage)
Eine Show der etwas anderen Art boten die italienischen Metal Battle Gewinner von CADAVERIC CREMATORIUM. Der Fünfer aus dem Land des frischgebackenen Fußballweltmeisters zockte Grindcore der übleren Sorte und war damit wohl soundtechnisch die brutalste Band des diesjährigen Wacken Open Air. Dazu sahen die Jungs noch richtig grimmig und finster aus, so dass sich jede Black Metal Band von CADAVERIC CREMATORIUM eine Scheibe abschneiden könnte. Das Beste an ihrem Auftritt war jedoch die absolute kranke Bühnenshow. Bei fast jedem Song fielen die Musiker regelrecht übereinander her oder trugen sich gegenseitig beim Spielen huckepack. Der Pit tobte bei CADAVERIC CREMATORIUM auf der Bühne und nicht davor. Als Highlight rammte der Gitarrist den Kopf des Sängers einige Male gegen eine Monitorbox. Nach dem Ende des Sets forderte das Publikum lautstark eine Zugabe, worauf die Band noch mal zurück kam und witzigerweise den Titelsong der Muppet-Show spielte. Danach kamen noch einige Zehn-Sekunden-Stücke in bester Anal Cunt Manier, sowie letztendlich dann eine "richtige" Zugabe. (Thomas)

Danko Jones (13:50 Uhr, True Metal Stage):
DANKO JONES bot danach eine ausgesprochen unterhaltsame Rock'n'Roll-Show. Der traditionell schwarz gekleidete Frontmann erfüllte dabei vollkommen das Klischee des Bad-Guy-Machos, der das Publikum mit mehr oder weniger unter die Gürtellinie gehenden Geschichten und großer Klappe unterhält. Demnach hatte auch der groovig, bluesige Rock der Band entsprechend viel "Eier" und sorgte für ausgelassene Stimmung im Publikum und der ein oder anderen erhobenen weiblichen Augenbraue. (Mika)

Six Feet Under (15:00 Uhr, Black Stage):
Schon um 15 Uhr mussten SIX FEET UNDER ran. Irgendwie früh, aber bei so einem Billing kaum anders möglich. So war es dann schon am frühen Nachmittag ausgesprochen voll an der Black Stage. Ich hatte ehrlich gesagt schlimmes befürchtet, nämlich kaum bis gar keine alten Stücke. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Der wie üblich sicke Chris Barnes und Konsorten pusteten der gierigen Meute Kracher der Marke "Victim Of The Paranoid", "Burning Blood" und "The Day The Dead Walked" um die Ohren. Blickfang war natürlich wieder Frontmann Chris Barnes der keifte und röchelte wie zu den besten Zeiten. Am Ende gab es zu meiner Überraschung sogar noch das AC/DC Cover "TNT". Guter Gig vor "vollem Haus"! So voll war es noch lange nicht bei jeder Band die danach noch kam.... (Tutti)



Ektomorf (15:00 Uhr, Party Stage):
Turnschuhe und Jogging-Hose...da sind EKTOMORF doch nicht weit. Tatsächlich betraten die vier Ungarn auch zum gewohnten Gladiator-Intro die Bühne und lösten mit dem Opener "Set Me Free" eine wahre Stimmungslawine aus. Trotz technischer Probleme mit der Gitarre ließ sich der sympathisce Vierer auch nicht beirren und zog eine gewohnt bewegungsfreudige und routinierte Show ab. Fronter Zoltàn ("Gott, ist der süß!" - O-Ton eines weiblichen Fans neben mir) bedankte sich auch wieder überschwenglich für die Reaktionen des Publikums. Die Reaktionen waren aber auch berechtigt, denn die Band brannte mit Songs wie "Show Your Fist", "Instinct" oder "Fuck You All!" ein wahres Hitfeuerwerk ab und brachte die Security mächtig in Schweiß, die damit beschäftigt waren, Crowdsufer im Dutzend aus der Menge zu fischen. Schade, dass die Band nach 45 Minuten schon ihren Auftritt beendete und sich zu keiner Zugabe hinreißen ließ, da eigentlich noch eine Viertelstunde Spielzeit übrig war. (Mika)



Nevermore (16:15 Uhr, True Metal Stage)
Die Routiniers von NEVERMORE boten einen soliden, aber im Großen und Ganzen unspektakulären Auftritt, wobei sich der Hauptteil der dargebotenen Songs logischerweise auf das starke aktuelle Album "This Godless Endeavour" konzentrierte. Die Band um Ausnahmesänger Warrel Dane wusste sowohl spieltechnisch als auch vom Charisma ihres Auftrittes zu überzeugen, boten aber nichts wirklich neues. So gut NEVERMORE live auch sein mögen, wenn man sie nach dem Rock Hard Festival zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit live sieht, wirken die Amis leicht abgenutzt. Anzumerken ist der gute Sound, den NEVERMORE vom Soundmann kredenzt bekamen. Das war auf dem diesjährigem Wacken Open Air beileibe nicht jeder Band vergönnt. (Thomas)



Gorilla Monsoon (16:45 Uhr, W.E.T. Stage):
GORILLA MONSOON wollte ich schon längst mal live angetestet haben und wenn sie schon in Wacken auf dem Billing stehen dann nehme ich die doch gerne mit. Das Album "Damage King" konnte schließlich restlos überzeugen. Der Meinung waren auch einige andere, denn das Zelt war sehr ordentlich gefüllt, trotz großer Konkurrenz auf der True Metal Stage. Frontmann Jack Sabbath eröffnete das 45-mintüge Doom-Inferno mit dem Satz "Zeit die Tüten rauszuholen" und die Fans feierten die Dresdner nach jedem Song gnadenlos ab. Für die Doom Freunde gab es in diesem Jahr aber auch wenig Futter, dafür entschädigten GORILLA MONSOON aber mit einer durchweg tighten Performance und präsentierten mit "50 Dollar Whore" sogar ein brandneues Stück. Dem standen die alten Songs wie "My Way" und "Born To Lose" natürlich nicht nach. Wenn wir die Band nicht schon in wenigen Jahren mindestens auf der Party Stage sehen, fresse ich einen Besen. Einfach nur stark! (Tutti)



Opeth (17:30 Uhr, Black Stage):
Freunde anspruchsvoller Klänge haben sich OPETH im Vorfeld sicher ganz dick markiert. Und davon gab es eine ganze Menge, denn eine stattliche Besucherschar hatte sich vor der Black Stage versammelt. Gut dran waren die, die sich eher im Bereich der rechten Bühnenhälfte aufhielten, denn bei den immer mal wieder vorkommenden ruhigen Momenten kam der Sound von der Party Stage schon sehr deutlich rüber. Zudem ist OPETH alles andere als partykompatibel, wobei Frontmann Mikael Åkerfeldt mit einigen lockeren Sprüchen für so manchen Lacher sorgte. Die Spielzeit war mit einer Stunde gerade so ausreichend bemessen für die überlangen Songs der Schweden und bot Platz für "The Amen Corner", The Leper Affinity", "Deliverance" & Co. Guter Auftritt! (Tutti)



In Extremo (18:45 Uhr, True Metal Stage):
IN EXTREMO muss man nicht mehr großartig vorstellen. Die Band hatte das Publikum auch nach dem Opener des aktuellen Albums "Mein Rasend Herz" mit dem Mitsing-Hit "Spielmannsfluch" fest im Griff und fortan leichtes Spiel. Besonders auffällig an der Show der Ostdeutschen ist auch die aufwändige Bühnendekoration in Form eines Schiffs mit beeindruckenden Pyro-Effekten (wie z.B. das brennende Steuerrad). Bei soviel Show ließ sich auch das Publikum nicht lange bitten mitzumachen und verwandelte zu "Wind" das Festivalgelände in eine überdimensionale Hüpfburg. (Mika)

Vreid (19:15 Uhr, W.E.T. Stage)
Hervorgegangen aus den Überresten der Band WINDIR, deren Sänger ja leider vor zwei Jahren viel zu früh das Zeitliche segnete, formierte sich die Gruppe VREID. Die Jungs haben mittlerweile zwei Alben veröffentlicht und so war es Zeit für einen Auftritt auf dem Wacken Open Air. Geboten wurde leicht monotoner, sägender Black Metal mit einer unglaublich düsteren Atmosphäre. Die Nebelmaschine lief auf Hochtouren während des Auftritts der norwegischen Recken. Der Sound von VREID war zwar nicht ganz so intensiv wie beispielsweise die guten alten Immortal, kam aber schon ganz amtlich rüber und wird in den nächsten Jahren sicherlich noch eine Steigerung erleben. Die zahlreich erschienenen Fans zeigten jedenfalls, dass Black Metal der alten Schule immer noch hoch im Kurs steht, denn das Zelt, in dem sich die W.E.T. Stage befand, war bis zum Bersten gefüllt. (Thomas)

Carnivore (20:00 Uhr, Black Stage):
Der Gig von CARNIVORE war sicher der mit am meisten erwartete beim diesjährigen Wacken Open Air. Letztlich scheiden sich die Geister an der Vorstellung. Auch ich hatte mir mehr versprochen. Die dicke Show packten die Amis nicht aus. Sieht man mal vom letzten Song "Sex And Violence" ab, als die Band mit blutverschmierten Schürzen auf die Bühne kam und sehr leicht bekleidete Damen das Publikum mit Hilfe von Wasserpistolen abkühlte bzw. "blutig" spritzte. Davor die Vorstellung war sicher teilweise gewöhnungsbedürftig. Schon wenige Sekunden nach Beginn verließ die Band mit einem kurzen "Danke schön" die Bühne für eine gute Minute wieder. Danach gab es einige Klassiker wie "Angry Neurotic Catholics", "Technophobia" und "World Wars III & IV". Schön CARNIVORE mal live gesehen zu haben, aber auch sicher nichts wovon man später mal seinen Enkelkindern erzählt. (Tutti)



Children Of Bodom (21:30 Uhr, True Metal Stage):
Die Finnen von CHILDREN OF BODOM sind nicht nur kreativ, was das eigene Songwriting angeht, sondern legen auch in Sachen Intro eine Menge Einfallsreichtum an den Tag. Nach "Twist And Shout" auf der "Are You Dead Yet?"-Tour entschied sich der Bodom-Fünfer an diesem Abend für eine auf finnisch gesungene Folk-Version des eigenen Songs "Hate Me!". Geilo! Die Band hatte allerdings von Anfang an einmal mit leichten Soundproblemen zu kämpfen und auch Keyboarder Jane hastete während den ersten Songs immer wieder zum Techniker um sich über irgendwelche Probleme zu beklagen. Professionell wie die Band aber nun mal ist, ließ sich davon niemand beeindrucken und so wurde eine professionelle Show dargeboten, bei der die Band die spektakulären Bühnenaufbauten in Form von Autos und Metallbrücken voll ausnutzte und sichtlich Spaß hatte. Besonders Janne pendelte immer wieder zwischen einem Keyboard "unten" und einem auf der Brücke und strahlte immer wieder mit einem Scheinwerfer die Zuschauer neben der Bühne an. Vom Programm her gab es keine Überraschungen, sondern ein bunt gemischtes Set von "Something Wild" bis "Are You Dead Yet?", das Fronter Alexi auch wieder liebevoll mit einem ganzen Schwung "Fuck Fucking Fucks!" würzte. Da die Band ihre reguläre Spielzeit voll ausnutzte, blieb leider keine Zeit mehr für eine Zugabe. (Mika)



Celtic Frost (23:00 Uhr, Black Stage):
Nachdem CELTIC FROST ihren Auftritt beim Rock Hard Festival leider kurzfristig absagen mussten, war das Interesse in Wacken natürlich besonders groß. Zu vorgerückter Stunde war die Sonne glücklicherweise schon untergegangen und so wurde der Auftritt der Schweizer in das richtige Licht gerückt. Ansonsten kochten die Eidgenossen showtechnisch aber auf Sparflamme und ließen lieber die Musik sprechen. Kann ja auch funktionieren, vor allem bei den großen Fans die die Band noch nicht live gesehen haben. Der neutrale Besucher der sich die Herrschaften einfach mal nur mal ansehen wollte war möglicherweise enttäuscht. Aber CELTIC FROST wollten natürlich primär die Fans bedienen und die bekamen bei der Songauswahl das geboten was sie wollten. Stücke von den Alben "Cold Lake"und "Vanity/Nemesis" gab es nicht, stattdesssen eine Reihe Klassiker wie z.B. "Visions Of Mortality", "Into The Crypts Of Rays" und "Circle Of The Tyrants". Kultig war es ja schon irgendwie aber ein paar mehr Pyro-Effekte hätten so einer Show sicher gut getan. (Tutti)

Despair's Ray (23:00 Uhr, Party Stage):
Die Japaner von DESPAIR'S RAY waren für mich eine der großen Überraschungen des Festivals. Viele erwarteten wohl eine abgehobene und nur schwer nachvollziehbare Gothic-Show der androgyn wirkenden Japaner. Doch die vereinzelten "Sushi"- und "Suzuki"-Rufe aus dem Publikum verstummten abrupt, als die vier Japaner mit ihrer energiegeladenen Show loslegten. Meine Fresse, was ein Brett...der doch recht grobe Gothic-Rock groovte mächtig aus den Boxen, wobei die Synths und teilweise Background-Vocals vom Band kamen und der Sänger permanent zwischen ausdrucksstarkem cleanem Gesang und irrem Kreischen wechselte. Dazu fügte sich das aggressive Stageacting der Mitstreiter hervorragend ins Bild, so dass sich der Auftritt der Japaner zu einer fesselnden Sache für alle Beteiligten entwickelte und auch im Publikum eine Menge Bewegung herrschte. (Mika)



Metal Inquisitor (00:15 Uhr, W.E.T. Stage):
METAL INQUISITOR in Wacken bedeuten für mich eindeutig Pflichtprogramm, völlig egal wer da gerade parallel spielt. Also rein in das stickige und sehr gut gefüllte Zelt. Der Publikumszuspruch zeigte es eindeutig, die Koblenzer sind auf dem Sprung in einer höhere Liga. So gut das aktuelle Album "Doomsday For The Heretic" auch ist, in der Setlist war noch Platz für eine Reihe an starken Klassikern, besonders im Mittelteil. Am Ende gab es sogar das uralte "Resistance In Futile". Während Frontmann El Rojo schon zu Beginn über den glasklaren Sound auf der Bühne erstaunt war, so durfte der Fan keineswegs darüber verwundert sein, mit welcher Vehemenz die Band Wacken im Sturm eroberte. Mit einem mitreißenden Auftritt brachten die Inquisitoren das Zelt zum kochen und wurden völlig zu Recht abgefeiert. Viel zu gut für das kleine Zelt und keine Band an diesem Wochenende schaffte es soviel Spielfreude rüberzubringen! Setlist Metal Inquisitor: Doomsday For The Heretic
Legion Of Grey
M4 - A1
Daze Of Avalon
Zombie Driver
Bernardo Gui
Restricted Agony
Watch The Phoenix Die
Take Revenge
Resistance Is Futile

(Tutti)



Ministry (00:30 Uhr, True Metal Stage)
Willkommen in der Hölle! Mit diesen Worten kann man den denkwürdigen Auftritt der legendären Band MINISTRY treffend beschreiben. Was uns Al Jourgensen und seine Mitstreiter da bescherten, war beileibe keine leicht verdauliche Kost, sondern eines der krassesten Infernos, die ich jemals live erleben durfte. Zwar war die Songauswahl sicherlich nicht optimal, denn es fehlte einiges an Pflichtprogramm wie z.B. "Land Of Rape And Honey" oder "Jesus Built My Hotrod", aber die Art und Weise, auf welche die Krachfetischisten von MINISTRY zu Werke gingen, ließ keine Zweifel aufkommen, wer der Headliner des Festivals war. Der Sound, der aus den Boxen dröhnte, war einerseits glasklar wie selten auf einem Open Air gehört und auf der anderen Seite so laut aufgedreht, dass es eine wahre Freude war. Vor allem bei den zahlreich eingebauten Samples in der Musik von MINISTRY bekam man teilweise Gänsehaut. Des Weiteren war die Lightshow ziemlich einmalig, so viele verschiedene Effekte waren zu sehen, dazu gab es Dauerfeuer aus der Nebelmaschine. Das Beste waren jedoch die abgefahrenen Animationen auf der Großleinwand hinter der Bühne, denn MINISTRY ließen zu jedem Song das passende Musikvideo laufen. Wer die kranken Videoclips der Band kennt, weiß was hiermit gemeint ist. Alles zusammengenommen bekam man durch diesen denkwürdigen Gig einen netten Vorgeschmack, wie der Teufel persönlich seine Ankunft auf Erden audiovisuell untermauern würde. Inhaltlich gab es einige neue Sachen von der "Rio Grande Blood" Scheibe, aber auch einige alte Klassiker wie "Just One Fix" oder "Thieves" zu hören. Schade, dass MINSITRY als Headliner nicht mehr Zeit zugesprochen bekamen, um auch noch die oben erwähnten Klassiker spielen zu können. (Thomas)

Battlelore (01:30 Uhr, W.E.T. Stage):
Nachdem die Koblenzer die W.E.T.-Stage mit dem dazugehörigen Zelt in Schutt und Asche gelegt haben, durften BATTLELORE die Reste wegpusten. Und das gelang den Finnen mit der gewohnten Professionalität. BATTLEORE ist eine der Bands die mich an diesem Wochenende ganz besonders interessiert hat, gerade auch weil ich die Band mit dem aktuellen Sänger Tomi Mykkänen noch nicht gesehen habe. Der Kerl hat seine Sache aber wirklich ordentlich gemacht und kann fast so gut posen wie sein Vorgänger. Also showtechnisch wie üblich alles bestens, zumal Sängerin Kaisa wieder zum Blickfang wurde. Die Setlist bestand aus einer ganzen Reihe an Klassikern und dürfte jeden der sehr zahlreich anwesenden Fans zufrieden gestellt haben. Top! Nur schade das bei "The War Of Wrath" mal kurz der Sound runtergefahren wurde. Setlist Battlelore: Intro
Storm Of The Blades
Fangorn
Ghân of the Woods
Starlight Kingdom
Pallando - Forgotten Wizards I
Buccaneers Inn
The Mark Of The Bear
Journey To Undying Lands
Of Orcs And Elves (?)
Sons Of Riddermark
The War Of Wrath

(Tutti)



Amon Amarth (02:00 Uhr, Black Stage)
Wie schon vor zwei Jahren bekamen AMON AMARTH den letzten Platz im Freitags-Billing. Trinkfreudigen Wikinger-Death Metal hört man schließlich am besten zu vorgerückter Stunde. Das Problem war einzig und allein, dass der Sound dieses Mal - im Gegensatz zum vorletzten Wacken Open Air - mehr als schlecht war. Wenn man mitten in der Menge vor der Bühne steht und trotzdem nichts hört, dann hat man entweder einen Hörsturz erlitten oder es muss von der technischen Seite her was schief gelaufen sein. Bei AMON AMARTH traf letzteres zu. Was aus den Boxen kam, war eine einzige Katastrophe. Zwar konnten Emperor das Ganze am nächsten Tag noch in negativer Hinsicht toppen, aber das ist leider nur ein schwacher Trost. Ansonsten spielten die Schweden einen soliden Gig, gespickt mit Perlen wie "For The Stabwounds In Our Backs", "Death In Fire" und "The Pursuit Of Vikings". Es war auch ein Song vom bald erscheinenden neuen Album "With Oden On Our Side" in der Setlist, doch ging dieser, wie auch der Rest vom Wikingerfest, in einem Brei aus miesem Sound unter. Einziges Highlight war der Auftritt einer Gruppe von Stuntmen in voller Wikingermontur, die eine von Feuer und Schlachtrufen gespickte Performance in Form einer glorreichen Wikingerschlacht darbot. Dieses fünfminütige Intermezzo war wirklich sehenswert, entschädigte aber nicht wirklich für den mangelhaften Sound. (Thomas)

Samstag, 05.08.2006 Aborted (12:00 Uhr, Black Stage):
Die Knüppelfraktion durfte reichlich zeitig an der Black Stage antreten. Und sie strömten zahlreich herbei um die Belgier ABORTED bei der "Arbeit" zu bewundern. Die Herren und die Dame haben sich technisch ordentlich entwickelt und so geht es bei ABORTED inzwischen sogar leicht frickelig zu. Hauptsächlich wird natürlich der Knüppel ausgepackt und das ist es auch was die austickende Menge hören wollte. Wohlwollend wurden aber nicht nur die eigenen Stücke aufgenommen, auch das starke Carcass-Cover "Heartwork" konnte absolut überzeugen. Guter Gig bei brütender Mittagssonne! (Tutti)



Caliban (12:50 Uhr, True Metal Stage)
Die deutsche Metalcore-Größe CALIBAN durfte aufgrund ihres in den letzten Jahren immens gewachsenen Bekanntheitsgrades dieses Mal erstmals auf der Hauptbühne des Festivals antreten, was der Fünfer aus dem Ruhrpott auch stilvoll zu nutzen wusste. Zwar hatten die Jungs einen ziemlich miesen Sound, aber das traf dieses Jahr in Wacken leider auf die meisten Bands zu, die auf den beiden Hauptbühnen spielten. Der negative Höhepunkt der Show war ein fünfminütiger Stromausfall auf der kompletten Bühne. Dies war schon ein riesengroßes Manko, das auf einem Festival wie dem Wacken Open Air nun wirklich nicht passieren sollte. CALIBAN nahmen das ganze relativ locker und zockten unbeeindruckt weiter, nachdem der Strom wieder da war. Die entgangene Spielzeit wurde der Band dann schließlich in Form einer Zugabe wieder zugesprochen. Die Setlist von CALIBAN bestand aus einer Mischung aus Songs der letzten beiden Alben. Gespielt wurden unter anderem "I Rape Myself", "It's Our Burden To Bleed", "Nothing Is Forever", "I've Sold Myself", "My Lttle Secret" sowie "The Beloved And The Hatred". Dazu gab es eine von Frontmann Andy routiniert organisierte "Wall of Death", bei der massenweise Leute mitmachten. So etwas sieht man bei einem reinen Metal-Festival sicherlich nicht allzu oft. (Thomas)



Arch Enemy (13:55 Uhr, Black Stage):
Harr, ARCH ENEMY sind einfach eine hervorragende Liveband. Und das liegt nicht nur an Blickfang Angela Gossow, die neben ihrem unvergleichbaren Gesang permanent die Songs mit ausdrucksstarken Gesten untermalt, sondern auch am Rest der Band um Mastermind Michael Amott, die mit Synchron-Posing und viel Bewegung genauso die Blicke auf sich zog. So entstand auch ab dem ersten Takt eine Menge Bewegung im Publikum, das die Band zu einem Hitmix mit Schwerpunkt auf dem aktuellen Album zu Recht abfeierte. (Mika)



Bloodthorn (13:55 Uhr, Party Stage):
BLOODTHORN auf der Party Stage - na irgendwie hat das schon was von Party wenn die Norweger aufspielen, denn besonders oft beackern sie nicht die deutschen Bühnen (dürfte sogar der erste Gig in Deutschland gewesen sein). Das könnte sich bald ändern, denn das aktuelle Album "Genocide" ist stark und der Gig in Wacken dürfte auch noch zusätzlich einige überzeugt haben. Denn technisch ist das neue Material nicht ohne und das haben die Nordmänner ziemlich amtlich rüberbringen können. Guter Gig und für die Death Metal Fans auf jeden Fall sehenswert. (Tutti)

Infinight (14:40 Uhr, W.E.T. Stage):
Mit INFINIGHT aus dem Saarland trat nun die letzte Band des Metal-Battle an. Die Gewinner des deutschen Halbfinals Süd machten auch keine Gefangenen und starteten mit "The Swarm" in ihr Programm mit einer knappen Spielzeit von einer halben Stunde. Dabei war der Band zumindest am Anfang ein wenig Nervosität anzumerken, die sich aber auch dank der lockeren Ansagen von Fronter Martin schnell verflüchtigte. Mut zeigte die Band auch in der Songauswahl: So verließ man sich nicht auf einen reinen Hitmix sondern präsentierte auch zwei brandneue Lieder dem stetig anwachsenden Publikum. Sehr guter Auftritt, leider reichte es in den Augen der Jury nicht für den ersten Platz, so dass sich die Vorgängerband Drone später als Sieger feiern lassen durfte. (Mika)



Fear Factory (14:45 Uhr, True Metal Stage):
FEAR FACTORY zu so früher Stunde, das hat schon was von verheizen - bei den Temperaturen sowieso. Zudem war der Sound nicht unbedingt ideal, glasklar ist jedenfalls etwas anderes. Dafür packten Burton C. Bell & Co. eine ganz Reihe an alter Songs aus und das überraschte mich und dürfte so manchen Fan erfreut haben. Wenn der matschige Sound nicht gewesen wäre hätten die Burschen echt abräumen können. So war es wenigstens mal schön die Band in Wacken gehabt zu haben. Passt schon! (Tutti)

Morbid Angel (16:00 Uhr, Black Stage):
MORBID ANGEL wieder vereint mit David Vincent, lecker! Weniger lecker ist das Lack-Leibchen, das der zurückgekehrte Fronter sichtbar eng am Leib trägt, aber sei's drum...die einfach nur perfekt dargebotenen Songs machen das locker wieder wett. Mit "Rapture" starteten die Amis ihren Auftritt und es folgte ein Programm, das ausschließlich aus Stücken der Vincent-Ära bestand, also den ersten vier Studioalben. Das war schon eine kleine Überraschung, denn auch die späteren Alben besitzen genug Hits, die die hungrige Menge gerne gehört hätte. Die weitere Überraschung war Eric Rutan an der zweiten Gitarre, der durch sein Mitwirken dazu beitrug, dass MORBID ANGEL zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder im Domination-Lineup auf der Bühne standen. David Vincent war auch sichtlich happy und suchte viel Kontakt zum Publikum und widmete sogar "God Of Emptiness" einem Fan im Publikum, der scheinbar aus dem Heimatland von Pete Sandoval nach Wacken gereist war. Sehr schöner Auftritt, welcome back, David! (Mika)

Atheist (18:45 Uhr, Party Stage):
Wenn eine Band wie ATHEIST wieder am Start ist, dann ist Wacken einfach Pflicht. Und für die Wackenbesucher natürlich auch, so war die Party Stage auch ganz ordentlich gefüllt. Die Sonne brannte auch nicht mehr ganz so extrem. Umso extremer die musikalische Darbietung der kultigen Band die sich 1993 auflöste und seit etwa einem Jahr wieder ihr Unwesen treibt. Sänger Kelly Shaefer erinnert optisch ein wenig an einen Althippie, die Songs haben dabei nichts von ihrem Glanz verloren. Stücke wie "On They Slay", "Unholy War", "I Deny" und "An Incarnation's Dream" zeigten die technische Brillanz der Band. Auch für ein nettes Drumsolo war noch Platz. Gute Vorstellung, kommt im Club aber bestimmt noch besser. (Tutti)



Whitesnake (20:15 Uhr, True Metal Stage)
Whitesnake kamen mit ungewohnter spielfreude zum Wacken Gig. David Coverdales Stimmchen kam zwar hier und da etwas dünn über gewaltige PA, aber die Gesamtperformance stimmte den Großteil der Wackenbesucher zufrieden, was nicht zuletzt an Tommy Aldridge´s hervoragender Arbeit an den Drums lag.
Neben den Klassikern wie "Fool For Your Loving", "Is This Love", "Here I go again" und "Still Of The Night" spielten Whitesnake eine solide Rockshow die gefiel...! (Mike Faßbender)

Lake Of Tears (20:45 Uhr, W.E.T. Stage):
LAKE OF TEARS live - die Band hat sich in den letzten Jahren so rar gemacht, dass ich mit einem übervollen Zelt gerechnet habe. Voll war es auch, aber nicht so extrem wie ich befürchtet habe. Letztlich wurde es dann auch eine gute Vorstellung, wenn auch der Überhammer "Headstones" nicht gespielt wurde. Aber die Schweden haben ja auch noch andere gute Songs in der Hinterhand wie "Netherworld", "The Greymen" und "Sweetwater". Ordentlicher Gig mit einer sparsamen Show, aber die Fans waren zufrieden. (Tutti)



Emperor (21:45 Uhr, Black Stage)
Der Reinfall des diesjährigen Wacken Open Air war der im Vorfeld hoch angepriesene Gig von EMPEROR, die sich ja bekanntlich vor einiger Zeit aufgelöst hatten und das Festival zum Anlass nahmen, ihren Fans ein letztes Mal in gebührendem Rahmen einzuheizen. Dieses Vorhaben misslang auf tragische Art und Weise - und die Band konnte noch nicht einmal so richtig was dafür. Es waren die Soundleute, die anscheinend beschlossen hatten, EMPEROR mit dem beschissensten Sound seit dem "legendären" Auftritt von Slayer damals in 2003 zu versehen. So ging ein ansonsten gelungener Gig in einer blassen Wolke aus miesem Soundbrei unter. (Naja, so schlimm wars auch nicht. Dort, wo ich stand, war der Sound nach einer Weile ganz passabel. - Mika) Die Gitarre war überhaupt nicht zu hören, vom Schlagzeug hörte man lange Zeit nur den Doublebass und die Stimme von Sänger Ihsahn war außer bei den klar gesungenen Parts kaum auszumachen. Man muss der einmaligen Musik von EMPEROR zugute halten, dass ihre Songs so viel an Ausdruckskraft besitzen, dass sie selbst unter diesen widrigen Umständen zu überzeugen wussten und eine entspechende Atmosphäre erzeugten. Die Norweger beschränkten sich weitestgehend auf Stücke ihrer ersten beiden Longplayer "In The Nightside Eclipse" und "Anthems To The Welkin At Dusk", von denen ausnahmslos alle Klassiker gespielt wurden. Dies war sicherlich im Sinne der meisten anwesenden Fans. Besonders überzeugen konnten die Stücke "With Strength I Burn" und "I Am The Black Wizards". Mit annehmbarem Sound wären EMPEROR mit Sicherheit der Abräumer des Festivals gewesen, aber so bleibt leider ein fader Beigeschmack in Erinnerung. (Thomas)



Motörhead (23:15 Uhr, True Metal Stage)
Gewohnt stark präsentierten sich die in die Jahre gekommenen Recken von MOTÖRHEAD, die zusammen mit Saxon wohl als Dauerbrenner in die Geschichte des Wacken Open Air eingehen werden, da beide Bands praktisch jedes zweite Jahr dort spielen. Wann kommen eigentlich endlich mal Iron Maiden oder Manowar zum Wacken? Vermulich nie, warum auch immer. Mit MOTÖRHEAD hat man ja schließlich die Headliner-Position dauerhaft besetzt, und das ist ja nun auch alles andere als schlecht, wenn man sich den diesjährigen Auftritt ansieht. In gewohnt rotziger Manier spielten sich Lemmy, Phil und Mickey Dee durch ihren Set und boten eine ziemlich ungewöhnliche Songauswahl. Mit "Metropolis", "Born To Lose" und "Overkill" waren beispielsweise ein paar uralte Perlen der Extraklasse dabei. Dazu gab es mit "Doctor Rock" und "I Got Mine" zwei schöne Stücke aus der bei MOTÖRHEAD oft unbeachteten Phase der frühen Achtziger. Des weiteren heizten die obligatorischen "Ramones" und "Sacrifice" dem Publikum ordentlich ein, bei letzterem gab es übrigens ein nettes Drumsolo von Mickey Dee. Der Sound war im übrigen so ohrenbetäubend laut aufgedreht, wie es sich für MOTÖRHEAD gehört. Ein guter Auftritt, der viel Spaß gemacht hat und das Wacken Open Air gebührend abrunden konnte. (Thomas)

Delirious (00:30 Uhr, W.E.T. Stage):
DELIRIOUS litten anfangs noch etwas unter dem gerade zu Ende gehenden Motörhead Gig, denn das Zelt war nur sehr spärlich gefüllt. Doch das änderte sich nach und nach, fast so als würden die Besucher von den Klängen angezogen werden. Würde sogar passen, denn was die Thrasher dort auf die Bretter legten war schon vom feinsten. Der Schwerpunkt lag natürlich auf dem aktuellen Album "Made For The violent Age". Aber im Mittelteil wurde mit dem Doppelpack "No One" und "Death Scout" ein ganz schweres Geschütz aufgefahren. Frontmann Betty strahlte mit seinen Mitstreitern um die Wette während das Publikum die Band aus Hamm abfeierte, sogar Fans aus Israel waren vor Ort. Ein toller Auftritt der nur leider zu kurz war und somit wenig Platz für ältere Stücke bot. Setlist Delirious: Intro
Triple Six
Blood Begins To Freeze
Salvation
No One
Death Scout
I Am The Enemy
Idiot Nation
Ragers Elite
In A Gadda Da Vida (Iron Butterfly Cover)

(Tutti)



Finntroll (00:45 Uhr, Black Stage):
FINNTROLL führten dann kontinuierlich die Party fort. Mit ihrem inzwischen dritten Sänger im Gepäck (die "Übergangslösungen" lassen wir mal außen vor) präsentierten sich die Finnen äußerst professionell und abgeklärt. Einzig Sänger Vreth zeigte sich ein wenig schüchtern und erfüllte so gar nicht das Image des rasenden Trolls wie seine Vorgänger. Aber gut...der junge Mann ist auch noch neu dabei und wollen wir hoffen, dass sich die etwas zurückhaltende Performance des Frontmannes noch weiterentwickelt. Neben einem feierwürdigen Best-Of-Programm präsentierte die Band sogar zwei brandneue Songs des bald erscheinenden Albums, die keine großen Überraschungen enthielten, aber begeistert vom Publikum aufgenommen wurden und eine Menge Appetit auf den neuen Silberling machten. (Mika)



Forever Slave (01:45 Uhr, W.E.T. Stage):
Das Debüt "Alice´s Inferno" konnte mich durchaus überzeugen und so sollten FOREVER SLAVE mein persönlicher Wacken-Abschluss werden. Leider war der ein wenig durchwachsen. Frontdame Lady Angellyca macht optisch sicher was her, aber auch irgendwie den Eindruck als hätte sie noch nicht oft auf der Bühne gestanden ... was ich kaum glauben kann. Fröhliches rumgehopse passt jedenfalls gar nicht so richtig zu der ansonsten eher düsteren Gothic Ausrichtung. Zudem war der Sound bei den Spaniern auch nicht unbedingt überragend. Da verwundert es auch nicht, wenn das Zelt nur sehr spärlich gefüllt war. Da ist durchaus noch Raum nach oben. (Tutti)



Alle Fotos von Ryka und Tutti. Weitere Bilder findet Ihr in unserer Galerie.

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