Nun ja, jedes Festival besteht nicht nur aus den Auftritten der Bands. Der bleibende Eindruck eines guten Festivals ergibt sich auch aus dem ganzen Drum und Dran, den erfreulichen und unerfreulichen Sachen, den witzigen Anekdoten und, und, und...In diesem Artikel möchten wir versuchen, zumindest einen Teil davon für Euch einzufangen. Die tragischste Geschichte ist wohl der Todesfall, der im Nachhinein das Festival überschattete. Ein wohl stark angetrunkener Mann fiel in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von einem Straßenwall auf die Straße und prallte dabei mit einem im Schritttempo fahrenden Krankenwagen zusammen. Obwohl die Hilfe quasi direkt vor Ort war, konnte dem Mann nicht mehr geholfen werden, der scheinbar so unglücklich aufkam, dass er im Krankenhaus später verstarb.
Die Wacken-Veranstalter haben ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen eingerichtet, um die nun anfallenden Kosten zu decken. Infos dazu findet ihr auf der Wacken-Webseite unter www.wacken.com.

Den bleibensten Eindruck hat allerdings der allgegenwärtige Schlamm hinterlassen. Das Wetter meinte es zwar nicht allzu schlecht mit den angereisten Headbangern, jedoch sorgte der Metalgott immer wieder dafür, einen kleinen Schauer niedergehen zu lassen, sobald man wieder anfing zu hoffen, dass es länger trocken bleibt und der Schlamm etwas nachlässt. Aber Pustekuchen...wer nicht auf abenteuerliche Konstruktionen wie z.B. Plastiktüten an den Füßen kam, lief schon nach kurzer Zeit mit Schuhen im Einheitslook herum.



Doch dadurch ließ sich scheinbar niemand die Laune verderben. Schlechtes Wetter gehört in Wacken sozusagen zum Inventar. So strahlten auch Katja, Dirk und Dan (Foto) um die Wette und feierten eine dreitägige Metalparty, wobei sie sich besonders über die Auftritte von Nightwish, Sonata Arctica und Obituary freuten.



Für Unterhaltung wurde auch abseits der Bühnen gesorgt: Das Highlight der etwas trashigeren Unterhaltung war die Metal-Toilette, die nahe der True Metal Stage aufgebaut war. Ausgestattet mit ein paar Trommeln und einem Gitarrenverstärker bot dieses umgebaute Dixie-Klo mutigen Festivalgängern, die Möglichkeit in den Umbaupausen ihr Können unter Beweis zu stellen. Dabei rockten einige der Musiker richtig fett los. Einzig der Umstand, dass der Trommler in einem Dixis-Klo saß und der Sound auch in etwa so klang...ein immer wieder beliebter Anlaufpunkt, wenn man mal gerade nichts mit sich anzufangen wusste.



A propos Klo...voll für die Toilettenspülung war auch der Auftritt von Pop- äh Rock-Sternchen Martin Kesici. Das Drama bahnte sich schon bei der Pressekonferenz vorher an. Die wartende Pressemeute harrte im Pressezelt aus, gespannt, wer da jetzt als weiterer Surprise-Act Rede und Antwort stehen wollte. Dann war es soweit. Jemand vom Wacken-Team betrat die Bühne und kündigte stolz an: "Und hier ist Martin Kesici!"

Perplexes Schweigen der Pressevertreter...irgendwo weit entfernt zirpte eine Grille.

"Mit dieser Reaktion habe ich gerechnet", so der mittlerweile im Eifer gebremste Verkünder.
Die Pressekonferenz ergab außer viel Bla auch nichts interessantes. Viel eher war man auf die Reaktion des Publikums bei Kesicis Auftritt vor Equilibrium gespannt.

Dementsprechend dann am nächsten Tag bei dem Auftritt auch der folgende Dialog ein wenig abseits der Bühne. Zwei verwirrte Fans stehen neben einem kopfschüttelndem Schreiberling.
"Hömma - da sollten doch jetzt Equilibrium spielen. Wer is denn dat jetzt?"
"Equilibrium spielen danach. Das hier ist der Special Surprise Act: Martin Kesici!"
"Wer?"
"Martin Kesici!!!!"
"Wer????"
"Na dieser Typ, der mal diese Casting-Show gewonnen hat."
"Auf Sat1?"
"Genau."
Und beide drehen sich geschlossen um und gehen. An dieser Stelle möchte ich auch auf das Review des Auftritts in dem offiziellen Artikel verweisen. Ich bin mir absolut sicher, dass Kesici durch diesen Auftritt enorm an Popularität gewonnen hat...;-)



Wesentlich bessere Reaktionen ernten da die W:O:A-Firefighters, die auf der Jim Beam-Stage außerhalb des Bühnenbereichs beim Biergarten schon um 10 Uhr morgens die Frühaufsteher mit den üblichen Blasmusik-Gassenhauern unterhielten und dabei weitaus mehr als nur Höflichkeitsapplaus ernteten. Dabei hatte die Blaskapelle sichtlich genauso viel Spaß daran, vor diesem etwas anderen Publikum aufzutreten, wie die Metalheads, sich diese etwas andere Musik anzuschauen/-hören. Man beachte auch besonders die Pommesgabeln vor UND auf der Bühne!


Vielleicht hätte Martin Kesici besser über Projekt mit den Firefighters nachdenken sollen. :-)

Die Preise für die euphorischsten Fans gehen übrigens an die Finntroll-Gemeinde: Da machten sich es die Leute sogar auf den nebenstehenden Dixi-Klos bequem und feierten was das Zeug hielt. Die wackelnden Äste über ihnen bemerkten sie dabei nicht. Ein ganz Knallharter hatte sich irgendwie in die Baumkrone vorgearbeitet und bangte sich auf einem mächtig schwankenden Zweig die Seele aus dem Leib. Bemerkt wurde er erst gegen Ende des Sets, als ihn die Security sprichwörtlich pflücken musste.


Zuguterletzt gab es dann noch einen Künstler, der zwar keine Musik, aber trotzdem eine Menge Lärm machte: Der Kettensägen-Künstler Holger Bär schnitzte innerhalb kurzer Zeit spektakuläre und auch sehr detailreiche Figuren aus Holzstämmen, die für einen guten Zweck versteigert werden. Ein paar dieser Skulpturen seht Ihr auf den Bildern.



Wieder einmal gab es also weitaus mehr zu sehen, als nur die Auftritte der Bands. Gerade diese kleinen Geschichten machen so ein Festival zu einem besonderen Erlebnis.

Daher heisst es auch im nächsten Jahr wieder für uns:

See you in Wacken - Rain or Shine!

Weitere Bilder vom Wacken Open Air findet Ihr in unserer Galerie.

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