Zum 14. Mal bereits ging in Wacken die Metalpost ab. In diesem Jahr wurde, nach vielen kritischen Stimmen im letzten Jahr, besonderen Wert auf eine reibungslose Organisation gelegt. Organisatorisch gab es dann auch wirklich nichts auszusetzen. Eine Videowand zwischen den beiden großen Bühnen versorgte die Besucher nicht nur während der Auftritte mit Bildmaterial sondern auch zwischen den Gigs mit den wichtigsten Infos. Rekordverdächtig wenig Änderungen in der Running Order gab es in diesem Jahr. Nur SINISTER mussten absagen und HOLY MOSES sprangen kurzfristig ein. Dazu noch super Wetter und fertig war das tolle Metal-Wochenende für die, laut Polizeiangaben, 45.000 Besucher. (Tutti)

alle Fotos innerhalb des Berichts vom W:O:A 2003 von Tutti



Live Reviews vom 14. Wacken Open Air (31.07.)

Circle II Circle (18:00 Uhr, True Metal Stage)
Das Vorprogramm am Donnerstag begannen CIRCLE II CIRCLE, die in das Programm "A Night To Remember" nicht so richtig hineinpasst, da es doch noch eine sehr junge Band. So spielten man auch hauptsächtlich Songs vom Debütalbum wie z.B. "Forgiven" oder "Sea Of White". Aber da man ja ein Bandmitglied der alten SAVATAGE in den eigenen Reihen hat, ist es auch nicht verwunderlich, dass das ein oder andere Cover von dieser Combo gespielt wurde. Als besonderes Highlight am Ende der Show hat man dann auch ein Coversong von einer anderen Band gespielt. Das Publikum ging voll ab, als "Welcome Home" aus den Boxen dröhnte. Ein erster Höhepunkt des diesjährigen WOA war gesetzt worden. So hätte es ruhig weitergehen können. (Willy)

Annihilator (18:00 Uhr, True Metal Stage)
Der Auftritt von ANNIHILATOR sollte einer der Höhepunkte des Festivals werden, denn zuletzt beim Bang Your Head konnte die Band voll überzeugen. Leider meinte es der Soundgott nicht gut mit den Kanadiern. Mal war der Gesang zu leise, mal die Gitarren. Immerhin gab sich das während der 45 Minuten noch. Die Setlist war bestens bestückt und bot mit Songs wie "King Of The Kill", "Set The World On Fire", "W.T.Y.D.", "Imperiled Eyes" und "Alison Hell" eine ganze Reihe alter Stücke. Jeff Waters fegte wieder bestens gelaunt über die Bühne und legte so manchen Meter zurück. Unterm Strich ein gelungener Gig. (Tutti)

Victory (20:30 Uhr, True Metal Stage)
Mitte der 80er Jahre hatte sich dei Band VICTORY gebildet und als ich anfing mich für Hard Rock zu interessieren, da habe ich mir auch mal eine LP von dieser Band gekauft. In diesem Jahr gab eine Reunion und da ich schon mal in Wacken bin, habe ich mir gedacht, da kann man sich auch mal so ein Urgetüm ansehen. Auch wenn das nicht mehr ganz die Musik ist, die ich mir anhöre. Und was soll ich sagen, die haben sogar Songs von dieser Platte gespielt an die mich noch erinnern konnte, auch wenn es schon gut 15 Jahre her ist, dass ich sie mir das letzte mal angehört habe. So kannte ich die Songs "One Track Mind" und "The Bigger They Are", die auch aus meiner Sicht die Glanzpunkte eines doch recht müden Auftrittes waren. Da war keine Bewegung auf der Bühne, die Musiker standen doch noch mehr oder weniger blöde auf einen Fleck herum, so, als ob man neu in der Branche wäre und dann haben die auch noch ein völlig überflüssiges Drumsolo gespielt, das sich so richtig gezogen hat. Mir kam es vor, als ob es nicht enden wollte und habe mir den Rest der Show von einer Fressbude weiterangeschaut. (Willy)

Running Wild (22:15 Uhr, True Metal Stage)
RUNNING WILD wollte ich mir auch gar keinen Fall entgehen lassen. Die Band nutze den Auftritt in Wacken um gleich mal das 20-jährige Bestehen zu feiern. Dafür gab es dann auch einige Pyros und am Ende sogar ein zünftiges Feuerwerk. Bis dahin feierte die Menge aber erstmal zu alten und weniger alten Klassikern wie "Riding The Storm", "Branded And Exiled", "Welcome To Hell", "Bad To The Bone", "Treasure Island", "Prisoner Of Our Time", "Victory" und "Under Jolly Roger". Es gab auch ein paar unveröffentlichte Songs wie z.B. "Apocalyptic Horsemen". Die hätten bei dieser "Geburtstagsfeier" aber nicht unbedingt sein müssen. Ebenso wie das lange Drumsolo. Die Zeit hätte besser gefüllt werden können. Rock'n Rolf geizte auch nicht mit der Kostümierung und wechselte diese ab und an. Gute Show, hat sich gelohnt. (Tutti)



Live Reviews vom 14. Wacken Open Air (02.08.)

Dew-Scented (11:00 Uhr, Black Stage):
Der geneigte Thrasher musste am Freitag schon früh aus dem Zelt krabbeln. Das ging wegen der Überhitzung aber ganz gut :-) Die deutschen Thrasher präsentierten während ihres Gigs gleich eine ganze Reihe an neuen Stücken vom kommenden Album "Impact". Die waren den Besuchern natürlich noch unbekannt. Aber auch alte Songs wie "Life Ending Path" und "Locked In Motion" wurden nicht vergessen. Zuletzt habe ich die Band im Januar 2002 gesehen und an diesem Morgen machte sie eine wesentlich bessere Figur. Die Stimmung war jedenfalls schon ganz ordentlich um diese Zeit. (Tutti)

Extreme Noise Terror (12:00 Uhr, True Metal Stage):
Mein erstes richtiges Highlight auf dem Wacken waren die Crust-/Grind Götter von ENT. Oh wie habe ich denen entgegengefiebert. Diejenigen die in einem Atemzug mit REPULSION, NAPALM DEATH, SOB und CARCASS zu erwähnen sind. Und 92 bei den Brit Awards der schockierten Mainstream Masse zeigten was ne Harke ist.
Um kurz nach 12:00 Uhr war es dann endlich soweit und was sahen meine trüben kurzsichtigen Äuglein? Einen Typen mit blondierten Haaren und langen Hosen(???),aber ich hatte wenig Zeit mir Gedanken zu machen, den was da von der True Metal Stage (hätte ich mir auch nie träumen lassen das ich ENT aufm Wacken auf der True Stage sehen würde) als massive Wand über den Platz ballerte waren erstaunlich gut aufgelegte ENT mit BARNEY. ..unglaublich völlig tight und zügig kam ein Knaller nach demanderen. Die beiden Sänger röchelten, grunzten und schrieen sich Bier saufend durch die gesamte Discographie. Es trieb mir ein debiles Freudegrinsen ins Gesicht, ob Nackenbrecher wie "Bullshit Propaganda", "When Gods Burn" oder die Lieder von der Damage 381! Auf Grund der kurzen Spielzeit war alles dann auch viel zu schnell vorbei und das gelbe Schwein brannte vom Himmel, so das ich beschloss im Zelt bei VOM abzukühlen. Dort erlebte ich dann einen Candlemass Klassiker zum abkühlen. (Suwarin)

The Crown (13:00 Uhr, Black Stage):
Manchmal frage ich mich schon, was sich die Macher des Wacken-Infoheftchens alles so einschmeißen: die Schweden THE CROWN bezeichnen sie hochtrabend als "Death-Punk" – also wenn ich jetzt nix an den Ohren habe, würde ich sie ohne Probleme als Thrash Metal bezeichnen und nicht unbedingt die 666. Stilschublade der Metal-Geschichte erfinden. Okay, gibt sicherlich wichtigeres, war mir halt nur mal so aufgefallen.
Entscheidend is auffa Bühne, leite ich jetzt einfach mal einen wichtigen Fußball-Sinnsatz ab, und da konnten die fünf Gekrönten vollkommen überzeugen. Angetreten sind sie nach der kurzen Tompa Lindberg-Phase wieder mit Orginalshouter Johann (was die Heftmacher auch noch nicht gemerkt hatten), der zwar mit kurzen Haaren aber dafür mächtigen Kotletten antrat und damit wie eine metallische Version der Oasis-Asis aussah, aber auch das nur mal so nebenbei. Er hatte auf jeden Fall die Menge im Griff, die Musiker ihre Instrumente (für Schweden auf einem Festival auch nicht immer selbstverständlich), und mit ihren starken Songs der "Deathrace King"- und "Crowned In Terror"-Platten kann eh nichts schiefgehen. Ich persönlich hätte mir zwar auch mal was von den ersten beiden CROWN OF THORNS-Scheiben gewünscht, aber mit dieser Phase scheinen die Jungs heutzutage wohl nichts mehr am Hut zu haben. So oder so ein sehr guter Gig, ein neuer Song ihres im Oktober erscheidenden sechsten Albums war auch noch am Start – was will man mehr? (Kai)

Obscenity (13:15 Uhr, W.E.T. Stage):
Das Zelt war dann auch der nächste Tatort an den ich mich begab um über eine deutsche Band zu berichten die leider fast zeitgleich mit THE CROWN spielten. Genau die Rede ist von OBSCENITY. Ich kenne viele die leider die Meinung vertreten: "... ach das ist doch Old School Death Metal was will ich den damit??". Und genau DAS ist es was die Jungs so auszeichnet. Schöner solider Old School Death Metal. Trotz der Bullenhitze im Zelt legten sich die Jungs ins Zeug und lieferten einen guten Auftritt ab. Um so erstaunlicher, da nicht wirklich viele Leute sich ins Zelt verirrt haben. Kleiner Kritikpunkt das Stageacting war nicht wirklich vorhanden, aber bei den Witterungsumstände absolut verzeihbar, zu mal es sich musikalisch wieder ausglich. "Human Barbecue" schien ja auch fast jeder zu kennen und von dem Neuling, der "Cold Blooded Murder" gab es auch was zu hören. Ich werde mir diese Scheibe wohl auch zulegen. Also wer diese deutsche Combo unterstützen möchte kann sich auch unter www.obscenity.de weiter auf dem laufenden halten. (Suwarin)

Diamond Head (14:00 Uhr, True Metal Stage):
Wer kennt die Songs dieser Band nicht, zumindest die, die von Metallica gecovert worden sind?! So ist es auch wenig verwunderlich, daas sich die Show der Jungs an Songs wie "Am I Evil" oder "Helpless" hochzieht. Doch die Band weiß diese Songs gut in ihrem Programm unterzubringen, so daas, wenn es gerade ein wenig langweilig wird, wird so ein Song eingeworfen und die Meute ist wieder oben drauf und feiert. Die Band kann aber auch mit anderen Kompositionen glänzen wie "Wild On The Streets" oder "It's Electric". Die Band spielt zwar auch "nur" Rockmusik, aber klingt das ganze doch etwas besser als bei VICTORY am Vortag. (Willy)

Dismember (15:15 Uhr, Black Stage):
DISMEMBER gehören ohne Zweifel zu einer der ältesten Death Metal-Bands Schwedens, die noch aktiv sind und vor allem nie groß ihren Stil geändert haben. Dementsprechend groß war dann auch die Fanschar, die sich bei gleißender Sonne und Bruthitze vor der Black Stage eingefunden haben, um sich nach THE CROWN den zweiten Schweden-Death-Sonnenstich an diesem Nachmittag abzuholen. Und ich denke keiner wurde enttäuscht, weder vom Sonnenstich, noch von der Leistung der Band. Okay, das Quintett um Mätti Kärkki sind sicherlich keine großen Entertainment-Koryphäen, dafür können sie aber musikalisch die Menge problemlos mitreißen. Kein Wunder mit Stücken wie "Casket Garden", "Skin Her Alive", "Override Of The Overture" oder dem finalen "Dreaming In Red". Auch ein neuer Song fand den Weg ins Set, der auf mich einen stärkeren Eindruck machte als die von nicht so überzeugenden letzten Album "Hate Campaign". Insgesamt also kein Grund zu meckern, höchstens wegen dem Sonnenstich... (Kai)

Freedom Call (16:15 Uhr, True Metal Stage):
Bei FREEDOM CALL wird uns sehr stark keyboardlastiger Power Metal geboten. Trotzdem klang das was hier abgeliefert wurde gut, auch wenn ich auf nicht ganz so keyboardlastigen Bands stehe. Die Band hat schon einige Erfahrung und spielt auch gut mit dem Publikum herum, so das dieses bei so manchen Songs den Refrain mitsingen musste. Dieser Auftritt hat mein Herz erfreut und da ja an diesem Tag noch Power Metal kommt, den ich schon kenne, ist das genau richtig um in Stimmung zu kommen. Leider habe ich hier keine aktuelle Webpage gefunden, so das ich hier keine Songtitel anführen möchte, da ich nicht weiß, wie die Songs wirklich heißen, die ich mitgeschrieben habe. (Willy)

Sentenced (17:15 Uhr, Black Stage):
Einen klasse Auftritt haben die Finnen von SENTENCED hingelegt, der völlig fasziniert hat. Nachdem das Intro abgebrochen wurde, da die CD einen Sprung hatte und man das nicht hinbekommen hatte, begann die Band gleich mit einem meiner Lieblingssongs von denen. "Noose" dröhnte gleich zu Anfang des Auftrittes aus den Boxen. Auf diesem Niveau hat die Band dann auch gleich weitergespielt, so dass ich richtig beeindruckt war, von dem was hier abgeliefert wurde. Normalerweise weisen sich die Bands ja dadurch aus, dass man etwas schwächere Songs zwischen den guten spielt. Aber am heutigen Tage spielten SENTENCED nur die Songs die mir auf den Platten gefallen. So konnte man mit "The Suicider", "Sun Won't Shine" u.a. einige schöne Momente an diesem Nachmittag erleben, zum Abschluss des Gigs gab es dann noch "The Trooper". Ein hervorragender Auftritt von SENTENCED, da die Band so ziemlich alles gespielt hat, was ich mir hab wünschen können. (Willy)

Primal Fear (18:30 Uhr, True Metal Stage):
PRIMAL FEAR eine Band aus Deutschland die sich um Ralf Scheepers und Mat Sinner herum gebildet hat. Damit haben wir auch gleichzeitig gesagt, das hier Power Metal par excellence geboten wurde, da der eine bei GAMMA RAY gespielt hat und der andere noch bei SINNER spielt. Mit "Chainbreaker", "Nuclear Fire", "Under Your Spell" ,"Armageddon" u.a. haben die Jungs einen guten Einblick in ihr Schaffen über die letzten Jahre hinweg gezeigt. Aber damit der gute Auftritt ein richtig guter wird, dafür haben die Jungs noch eine Coverversion von JUDAS PRIEST eingeprobt und so wurde dann auch noch "Metal Gods" gespielt. (Willy)

Testament (19:45 Uhr, Black Stage):
Der Gig von TESTAMENT war für viele der absolute Höhepunkt des Festivals. Sicher auch weil die Thrasher, im Gegensatz zu einigen anderen, einen ordentlich Sound hatten. Dazu eine Setlist die so manchen alten Klassiker enthielt. Entsprechend wurde die Band von der großen Menge abgefeiert. Chuck & Co. wussten also wie auch auf der No Mercy Tour wieder zu begeistern. Das Duell gegen der großen Thrash-Bands gegen SLAYER haben TESTAMENT an diesem Wochenende jedenfalls locker gewonnen.

Setlist Testament:

Eerie Inhabitants
Practice What You Preach
Sins Of Omission
?
Low
True Believers
Burnt Offerings
Alone In The Dark
Into The Pit
The Haunting
?
Over The Wall
Disciples Of The Watch

(Tutti)

Gamma Ray (21:00 Uhr, True Metal Stage):
Kai Hansen, der meine Lieblingsband HELLOWEEN mitbegründet hat, hat auch diese Band aus den Boden gestampft. Die ersten Alben der Band fand ich auch sehr gut, aber bei den letzten hat sich die Band in eine Richtung bewegt, die ich nicht besonders gut finde. Aber Live werden halt auch die etwas älteren Songs gespielt und deshalb musste ich mir die hier antun. Und das begann auch gleich richtig gut, denn bei dem Solo hat das Publikum gleich mitgemacht sowie es bei Maiden halt guter Brauch ist. So das man hier direkt ein Gänsehautfeeling bekommen hatte. Auch bei dem weiteren Programm wurde das Publikum immer mal wieder zur Hilfe genommen. Da hat das Publikum z.B. bei "Heavy Metal Universe" mitgesungen. Relativ weit am Ende der Show war der Kai dann völlig überrascht, als Ralf Scheepers plötzlich auf die Bühne kam und mitgesungen hatte. zum Schluss der Show wurde dann auch noch "Victim Of Fate" gespielt, was mich natürlich sehr gefreut hat. (Willy)

Assassin (22:30 Uhr, Party Stage):
Yeah, ASSASSIN, die standen ganz oben auf meiner Liste der anzuschauenden Bands. Die Generalprobe in Düsseldorf habe ich leider verpasst. Umso gespannter war ich in Wacken. Die Thrasher legten einen erstaunlich frischen Auftritt hin. Fast so, als hätte es die jahrelange Pause nicht gegeben. Die Ansagen von Sänger Robert in leicht holprigem Englisch waren irgendwie kultig :-) Die Songauswahl aber auch: "Junkfood", "AGD", "Assassin" (inkl. alle brav die Feuerzeuge hochhalten), "Bullet", etc.. Einen neuen Song gab es auch noch. So ganz überzeugen konnten mich die Düsseldorfer damit aber nicht. Trotzdem ein guter Gig und schön das die Band wieder da ist. Zumal mit Atomic Steif an den Drums :-) (Tutti)

Twisted Sister (23:45 Uhr, True Metal Stage):
Jeder der die Band in Balingen gesehen hat dürfte sich einerseits auf den Gig in Wacken gefreut haben, andererseits aber auch skeptisch gewesen sein, ob die Formation an die Klasse vom Bang Your Head anknüpfen kann. Nun, sie konnte einigermaßen. Irgendwie wollte das Publikum in Wacken erstmal nicht ganz so wie in Balingen. Erst bei "I Wanna Rock" ging einigermaßen die Post ab. Dee Snider war natürlich wieder in Bestform - also in Redelaune :-) Die Show war auch wieder klasse und mit einiges Pyros besetzt. Die Songauswahl unterschied sich nicht groß vom Gig in Balingen. Also wieder alle Klassiker mit an Bord. (Tutti)

Lordi (01:45 Uhr, Party Stage):
Nach dem ersten Headliner des diesjährigen WOA spielten nun LORDI auf. LORDI spielen ganz gewöhnlichen Rock der sich nicht besonders hervorhebt. Daher hat man sich wohl diese hübschen Kostüme ausgedacht, die an die alten GWAR erinnern. Aber die Bühnenshow ist ganz ordentlich, und der Sänger verändert sein äußeres auch ab und zu, indem er zu seinem natürlichen Kostüm dann noch ab und zu eine Maske aufsetzt oder er bekommt einfach Flügel hinten herangesetzt. Wie schon gesagt, auch wenn die Musik äußerst gewöhnlich daherkommt, kann man das durch die Bühnenshow in Ansetzen wieder ausgleichen, mehr aber auch nicht. Dieser Auftritt hat mir nicht besonders gefallen, aber es war die richtige Musik um jetzt gut schlafen zu können. (Willy)



Live Reviews vom 14. Wacken Open Air (03.08.)

Holy Moses (11:00 Uhr, Black Stage):
Als Ersatz für SINISTER, deren Gitarrist auf dem Weg nach Wacken ausgestiegen ist, sind HOLY MOSES ganz kurzfristig eingesprungen. Dafür machten Sabina & Co. ihre Sache nicht schlecht. Sabina meinte zwar vor dem Frühstück hätte sie noch nie auf der Bühne gestanden, aber die Band verfügt ja über reichlich Erfahrung. Auch wenn Sabina sicher wie viele noch recht verschlafen war, rannte sie wie gewohnt über die Bühne. Während dem Gig dürfte wohl jeder aufgewacht sein. Bis auf die gute Rachel von Sinister die zum abschließenden "Too Drunk To Fuck" auf die Bühne kommen sollte, aber nicht erschien. Erstklassiger Opener! Bei dem Geschrei waren sogar die Security im Graben beeindruckt :-)

Setlist Holy Moses:

Master Of Desaster
I Bleed
Life's Destroyer
Current Of Death
?
Nothing For My Mom
Lost In The Maze
Summer Kills
Hate Is Just A 4 Letter Word
Too Drunk To Fuck

(Tutti)

Graveworm (11:00 Uhr, Party Stage):
Die Italiener spielen auf der Party Stage als erstes, was ich ein bisschen schade finde, da ich doch die Musik von GRAVEWORM ganz gut finde. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon wesentlich bessere Shows von GRAVEWORM gesehen habe, als das was sie uns an dem Tag geboten haben. Mir hat auf jeden Fall der Song "Awake" gefehlt aber mit "Drowned In Fear", "Demonic Dreams", "A Dreaming Beauty" u.a. haben sie dennoch gezeigt, dass auch das andere Material ganz gut ist. Allerdings hat dann doch das gewisse Etwas gefehlt. Vielleicht liegt ja auch daran, dass es noch sehr früh am Morgen war und die Band noch nicht ganz ausgeschlafen hatte. (Willy)

Thyrfing (12:00 Uhr, True Metal Stage):
THYRFING sind eine der Bands die in den letzten Jahren am häufigsten für das W:O:A gewünscht wurde. Dementsprechend viele hatten sich an der True Metal Stage eingefunden um die Schweden abzufeiern. Schließlich sind die Burschen alles andere als oft auf Tour. So stapften die Schweden optisch etwas aufgemotzt auf die Bühne und wurden direkt bejubelt. Die Setlist umfasste einen ziemlich guten Querschnitt durch sämtliche Alben, sogar "Raven Eyes" vom Debüt war enthalten. Am Ende gab es für die Zuschauer noch eine Kirschwass ... ähem, Blutdusche :-) Toller Gig!

Setlist Thyrfing:

Mjölner
Ways Of A Parasite
Digerdöden
From Wilderness Came Death
The Voyager
Draugs Harg
Raven Eyes
Kaos Aterkomst
Storms Of Asgard

(Tutti)

Metalium (14:00 Uhr, True Metal Stage):
Auch von dieser Band habe ich bisher nur etwas auf Tribute Samplern gehört und das hat mir gut gefallen. Aber das was die Band selbst herausgebracht hat, gefällt mir persönlich nicht so gut. So spielten die vier Jungs Songs wie "Fight", "Break The Spell", "In The Name Of Blood", "Free Forever" bei dem sie zum Teil das Publikum mitsingen ließen. Zum Ende der Show hatte man Jutta Weinhold noch mit auf die Bühne geholt, und mit ihr noch zwei Songs gespielt. Aber die Band hat mich nicht besonders vom Hocker reißen können, so dass ich hier nicht mehr schreiben möchte, da es nur negativ sein würde. (Willy)

Carpathian Forest (15:15 Uhr, Black Stage):
Die Norweger CARPATHIAN FOREST gehören auch zu den Bands die nicht gerade wöchentlich auf Tour sind. So hatte sich eine stattliche Fanschar an der Bühne versammelt. Gelohnt es sich bestimmt. Alleine schon um die, ich sag mal stattliche Figur von Bassist Vrangsinn zu bewundern. Den Vogel abgeschossen hat aber Sänger Hellcommander Nattefrost. Singen und sich gleichzeitig übergeben, das schafft noch lange nicht jeder. Der Sound rumpelte während der 45 Minuten nicht zu sehr und ging insgesamt in Ordnung. Für einen schwarzmetallischen Nachmittag genau der richtige Gig. (Tutti)

Masterplan (16:15 Uhr, True Metal Stage):
Ein absolutes Muss für mich sind MASTERPLAN, da sich die Band aus zwei bei HELLOWEEN herausgeworfenen Mitstreitern gegründet hat. Und MASTERPLAN sind live einfach nur spitze. Als besonderes Highlight spielen MASTERPLAN ein Helloween-Medley. Aber auch die eigenen Songs wie "Crystal Night", "Bleeding Eyes" oder "Crawling From Hell" können vollstens überzeugen. MASTERPLAN sollte man sich Power Metal Fan nicht entgehen lassen, da die fünf Jungs eine absolut souveräne Show bieten, die einfach nichts zu wünschen offen lässt. (Willy)

Cryptic Wintermoon (17:00 Uhr, W.E.T. Stage):
CRYPTIC WINTERMOON waren die erste Band überhaupt die ich mir in Wacken im Zelt angesehen habe. Die Franken konnten mich mit ihrem Black Metal durchaus überzeugen. Leider war der Sound, so ohne Bassist, ein wenig dünn. Das konnte aber durch ein tightes Stageacting locker wieder wett gemacht werden. Da muss man mal den Hut ziehen, immerhin zeigte das Thermometer zu dieser Zeit 32°C im Zelt an. Dass die Band leider immer noch ein Geheimtipp ist, zeigte das nur gut zur Hälfte gefüllte Zelt. Höhepunkt des Gigs war das interessant umgesetze JUDAS PRIEST-Cover "Nightcrawler".

Setlist Cryptic Wintermoon:

The Abyssal Spectre
Dark Crusade
?
Supersatan
Black Moon
Necromancer
Hate Revealed
Nightcrawler (Judas Priest-Cover)
Necrobiosis

(Tutti)

Ancient Rites (18:15 Uhr, W.E.T. Stage):
Die hohen Temperaturen am Nachmittag schreckten wohl so manchen davon ab, sich ins Partyzelt der WET-Stage zu stürzen. Beim Gig der flämischen Kult-Combo ANCIENT RITES war es zwar einigermaßen voll, aber das große Gedränge blieb aus. Nichts desto trotz, die "Vlaamse Horden" standen schon einige Zeit vor dem Auftritt erwartungsvoll vor der Bühne und schwenkten flämische Fahnen und Banner, während die Mannen um Gunther Theys in Ruhe ihre Sachen aufbauten und mit den Leuten in den ersten Reihen rumalberten. Es waren wirklich unglaublich viele Landsleute der Band am Start, also Heimspiel für ANCIENT RITES, die einen gelungenen und stimmungsvollen Auftritt ablieferten. Atmosphärische, mittelalterlich angehauchte Black-Metal-Hymnen wie "Ode To Ancient Europa" oder "Fatherland" wurden in gekonnter Spielweise auf das Publikum losgelassen. Ein kurzweiliger Auftritt, dem ein bisschen weniger Tageslicht der düstren Atmosphäre wegen sicherlich gut gestanden hätte. (Thomas)

Kataklysm (19:30 Uhr, Party Stage):
Eine ziemlich große Entwicklung haben die Kanadier KATAKLYSM in den letzten Jahren hinter sich gebracht. Waren sie auf ihren ersten Alben wohl mehr der Fall von Fetischisten, die mehr auf ultimatives Geprügel denn auf Songstrukturen standen, haben sie zuletzt doch wiederholt die eine oder andere Melodie in ihre Kompositionen gepackt, ohne allerdings dabei wesentlich an Krassheit einzubüßen. Ich weiß nicht, ob es an dieser Evolution lag, oder ob die Leute einfach nix besseres zu tun hatten, auf jeden Fall war es vor der Party Stage gerappelt voll, auch obwohl auf der Black Stage gerade mit Dark Funeral die wohl bekanntere Knüppelcombo spielte. Wie auch immer, auch auf der Bühne konnten die Holzhackerbuam voll überzeugen, trotz der hohen Geschwindigkeit und der ziemlich komplexen Gitarrenarbeit wurden einem die Songs äußerst präzise um die Ohren gejagt, und der ein oder andere Hobbymusiker wird wohl wieder einmal mit offenem Mund an die Verschrottung seines Instruments gedacht haben. Auf jeden Fall äußerst sehenswert! (Kai)

Stratovarius (20:45 Uhr, True Metal Stage):
Den Headliner der Power Metalfraktion beim WOA bildeten STRATOVARIUS. Diesen Posten haben sie sich auch verdient, da man seit einigen Jahren immer wieder gute Platten auf den Markt bringen kann. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man hier so spät aufspielen darf. Mit "Kiss Of Judas" begannen sie ihre Show und haben das Publikum gleich in ihrer Hand. Bei "Hunting High And Low" wurde dann auch mit den Pyros gearbeitet und dem Publikum eine Gesangseinlage gestattet. Desweiteren wurden "Soul Of A Vagabond", "Black Diamond", "Forever Free" oder "Against The Wind" dargeboten. Es wurden natürlich noch mehr Songs gespielt als die genannten, aber mehr habe ich mir nicht notiert. Das war auf jeden Fall ein weiterer Top Act der dort gespielt hat und eine super Show geboten hat. (Willy)

Nile (22:15 Uhr, Black Stage):
Passend zu Dämmerungen stiegen NILE aus ihren Sarkophagen um vor einem gewaltigen Pilgerheer loszulegen. Wie soll es anders sein als mit einem legenderen Intro um dann in gewohnter Weise in ein technische Riffgewitter auszuarten das in den nächtlichen Himmel stieg. "Sarcophagus" ließ die Leute langsam einstimmen auf die Ägyptologen, die eine kleine 45 Minuten Tour durch die NILE Ausstellung machten. Bewundert wurden die wunderschön brutalen Ausstellungsstücke "Nephren-Ka" und die "Serpent Headed Mask". Neuere Exponate wie der "Execration Text" konnte man auch begutachten. Doch irgendwo hatte man den Eindruck das die Jungs nicht wirklich entspannt waren. Nein, technisch war es wie fast immer perfekt.
Es war eine Mischung zwischen himmelhochjauchzend (wegen den ca.20.000 Leuten vor der Bühne) und einer aggressiven Stimmung. Zum Beispiel raunzte Jon Vesano die Technik an den Spotlight von ihm zu nehmen. Ob wegen der Hitze oder um einfach nicht im Vordergrund zu stehen? Mysteriös! Gerüchte über Flüche und seltsame Okkulte Vorgänge machten die Runde: Die Airline hat wohl das Gepäck der Amerikanischen Ägypten Forscher an die falsche Grabungsstelle geschickt. So das sie mit geliehenen Gerät und den Reiseklamotten mühsam die Schätze entstauben mussten.
Meine Hochachtung, denn das taten sie denn auch, unter anderem mit "The Blessed Dead" und "Black Seeds of Vengance", um abschließend akustisch den Niedergang des Tempels in die Gehörgange zu ballern mit "Destruction Of The Temple". Dann stießen sie uns von der Ägyptischen Wüstennacht in die norddeutsche Dunkelheit zurück. Auf das uns die Sanddünnen einwehen bis zum nächsten mal um dann wenn der glorreiche NILE über die Ufer tritt und uns freischwämmt. Ich freue mich schon auf diese Wiederauferstehung. (Suwarin)

Sinner (22:15 Uhr, Party Stage):
Direkt nach STRATOVARIUS spielten SINNER auf der Party Stage auf. Aber SINNER kamen bei weitem nicht an die Topacts des Tages heran. Dennoch hat der Sänger Mat Sinner mit seinem zweitem Auftritt beim WOA in diesem Jahr, nachdem er ja auch mit PRIMAL FEAR am Vortag schon auf der Bühne stand, eine ordentliche Show abgeliefert. Allerdings muss man auch sagen, dass man es auch schwer hat nach einem solchen Tag noch spielen zu müssen. Am meisten hat mich wiederum ein Drumsolo genervt, das die Band bei einer dreiviertel Stunde Spielzeit gespielt hat. Zum Abschluss der Show spielte man noch eine Coverversion von BILLY IDOL und zwar "Rebel Yell". (Willy)

Slayer (23:15 Uhr, True Metal Stage):
SLAYER waren sicher eine der großen Enttäuschungen in diesem Jahr. Erst lassen sich die Herrschaften reichlich Zeit und steigen mit 15-minütiger Verspätung auf die Bühne (hängen aber nur 8 Minuten hinten dran), dann ist der Sound so leise, dass noch vor dem Mischturm kaum noch richtig etwas zu hören war. Der reichlich unmotivierte Tom Araya hat dem ganzen dann noch zusätzlich die Krone aufgesetzt. Wenn da nicht die überragende Setlist mit vielen Meilensteinen des Thrash Metal gewesen wäre, der Gig wäre völlig in die Hose gegangen. Da gab es Songs wie "War Ensemble", "Antichrist", "Mandatory Suicide", "Hell Awaits", "South Of Heaven", "Angel Of Death", "Piece By Piece", "Altar Sacrifice", "Jesus Saves", "Dead Skin Mask", "Reborn", "Postmortem" und "Raining Blood". Natürlich auch ein paar Songs der "neueren" Slayer wie "Disciple" und "Stain Of Mind". Wenn die Herrschaften das alles nur nicht so lustlos runtergespielt hätten... Da ist jedes weitere Wort überflüssig, Songauswahl top, Leistung flop. (Tutti)

Vader (01:00 Uhr, Black Stage):
Nachdem auf der Nebenbühne die Altherren-Combo, deren Namen ich gerade vergessen habe, ihre Stehparty beendet hatten, durfte endlich mal wieder die Lautstärke aufgedreht werden :-) Was gibt es besser nach einer so enttäuschenden Leistung der "Headliner" besseres, als sich von einem gepflegten Polen-Death Metal den Frust aus der Birne prügeln zu lassen? Eben das taten VADER aufs vorzüglichste! Die Double-Bass wummerte, die Gitarren sägten und die Massen vor der Black Stage gingen auch noch zur vorgerückten Stunde ab wie Nachbars Lumpi. Okay, Frontman Peter war bei seinen Ansagen ebenso geschwätzig wie Tom Araya, aber bei ihm lasse ich das durchgehen. Den Death Metal-Fans wurde jedenfalls keine Pause zum Atemholen gegeben, bis nach einer dreiviertel Stunde Schicht war, und (bis auf den unvermeidlichen Thomas Such aus der verbotenen Stadt) ein außergewöhnlich starkes Wacken 03 seinem Ende entgegen ging. (Kai)

Sonata Arctica (01:00 Uhr, Party Stage):
So gegen Ende des Festivals hatten SONATA ARCTICA dann noch das "Vergnügen" einen unglaublich dünnen Sound verpasst zu bekommen. Die Fans feierten die Band trotzdem ganz ordentlich ab. Nicht weiter verwunderlich, denn auf der Bühne ging ganz gut die Post ab und die Setlist ließ bei Songs wie "Victoria's Secret", "Replica" und "The Cage" kaum Raum für Kritik. (Tutti)

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