Zum 13. Mal fand im hohen Norden das Wacken Open Air statt. In diesem Jahr spielte der Wettergott leider nicht mit. Donnerstagnachmittag und -abend hat es so feste geregnet und gestürmt, dass das Festival kurz vor dem Abbruch stand. Auch wenn viele steckengebliebene Fahrzeuge (kostenlos) abgeschleppt werden mussten, es ging weiter. Die Fans ließen sich die gute Laune nicht verderben und feierten die Metalparty des Jahres. Erstmals konnte die Veranstalter 'sold out' vermelden. Insgesamt war es wieder eine runde Sache und alles andere als auch nächstes Jahr ein 'sold out' wäre eine Überraschung. (Tutti) die beiden großen Bühnen

das brennende W:O:A-Symbol
Schlamm...... und nochmal Schlamm
voll war es auf dem Festivalgelände
in Wacken bricht der Abend herein

alle Fotos innerhalb des Berichts vom W:O:A 2002 von Tutti



Live Reviews vom 13. Wacken Open Air (01.08.)

Messiah's Kiss (16:00 Uhr, True Metal Stage)
MESSIAH'S KISS haben laut ihrer Plattenfirma das 'Metal Debut of the year' abgeliefert. Dieser Werbespruch hat bei mir immerhin bewirkt, dass ich mir die Jungs mal live antesten wollte. Und schlecht war es wahrlich nicht was die Band aus Dinslaken dort abgeliefert hat. Auf Dauer etwas dick aufgetragen wirkten lediglich die ständigen Lobreden von dem ehemaligen Holy Mother Sänger Mike Tirelli auf Wacken und die europäische Metal Szene. Da die Scheibe der Band erst in einigen Wochen erscheint war die Stimmung natürlich noch etwas zurückhaltend. Und so waren auch die Publikum-Mitsing-Parts nur bedingt gelungen. Da die Band sich aber ordentlich ins Zeug legte kann man den Gig durchaus als gelungen bezeichnen. (Tutti)

Doro (20:00 Uhr, True Metal Stage):
Bevor ich mir den Auftritt von DORO ansah, musste ich erst noch zum Zelt laufen, da es oben sehr übel aussah und wie schon befürchtet begann es während des Auftrittes der Düsseldorferin zu regnen.
Nun aber zum Auftritt von Doro. Sie begann mit einigen Klassikern aus den WARLOCK Zeiten und konnte damit das Publikum direkt begeistern. Zur Mitte des Auftritts folgten 3 Songs des wohl besten und bekanntesten WARLOCK Albums "Triumph And Agony". Sie spielte an diesem Abend auch zwei Songs von dem folgenden Album "Fight", diese Lieder passen sehr gut in das Programm von DORO. Alles in allem hat mir der Auftritt sehr gut gefallen das einzige was mir nicht gefallen hat, war das Wetter, da es immer heftiger regnete aber dafür kann die kleine Doro Pesch ja nichts.

Setlist Doro:

Hellbound
Earthskaker Rock
Burning The Witches
Burn It Up
True As Steel
I Rule The Ruins
Für Immer
Hellraiser
Always Live To Win
Eats Meets West
Fight
Bad Blood
Ich Will Alles
All We Are
-----------------------
Metal Tango

(Willy)



Live Reviews vom 13. Wacken Open Air (02.08.)

Stormwarrior (10:00 Uhr, True Metal Stage):
Da musste ich mich aber schon früh aus dem Zelt quälen um die Hamburger Metal Hoffnung STORMWARRIOR zu sehen. So gegen 10 Uhr war es aber noch sehr sehr leer an der Bühne. Des Rätsels Lösung: der Einlass wurde erst später durchgeführt. Und so begann die Band auch erst ca. 15 Minuten später mit ihrem Gig. War auch besser so, denn im Laufe des Gigs erschienen doch noch einige Hundert Zuschauer vor der Bühne. Gelohnt hat sich für die das frühe Aufstehen auf jeden Fall ... auch wenn es noch immer regnete. Das Debüt der Band ist kürzlich erschienen und konnte positive Resonanzen einfahren. Zu dem also gelungenen Songmaterial machte die Band auch schon einen recht ausgeschlafenen Eindruck. Bemerkenswert, wenn ich da so an mich denke... :-) Etwas schade war nur, dass der Song "Iron Prayers" nicht wie eigentlich vorgesehen mit Kai Hansen gespielt werden konnte, da der sich gerade mit Gamma Ray in der Schweiz aufgehalten hat.

Setlist Stormwarrior:

Sign Of The Warlord
Sons Of Steel
Deceiver
The Axewielder
Iron Prayers

(Tutti)

Stormwarrior

Avalanch (10:00 Uhr, Party Stage):
Den Anfang auf der Party Stage machten AVALANCH aus Spanien. Die Spanier spielen hervorragenden Metal, der unter die Haut geht, allerdings mit spanischen Texten. Da diese Band hier zu Lande doch sehr unbekannt ist, muss diese Band diesen ersten Tag beginnen und eine kleine aber feine Fanschar aus Spanien ist mit angereist und sorgt zumindest etwas für Stimmung. Man merkt aber an der Gestik der Band, dass man gewohnt ist vor mehr Publikum zu spielen. Ich finde das diese Band einen sehr guten Auftritt hingelegt hat und man wird von AVALANCH bestimmt auch in unserem Lande bald mehr hören, wenn sich die Band (nicht sowie bisher) nicht nur auf den Spanisch sprechenden Teil der Erde bewegt. (Willy)

Rebellion (11:10 Uhr, Party Stage):
Die Art von Musik, die REBELLION spielen, kann man leicht erahnen, wenn man hört, wo die Musiker dieser Band vorher gespielt haben. So kommen zwei von GRAVE DIGGER und jeweils einer von BLACK DESTINY, WARHEAD und ANNIHILATOR. REBELLIONkonnten mit Songs wie z.B. "Demons Risíng", "The Prophecy" oder "Letters Of Blood" überzeugen und haben eine soliden Auftritt hingelegt. Leider musste auch diese Band kürzer treten, da man wieder in den Zeitplan kommen musste, schade. Ich hätte mir gerne noch ein oder zwei Titel angehört. (Willy)

Necrophobic (12:00 Uhr, Black Stage):
Wacken, Freitag, 12:00 Uhr – Zeit für eine Partie hervorragenden Schweden-Death! Zumindest für die, die sich durch den knöchel- bis knietiefen Schlamm – dem Resultat von Acker und Sintflut - bis zur Black Stage durcharbeiten konnten. (Ich möchte nicht wissen, wie viele versunkene Metalheads in einigen Jahrhunderten von Archäologen freigelegt werden...) Ich habe es jedoch geschafft, hätte mich andernfalls auch geärgert, denn den Gig von NECROPHOBIC hätte ich nur sehr ungern verpasst. Und meine Erwartungen wurden voll erfüllt: das Quartett aus Stockholm, angetreten mit dem superben vierten Album "Bloodhymns" im Gepäck, legte einen erstklassigen Auftritt hin, bei dem auch Klassiker wie "The Nocturnal Silence" oder "Nailing The Holy One" berücksichtigt wurden. Völlig verdient wurden die charismatischen Satansbuben vom zahlreich anwesenden Publikum abgefeiert. Einziger Wermutstropfen: die für mich unangemessene kurze Spielzeit – eine Band, die zu den dienstältesten Schwedentod-Bands gehört (immerhin schon 13 Jahre aktiv), verdient in meinen Augen mehr als eine halbe Stunde, liebe Wacken-Verantwortliche! (Kai)

Iron Savior (12:40 Uhr, True Metal Stage):
Nun betraten IRON SAVIOR aus Deutschland die Bühne. Diese Band spielt hervorragenden Speed Metal. Mit Songs wie z.B. "Mindfeeder", "Warrior" oder "Coming Home" konnten sie das Publikum gut begeistern. Die Verantwortlichen des WOA taten allerdings auch ihren Teil dazu bei, dass die Stimmung immer besser wurde. Da man den total durchnässten Boden mit Strohballen abdeckte. Die Fans nahmen das Stroh und schmissen es durch die Lüfte. Dies sorgte für sehr gute Stimmung im Publikum und auf der Bühne. Nach gut einer dreiviertel Stunde verließen IRON SAVIOR dann wieder die Bühne und hinterließen ebenfalls einen guten Eindruck. (Willy)

Wolf (13:30 Uhr, Party Stage):
Was ist der natürliche Zustand von Schweden auf einem Festival um 13:30 Uhr? Natürlich: sternhagelvoll. Und genau das waren auch WOLF. Das tat der Stimmung auf der Bühne jedoch keinen Abbruch, der Spielfähigkeit auch nur bedingt in Form einiger Timing-Schwankungen beim Gesang oder ein paar schiefer Gitarrenharmonien.
Die True-Metal-Shootingstars – von Fans, Presse und nicht zuletzt von sich selbst zur neuen besten Metal-Band ernannt ;-) – konnten trotz aller promillebedingten Widrigkeiten das zahlreich anwesende Publikum überzeugen und wurden nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. (Kai)

Debris Inc. (13:35 Uhr, Black Stage):
Ein Höhepunkt für alle Freunde des Doom Metals war mit Sicherheit der Auftritt der Band DEBRIS INC.. Bei DEBRIS INC. handelt es sich um das neue Projekt des ehemaligen St. Vitus Masterminds Dave Chandler und dem Trouble Bassisten Ron Holzner. Eine Scheibe wurde bis dato leider noch nicht veröffentlicht. Unter diesen Umständen war es natürlich nicht möglich der Band einen späteren Zeitpunkt im Billing einzuräumen. Auch wenn der Sound bei Dunkelheit sicher besser gekommen wäre. Aber auch so kann man den Gig als gelungen bezeichnen. Die Songs lebten zum Großteil vom beeindruckende Gitarrenspiel Chandlers. Der ließ es sich auch nicht nehmen sein Instrument mal mit den Zähnen zu bearbeiten :-) Warum er allerdings den Song "Feel Like Shit" den Leuten in den vorderen Publikumsreihen gewidmet hat hätte ich gern erfahren ;-) Auf die anstehende Scheibe darf man nach diesem Gig auf jeden Fall gespannt sein, eine Doom Granate steht uns da wohl ins Haus. (Tutti)

Angra (14:30 Uhr, True Metal Stage):
ANGRA aus Brasilien spielen sehr Synthesizer abhängigen Power Metal. Dies ist die erste Band an diesem Tage, die ich mir anschaue und deren Musik mir nicht ganz so gut gefällt. Das kann daran liegen, dass man diesem Vormittag schon sehr guten Power Metal gehört hat und man bei dieser Band das Keyboard, für meinen Geschmack, viel zu laut aufgedreht hat, so dass andere Instrumente, doch hinter dem Keyboard deutlich zurück stecken mussten. Wenn man sich dann allerdings das Keyboard wegdenkt, so hörte man Power Metal der so manch andere etablierte Band in den Hintergrund stellen könnte. (Willy)

Metalucifer (14:40 Uhr, Party Stage):
Der Auftritt von METALUCIFER stand ganz oben auf meiner Liste. Bisher war die Band in Deutschland nur bei der DESASTER CD-Release-Party im Jahre 2000 mal live zu erleben. Damals wusste sie zu überzeugen und in Wacken ebenfalls. Blumi von METAL INQUISITOR stilecht mit einer schwarz/weißen Spandexhose bekleidet gab alles. Ebenso wie DESASTER Drummer Tormentor, der sowieso eine beeindruckende Statur besitzt :-) Aber dies alles toppte der Frontmann Gezol noch. Allerbester Laune zeigte der kleine Japaner wo der NWOBHM Hammer hängt. Verstärkt wurde die Formation übrigens noch vom MAGNESIUM Gitarristen Samm. Da man METALUCIFER live halt sehr selten zu sehen bekommt war es natürlich sehr voll vor der Bühne ... auch schon um diese Zeit. Die Setlist bestand ausnahmslos aus hochklassigen Songs die viele der NWOBHM Bands alt aussehen lassen. Zum Abschluss wurde auch noch eine Gitarre zertrümmert ... stilecht eben :-)

Setlist Metalucifer:

Heavy Metal Is My Way
Heavy Metal Chainsaw
Heavy Metal Drill
?
Warriors Ride On The Chariots
Flight Of Iron Pegasus
Heavy Metal Hunter (Part ?)

(Tutti)

Dying Fetus (15:25 Uhr, Black Stage):
DYING FETUS gehören zu den Knüppelbands die nicht gerade alle 2 Wochen in hiesigen Gefilden unterwegs sind. Das erklärt das dichte Gedrängel vor der Black Stage. Und auch wenn ich um diese frühe Nachmittagsstunde noch gar nicht auf diesen Sound eingestimmt war, wollte ich mir den Gig dann aber nicht entgehen lassen. Die Amis machten ihre Sache dann auch ganz ordentlich. Auch wenn etwas mehr Bewegung sicher nicht geschadet hätte. Oder auch ein paar Aktionen mit dem Publikum (Unleashed sollten am nächsten Tag noch zeigen wie ein guter Death Metal Gig auszusehen hat). Ein neuer Song wurde gespielt, der sich natürlich stilistisch nicht vom alten Programm unterscheidet. Ganz ordentlich. (Tutti)

Pretty Maids (16:20 Uhr, True Metal Stage):
Da legten die Dänen doch glatt mit dem Hammersong "Future World" los. Damit hat wohl niemand gerechnet. Zum Glück hatte ich es noch rechtzeitig zur Bühne geschafft. Es folgte ein Auftritt der ein Querschnitt durch das bisherige Schaffen von PRETTY MAIDS bot. Also nicht ausschließlich neuere Songs sondern auch ältere wie z.B. "Yellow Rain". Zum Ende dürfte mit dem Song "Red Hot And Heavy" wohl jeder zufrieden gewesen sein. Die Band war ständig in Bewegung und zeigte warum sie zurecht zu den besseren Live-Bands zu zählen ist. (Tutti)

Dimple Minds (17:00 Uhr, Party Stage):
Nach etwas längerer Pause gaben sich die DIMPLE MINDS mal wieder die Ehre und spielten live. Die Band spielte eine gute Mischung zwischen alten und neuen Songs. Eine neue Platte ist auch fertig. Da man allerdings noch keine Plattenfirma hat, muss man noch warten, bis das Album auf den Markt kommt. Bei dem Titeltrack, des folgenden Albums "Prollsport" ging leider das Mikro kaputt, so dass man den Refrain zu hören bekam. Zum Ende der Show boten uns die DIMPLE MINDS Songs, die ein jeder mitsingen kann und die Stimmung gerät bei dem Song "durstige Männer" zum überkochen mit dem sie den Auftritt eigentlich abschließen wollten. Dann wollten die DIMPLE MINDS die Bühne verlassen und der Verantwortliche der Party Stage ging zu dem Sänger hin und teilte ihm mit, dass man noch 5 Minuten hätte und man gab noch einen neuen Song zum Besten.

Setlist Dimple Minds:

Wir Sind Debil
Happy Hour
Wir Sind Jung (neu)
Prollsport (neu)
Alles Was Wir Wollen (neu)
Hallo Schrottkampf (neu)
Ausser Rand Und Band
Prügelnde Pädagogen (neu)
Pfandpiraten
Durstige Männer
Der Letzte Tanz (neu)

(Willy)

Savatage (18:10 Uhr, True Metal Stage):
Da ist es gerade mal später Nachmittag und schon ist es brechend voll. Bei einer Band wie SAVATAGE aber eigentlich auch nicht weiter verwunderlich. Letztes Jahr konnte die Band nicht völlig überzeugen. Aber wie einige zu berichten wussten, sollen die Amis sich wieder gefangen haben. Davon wollten sich viele gerne persönlich überzeugen. Und eine Steigerung muss man SAVATAGE durchaus attestieren. Dies lag vor allem an der besseren Vorstellung von Sänger Damond Jiniya. Bei der Songauswahl wurden natürlich viele Klassiker wie "Edge Of Thorns", "Gutter Ballet" und "Sirens" berücksichtigt. (Tutti)

Megaherz (18:10 Uhr, Party Stage):
Die Münchener Band MEGAHERZ betrat nun die Bühne. Da ich diese Band überhaupt nicht kannte, ließ ich mich überraschen, was sie mir bieten würden. Und siehe da, sie bieten so ähnliche Musik wie die allseits bekannten RAMMSTEIN. Leider gab es zwischen den Songs etwas Konfusion bei der Band, da dem Schlagzeuger immer wider die Noten weggeflogen waren. So fiel das ursprünglich geplante 3. Lied "Glas aus Tränen" aus, da der Schlagzeuger die Noten nicht mehr finden konnte und man spielte einen Song, dessen Namen ich leider nicht verstanden habe. Der Auftritt dieser Band hat mir nicht besonders gut gefallen, was allerdings wohl hauptsächlich an dem Schlagzeuger lag, der die Songs wohl nicht kannte die uns MEGAHERZ boten.

Setlist Megaherz:

Heute schon gelebt
Beiss Mich
?
Herzblut
Hurra, Wir Leben Noch
Miststück
I.M. Rumpelstilzchen
Jordan
-----------------------
Blender

(Willy)

Dragonlord (19:20 Uhr, Party Stage):
Der ehemalige TESTAMENT-Gitarrist Eric Petersen meldet sich mit seiner neuen Formation DRAGONLORD zurück. Stilistisch irgendwo im Bereich 'Black Metal mit Keyboard' angesiedelt. Nun nimmt man dem guten Eric das irgendwie nicht hundertpro ab. Technisch gab es aber nix zu meckern. Auch die MERCYFUL FATE-Coverversion "Black Funeral" kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Bei Dunkelheit wäre der Gig mit Sicherheit besser gekommen. (Tutti)

Destruction (19:35 Uhr, Black Stage):
Nun zu DESTRUCTION. Mit DESTRUCTION begann der etwas härtere Abschnitt des Abends für mich. Die Band faszinierte das Publikum mit dem gewohnt guten Sound und auch den alt bekannten Songs, die DESTRUCTION schon auf der letzten Tour mit SODOM und KREATOR boten. In der Mitte der Show begann die Band dann auch auf Pyro Effekte zu setzen, die sehr gut ankamen. Da ich leider schon auf der letzten Tour war, bei der die Band auch nur so kurz spielen durfte, hatte ich noch fast alle Songs im Ohr die gespielt wurden. Aber was soll die Band auch sonst anbieten, als ihre alten Klassiker die sie halt immer wider spielen müssen, da sie immer wieder vom Publikum verlangt werden?! Denn was wäre z.B. ein IRON MAIDEN Auftritt ohne "Number of The Beas"t, oder SLAYER ohne "Angel Of Death" usw. Und so ist es halt auch bei DESTRUCTION. (Willy)

Pungent Stench (20:30 Uhr, Party Stage):
Als die 3 Österreicher die Bühne betraten waren sie in Mönchskleider eingewickelt und ich hatte die Befürchtung, die Band hätte was von ihren Charme verloren. Aber schon zum zweiten Song entfernte man diese Kleidung und man setzte den Auftritt in SM Klamotten weiter fort. Die Musik, die uns PUNGENT STENCH boten, kam sehr gut rüber. Mit Song wie z.B. "Shrunken And Nummified Bitch", "True Life", "Deadly Medley", "Viva La Muerte", "Splatterday Night Fever" konnte man das zahlreiche Publikum vor der Party Stage vollstens überzeugen und ich hätte mir gewünscht, dass diese Band länger als 45 Minuten hätte spielen dürfen. Leider hatten die Verantwortlichen dafür kein Verständnis und die Band musste sich beeilen ihre Sache durchzubringen. In Mitte des Auftrittes hat man ein "Deadly Medley" gespielt, da die Zeit zu kurz war, diese Songs alle voll darbieten zu können. Nach einer dreiviertel Stunde, die wie im Fluge vergangen wahr, verließen PUNGENT STENCH dann leider auch schon wider die Bühne und einer der Höhepunkte des diesjährigen WOAs, zumindest für mich, war zu Ende. (Willy)

Bruce Dickinson (20:45 Uhr, True Metal Stage):
Headliner des ersten Festivaltages war Iron Maiden-Frontsirene BRUCE DICKINSON auf Solopfaden. Und dass es ein würdiger Headliner war, dürfte wohl niemand bestreiten! Der Engländer, leider ohne die Studiogitarren-Besetzung Adrian Smith und Roy Z am Start, bot eine andertalb Stunden dauernde sensationelle Show ohne Schwächen! Alle Songs, eine relativ ausgewogene Mischung der fünf Soloalben, kamen 1A rüber, selbst die an sich etwas schwächeren aus der "Skunkworks"-Ära. Gänsehautstimmung kam auf, als die überragende Ballade "Tears Of The Dragon" vom "Balls To Picasso"-Album von zigtausend Kehlen mitgesungen wurde. Als besondere Schmankerln gab es mit "Revelations", "Bring Your Daughter...", "The Prisoner" und "Powerslave" Maiden-Klassiker, die schon länger nicht mehr live zu hören waren. Nach diesem Gig und den, wie man hört, in letzter Zeit etwas schwächeren Auftritten eines anderen großen britischen Sängers, sollte man ehrlich überlegen, den Titel "Metal God" neu zu vergeben! (Kai)

Candlemass (21:45 Uhr, Party Stage):
Auf dem Bang Your Head!! waren CANDLEMASS für mich die mit Abstand beste Band. Nun galt es zu schauen ob das nur eine Eintagsfliege war oder nicht. Ehrlich gesagt habe ich aber mit nichts anderem als einem weiteren überragenden Auftritt gerechnet. Und der wurde es natürlich auch. Im Gegensatz zum Bang Your Head!! konnten die Schweden in Wacken ihre Doom Meilensteine nämlich bei Dunkelheit präsentieren. Das macht schon was aus. Und es gab wieder Klassiker zu erleben wie "Bewitched", "Samarithan", "At The Gallows End" und "The Well Of Souls". Dazu wieder kultige Ansagen von Sänger Messiah Marcolin wie "Die Hände in die Luft zum Klappen" oder "Bang das fucking Kopf" :-) Absolut TOP! (Tutti)

Children Of Bodom (22:25 Uhr, Black Stage):
Nun stand ich vor der Bühne und sah mir den Auftritt von CHILDREN OF BODOM an. Die Jungs konnten mich zwar mit Songs wie "Hate Me" oder "Deadnight Warrior" überzeugen, das man gute Musik machen kann, aber nach dem Auftritt von PUNGENT STENCH muss ich sagen, da fehlt das nötige Etwas um bei mir Begeisterungsstürme auszulösen. Trotzdem war das ein guter Auftritt der meineserachtens allerdings in der Menge untergegangen ist und an den ich mich in ein paar Tagen nicht mehr besonders erinnern werde. (Willy)

My Dying Bride (23:15 Uhr, Party Stage):
MY DYING BRIDE kann man entweder nur lieben oder hassen. Nun, ich liebe immerhin die alten Alben :-) Und da lag dann auch das Problem, es wurden kaum alte Songs gespielt. Ein Song wie z.B. "Forever People" wäre sicher nicht verkehrt gewesen. Aber auch so wurde es ein gelungener Auftritt. Auf Ansagen wurde weitestgehend verzichetet. So wurde auch die düstere Stimmung nicht zerstört. Die sich übrigens recht viele nicht entgehen lassen wollten. Also vor der Party Stage war kaum noch Platz. (Tutti)

JBO (23:35 Uhr, True Metal Stage):
Jetzt wurde es lustig, denn die Jungs von JBO betraten nun die Bühne. Die Jungs begannen mit dem Song "Im Verkehr" und gingen dann zu "Schlaf Kindlein Schlaf" über und als dann Bommerland brannte und der Kindergesang einsetzen sollte, spielten die Jungs den Song "Ällabätsch" um dann den vorherigen Song zu Ende zu spielen. Nun begannen die Mitglieder der Band einige Witze zu erzählen und dazwischen wird immer mal wieder ein Song gespielt. Leider hatte die Band nur eine begrenzte Spielzeit, so dass doch einige gute Songs der Band am Ende fehlten. Trotz alledem hat es Spaß gemacht, JBO bei der Arbeit zuzusehen.

Setlist JBO:

Im Verkehr
Schlaf Kindlein Schlaf
Ällabätsch
Arschloch Und Spass Dabei (Neu)
Hose Runter
Ein Fest
Ich Will Lärm (Neu)
Ace Of Spades
Kuschelmetal
Verteidiger Des Blödsinns
Ein Guter Tag zum Sterben
JBO

(Willy)

Warlord (01:55 Uhr, True Metal Stage):
WARLORD live! Ich hätte gewettet zig tausende lecken sich nach so einem Ereignis die Finger. Aber Pustekuchen. OK, einige tausend Zuschauer waren schon vor Ort, aber es war doch deutlich leerer als ich erwartet habe. Das lag vermutlich an der Uhrzeit. Die, die um diese Zeit noch wach waren, konnten so immerhin miterleben, dass HAMMERFALL-Sänger Joacim Cans seine Sache sehr ordentlich machte. Das allerdings war nichts zu dem was Gitarrist William Tsamis ablieferte. Genial! Damit die Performance auch stimmte absolvierte die Band übrigens 2 Tage vorher ein Konzert mit ROTTWEILLER im nahen Itzehoe. Hat sich gelohnt, denn es stimmte alles. Beim abschließenden "Child Of The Damned" wurde die Formation von HAMMERFALL-Gitarrist Oscar Dronjak verstärkt.

Setlist Warlord:

Lucifer's Hammer
Battle Of The Living Dead
Enemy Mind
War In Heaven
Deliver Us From Evil
Invaders
Winds Of Thor
Sons Of A Dream
Lost And Lonely Days
Achilles Revenge
Child Of The Damned

(Tutti)



Live Reviews vom 13. Wacken Open Air (03.08.)

Criminal (10:40 Uhr, Black Stage):
Wann bekommt man schon mal eine Band aus Chile in Deutschland zu sehen? Genau, gar nicht. Außer vielleicht auf dem Wacken Open Air. Also schnell aufstehen und ab zur Black Stage. Und für mich sollten CRIMINAL zur Entdeckung dieses Festivals werden. Thrash Metal mit aggressiven Vocals und ... Keyboard. Interessant! Und das die Südamerikaner einiges vom Songwriting verstehen zeigten sie bei Songs wie "Cancer", "Slave Master" und "Victimized". Mit "Demoniac Possesion" gab es noch eine gut umgesetzte Coverversion des Songs der chilenischen Band Pentragram. (Tutti)

Evergrey (11:10 Uhr, Party Stage):
Der zweite Tag begann mit EVERGREY, von denen ich mir einiges versprach. Doch leider waren EVERGREY nicht so gut, wie ich es mir vorgestellt habe. Das lag aber mal wieder nicht unbedingt an der Band, da die Techniker wohl noch nicht ganz ausgeschlafen waren. So gab es einiges Durcheinander auf der Bühne. Aber trotz alledem ließ die Band es sich nicht nehmen, die vollen 45 Minuten durchzuspielen und gute Miene zu den chaotischen Verhältnissen zu machen. Deshalb verdient es die Band auch nicht niedergemacht zu werden, da man das beste versucht hat den Vormittag doch noch zu retten (man kann ja schließlich nichts dafür, wenn mal das Mikro aussetzt, oder die Leadgitarre fehlt). (Willy)

Wizard (11:20 Uhr, True Metal Stage):
WIZARD sind schon lange kein Geheimtipp mehr für die Freund 'manowarscher' Klänge. Und so versammelte sich schon zu dieser Zeit eine stattliche Anzahl an Zuschauern vor der großen True Metal Stage. Und die bekamen von WIZARD eine gute Show geboten. Reichlich Pyros und beim Song "Bound By Metal" sogar eine kleine Feuerspuckeinlage von Sänger Sven. Die 2 neuen Songs des im Februar erscheinenden Albums machten einen guten Eindruck und lassen einiges erwarten. Ein guter Gig und spätestens jetzt müsste eigentlich jeder wach geworden sein. (Tutti)

Setlist Wizard:

Hammer, Bow, Axe And Sword
Iron War
The First One
The Betrayel (? neu)
Bound By Metal
Head Of The Deceiver
The Hall Of Odin (neu)
Enemy Die
Defenders Of Metal

(Tutti)

Wizard

Vicious Rumors (13:10 Uhr, True Metal Stage):
Als nächstes sah ich mir die Band VICIOUS RUMORS an. Von denen wusste ich bisher nur, dass sie Power- Speed Metal spielen. Als sie die Bühne betraten, taten sie das in Begleitung mit dem Teufel. Ein verkleideter Typ hatte sich in ein Teufelskostüm verhüllt und sang ein Lied mit VICIOUS RUMORS und ging dann wieder von der Bühne. Auf Songs wie z.B. "On The Edge" oder "Kill The Day" konnte man gut abmoshen, und die Meute ging gut mit. VICIOUS RUMORS hatten eine guten Auftritt und konnten mich durchaus überzeugen. (Willy)

Macabre (14:05 Uhr, Black Stage):
Endlich haben es die Sickos auch mal nach Wacken geschafft. Das war schon längst überfällig. Zunächst mal standen aber die irgendwie deplatzierten MEZARKABUL auf der Bühne. Wer hat denen denn gesagt die dürfen um diese Zeit auf dieser Bühne spielen? Tztz. Dann durften MACABRE aber doch noch ihren Soundcheck durchziehen. Viel gebracht hat dies in der Eile aber nicht, der Gesang war erstmal viel zu leise. Zum Glück besserte sich das schnell. Der Opener "Zodiac" war aber schon mal verhunzt. Dazu brannte unerbitterlich die Sonne. Es gab einige neue Songs des in Kürze erscheinenden Albums "Murder Metal" zu hören die allesamt recht gut rüberkamen. Da darf man gespannt sein. Sänger Corporate Death wusste wieder durch seine einmalige Mimik und durch die detailierten Besschreibungen der Songinhalte zu gefallen :-) Ein guter Gig. Nur die Sonne machte einigen doch sehr zu schaffen.

Setlist Macabre:

Zodiac
? (neu)
Albert Was Worse Than Any Fish In The Sea
Hitchhiker
The Acidbath Vampire (neu)
Exposure
Nightstalker
? (neu)
Ed Gein
Vampire Of Dusseldorf
Scrub A Dub Dub

(Tutti)

Nuclear Assault (15:00 Uhr, True Metal Stage):
In der Vergangenheit habe ich es bedauerlicherweise nie zu einem NUCLEAR ASSAULT Konzert geschafft. Und dann wurden sie plötzlich für Wacken bestätigt. Tja, Glück muss man haben. Der einzigartige Speedcore (ja ich glaube so könnte man das nennen) wusste auch in Norddeutschland zu begeistern. Kein Wunder wenn man bedenkt wie lange die Mannen um Bassist Dan Lilker weg vom Fenster waren. Da konnte auch die unermüdlich brennende Sonne den Spaß am Gig nicht verhindern :-) Denn es gab einen Klassiker nach dem anderen zu genießen. Egal ob "Brainwashed", "New Song", "Critical Mass", "Sin", "Trail Of Tears" oder "Fight To Be Free" ... alles irgendwie Klassiker. Die Band hatte sichtlich ihre Freude an dem großen Zuschauerzuspruch. Auch wenn die Hitze eine größere Ausgelassenheit unmöglich machte :-) (Tutti)

Falconer (15:50 Uhr, Party Stage):
Als die schwedischen Folk-Power-Metaller FALCONER die Party-Stage betraten, hatte sich bereits eine gewaltige Fangemeinde vor der Bühne eingefunden. Kein Wunder, die beiden Alben sind schließlich ausgezeichnet und nach dem BYH vor einigen Wochen war es erst der zweite Auftritt in Deutschland überhaupt. Musikalisch gab es dann auch rein gar nix zu meckern, die Songs wurden begeistert aufgenommen und häufig sogar lauthals mitgesungen. Der Performance hingegen merkte man schon an, dass die Falkner noch nicht allzu häufig auf der Bühne standen. Bewegen taten sich eigentlich nur die Gastmusiker an Gitarre und Bass, während Bandleader/Gitarrist Stefan Weinerhall meist nur schüchtern in der Bühnenecke stand. Und dem Sänger Mathias Blad merkte man an, dass er von Haus aus eigentlich Musical-Darsteller ist, denn sein theatralisches Stageacting erinnerte irgendwie mehr an "Phantom Of The Opera" als an ein Metal-Gig. Sei’s drum, mit mehr Erfahrung wird auch bestimmt das noch werden, das enorme Potenzial dieser Band war auf jeden Fall deutlich spürbar!
Schade nur, dass der Wind so günstig stand, dass den FALCONER-Zuschauern auch eine ordentliche Dosis IMMORTAL von der benachbarten Black Stage hinüberwehte. (Kai)

Sinergy (17:00 Uhr, Party Stage):
Durch ein kleines Chaos auf der Party Stage habe ich leider die ersten 2 - 3 Minuten von SINERGY verpasst. Aber nun zu dem was SINERGY auf der Bühne geboten haben. Songs wie "Beware The Heavens", "Midnight Madness", "The Sin Trade", "Suicide By My Side" oder "Venomous Vixens" wurden zum Besten gegeben. Kimberly wirbelte auf der Bühne rum, wie der Wirbelwind und verausgabte sich voll. Nach den 45 Minuten von SINERGY wollten die Fans noch Zugaben, die konnten SINERGY allerdings nicht mehr geben, da man schon die volle Spielzeit ausgenutzt hatte, schade drum ich hätte mir gern noch ein paar Minuten SINERGY antun können. (Willy)

Exodus (17:05 Uhr, True Metal Stage):
Kaum zu glauben, aber wahr: EXODUS live! Und das nach all den Jahren. Mit Steve Souza am Mikro. Eine der besten Thrash Bands überhaupt hat sich also nochmal zusammengefunden. Und laut Steve Souza schaut der verstorbene Paul Baloff von irgendwo zu. Und es hat ihm bestimmt gefallen was er zu sehen bekam. Eine tolle Songauswahl und eine riesige Menge an Thrash Jüngern die dieses Ereignis miterleben wollten. Lediglich die neuen Songs waren als kleinere Schwachpunkte auszumachen. Songs der Marke "A Lesson In Violence" schreibt man halt nicht mal eben so.

Setlist Exodus:

A Lesson In Violence
Fabulous Desaster
And Then There Was None
The Last Act Of Defiance
Piranha
Angery (neu)
Throwing Down (neu)
Bonded By Blood
The Toxic Waltz
Corruption
Strike Of The Beast

(Tutti)

Hypocrisy (18:15 Uhr, Black Stage):
Durch die Veränderungen auf der Party Stage hatte ich nun Zeit mir HYPOCRISY anzusehen. Mich verwunderte es schon, dass diese Band mit dem wohl bekannsten Song beginnt, nämlich mit "Rosewell 47". Peter Tägtgren legte ein gewohnt souveränen Auftritt hin, wobei er die Songs, die mir am geläufigsten sind am Anfang seines Sets spielte. Dies fand ich etwas schade, da er halt schon nach ein paar Minuten alle Songs gespielt hatte, auf die mich gefreut hatte. Trotz alledem fand ich den Auftritt gut und ging nach den Auftritt von HYPOCRISY zurück zu meinem Zelt um mich den Rest des Abends zu stärken. (Willy)

Heathen (19:20 Uhr, Party Stage):
Noch so eine Band von denen schon seit Jahren nichts mehr zu hören war und die in Wacken auf der Bühne stand. Wobei Bassist Mike allerdings schon einen Promillepegel erreicht hatte der weit jenseits der Fahrtüchtigkeit lag. Für den Gig reichtes aber noch. HEATHEN wurden bei ihrem Auftritt vom Vicious Rumors Gitarristen verstärkt. Sicher auch deshalb eine technisch beeindruckende Vorstellung. Lediglich die Girlies am Ende des Sets hätten nicht unbedingt sein müssen. Das wirkte irgendwie ... billig :-) (Tutti)

Heathen

Mörk Gryning (20:45 Uhr, Wet Stage):
Besonders gespannt war ich auf den ersten Deutschland-Auftritt meiner schwedischen Black/Death-Lieblinge MÖRK GRYNING und hatte auch leichte Bedenken, ob sie wohl das hohe Niveau ihrer Alben auch auf die Bühne transformieren können. Letztlich gab es jedoch wenig zu meckern, knapp 40 Minuten lang gab es im gut besuchten WET-Zelt schnellen melodischen Black Metal auf die Ohren, wenn auch nicht ohne kleine technische Probleme. So hatte ich mehrmals den Eindruck, dass der Aushilfsschlagzeuger keinen besonders guten Tag erwischt hat; auch der Sound liess einiges zu wünschen übrig, auch wenn der auf der WET-Stage ja fast schon traditionell zu bemängeln ist. Schade fand ich außerdem, dass kein Song vom zweiten Album „Return Fire“ gespielt wurde. Aber was soll’s, Mörk Gryning wurde ordentlich abgefeiert - besonders beim Titeltrack des Debüts "Tusen Ar Har Gatt" – und die beiden Bandleader Goth Gorgon und Draakh Kimera waren sichtlich bester Laune ob der Begeisterung, so dass es ein gelungener Auftritt war. Ich hoffe, diese Band in Zukunft häufiger in hiesigen Gefilden zu sehen! (Kai)

Mezarkabul (20:50 Uhr, Party Stage):
Eigentlich sollten MEZARKABUL bereits über 8 Stunden früher auf der Party Stage aufgetreten sein. Doch die Band war wohl nicht rechtzeitig da ... oder so. Dass sie inzwischen eingetroffen sind konnte man dann ja schon beim MACABRE Gig sehen :-) Nun sollte der Gig aber endlich steigen. Mir waren bis zu dem Zeitpunkt leider keine Songs der Türken bekannt. Und das erwieß sich als ungünstig, denn das Songmaterial ist nicht gerade leicht zugänglich. Technisch gab es aber rein gar nichts auszusetzen und der Sänger war wirklich ordentlich bei Stimme. Insgesamt ein guter Auftritt den leider nur wenige Zuschauer sahen. Die Band müsste ich mal auf CD antesten... (Tutti)

Blind Guardian (21:45 Uhr, True Metal Stage):
BLIND GUARDIAN kann man getrost zu recht als Festival-Headliner einsetzen, immerhin begeistern die vier Krefelder nun schon seit andertalb Dekaden mit (meist) hochklassigem Power Metal, auch wenn ihre letzten beiden Alben nicht auf ungeteilte Gegenliebe stiessen. Im Vorfeld wurde aber immer wieder betont, dass die Blindwächter einen ausgesprochenen Best-Of-Auftritt hinlegen wollen. Dementsprechend lag das Hauptaugenmerk auch auf Songs der 'Goldenen Band-Ära', sprich den Alben "Tales From The Twilight World", "Somewhere Far Beyond" und "Imaginations From The Other Side", während von den neuen relativ wenig dargeboten wurde. Dazu kamen einige Klassiker, die teilweise schon sehr lange nicht mehr live gespielt wurden, wie "Majesty", "Valhalla" oder besonders "Lord Of The Rings". Sehr schön, aber es gab leider auch ein paar Schönheitsfehler. Zum einen hatte ich das Gefühl, dass Hansi Kürsch, oder zumindest seine Stimme, keinen besonders guten Tag erwischt hatte, manchmal lag er schon etwas arg daneben. Auch seine Qualitäten als Entertainer sind deutlich entwicklungsfähig, seine Ansagen waren in ihrer Langatmigkeit ziemlich nervig. Zudem muss man feststellen, dass ein zweistündiger Gig nach zwei anstrengenden Festivaltagen schon sehr lang ist, zudem die meisten Klassiker bereits ziemlich am Anfang gespielt wurden. Letztlich war es aber ein durchaus ordentlicher Auftritt, die Stimmung war blendend, es gab viele Licht- und Pyroeffekte und am Ende noch ein kleines Feuerwerk – auch wenn Blind Guardian für mich nicht die beste Band des Festivals war, so waren sie schon ein würdiger Headliner eines tollen Festivals. (Kai)

Unleashed (21:55 Uhr, Party Stage):
Die Schweden gehörten zu den Bands die ich auf keinen Fall verpassen wollte. Trotz oder gerade wegen den parallel spielenden BLIND GUARDIAN :-) Und es wurde einer der besten Gigs in Wacken. UNLEASHED in Bestform. Besser waren die Schweden auch vor 8 oder 9 Jahren nicht. Leider war die Zeit so sehr beschränkt, dass Songs wie "Before The Creation Of Time" und "Execute Them All" nicht gespielt wurden. Tja, wer so viele großartige Songs im Programm hat kann sich sowas leisten. Dazu eine gute Performance und ein gut gelaunter Johnny. Super!

Setlist Unleashed:

The Dark One
To Asgaard We Fly
Hell's Unleashed
Victims Of War
Death Metal Victory
Shadows In The Deep
In The Name Of God
Never Ending Hate
Don't Want To Be Born
Into Glory Ride

(Tutti)

Sabbat (23:15 Uhr, Party Stage):
Sänger und Bassist Gezol zeigte bereits am Vortag mit METALUCIFER das er allerbester Laune ist. Mit SABBAT trat er dann äußerst leicht bekleidet auf die Bühne :-) Die Japaner gelten nach Venom als zweitälteste noch existierende Black Metal Band. Trotzdem sind Auftritte in Deutschland äußerst rar. Da war Anwesenheit natürlich Pflicht. Erfahrung war bei den Japaner ausreichend vorhanden und Gezol ist sowieso ein exzellenter Frontmann. Da konnte es einfach nur ein guter Gig werden. Viele Alben haben Gezol & Co. bereits veröffentlich. Zum Glück wurde mein Favorit "Charisma" in die Setlist aufgenommen. Wie auch bei METALUCIFER wurde auch hier wieder eine Gitarre zertrümmert. Völlig klischeefrei ;-) (Tutti)

Sabbat

Kreator (23:55 Uhr, Black Stage):
Nach meiner kleinen Pause, stand ich vor der Bühne um KREATOR anzusehen. Die Jungs aus Essen legten einen sehr souveränen Auftritt hin ohne viele Worte zu verlieren, da man nur eine sehr geringe Zeit hatte um die Songs zu spielen. Und so begann diese Band auch nicht wie gewohnt mit dem Song "Terror Zone" sondern mit "Violent Revolution". Zum Schluss präsentierten uns KREATOR die Songs "Flag Of Hate" und "Tormentor". Das kannte man ja noch von den letzten beiden Tourneen Ende des letzten Jahres. Aber ansonsten hatte sich die Setlist schon in einigen Fällen verändert, was auch an der begrenzten Spielzeit lag. Mir hat dieser Auftritt sehr gut gefallen.

Setlist Kreator:

Violent Revolution
Reconquering The Throne
Extreme Aggression
People Of The Lie
All Of The Same Blood
Phobia
Pleasure To Kill
Servant In Heaven - King In Hell
Flag Of Hate
Tormentor

(Willy)

Green Carnation (00:45 Uhr, Party Stage):
GREEN CARNATION sind in diesem Jahr ausnahmsweise bereit live aufzutreten. Zum Glück nutzten die Wacken-Verantwortlichen die Gunst der Stunde und konnten die Norweger für einen Auftritt auf der Party Stage gewinnen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass die Band einfach(?) ihr, aus einem Song bestehendes Album "Light Of Day, Day Of Darkness" spielen würde. Aber sie taten es. Genial! Es wurde irgendwie eine beeindruckende Atmosphäre geschaffen bei der Sänger Kjetil Nordhus fast die gesamte Zeit über die Bühne wanderte. Vor der es übrigens alles andere als voll war. Nicht zu verstehen wie man sich diesen Gig entgehen lassen konnte. (Tutti)

Green Carnation

U.D.O. (00:50 Uhr, True Metal Stage):
Einen richtig geilen Auftritt legt UDO an diesem Abend hin. Udo Dirkschneider konnte mich voll mit folgenden Songs begeistern "Hot Tonight", "Manhunt", "Black Heart" und "I´m A Rebell". Das Publikum ging bei dem Auftritt voll ab und in bester IRON MAIDEN Manier summte man einige Solos mit und die Songs kannte auch sehr viele der Anwesenden. Zum Schluss musste er noch Zugaben geben und bot uns den Song "Holy". Darauf folgte noch ein Song. Dann verließ er wieder die Bühne und wurde nochmals vom Publikum aufgefordert eine Zugabe zu spielen. Mit dem Song "Cradle" gab er dem Publikum, was es wollte und beendete einen hervorragenden Auftritt. (Willy)

Onkel Tom (02:15 Uhr, Black Stage):
Zum Abschluss der diesjährigen WOAs gab es nochmal eine richtige Party. ONKEL TOM betrat die Bühne und trällert Songs die ein jeder kennt. Es sah so aus, als ob unser Tom Angelripper alles was noch laufen konnte (aus dem Backstagebereich) auf die Bühne geholt hatte damit auch so richtige Partystimmung aufkommt. Die übrig gebliebenen Fans vor der Bühne forderten zwar immer wieder "Bombenhagel", aber unser Tom blieb standhaft und sang nur Songs von Onkel Tom Alben. Nach einer dreiviertel Stunde war die Party und das WOA beendet und alle gingen mehr oder weniger freiwillig vom Festivalgelände.

Setlist Onkel Tom:

Es Soll Keiner Sagen, Wer Trinkt ...
Immer Wenn Ich Traurig Bin
Diebels Alt
Schnaps, Das War Sein Letztes Wort
Wenn Das Wasser Im Rhein ...
Medley (Vom Ablum: Ein Schöner Tag)
Delirium
Bier Her
Trink, Trink, Brüderlein Trink
Im Tiefen Keller
In München Steht Ein Hofbräuhaus
Es Gibt Kein Bier Auf Hawaii
Der Teufel Hat Den Schnape Gemacht

(Willy)

Haggard (02:15 Uhr, Party Stage):
Der Auftritt von HAGGARD fand unter sehr ungünstigen Umständen statt. Erst konnten die Münchner nicht rechtzeitig beginnen, was um diese Zeit mit einer gekürzten Setlist gleichzusetzen ist, da in Wacken immer um 3 Uhr Schicht ist. Und dazu war ONKEL TOM auf der Black Stage so laut, dass man den Gig von HAGGARD gar nicht mehr genießen konnte. Nun gut, dafür konnte die Bands nichts. Sehr schade für die Fans ... und die Band erst. Die aus diesen Umständen noch das Optimum herausgeholt hat.

Setlist Haggard:

Heavenly Damnation
The Day As Heaven Wep
Prophecy Fulfilled
Awaking The Centuries
In A Pale Moon's Shadow

(Tutti)

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