Fazit

2017 war für mich das erste Sweden Rock und was mir bereits am Einlass auffiel, war das sehr freundliche und zuvorkommende Personal. Ob Müllmänner- oder Security-Mitarbeiter, jeder zeigte sich gut gelaunt und ging sehr respektvoll mit den Festivalbesuchern um. Falls mal einer pöbelte, erntete er ernste Blicke vom Security-Chef, reichte das nicht aus und es wurde weiter gepöbelt wurde durchgegriffen. Im Vergleich zu Deutschland aber deutlich weniger grobmotorisch und weiterhin respektvoll. So kam es nach den Konzerten immer wieder in den ersten Reihen zum freundlichen Plausch mit den Security-Angestellten, eine sehr willkommene Abwechslung im Vergleich zu manch deutschen Festivals und Konzerten. Auch das Ordnungsamt ist im Gegensatz zu manch deutschen Kollegen sehr zuvorkommend und als wir in einer Nacht unseren Pfälzer (bürgerlicher Name Rainer) zum „Wanted Man“ machten, wurde dieser vom freundlichen Beamten kurzfristig in Ragnar umbenannt. Die Suche erledigte sich dann zum Glück von selbst, da der Pfälzer von ganz alleine wieder auftauchte.

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Die Preise waren für schwedische Verhältnisse tatsächlich moderat, das bezieht sich neben dem Essen auch auf das Merchandise. So war ein reguläres Festival-Shirt für 250 Kronen (ca. 25€) und Bandshirts der Headliner für 350 Kronen (ca. 35€) zu haben. Das sind so gesehen normale Verhältnisse, nicht wie auf manch überteuerten Festivals, wo das Shirt des Headliners dann schon mal knapp 50€ kostet.

Die Vielfalt an den Essenständen ist für meinen Geschmack völlig ausreichend und sucht man länger, kann man sich auch relativ preiswert den Bauch vollschlagen. Ein weiterer Pluspunkt ist hier, das man auch eine vollständige Pizza im Karton bekommt und nicht nur ¼ auf einer kleinen Pappschale. Besonders Highlight für mich war der fantastische Kaffee, der an unzähligen Stellen des Festivals ausgeschenkt wurde. So gab es mobile Stände mit vollwertiger Bohnenmaschine, die auch Cappuccino und andere Leckereien zapfen konnte. Übers Gelände liefen zusätzlich mobile Kaffee-Zapfer, die normalen Kaffee verkauften. Eine für mich als Informatiker fast schon notwendige Sache, um den Tag zu überstehen. Im Übrigen betreibt auch ein Deutscher (Saarländer) einen Wurst-Stand auf dem Gelände, man achte auf ein Schild mit der Aufschrift „Echte deutsche Currywurst“. Das wir den Saarländer nachts gegen 2 Uhr beim Verlassen des Parkplatzes kennen lernte ist wohl wieder mal eine Geschichte der Marke „Die Welt ist ein Dorf.“. Da er Getränke gelagert hatte und die Parkplatzeinfahrt verpasst hatte musste er langsam drehen und blockierte uns damit den Weg, als er dann das SB-Auto-Kennzeichen entdeckte musste das Fenster natürlich runter gekurbelt werden. Nach einem Besuch am Wurststand am Tag darauf erfuhren wir dann, dass Markus bereits seit 17 Jahren in Schweden ist und Angelausflüge und Unterkünfte anbietet.

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Auch wenn, im Gegensatz zu deutschen Bands, die deutschen Fans klar in der Unterzahl sind hört man hier und da doch ein paar deutsche Worte. Den Schweden ist das nicht immer ganz geheuer, so lief uns auf dem Weg zum Parkplatz jemand hinterher der uns sehr bedacht zuhörte. Irgendwann kamen wir dann schließlich ins Gespräch und er meinte er wäre riesiger RAMMSTEIN-Fan und jedes Wort das wir sprechen würden, würde ihn an einen Song erinnern.

Die Einteilung der Spielzeiten war bei der Größe und Anzahl von Bühnen wirklich gut gelungen, so kam es für mich kaum zu Überschneidungen. Entgegen anderer Festivals ist das Sweden Rock hier eine Ausnahme. Die großzügigen Umbaupausen ermöglichen es zudem den Bands größere Produktionen aufzubauen, sonst hätten SAXON z.B. nicht ihr komplettes „Eagle-Set“ stellen können. Auch die Wege zu den einzelnen Bühnen sind annehmbar und machten sich erst am Ende des Tages in den Waden bemerkbar.

Für das Wetter kann das Team vom Sweden Rock sicherlich wenig, es sei aber anzumerken, dass man auch im Norden einen Sonnenbrand bekommen kann. Grundsätzlich ist das Klima aber sehr angenehm, bei Sonnenschein hat man durchgehend die kühle Seeluft und den ganzen Tag über kreisen Möwen über das Gelände (Obacht wenn man etwas zu essen zu lange in die Luft hält). Sölvesborg liegt eben einfach in einem unglaublich schönen Gebiet direkt am Meer, welches man vom Gelände aus sehen kann. Theoretisch könnte man sogar schwimmen gehen, mancher Kollege hat dies auch schon gemacht. Verkehrstechnisch profitiert das Gelände auch davon, dass die Schnellstraße ausgebaut wurde, und nicht mehr direkt am Gelände vorbei führt, was Anreisestaus deutlich mindert.

Dennoch gibt es auch Kritik, so ist die Festival-Stage und dabei speziell der Catwalk etwas zu hoch geraten. Hier könnte man meiner Meinung nach noch einen Meter runter gehen. Das würde den Bands, den Fotografen und natürlich den Fans zu Gute kommen. Doch wer weiß, welche Anforderungen manch Headliner hierzu gestellt hat. Weiterhin würde ich es begrüßen, wenn die sogenannten "Late-Night-Shows", wie dieses Jahr zum Beispiel EDGUY und RUNNING WILD, die nach dem Tages-Headliner nochmal auf die Bretter gingen, besser passen würden. Was ich damit meine, dürfte jedem klar sein der schon mal von früh morgens bis abends auf einem Festivalgelände war. Irgendwann wäre man recht froh, wenn man sich etwas entspannt auf der Wiese breit machen könnte. Nach dem Tages-Headliner eigentlich der perfekte Moment dafür, doch dann müsste eben etwas entspannteres wie DARE oder WISHBONE ASH her und nicht zwingend Bands, die gut vor den Headliner gepasst hätten. Das ist aber nur meine persönliche Meinung, manch anderer braucht um diese Zeit auch genau das, was hier geboten wurde.

Das Sweden Rock ist trotz des recht hohen Preises für mich eine ganz klare Empfehlung an alle Festival- und Musik-Fans. Selten habe ich eine derart entspannte Atmosphäre bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung erlebt. Kurz gesagt, man fühlt sich rundum wohl, auf einem der wohl schönsten Festivalgelände, die ich bisher gesehen habe. (Pascal)

Alle Photos von Pascal, wenn nicht anders angegeben.

Vielen Dank an Pressemanagerin Sofia Linqvist Lacinai.
Ebenso Danke an das Presseteam Julia, Matilda, Fredrik, Johan und Magnus.
Ganz besonderen Dank an Johan von der Rock Stage Security sowie Linda, Todd und Frederik von der Festival Stage Security.

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