skeletonwitch_tour.jpgThrashfans warten sicherlich schon mit voller Vorfreude auf die kommende Thrashfest-Tour, in der ein verdammt dickes Paket von Genre-Urgesteinen aufgefahren wird. Doch so schön die Freude auch ist, so langwierig ist es momentan noch. Die Tour startet leider erst Ende November und die Saarbrücker Garage hat sich für den 30.11 einen Termin ergattern können.
Wie soll sich ein Thrashfan aber so lange die Zeit vertreiben? Die Garage hatte am 29. August die perfekte Antwort auf diese Frage in Form der European Bangover Tour 2010 mit ANGELUS APATRIDA, WARBRINGER und SKELETONWITCH. Leider können diese mit dem Bekanntheitsgrad der Thrashfest Teilnehmer nicht mithalten, dennoch handelte es sich hierbei um ein Underground Package das es gewaltig in sich hatte.
Gerade WARBRINGER sind in Saarbrücken keineswegs mehr Unbekannte, sondern immer und immer wieder gern gesehene Gäste, was sich auch an diesem Abend zeigen sollte…

 

Den Startschuss des Abends gaben allerdings ANGELUS APATRIDA. Die spanische Jungformation veröffentlichte im Juni ihr bereits drittes Werk „Clockwork“, welches bei mir gut abschneiden konnte (Bericht hier), weshalb ich mich auch sehr auf diesen Einstieg in den Abend freute. Leider hatten es die Jungs in dem kleinen Club der Saarbrücker Garage nicht gerade leicht. Während ihrer Spielzeit füllte sich die Location erst langsam mit Besuchern und vor der Bühne herrschte gähnende Leere. Den Besuchern war anzusehen, dass ANGELUS APATRIDA überwiegend Unbekannte waren und das dargebotene Material erst einmal ausgetestet wurde. Doch gleich nach dem Opener des aktuellen Albums „Blast Off“, welches mit pfeilschnellen Riffs auftrumpft, stellte sich bei den meisten ein synchrones Kopfnicken ein. Die Jungs haben einen ordentlichen Einstieg gefeiert und konnten mit ihrem TESTAMENT und MEGADETH inspirierten Material durchaus überzeugen. Immer wieder versuchte Frontmann Guillermo Izquierdo das Publikum zu animieren näher zur Bühne zu kommen und sich etwas zu bewegen, doch leider hatte er damit recht wenig Erfolg. Dabei hatte es das dargebotene Material wirklich in sich. Routiniert spielten sich die Spanier durch ihre Setlist und konnten sich mit Songs wie „Of Men And Tyrants“ oder „Clockwork“ von ihrem neuen Output sicherlich den ein oder anderen neuen Fan erspielen. Bei dem letzten Song des Abends ließen sich aber wenigstens noch zwei junge Männer hinreißen sich vor die Bühne zu stellen und ein wenig die Matte zu schwingen. Musikalisch empfand ich die Herren als perfekten Einstieg. Das Publikum war leider noch sehr verhalten, was sich bei den mittlerweile etablierten WARBRINGER aber sehr schnell ändern sollte. (Sebastian)

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Nach dem spanischen Anheizer wird’s gleich um weitere 10 Grad wärmer, denn jetzt kommt Bewegung in die Bude! WARBRINGER betreten innerhalb eines halben Jahres zum zweiten Mal die Bühne des kleinen Clubs und die Fans erinnern sich! Jetzt geht nämlich so richtig die Post ab. Was die Amis hier auf die Bretter bringen ist nicht weniger als ein pures Inferno, man sieht selten Bands, die den Großteil des Jahres auf Tour sind und sich trotzdem bei jedem einzelnen Gig den Arsch so aufreißen! Sänger John Kevill ist bis kurz vor knapp noch am Merchstand, um mit den Fans zu plaudern, nur um eine Minute später die Tore der Hölle zu öffnen und die 100 Anwesenden mit brutaler Gewalt in den Schlund zu prügeln. „Total war“, „Combat shock“, „Severed reality“, das gottgleiche „Jackal“, „Living in a whirlwind“ und der ganze verdammte Rest könnte man als Kriegswaffen einsetzen und jeder Konflikt hätte sich schnell erledigt!
Jede Sekunde der geschätzten 40 Minuten ist gefüllt mit brutalem Stoff, der von den Fans aufgesogen wird wie Muttermilch aus Riesen-Tüten! Mehr kann man sich nicht anstrengen, mehr kann man einfach nicht geben als diese Jungs und das wird ihnen auch mit lautem Jubel gedankt. Mehr Thrash als WARBRINGER geht einfach nicht, diese Band tritt ALLEN in den Arsch!! (Bernie)

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Die Reihen sind schwer gelichtet, als SKELETONWITCH auf die Bühne treten. Das ist allerdings niemand so egal, wie der Band selbst, denn vom ersten Ton an wird geholzt, was das Zeug hält und man merkt schnell, wie gut die Kombination WARBRINGER und SKELETONWITCH funktioniert! Die zwei Bands nehmen sich nämlich gar nichts in Sachen aggressiver Show, die Ärsche der Jungs müssen nach dem Gig sicher eine Weile auf Eis ruhen, so sehr wurden sie aufgerissen.
Die Mühe, die sich der Fünfer macht, wird recht flott dankend angenommen, die Reihen füllen sich wieder und der Mob kommt in Bewegung. Zugegebenermaßen haben WARBRINGER den Abend aber gewonnen, wenn es denn ein Wettstreit wäre. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie sehr sich diese zwei Bands auf ihrer gemeinsamen Tour gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen werden... (Saarbrücken war der erste Tag der Tour).
Sänger Chance Garnette schreit, grunzt und keift sich mit theatralischer Mimik durch das Set, das natürlich aus Songs der einzigen zwei Scheiben „Beyond the permafrost“ und „Breathing the fire“ besteht, als wollte er John Kevill ausbooten. Musikalisch bewegen sich SKELETONWITCH dabei irgendwo zwischen Thrash, Death, Black und Heavy Metal, mit doppelläufigen Gitarrenleads und kompromissloser Fuck Off Attitüde!
Dieser Abend hat mal wieder gezeigt, was da vom Untergrund mit brutaler Gewalt an die Oberfläche kommt und den alten, lahmen, satten, verweichlichten Rockstars das Fürchten lehrt! An diesen Bands, die auch vor 100 Nasen mit voller Power alles geben, was sie aus sich heraus holen können, sollten sich so einige Undergroundbands und Rockstars zugleich eine Scheibe abschneiden. Danach ist immer noch genug da, um die komplette Konkurrenz einzusacken! THRASH THAT HEAD THAT DOESN'T THRASH!! (Bernie)

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