Wenn es einen schon 3 Monate nach London verschlägt, kann man sich auch ein Konzert angucken. Das Allerfeinste an Konzerten im Königreich sind die Preise. Wo man in Deutschland für das „Full of Hate“ Package unglaubliche 37 Euro latzen muss, gehen die Karten für das HMV Forum in Kentish Town, London für gerade mal 22 Pfund über die Tische. Wenn das mal kein Grund ist, sich den Kram anzuschauen! Ein weiterer positiver Effekt sind die Konzerthallen in London. Das HMV Forum glänzt mit einem altehrwürdigen Theater-Charme, einer riesigen Bühne mit Vorhang und allem Pipapo, also ein Erlebnis für sich. Aber das Konzert war auch nicht schlecht…

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Nachdem KEEP OF KALESSIN gerade in letzter Zeit live massiv präsent sind (im November erst auf der Metalfest Tour mit MORBID ANGEL), haben sie es auch geschafft, auf diese Tour aufzuspringen und zeigen sich durchaus dankbar. Denn die Show ist aller erste Sahne. Die Jungs, die zur Hälfte auch bei SATYRICON ihre Instrumente vergewaltigen, sind engagiert, motiviert und konzentriert. Gitarrenhexer Obsidian C. gehört eine Krone aufgesetzt für sein einzigartiges, virtuoses Gitarrenspiel, der Mann ist einfach genial. Kreischhals Thebon wirkt zwar wie ein gerade mal 20jähriger Schönling (ist er‘s vielleicht sogar? Ich weiß es wirklich nicht), brilliert aber den ganzen Gig über mit sehr starker Stimme und Präsenz. Top Band, kann man gar nichts anderes sagen! Der kurze Drumsolo ist zwar alle andere als sinnvoll bei einem Opener Gig, aber die Londoner scheinen es zu lieben. Während den Songs ist es etwas ruhig, aber wenn Applaus angesagt ist, zeigen die Zuschauer, dass es ihnen gefällt. Also KEEP OF KALESSIN kann man sich immer mal wieder anschauen.

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Meine eigentlichen Favoriten für diesen Abend, LEGION OF THE DAMNED, enttäuschen danach leider ein wenig. Die Performance an sich ist wie immer, die Songs bollern wie die Sau und die vielen Haare im Gesicht machen sich immer gut auf Photos. Allerdings merkt man erst, wie statisch eine LOD Live Show ist im Vergleich zu solch agilen Performern wie KOK und den folgenden Bands. Dazu kommt, dass der Soundmann es mit dem Bass etwas übertreibt und ich mit Höhen-killenden Ohrenstöpsel öfters mal derb in der Magengegend getroffen werde. Einfach ein Zacken zu viel an diesem Abend. Gitarrist Richard wirk zu Anfang etwas abwesend, entweder ohne Lust oder kränkelnd, das mag ich nicht zu sagen, taut aber im Laufe des Gigs auf, was mit Sicherheit auch an den sehr guten Zuschauerreaktionen liegt. Dass der Thrash von LOD mit der Zeit für den ein oder anderen etwas eintönig werden kann, spreche ich keinem ab. London liebt die Holländer aber und die sorgen auch für den härtesten Schlag in die Kauleiste an diesem Abend.


live_20090308_obi1.jpgDa war ich mal gespannt! OBITUARY müssen vor AMON AMARTH spielen, eine Legende des Death Metals eröffnet für die „Death Metal“ Band der Stunde. Nun gut, die Verkaufszahlen sind eindeutig und was kann den Jungs, oder eher den Männern, besseres passieren, als sich dem ganzen jungen Publikum präsentieren zu können, dass noch nie was von ihnen gehört hat, weil kein großer Bruder da ist, der ihnen den richtigen Death Metal hätte zeigen könnenlive_20090308_obi2.jpg. Was auch immer, um eins vorweg zu nehmen, OBI killen heute ALLES! So gut aufgelegt hab ich die Band noch nie erlebt, John Tardy grinst sich einen weg auf der Bühne und trommelt hinter den Boxen sogar die Beats mit, da hat jemand mächtig Bock auf Mucke! Selbstverständlich wirk sich das auch auf die anderen OBIs aus, die ständig über die Bühne schlendern und zeigen, dass sie ihren Beruf lieben (vor allem Basser Frank Watkins sammelt Meilen). Dass Neu-Gitarrist Ralph Santolla einer der besten seines Faches ist mit seinem chaotischen Solospiel, wissen wir, allerdings kommt es manchmal so vor, als könnte er das ein oder andere Solo, die meist improvisiert klingen, vor allem bei alten Songs weglassen. Nichts desto trotz ist es gerade Santolla, der wahre Spielfreude und Spaß an der Sache versprüht. Das Publikum geht komplett steil bei Songs wie „Final thoughts“ oder „Threatening skies“. Super geiler Auftritt, immer noch eine ganz große Band! Schaut euch die Videos auf youtube an und ihr wisst, von was ich rede ;-)

live_20090308_aa1.jpgAMON AMARTH wurden mir mit der Zeit zu langweilig, deshalb habe ich aufgehört, ihre Alben zu hören. Vor allem das letzte, prinzipiell sehr gute Album, wurde unterm Bügeleisen vergessen und kam glatter als glatt aus der Aktion wieder raus. Auf Dose somit schon lange nichts mehr für mich. Was in London aber live abging, das gehört in die Geschichtsbücher. AMON AMARTH beherrschen das volle Forum wie eine unbezwingbare Macht! Nach den bereits sehr guten Bands vornedran hätte ich nicht gedacht, dass die Wikinger da noch ein paar richtig fette Scheiben drauf legen können. Es ist unfassbar, wie Johan Hegg und seine Mannschaft die Massen an diesem Abend beherrschen und live_20090308_aa2.jpgallen beweisen, warum sie heute als letzte Band spielen (auch hier sei youtube als Referenz empfohlen). Die wirklich riesige Bühne (vergleichbar mit den großen Festivals) wird komplett ausgefüllt, die ganze Zeit des Auftritts über ist Bewegung auf der Bühne und kein Hit der Schweden kommt zu kurz. Ein paar Schmankerl sind auch für die Alt-Fans dabei, nämlich „Ride for vengeance“ vom ersten Album und „North sea storm“ von „The avenger“. Wenn Johan Hegg in den Höhen auch extrem schwächelt und in seinem hautengen Laibchen desöfteren Presswurstartige Züge annimmt, ist er als Frontmann absolut souverän! Er hat die Massen in seiner Hand, die ihm die Führung mit tosendem Applaus danken, ich hätte nicht erwartet, dass AMON AMARTH im Jahre 2009 so dick in London sind, Wahnsinn. Die obligatorischen vier Songs zum Schluss, „Death in fire“, „Victorious march“ und als Zugabe „Cry of the blackbirds“ und „Pursuit of Vikings“ beschließen einen sehr guten Konzertabend. Ich bin mir sicher, an diesem Abend ist niemand unzufrieden nach Hause gegangen. Full of Hate war Full of Fun. Cheers, euer London-Korrespondent Bernie 

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Mehr Bilder findet ihr in unserer Galerie (alle Bilder von Bernie)

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