Eternity Magazin
Zum ersten mal fand im Zweibrückener „Erdgeschoss“ unter dem legendären Gasthaus Sutter das Feuerfänger – Festival statt. Der Mann, der dieses Event aus der Taufe hob ist ein noch recht junger Mediengestalter und Hobbyfotograf namens Daniel Igel. Hierfür gebührt schon mal großen Respekt, den nur Leute mit Engagement und Ideen bringen die Szene weiter.
Die Idee hierbei war, die gesamte Bandbreite des harten Stahls abzudecken, was auch ganz gut gelang, den alle vier Bands, namentlich INNUENDO, HERALDER, BAD IDEA und ICON stammten aus unterschiedlichen Lagern. Leider war dem Metalpublikum in der Rosenstadt eher nach Grillfest bei den fast sommerlichen Temperaturen, denn nur etwa 120 Leute verirrten sich in das Gewölbe. Den Anfang machten die noch sehr unerfahrenen INNUENDO, die sich an gängigen Prog – und Bombast – Powermetal – Combos orientieren. Auch melodische Acts oder auch NIGHTWISH haben im Sound der Youngster ihre Spuren hinterlassen. Neben eigenen Songs wie „Desperation“ oder „Tomorrow“ gab es auch ein paar Songs ihrer Faves zu hören, wie ICED EARTH´s „Melancholy) oder den immer wieder gern gespielten IRON MAIDEN – Klassikern. Die fünf Jungs und das Frontmädel zogen sich achtbar aus der Affäre, konnten aber Mängel im Zusammenspiel nicht ganz verbergen. Aber das Potenzial ist da, da hilft halt nur üben, üben. Die Stimme ihrer Sängerin wusste zu gefallen, hat vor allem in den ruhigen Passagen so ihre Stärken. Bei „The Trooper“ ist sie allerdings doch etwas überfordert, es passt einfach nicht zu ihrem Timbre, shouten sollte sie anderen überlassen. Die eher episch angelegten Eigenkompositionen liegen ihr wesentlich besser. Auch der Sound war nicht gerade weltbewegend, die Gitarren, immerhin zwei an der Zahl kamen kaum zur Geltung, aber das Problem sollte jede Band des Abends beschäftigen. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass die unsicher agierenden Jungspunde nicht mehr als einen Höflichkeitsapplaus bekamen. Zu sehr waren sie mit ihrem Spiel beschäftigt, als hätten sie auf das Publikum eingehen können, aber aller Anfang ist schwer.




Da waren HERALDER schon ein anderes Kaliber, auch im episch – getragenen Soundgewand angesiedelt, aber mit rustikalerer Gangart. Seit ich die Band vor einem Jahr im Saarbrücker Stoneage gesehen habe, hat sie sich enorm entwickelt. Zum Glück nicht zahlenmäßig, sonst hätten die acht nicht auf die Bühne gepasst. Wen die Orchester – ähnliche Mitgliederstärke an die Schweden THERION erinnert, kann sich vorstellen, dass die Musik auch in die Richtung geht. Dafür sorgen schon die beiden Sängerinnen, die neben Björn „Trollkönig“ Hacket die breite Front bildeten. Aber HERALDER haben mehr zu bieten als Gothic – Ambiente, sie wildern eher im noch höheren Norden, erzählen Sagen und Legenden aus der Zeit der Wikinger und dem Land der Elfen und Zauberer. Daß da natürlich eine gehörige Portion Paganmetal durchschimmert ist nur logisch. Mal hymnisch – getragen, mal rasend, mal sphärisch oder auch mystisch nur mit Erzählstimme, alles da was das Herz begehrt. Dazu kommt eine sehr gut eingespielte Band, die für mich die musikalisch Beste des Abends war. Die Chöre sitzen, die Instrumentalisten spielen tight zusammen, was bei den komplexen Arrangements schon nicht so einfach ist. Der Trollkönig überzeugt mit seinem sehr variablen Organ, beherrscht operähnliche Gesangslinien genauso wie Shouts, Gegrunze und Gekeife. So erntete die Band die ersten Hörner des Abends und brachten so ab ihrem dritten Song „Queen of Snowfall“ einige zum Mähneschütteln vor die Bühne. Insgesamt standen auch nur Eigenkompositionen auf dem Programm, Mut, der sich ausgezahlt hat, man darf auf das Album, das gerade eingespielt wird gespannt sein.




BAD IDEA gelang es, die Stimmung hochzuhalten, die Jungs um Fronter Schmiddi treten mit ihren griffigen Songs auch mächtig Arsch. Musikalisch irgendwo in der Zeit angesiedelt, als sich aus der NWOBHM der Thrashmetal entwickelte mit einer MOTÖRHEAD und – TANK – mäßigen Rotzattitüde. Auch der St. Wendeler Vierer setzte vorwiegend auf selbstkomponiertes Material, vom Schlage „Hellfire“ und „Tools of War“, erst gegen Ende kam ein ganzer Reigen Songs von METALLICA. Gut, zwischendrin wurde auch noch „The Trooper“ gespielt, aber das wurde fast zum Running Gag, als die anschließenden ICON sich auch mit dahingehenden Forderungen auseinandersetzen mussten. Gegen Ende jedes Songs gab dann Lead – Gitarrist Manni eine Kostprobe seines Könnens, was aber manchmal zuviel des Guten war, zumal die Lieder nicht gerade vor Abwechslung strotzten. Lediglich das düstere „Under the Moon“ ragte etwas heraus. Aber das tat der Leistung der Band keinen Abbruch, sie rockte ordentlich nach vorne, gab breitbeinig Vollgas, schmiss sich in alle Posen und das Publikum dankte es ihnen mit massig Beifall und wehenden Matten. Für diese hatte sich Schmiddi auch extra eine Fangeinrichtung an der Gitarre angebracht, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug.




Bei den abschließenden Headlinern ICON kann ich eigentlich fast nicht mehr objektiv sein, da ich die Jungs schon zu gut kenne und schon des öfteren gesehen habe und mit ihren Songs vertraut bin. Ich muss zugeben, ich habe sie schon besser erlebt, aber das lag nicht an ihnen, sondern am sich sehr ausdünnenden Publikum. Lediglich die erste Reihe gab Vollgas, dahinter war es mal zwei Meter leer. Schade, denn ihr fetter Deathmetal kann so einiges, und die Band gibt immer alles. Sänger Thomas Pickard mimt den bösartigen Derwisch sehr gekonnt, grunzt aus den Urtiefen seiner Stimmbänder und geht stark auf das Publikum ein. Ein überzeugender Frontmann! Auch das eigene Material kann so manchem Vergleich standhalten, ist durchaus variabel und gekonnt arrangiert. Am besten ist die Band, wenn sie ordentlich groovt, sowie bei der Abrissbirne „Reign of Fire“ oder „Harvest of Hate“, doch auch in den schnellen Passagen weiß sie zu überzeugen. Natürlich durfte auch das SLAYERr – Cover nicht fehlen, dieses mal setzte es „Dead Skin Mask“, dass zum Glück weit weniger abgenudelt ist als „South of Heaven“. Und am Ende gab es bei „Pain“, bei dem das wenige verbliebene Publikum das Mitsingspiel dennoch beherrschte einen amtlichen Pit. Sehr zum Leidwesen des Schreibers dieser Zeilen, der sich urplötzlich an einem Eisenträger in der Mitte des Raums wiederfand. That´s Rock´n´Roll! Nur wer baut so etwas dahin?




Trotz einiger widriger Umstände ein gelungener Abend, der mehr Publikum verdient gehabt hätte. Es bleibt zu hoffen, dass der junge Veranstalter zufrieden war und es eine Fortsetzung geben wird. Auch in den Randgebieten der harten Musik sollten die Leute mobil gemacht werden, vielleicht müsste eine weitere Auflage besser beworben werden. Für seine ganzen weiteren Aktivitäten möchte ich Daniel Igel noch viel Erfolg wünschen. (MetalPfälzer)

Alle Bilder von Max (gesichterparty.de) vielen Dank dafür! Bearbeitet von Bernie.
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