Regelmäßig jedes Jahr um die Osterzeit gibt es in Straßburg ganz heftig was auf die Ohren, wenn das alljährliche „No Mercy“ Festival in der „Laiterie“ Station macht. 2006 sorgen PSYCROPTIC, GRIMFIST, LEGION OF THE DAMNED, KATAKLYSM und CANNIBAL CORPSE für blutende Ohren und steife Nacken. Jedes Konzert in der „Laiterie“ ist ein Erlebnis für sich. Nicht nur, dass man so gut wie jedes Package dort sehen kann, von Anthrax zu X-Mass und No Mercy. Die Location an sich ist bekannt für einen glasklaren Hammer-Sound in angemessener Lautstärke. Außerdem gibt die Aufteilung der Halle in halb ebenerdig, halb Stufen-Ränge wirklich jedem die Möglichkeit, seine Helden in voller Pracht zu bewundern.

Den Anfang machen die Amis von PSYCROPTIC. Geboten wird sehr komplexer, technischer Death Metal, der zeitweilen an NECROPHAGIST und Konsorten erinnert. Schnell, kompliziert und mit wahnsinnigem instrumentalem Können. Gitarrist Joe Haley hat eine Technik in der rechten Hand, dass man die Kinnlade auf dem Boden suchen muss. Kaum Bewegung zu sehen trotz unglaublicher Geschwindigkeit, Großer Respekt! Ähnlich verhält es sich mit Drummer und Basser. Sänger Jason passt zwar mit seinem kahl rasierten Schädel und dem übrig gelassenen Zopf nicht ganz ins optische Bild, kann stimmlich aber doch recht gut mithalten. Das Problem bei solch komplexem Material macht sich normalerweise dadurch bemerkbar, dass das Publikum die Songs nicht nachvollziehen kann und sich somit in Zurückhaltung übt. Nicht aber in Strassburg. Jeder Song wird von den paar Hundert bejubelt. Wie wird das erst bei den anderen Bands, die richtig die Fetzen fliegen lassen?



Die nachfolgenden GRIMFIST konnte ich nicht in voller Länge begutachten, da es nun Zeit war, mit einem gewissen Paul Mazurkiewicz über seine Band zu sprechen (Interview folgt). Die gehörten Songs präsentierten die Band allerdings nicht unbedingt als etwas Besonderes, Die Mucke von GRIMFIST wirkt eher ein wenig langweilig. Der Gesang klingt etwas uninspiriert und den Songs fehlen die Besonderheiten. Die gab es zwar bei PSYCROPTIC auch nicht wirklich, aber hier konnte man wenigstens technische Finesse bewundern. Naja, vielleicht hätte ich den ganzen Gig sehen müssen, deshalb sollte man die Wertung hier nicht unbedingt für 100% nehmen. Jedenfalls, das Publikum fand Gefallen an GRIMFIST.



LEGION OF THE DAMNED sind absolut eine Band der Stunde! Nach jahrelangem Dahinsiechen mit OCCULT kann man den Holländern ihren Erfolg mit dem LOD Debüt wirklich von Herzen gönnen. Dabei hat sich die Musik nicht wirklich stark verändert, man hat sich nur eben auf die Stärken konzentriert und jeglichen Schnick Schnack aus dem Konzept genommen. Heraus kommt ein brodelnder Cocktail aus Speed, Brutalität und Zerstörung, getragen von der einzigartigen, kranken Stimme von Sänger Maurice. Ein sehr schmackhafter Cocktail. Songs wie „Legion of the damned“ oder „Bleed for me“ werden zünftig abgefeiert und man sieht eine ganze Menge Köpfe fliegen. Diese Band hat das Potential, noch viel mehr zu erreichen. Einzig das Stageacting lässt etwas zu wünschen übrig. Dafür, dass die Songs vom Album „Malevolent rapture“ den Zuhörer regelrecht zur Bewegung zwingen, passiert auf der Bühne zu wenig. Synchrones Matteschwingen täuscht leider nicht darüber hinweg, dass Sänger Maurice noch einiges an Kommunikation mit dem Publikum drauf packen muss, damit LEGION OF THE DAMNED auch live zum Killer werden. Übrigens hatten die Holländer mit einem Handycap zu kämpfen. Basser Twan musste einige Tage zuvor die Tour verlassen, weil sein Sohn ins Krankenhaus kam und wurde absolut kompetent ersetzt durch PSYCROPTIC Cameron Grant.



KATAKLYSM zeigten danach, wie man alles richtig macht. Es war schon schier unglaublich, dass die Kanadier es schafften, das Killeralbum „Serenity in fire“ zu toppen. Dementsprechend überraschender war, dass sie mit „In the arms of devastation“ einen Hit nach dem anderen raus hauten. Genauso wie auf Platte verhält es sich auch live. Ein Killersong nach dem anderen, KATAKLYSM hat einfach alles. Wahnsinniger Speed, mörderischer Groove, geile Melodien. Frontmann Maurizio Iacono hat den großen Vorteil, als Kanadier auch französisch zu sprechen. Dementsprechend dankbar werden die Ansagen mit lautem Jubel entgegen genommen. Songs wie „Shadows and dust“ oder „Ambassador of pain“ kommen unwahrscheinlich gut an und es herrscht ordentlich Bewegung im Pit. Alt- und Wieder-Drummer Max Duhamel hat sich wohl den Arsch abgeübt und zieht ganz locker die hyper schnellen Blast Beats durch, als würde er den ganzen Tag nichts anderes machen. Alles richtig gemacht, perfekter Austritt! Was soll man zu KATAKLYSM an diesem Abend noch sagen? „Revenge is a meal best served cold“…

Setlist KATAKLYSM:
- Shadows and dust
- Like angels weeping
- Resurrected
- Let them burn
- Illuminati
- As I slither
- To reign again
- Manipulator of souls
- Crippled and broken
- Ambassador of pain
- Face the face of war



„The next song is a special dedication for all the women out there“. Wie gerne hört man doch diese Ansage, da wird einem fast warm ums Herz. CANNIBAL CORPSE haben seit langem einen unnachahmlichen Stand in der Death Metal Gemeinde. Ihr neues Album „Kill“ scheint den französischen Fans gut zu gefallen und schon nach den ersten Takten der Amis geht’s rund in der Laiterie. Wiederkehrer Rob Barrett erledigt einen fantastischen Job, so dass Jack Owen nicht wirklich vermisst wird. Über die technischen Fähigkeiten der Kannibalen muss kein Wort mehr verloren werden, denke ich. Auch Mr. Corpsegrinder selbst ist sehr gut gelaunt und macht auf der Bühne jeden Spaß mit. Er machte nur den Fehler, sich, vor dem Konzert, vor KATAKLYSM, zu den Fans in den Vorraum zu begeben. Wie ein Popstar wurde er regelrecht belagert und um Autogramme und Fotos gebeten. So viel Fannähe sieht man nicht oft. Daumen hoch!
Ansonsten, CANNIBAL CORPSE, oder „Canibale“ wie die Franzosen auszurufen nicht müde werden, sind eine Live Band aller erster Kanone. Songs wie „The wretched spawn“, „Fucked with a knife“ oder „Pit of Zombies“ wissen zu begeistern und sorgen für einen brodelnden Pit. Alle Deutschen freuten sich besonders, als zu guter Letzt (Vorletzt eigentlich) dann „Hammer smashed face“ aus den Boxen tönte. Ein wahres Highlight, obwohl sie es wohl auch einen Tag zuvor in Deutschland gespielt haben sollen, das erste Mal offiziell seit mehreren Jahren. Frau Jenal scheint wohl in Zensur-Rente gegangen zu sein. Längst überfällig. Aber gut, außer die langen Pausen zwischen den Songs, in denen Fischer immer wieder auf den Jubel der Fans wartete, der wohlgemerkt auch immer kam, eine geile Show.



Wer noch nicht in der Laiterie in Strassburg ein Konzert genießen konnte und in der Umgebung von 2 Stunden wohnt, sollte sich wirklich einmal dorthin begeben. Jedes Mal ein wahres Erlebnis. Sehr geiles Konzert! (Bernie)

Alle Bilder von Max (gesichterparty.de). Mehr Bilder findet ihr natürlich in unserer Gallerie.
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