Electric Guitars Rock n Roll RadioELECTRIC GUITARS haben mich mit ihrer neuen Platte "Rock'n'Roll Radio" förmlich weggeblasen. Daher nahm ich mir die beiden Dänen für ein Interview zur Seite, und dabei kamen nicht nur interessante Details zur neuen Platte heraus.

Pascal: Wie viel Zeit nahm der Aufnahmeprozess in Anspruch?

Mika: Wir haben angefangen und zwischendrin immer mal wieder aufgehört, im Sommer 2016 etwa. Insgesamt eventuell so einen Monat.

Pascal: „String Fever“ liegt jetzt nicht so lange zurück, wie habt ihr es geschafft, trotz Sørens Verpflichtungen bei D.A.D., ein neues Album aufzunehmen?

Mika: „String Fever“ wurde 2014 geschrieben, auch hier haben wir angefangen und aufgehört. Wir nehmen immer die ganze Band auf und machen später dann ein paar Overdubs.

Søren: Die ersten Songs hatten wir im Mai 2016, die letzten Arbeiten wurden im November erledigt. Wir mussten es auf die Art machen, weil wir für den Sommer das Angebot bekamen, mit GLENN HUGHES „Resonate“ zu machen. Wenn du eine solche Anfrage bekommst, setzt du alles daran es zu tun!

Pascal: Wie nehmt ihr auf? Live?

Mika: Ja, wir nehmen live im Studio auf. Das Meiste was man hört klingt genauso wie zu dem Zeitpunkt, als wir es im Studio zusammen gespielt haben.

Søren: Alles ist etwas voneinander isoliert, dadurch können wir später Fehler und Ausbesserungen vornehmen. Der gesamte Gesang besteht aus Overdubs, nur so können wir es richtig machen.

Pascal: Wie kam die Freundschaft mit D.A.D. zustande?

Mika: Wir kennen uns bereits seit einigen Jahren. Daher fühlte es sich nur natürlich an zusammen zu arbeiten. Wir spielten bei einigen ihrer Shows als Support.

Søren: Natürlich machte es einen großen Unterschied, dass ich auf ihrer Sommertournee den Bass übernahm. Wir fanden ziemlich schnell heraus, dass wir den gleichen Musikgeschmack haben.

Pascal: Wann habt ihr entschieden, dass die Binzer-Brüder euer Album produzieren?

Mika: Genau genommen hat es nur Jacob Binzer produziert. Jesper hat „Headless Chicken“ eingesungen und zusammen mit uns geschrieben.

Søren: Es war völlig natürlich, nachdem ich mit ihnen auf Tour war. Wir brauchten das! Cobber ist ein fantastischer Musiker. Es machte für die Produktion einen großen Unterschied.

Pascal: Wie viel Einfluss hatten die beiden auf das Songwriting? Eure bisherigen Alben waren allesamt super, aber „Rock’n’Roll Radio“ fühlt sich wie eine kreative Explosion an.

Mika: Es war fantastisch, Jacob als Produzent im Studio zu haben. Er hat so viele gute Alben gemacht, so konnten wir uns entspannen und auf seine Ideen verlassen.

Søren: Es war eine große Entlastung, ihn im Studio an Bord zu haben. Er wusste wo die Reise hingeht...

Pascal: Wer hatte die Idee für die lustigen Lyrics zu „Headless Chicken“?

Mika: Wir wollten einen Song haben, der von Menschen handelt, die nicht wissen wohin es geht. Daher kamen die Headless-Chicken-Zeilen, als Jesper dann ins Studio kam, vollendete er das Ganze.

Søren: Wir hatten die Hookline, aber Jesper brachte es auf ein ganz anderes Level.

Pascal: Auch bei „Bambi On Ice“ musste ich mich halb totlachen, was für ein großartiger Song! Woher kam die Inspiration? Eher von einem alten Disney-Film, oder von einem besoffenen Mädel?

Mika: Nun ja, ich kannte da ein Mädchen, das immerzu verdammt betrunken wurde. Eines Abends half ich ihr nach Hause zu kommen. Ein Freund schrieb mir später „Hast du Bambi sicher über das Eis nach Hause gebracht?“. Das war die Inspiration für das Stück!

Pascal: Wenn ich mir „Swagman“ anhöre, klingt er wie ein sehr düsterer Titel mit unglaublich viel Dynamik und einem dramatischen Verlauf von Anfang bis Ende. Wie habt ihr den Song geschrieben?

Mika: Es begann alles mit dem Riff – wie fast alle unserer Songs. Wir wollten das Stück heavy und im guten alten „Sabbath“-Stil halten.

Søren: Das Riff ist schon über 10 Jahre alt. Ich hatte es immer in meinem Kopf, aber es passte nie in eine meiner Bands. Jetzt passte es...

Pascal: Wenn ihr Solos spielt, wie teilt ihr die einzelnen Teile unter euch auf? Kämpft ihr im Studio?

Mika: Wir haben so viel Respekt voreinander, dass wir uns einfach leiten lassen. Was dann am Besten klingt nehmen wir. Um solche Dinge wird bei uns nicht gekämpft.

Søren: Das ist für uns eine ganz natürliche Sache...

Pascal: Wie sieht bei euch das Songwriting aus? Schreibt ihr zusammen oder jeder für sich und ihr tauscht euch dann aus?

Mika: Beides eigentlich. Viele der Riffs entstehen beim Soundcheck. Die Musik auf „Stay Under The Radar“ entstand zu 100% auf diese Weise. Der Text wurde dann zuhause geschrieben und anschließend im Studio aufgenommen.

Søren: Mika und ich kommen zusammen, wenn die Zeit reif ist. Mit Pro Tools, EZ Drummer und unseren Gitarren. Sechs Stunden später haben wir eventuell zwei Songs zusammen.


"Nun ja, ich kannte da ein Mädchen, das immerzu verdammt betrunken wurde."

Meine Vermutung für "Bambi On Ice" tirifft tatsächlich zu.


Pascal: Hier in Deutschland kennen wir nicht so viele dänische Rockbands. Ich bin aber ziemlich sicher, dass es bei euch mehr Bands als ELECTRIC GUITARS, D.A.D. und VOLBEAT gibt. Wie groß ist die Musikszene in Dänemark?

Mika: Groß! Es gibt eine Menge cooler Bands in Dänemark.

Søren: Rock ist groß in Dänemark. Wir haben viele großartige Bands und wir sind sehr glücklich darüber, dass wir endlich einen reinen Rock-Radiosender haben „MyRock“. Es wird größer und größer...

Pascal: Welche Musik hört ihr in eurer Freizeit?

Søren: Mika hört nie Musik! Haha... wahre Geschichte! Aber ich bin ein Junkie. Ich höre mir alles an! Total schizophren.... MASTODON, MICHAEL JACKSON, FU MANCHU, TOTO, ELLIE GOLDING, RIVAL SONS, THE BEATLES, usw.

Pascal: Irgendwelche Platten, die ihr unseren Lesern empfehlen möchtet?

Søren: Auf jeden Fall! Hört euch mal VINTAGE TROUBLE, THE TEMPERANCE MOVEMENT, JOMPSON BROTHERS, RIVAL SONS und THE DEAD DAISIES an.

Pascal: Was haltet ihr von all den modernen Möglichkeiten Musik zu vertreiben, wie z. B. Spotify oder YouTube. Ich lese oft darüber, dass Musiker nicht sehr viel von solchen Plattformen zurückbekommen. Auf der anderen Seite gibt es aber vielleicht mehr Airplay. Denkt ihr es ist eine gute Sache oder eher gefährlich?

Mika: Ich glaube es ist die Zukunft. Aber die Sache mit dem Geld funktioniert nicht so, wie sie sollte. Ich bin sehr froh darüber, dass viele Leute zurück zum Vinyl finden!

Søren: Es ist die Zukunft... ich hoffe, dass Spotify die Idee von Netflix aufgreift. Momentan ist Netflix sehr präsent, sie investieren ihr Geld in neue Serien, die von ihnen produziert werden. Ich sehe in Spotify eine neue Plattenfirma.
Aber Vinyl ist auch wieder im Kommen, ich liebe das.

Pascal: Als Gitarrist bin ich immer sehr am musikalischen Hintergrund interessiert. Wann habt ihr begonnen Gitarre zu spielen?

Mika: Als ich neun Jahre alt war, hörte ich JIMI HENDRIX im Radio. Es war in etwas wie „Hey, ich möchte für den Rest meines Lebens Gitarre spielen.“ und das habe ich dann auch getan.

Søren: Mit acht oder neun Jahren, „Smoke On The Water“ hat alles für mich verändert. Meine erste Elektrische bekam ich mit 12 und der Rest ist Geschichte.

interview 20170218 ElectricGuitars 2

Pascal: Hattet ihr Unterricht oder habt ihr euch alles selbst beigebracht?

Mika: Ich hatte über die Jahre ein paar Lehrer, es hilft wenn du anfängst zu spielen.

Søren: War bei mir auch so. Und viele Bücher mit Tabulatur und VHS-Lehr-Videos... 1989!

Pascal: Wer sind eure größten musikalischen Einflüsse?

Mika: JIMI HENDRIX, B.B. KING, AC/DC.

Søren: AC/DC, DEEP PURPLE, VAN HALEN, THE BEATLES, aber auch viel Zeug aus den Neunzigern wie NIRVANA, SOUNDGARDEN, FU MANCHU und später QUEENS OF THE STONE AGE.

Pascal: Irgendwelche Helden?

Søren: JIMI HENDRIX, der frühe GARY MOORE, ANGUS YOUNG, VAN HALEN und natürlich RITCHIE BLACKMORE.

Pascal: Auf eurer Webseite hab ich euer Equipment gesehen. Was sind eure Favoriten unter den gezeigten Gitarren?

Mika: Das ist eine schwierige Frage... das kann ich nicht beantworten. Sie sind alle so verschieden und ich liebe den Sound von allen.

Søren: Meine 1978 Strat ist mein Baby.

Pascal: Ihr verwendet viele Effekte, eventuell könntet ihr unseren Leser einen kurzen Überblick über die am häufigst verwendeten geben.

Mika: Lunastone ist ein neues Drive-Pedal aus Dänemark, dass wir beide sehr mögen – schaut es euch an.

Søren: Yeah, das Hauptpedal ist das Lunastone-Overdrive. Das Beste auf dem Markt, wenn es um Overdrive geht.

Pascal: Analog oder Digital? Welche Aufnahmeart bevorzugt ihr?

Mika: Ich bin ein Vintage-Typ, aber es kommt immer so viel cooles Zeug raus momentan. Also nutze ich auch digitale Sachen.

Søren: Das Gleiche gilt für mich.

Pascal: Ist es möglich, dass ihr durch Europa touren werdet? Speziell Deutschland würde mich interessieren.

Mika: Hoffentlich.

Søren: Ich bin aktuell mit GLENN HUGHES in England auf Tour, und es sieht ganz danach aus, als hätten wir viel Interesse an ELECTRIC GUITARS. Ich würde es lieben, außerhalb von Dänemark mit der Band zu touren.

Pascal: Auf eurer Webseite hattet ihr einen sehr lustigen Clip von Mike Di Lupo, ist er ein Freund von euch?

Søren: Es ist nur ein Werbeclip für Audio-Equipment. Unser Riff von „Elevator Blues“ war darauf zu hören.

interview 20170218 ElectricGuitars 1

(Quelle Fotos: Target Group)

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