interview hammerking 01Ralf: Hi Patrick. Wie geht’s, wie steht's?

Titan: Hi Ralf, schön mit Dir zu sprechen! Ich kann nicht klagen, es läuft sehr, sehr gut zur Zeit. Unser neues Album ist seit einem Monat auf dem Markt, die Reviews sind sehr gut, Interviews mehren sich. The King Is Rising!

Ralf: Zuerst Gratulation, zum zweiten HAMMER KING-Album! Eine echte Steigerung zum Debüt oder siehst Du das anders?

Titan: Vielen Dank, das freut mich zu hören. Es ist so, dass ich unser Debüt "Kingdom Of The Hammer King" und die Songs daraus nach wie vor stark finde. So geht es mir mit dem Material von "King Is Rising" natürlich auch – aber ich erkenne schon, dass unser zweites Album ein dichteres, massiveres und intensiveres Feeling hat als das Debut. Wir sind mehr auf dem Punkt, haben mehr erfahren, das fühlt man und das hört man.

Ralf: HAMMER KING ging ja aus IVORY NIGHT hervor. Wer kam auf die Idee und welches Konzept steckt eigentlich hinter dem behämmerten König? Existieren IVORY NIGHT noch?

Titan: Ein Teil der Legende sagt, dass der HAMMER KING die Band 1978 in Castle Rockfort, Saint-Tropez, gegründet hat. Im ersten Video sieht man also quasi, wie er uns auswählt. Wir hatten natürlich verschiedene Bands zuvor, IVORY NIGHT war natürlich eine davon. Aber ich bin sehr zufrieden, Teil von Hammer King zu sein und habe in den letzten Jahren keine Ambitionen gehabt, etwas mit IN zu machen. Für mich persönlich ist das abgeschlossen.

Ralf: Ihr macht ja so etwas wie Gute-Laune-Metal. Habt aber einen Panzer auf dem Cover etc. Wie geht das zusammen?

Titan: Zitat Dolph A. Macallan – "weil wir auch mal schlechte Laune haben". Ich empfinde ehrlicherweise weder uns, noch HELLOWEEN, noch sonstwen außer vielleicht EDGUY als Gute-Laune-Metal. Wobei ich damit EDGUY vielleicht auch ungerecht werde. HAMMER KING spielen Heavy Metal, ich entstamme der Zeit, in der es eben noch Heavy Metal war und kein Power Metal oder True Metal. Man darf sich gar nicht zu viele Gedanken machen, Heavy Metal ist es!

Ralf: Eure Songs auf dem aktuellen Album scheinen für Liveauftritte geschrieben zu sein, achtet ihr beim Songschreiben, darauf, dass die Stücke auch live funktionieren?

Titan: Wir legen viel Wert darauf, dass die Songs nichts enthalten, was sie nicht wirklich brauchen. Haben wir zum Beispiel ein prägnantes Riff, dann gibt es kein Solo drüber und selten eine zweite Stimme. Umgekehrt ist es aber so, dass wir unter zweistimmige Melodie-Gitarren keine Rhythmusgitarre legen, die live sowieso niemand spielt.
Dadurch sind die Songs automatisch sehr gut live-tauglich und es ist tatsächlich so, dass wir es in keiner vorherigen Band je so leicht hatten, live unbekannte Stücke zu bringen, denn die Songs funktionieren und zünden schnell.

Ralf: Wie geht Euer Songwriting von Statten?

Titan: All music and lyrics by thy majesty, the Hammer King – da steckt die Aussage komplett drin. Wir gehen ganz oft von einem Riff oder einem Intro aus und spielen einfach drauf los. Diese Jamsessions führen sehr oft sehr schnell zu weiteren Parts oder gleich zu stimmigen Songs. Wir schneiden das oft mit einem Raummikrofon mit und haben es dann eben alle zum Abhören zuhause. I Am The Hammer King vom ersten Album ist zum Beispiel in einem Take komplett fertig geworden und der ist noch heute ein absolutes Highlight bei Konzerten.
Steht ein Song im Arrangement, dann nehmen wir ein Demo auf, das wir bis zum Detail ausarbeiten. Steht genug stimmiges Material, sind wir bereit fürs Studio und pilgern ins Studio Greywolf.

Ralf: Du hast ja auch bei ROSS THE BOSS gesungen. Was denkst Du rückblickend von dieser Zeit und wie findest Du deren neuen Sänger?

Titan: Das ist eine wichtige Zeit gewesen. Ross ist einer meiner Lieblingsgitarristen gewesen und geblieben. Ich konnte sehr viel lernen und sehen. Auf dem Bang Your Head!!! Zu spielen, auf dem Masters Of Rock vor 25000 Leuten zu stehen, das war großartig und ich bin froh, das mal erlebt zu haben.
Letztlich lief aber eben auch nicht alles rund. In vielen Belangen außerhalb der Musik zumindest. Und letzten Endes gebe ich auch gerne zu, dass das zweite Album "Hailstorm" einfach nicht gut genug war. Man hätte dann sofort ein besseres drittes Album machen sollen, was aber eben nicht passiert ist. Für mich war das ein Problem, dass ich nicht erfahren genug war, um eine starkgenuge Position in der Band einzunehmen. Es waren eben viele Meinungen und kein echter Führer. Zudem wollte immer jeder, dass es wie MANOWAR 2 ist, Ross hingegen wollte von den MANOWAR-Songs weg.
Der neue Ross-Sänger ist super, er trifft Adams klanglich perfekt. Ich habe damit absolut kein Problem. Ich klinge mittlerweile gar nicht mehr nach Eric Adams und bin froh, dass ich nach mir selbst klinge.
HAMMER KING werden übrigens ROSS THE BOSS supporten, darauf freue ich mich. Das passt musikalisch sehr gut und wird uns weiterbringen – das tue ich dann For God And The King.

interview hammerking 02

Ralf: Beschreibe mal das Gefühl auf der Bühne zu stehen und die Leute zu eigenen Songs ausrasten zu sehen?

Titan: Die Antwort ist sehr einfach: Es ist absolut großartig und gibt sehr viel Kraft! Es ist eine der besonderen Eigenschaften des Heavy Metal, dass die Band und das Publikum zu einer Einheit werden. Als Highlights sind Kaiserslautern und Österreich präsent. In beiden Fällen hat das Publikum die Band regelrecht getragen!

Ralf: Ihr habt ja auch kürzlich in Rom gespielt. Wie kam der King an und unterscheiden sich die italienischen Fans von unseren oder generell?

Titan: Die Deutschen Fans gelten ja als eher steif, was sie meiner Meinung nach nicht unbedingt sind, die Griechen und die Südamerikaner sind sehr wild und leidenschaftlich – die Italiener sind ganz anders: Sie sind emotional und zugleich vornehm. Wir haben sie auf unsere Seite gezogen an dem Abend und Hammer King waren tatsächlich die einzige Band, deren Bandname zwischen den Songs skandiert wurde. Wir haben die Fans dort sehr geschätzt und uns sehr wohl gefühlt. Es war auch großartig, unseren Labelchef Enrico Lecese kennenzulernen. Auf eine baldige Wiederholung!

Ralf: Darf man irgendwann mit einer Reunion mit MENOFWAR rechnen?

Titan: Hahaha, die gab es doch schon – unter dem Namen "Ross The Boss". Aber im Ernst: Von mir aus wird es das nicht wirklich geben. Wir haben damals eine gute MANOWAR-Tributeshow gemacht, damals hat das auch gepasst. Aber ich denke, dass die Zeiten für Covershows für mich vorbei sind. Und nachdem wir dann mit Ross selbst gespielt haben und Ross heute selbst reine MANOWAR-Tributeshows spielt, das wäre schon ziemlich lahm. Alles zu seiner Zeit!

Ralf: Ihr betreibt ja HAMMER KING als semiprofessionelle Band nebenbei, ist es Dein Ziel irgendwann mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Oder wie definierst Du „Erfolg“ für Dich persönlich?

Titan: Für mich ist eine Band nicht zwingend dann professionell, wenn sie den Lebensunterhalt bestreiten kann, denn dann wären viele Alleinunterhalter professionell und fast keine Metalband mehr. Denn mal ehrlich, die Liste der professionellen Bands, die tatsächlich Musiker ernährt, ist unglaublich kurz. Wer von diesen Bands dann nicht mindestens Instrumentalunterricht gibt, Nebenjobs macht und so weiter...?
Ich glaube, dass man professionell arbeiten kann, auch wenn man zwei Jobs hat. HAMMER KING wächst und trägt sich trotz steigenden Ausgaben selbst, so etwas hatte ich zuvor noch nicht erlebt. Bei ROSS THE BOSS waren die Ausgaben hoch genug, da ging das auch nicht.
Erfolg ist es, wenn man gute Platten macht, wenn mehr Shows kommen, die Shows größer werden, die Songs und Platten besser werden. All das ist wichtig, der Rest zählt nicht.

Ralf: Wer oder was infizierte Dich einst mit dem Metalvirus?

Titan: Meine erste Metalplatte war "Triumph & Agony" von WARLOCK, richtig erwischt hatten mich dann aber HELLOWEEN. Michael Kiske ist für mich bis heute in dieser Sparte der unangefochten ultimative Sänger. Er hat eine Stimme wie flüssiges Gold.

Ralf: Was steht an mit dem KING?

Titan: Man hat uns einige interessante Support-Slots angeboten, hoffentlich klappt das meiste davon, außerdem haben wir einen hilfreichen Vertrag mit einer Booking-Agentur abgeschlossen – wir werden also verstärkt spielen und hoffentlich mehr und mehr Länder erreichen. Wir sind bereit und können es kaum erwarten, auf die Bühnen zu kommen! Die neuen Songs des King werden Anfang nächsten Jahres sicherlich überreicht und wir werden anfangen, daran zu arbeiten – nach dem Album ist vor dem Album!

(Ralf)

interview hammerking 03
Quelle Bilder: Band

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