20160921 interview ryan Airbourne 1Mit der Veröffentlichung von "Breakin' Outta Hell" steht die vierte Platte der Hardrock-Senkrechtstarter aus Australien an. Wir haben uns Ryan ans Telefon geholt, um mehr über die neue Platte, das Tourleben und den Rock'n'Roll von AIRBOURNE zu erfahren.

Pascal: Hi Ryan, wie geht's dir?

Ryan: Gut, dankeschön.

Pascal: Euer viertes Album "Breakin' Outta Hell" steht kurz vor der Veröffentlichung. Wie fühlst du dich?

Ryan: Ich bin sehr aufgeregt. Wir haben das Gefühl, dass diese Platte etwas wirklich Besonderes ist. Das hängt mit der Band zusammen und der lockeren Herangehensweise. Genau davon handelt auch der Titel "Breakin' Outta Hell" - eine gute Zeit zu haben.

Pascal: Damit hast du dann meine Frage vorweg genommen, wofür der Titel steht.

Ryan: Ja, der steht ziemlich genau dafür. Es ist eine Art Statement dazu, wofür wir stehen und schon immer gestanden haben. Was auch immer in deinem Alltag passiert, leg diese Platte auf und gönn' dir einen Drink (lacht).

Pascal: Wer hatte die Idee für das Artwork?

Ryan: Als wir zuhause waren, haben wir an einem Artwork für die erste Single und für ein paar T-Shirts gearbeitet. Der Künstler, der mit uns gearbeitet hatte, skizzierte Joel, wie er aus der Hölle ausbricht. Wir hatten zuvor ein wenig darüber gesprochen und es sah dann so gut aus, dass wir uns dazu entschieden haben, es für das Album-Artwork zu verwenden. Das Ganze wurde dann noch etwas verfremdet, dass Joel mehr wie ein Skelett aussieht, was wirklich cool geworden ist.

Pascal: Gibt es einen speziellen Grund dafür, dass nur Joel auf dem Cover zu sehen ist? Oder seid ihr eventuell auf ähnliche Weise im Booklet zu sehen? (Anm. d. R.: Zum Zeitpunkt des Interviews lag noch keine Fertigware des Albums vor. Daher konnte auch kein Blick in das Booklet oder die CD-Aufmachung geworfen werden).

Ryan: Nein, nur Joel. Joel ist der Frontmann, und ich denke darüber identifizieren uns die Fans. Das passt einfach.

Pascal: Kommen wir nun zu ein paar spezielleren Fragen zu den einzelnen Songs. Bei "Rivalry", nebenbei gesagt ein echt starker Song, gegen wen rivalisiert ihr da?

Ryan: Danke. Na ja, es ist eigentlich ganz allgemein geschrieben. So gesehen ist es ein Song, den du auflegst, wenn du irgendeinen Sport machst, ein Football-Turnier oder vielleicht ein Box-Turnier. Es ist also nicht auf eine bestimmte Person bezogen, es geht eher um die Situation an sich. Man könnte es auch auf die Situation in der Schule übertragen. Wo man schief angeglotzt wird, wenn man Metal hört, auch da rivalisiert man irgendwie.

Pascal: Also hat es nichts damit zu tun, dass Joel auf der Bühne mit einem anderen Bandmitglied rivalisiert?

Ryan: Nein (lacht).

20160921 interview ryan Airbourne 2

Pascal: Bei "Thin The Blood" singt Joel die Textstelle "I Got My Mojo Working". Das ist ein bekannter Song von MUDDY WATERS. Zeigt ihr uns damit eure Blues-Wurzeln?

Ryan: Ah, hat er das geschrieben? Ich schätze schon, wir hören immerzu Blues-Musik, ebenso wie alles andere, was wir so hören. MUDDY WATERS gehört auch dazu. Ich schätze, dass diese Stelle davon inspiriert wurde, ich hoffe mal das es so ist (lacht).

Pascal: In einem anderen Song singt Joel davon, dass er für eine Sache in die Hölle kommen wird ("I'm Going To Hell For This"). Was hat er denn angestellt, dass er in die Hölle muss?

Ryan: Nun ja, der Song geht um Dinge die man tut, obwohl man weiß, dass sie falsch sind. Man tut sie natürlich trotzdem, jeder kennt solche Sachen (lacht).

Pascal: Ok, ich weiß genau, was du meinst. In einem anderen Song singt Joel darüber, dass er ziemlich verrückt wird, wenn er trinkt ("When I Drink I Go Crazy"). Ich denke jeder von uns kennt solche Situationen, hast du irgendeine verrückte Geschichte für unsere Leser, was dir so zugestoßen ist?

Ryan: Während den Aufnahmen zur neuen Platte hab ich mir das Fußgelenk gebrochen, wegen der Trinkerei. Dann brach ich mir einen Teil von meiner Hand, wegen der Trinkerei. Also ja, ich kenne mich da etwas aus. Wir würden aber niemals etwas tun, dass unsere Live-Show gefährdet. Aber nach der Show... (lacht dreckig)

Pascal: Ok, wo wir gerade dabei sind. Ich hab euch vor ein paar Monaten auf dem Saarmageddon-Festival hier in Deutschland gesehen, und nach wie vor trinkt Joel bei "Cheap Wine And Cheaper Women" auf der Bühne eine Flasche Wein. Das war natürlich nicht das erste Mal, dass ich euch sah, aber ich hab mich schon immer gefragt, ob in der Flasche wirklich Wein ist. Ich meine, eine ganze Flasche Wein?! Ich wäre danach wahrscheinlich sturzbetrunken.

Ryan: Nun ja, in der Flasche ist "Ginger Wine", ich bin nicht sicher ob es diesen in England gibt.

Pascal: Ok, nun noch ein paar Fragen zum Songwriting. Soweit ich das weiß, schreibst du und Joel gemeinsam die Musik. Wie packt ihr die Sache an? Trefft ihr euch, wenn ihr mal etwas Freizeit habt? Für mich fühlt es sich nämlich so an, als seid ihr ununterbrochen auf Tour.

Ryan: Wir sammeln immerzu Ideen, auch auf Tour. Wir wohnen allerdings nicht weit voneinander entfernt, daher können wir zuhause an dem Material relativ einfach weiterarbeiten. Wir rufen uns an, und wenn jeder Zeit hat, geht's los. Wir treffen uns, klären womit wir weiterarbeiten wollen und dann stellen wir den Song fertig.

Pascal: Joel schreibt alle Gitarrenspuren allein, oder spielst du noch ein anderes Instrument?

Ryan: Nein, nur Schlagzeug. Joel kümmert sich um alles, was die Gitarren betrifft.

Pascal: Für mich klingt der Sound von "Breakin' Outta Hell" deutlich anders als der von "Black Dog Barking". Welche Unterschiede gab es bei der Produktion und dem Aufnahmeprozess im Vergleich zum Vorgänger?

Ryan: "Black Dog Barking" wurde gemeinsam mit Brian Howes aufgenommen. Wir wollten nun aber wieder mit Bob Marlette, der auch für unser Debüt verantwortlich war, zusammen arbeiten. Mike Fraser, den wir bereits bei "No Guts No Glory" als Mixer dabei hatten, sollte sich wieder um den Mix kümmern. Es fühlte sich gut an, beide Personen hier in Australien zu haben. Darüber hinaus wollten wir einen anständigen Sound auf Tape haben. Letzten Endes lief alles so, wie wir es uns vorgestellt haben.

Pascal: Was hat euch für das Album inspiriert?

Ryan: Wir wollten dieses Mal einmal mehr einen möglichst persönlichen Sound, um die Persönlichkeit der Band gut einzufangen. Hol dir zum Beispiel den Song "When I Drink I Go Crazy", das ist genau genommen ein Song über uns selbst (lacht). Wir wollten eine Platte, die zeigt, was uns ausmacht. Und in seiner Gesamtheit zeigt "Breakin' Outta Hell" sehr schön, was uns ausmacht und wofür wir stehen.

Pascal: Ihr werdet am 12. September eure Tour in Amerika beginnen und anschließend gemeinsam mit VOLBEAT in Europa unterwegs sein. Weißt du schon, ob anschließend noch Headliner-Konzerte, speziell hier in Deutschland, geplant sind?

Ryan: Ja, nachdem die Tour beendet ist, wird es noch Headliner-Shows geben.

Pascal: Ok, also werdet ihr 2017 mit einer vollen AIRBOURNE-Show zu uns zurückkehren.

Ryan: Ganz genau.

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Pascal: Denkst du, ihr werdet in Zukunft ein Live-Album oder eine Live-DVD veröffentlichen?

Ryan: Ich hoffe es. Wir sprechen schon sehr lange darüber, waren aber immerzu mit den anderen Veröffentlichungen beschäftigt. Aber wir haben es definitiv in Planung.

Pascal: Ok, die Bonus-DVD von eurer Wacken-Show für "Runnin' Wild" ist zwar cool, aber eine wirklich eigenständige DVD wäre schon interessant.

Ryan: Yeah.

Pascal: Was spielst du lieber? Club-Shows oder Festival-Shows?

Ryan: Ich mag beides. Festivals sind groß, mehr Luft und mehr Freiraum. Aber beide Arten haben ihren eigenen Spirit. An einem Abend spielst du vor ein paar tausend Leuten auf einem Open Air und einen Tag später stehst du vor einem kleineren Publikum, wo jeder ein Bier in der Hand hält. [PS1]

Pascal: Kehren wir zu euren Ursprüngen zurück. Ihr habt in sehr kleinen Pubs in Australien angefangen, oder?

Ryan: Yep.

Pascal: Wie seid ihr an einen Plattenvertrag gekommen? Kam irgendein Typ von einer Plattenfirma zu euch oder wie lief die Sache ab?

Ryan: Grundsätzlich waren wir in ganz Australien konstant auf Tour und haben extrem energiegeladene Shows gespielt. Eben das, was man auch heute noch von uns kennt. Das hat sich bis L.A. rund gesprochen, und "Capitol Records" kamen daraufhin zu einer unseren Shows in Sydney. Wir wohnten zu der Zeit in Melbourne, und das ist ein gutes Stück zu fahren, unterwegs ging zu allem Überfluss unser Van kaputt (lacht). Der musste dann erst mal repariert werden, und es wurde alles recht stressig. Glücklicherweise haben wir es dennoch geschafft.

Pascal: Das Tourleben ist nicht ganz so einfach, wie sich das manch einer vielleicht vorstellt. Wie hält ihr euch fit auf Tour?

Ryan: Wir spielen die Show (lacht)?! Die Show an sich reicht bereits, vielleicht auch nicht, aber für uns schon.

Pascal: Sind weitere Videos zur neuen Platte geplant? Bisher gibt es ja nur das Lyric-Video zum Titeltrack.

Ryan: Ja, wir haben ein Video zu "Rivalry" gedreht. Es wird noch daran gearbeitet, aber das wird wirklich cool. Ich schätze das kommt im September raus.

Pascal: Wie denkst du über die Sache mit AC/DC, Axl Rose ersetzt Brian Johnson?

Ryan: Nun ja, ich denke sie mussten das tun, was andererseits natürlich wirklich bedauernswert für Brian ist. Aber sie mussten ja irgendwie weiter machen. "Rock Or Bust" hat wirklich gerockt, worüber ich sehr froh bin.

Pascal: Hast du die Band mit Axl live gesehen?

Ryan: Nein, noch mit Brian.

Pascal: Nun zu ein paar eher persönlichen Fragen. Welches Schlagzeug spielst du? Hast du einen Vertrag mit einer Firma?

Ryan: Ja, mit Tama.

Pascal: Hattest du Unterricht, als du mit dem Spielen angefangen hast?

Ryan: Ich hatte Unterricht bei einem Freund, mit dem ich aufgewachsen bin.

Pascal: Ihr seid aber beide mit Musik groß geworden, also du und Joel, oder?

Ryan: Ja, unsere Eltern spielten Folk-Musik und solche Sachen. Sie sind sehr jung geblieben.

Pascal: Ok, also habt ihr die Musik im Blut.

Ryan: Ja vielleicht (lacht).

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Pascal: Hast du sonst noch Hobbys, wenn ihr mal etwas Auszeit habt?

Ryan: Nun ja, wir gehen gerne in einen schönen Pub (lacht).

Pascal: Wie denkst du über Streaming-Geschichten wie Spotify, iTunes und all das Zeug? Viele Musiker sehen das ja eher negativ, unter anderem wegen der schlechten Bezahlung.

Ryan: Na ja, als wir angefangen haben Musik zu machen, haben wir nicht wirklich übers Geld verdienen oder die Musikindustrie nachgedacht. Um ehrlich zu sein konnte man in den letzten zehn Jahren nicht wirklich Geld mit Platten verdienen. Für uns sind das alles nur Plattformen, um die Band bekannter zu machen. Man hofft darauf, dass die Leute Tickets für unsere Shows kaufen. Durch solche Plattformen kann man die Musik auf einfache Weise weltweit verteilen, so kann jemand in Russland oder Brasilien z. B. in den Genuss unserer Musik kommen, ebenso wie in Argentinien. Wenn wir dann mal in Russland spielen, kennen uns die Leute und kaufen ein Ticket.

Pascal: Ja, das ist definitiv einer der positiven Punkte an dieser Sache. Ihr habt von "Roadrunner Records" zu "Spinefarm" gewechselt. Gibt es dafür einen bestimmten Grund, oder lief einfach der Vertrag aus?

Ryan: Die Option war offen, und "Spinefarm" hat sich sehr ins Zeug gelegt, daher haben wir dann gewechselt.

Pascal: Für die kommende Tour werdet ihr wieder nach Australien zurückkehren. Wie lange liegt es zurück, dass ihr zuletzt in eurer Heimat gespielt habt?

Ryan: Das ist schon eine ganze Weile her, irgendwann zu "Black Dog Barking"-Zeiten. Es fühlt sich gut an nochmal zuhause zu spielen, unter anderem in Melbourne. Wir freuen uns darauf.

Pascal: Und ich bin ziemlich sicher, dass die Leute da unten ausflippen werden.

Ryan: Das denke ich auch.

 

Pascal: Gibt es einen speziellen Ort auf der Welt, wo du gerne mal spielen würdest? Eine besondere Halle oder ein besonderes Land vielleicht?

Ryan: Südamerika wäre cool. Wir haben es bisher noch nicht dorthin geschafft und haben dort viele Fans.

Pascal: Ok, das war es soweit von mir. Danke für deine Zeit und bis demnächst auf Tour, einen schönen Tag noch.

Ryan: Danke dir, dir auch.

 

20190921 interview mit ryan

(Quelle Fotos: Another Dimension, Martin Philbey)

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