20160522 interview Dave RivalSons 000Mit "Hollow Bones" erscheint dieses Jahr das vierte Album der Kalifornier RIVAL SONS. Wir haben uns vorab mit Bassist Dave über die Tourneen mit DEEP PURPLE, BLACK SABBATH und natürlich über die neue Platte selbst unterhalten.


Pascal: Hallo Dave, wie geht es dir?

Dave: Gut, und selbst?

Pascal: Auch gut, danke. Liege ich richtig, dass ihr momentan eine kleine Tourpause habt?

Dave: Ja genau, wir sind noch für ein paar Wochen zuhause. Anschließend setzen wir die Tour mit BLACK SABBATH in Australien und Europa fort.

Pascal: Also kannst du dich jetzt noch ein klein wenig erholen, kein Studioaufenthalt?

Dave: Nein, einfach zuhause.

Pascal: Wie lief die Tour bisher?

Dave: Der erste Teil in Nordamerika und Kanada lief super, das Publikum und die Reaktionen der BLACK SABBATH-Fans waren fantastisch. Bisher läuft alles bestens.

Pascal: Freust du dich bereits darauf die Tour bald fortzusetzen?

Dave: Ja, auf jeden Fall. In Australien spielen wir zum ersten Mal.

Pascal: Oh cool, das war mir gar nicht bewusst. Auch wenn ich ziemlich sicher bin, dass euch das Publikum dort lieben wird, drücke ich euch die Daumen.

Dave: Das hoffen wir auch (lacht). Auf dem ersten Teil hatten wir schon ein super Publikum, ich denke das ist ein guter Ausgangspunkt für den zweiten Teil.

Pascal: Ich habe euch letztes Jahr in Trier im Vorprogramm von DEEP PURPLE gesehen und es war schlichtweg grandios. Schaut man sich eure bisherigen Tourdaten so an, stößt man auf DEEP PURPLE und nun auch BLACK SABBATH. Wie ist es für dich, mit solchen Legenden auf Tour zu sein?

Dave: Es ist erstaunlich. Das ist etwas womit man niemals rechnen würde. Natürlich denkt man als Musiker hin und wieder „Man könnte ja mal mit dieser Band, oder mit dieser auf Tour gehen“. Wenn dann aber tatsächlich eine solche Band bei dir nachfragt, ob du für sie das Konzert eröffnen würdest, ist das etwas ganze Besonderes. Wir fühlen uns da sehr privilegiert.

Pascal: Wurdet ihr von DEEP PURPLE gut behandelt? So wie ich das auf dem Konzert mit bekommen habe, hat sich Jay für den guten Sound bedankt.

Dave: Ja, wir können uns da bei unseren Soundmännern und natürlich der DEEP PURPLE-Crew bedanken und bei allen anderen, die beteiligt waren. Alle waren sehr zuvorkommend und nett zu uns, und es war als wären wir alle gut befreundet. Wir bekamen alles was wir benötigten, und das ermöglichte es uns eine super Show hinzulegen. Es klang gut, sah gut aus und rundherum stimmte ebenfalls alles.

Pascal: Den Eindruck hatte ich auch, ein wahnsinnig gutes Konzert.

Dave: Dankeschön.

Pascal: Ich möchte nun gerne ein wenig über das neue Album „Hollow Bones“ sprechen. Wann habt ihr die Platte denn aufgenommen? Mir kommt es so vor, als wärt ihr seit der Veröffentlichung von „Great Western Valkyrie“ durchgehend auf Tour?

Dave: (Lacht) Ja das stimmt. Wir waren im Oktober, kurz vor dem Start der DEEP PURPLE-Tour, im Studio. Wir mussten schnell sein und hatten nur 3 ½ Wochen Zeit, wir sind also rein und wieder raus. Die Platte wurde in einer wirklich kurzen Zeit aufgenommen und danach ging es dann direkt auf Tour mit DEEP PURPLE.

Pascal: Hattet ihr bereits alle Songs geschrieben, bevor ihr ins Studio seid?

Dave: Nein, wir haben alles in den 3 ½ Wochen im Studio geschrieben.

Pascal: Wie sieht euer Songwriting generell aus? Schreibt ihr die Songs alle gemeinsam in einem Raum, oder sammelt jeder eigene Ideen und diese kommen dann zusammen?

Dave: Es ist ein bisschen von allem. Jeder kommt mit Ideen, Jay hat hier einen Song, Scott und ich haben hier einen Anfang. Wir setzen dann irgendwo an und arbeiten damit weiter. Wenn der musikalische Teil erledigt ist, kümmert sich Jay um die Texte. Die Ideen kommen uns meistens live im Studio, wir spielen uns gegenseitig Dinge zu und probieren aus was passt. Gemeinsam entscheiden wir dann, so nach dem Motto „Versuch das mal“, „Vielleicht könnte das da passen“, je nachdem wer eben eine Idee hat. Auf diese Weise arbeiten wir, die Songs entstehen also vom Fleck weg.

Pascal: So klingt es auch, sehr spontan. Viele Bands nehmen heute ja sogar auf ohne sich persönlich zu sehen, meiner Meinung nach hört man das letzten Endes in der Musik.

Dave: Yeah.

20160522 interview Dave RivalSons 001

Pascal: Wie viele Freiheiten hast du auf dem Bass? Spricht dir da jemand rein oder liegt es ganz in deiner Macht?

Dave: (Lacht) Nein, jeder kann tun und lassen worauf er Lust hat. Ich denke jeder geht so vor, dass er den Song im Blick hat und sich Gedanken darüber macht, was als Bestes passt. Wir haben niemanden in der Band, der alles bestimmt, jeder kann sein Instrument so spielen wie er es für richtig hält. Auf diese Art funktioniert es für uns am Besten.

Pascal: Der Sound auf der neuen Platte finde ich richtig gut. Auf dem letzten Album hattet ihr einen Effekt auf den Gesang von Jay gelegt, nicht jeder konnte sich damit anfreunden. Auf „Hollow Bones“ ist davon nichts mehr zu hören. War das eine bewusste Entscheidung?

Dave: Ich denke nicht dass es eine bewusste Entscheidung war. Weißt du, wir fanden einfach dass es so gut klingt und Jays Stimme nicht wirklich einen Effekt benötigt. Daher haben wir dann auch nicht weiter daran herum gefeilt. Auf der letzten Scheibe war es auch keine bewusste Entscheidung. Es ist meiner Meinung nach eher eine Art Overdrive für die Stimme. Jay ist darüber hinaus verdammt gut mit dem Mikro und kann das Ganze manipulieren wie es ihm beliebt. Wir haben es dieses Mal dann dabei belassen, da seine Stimme einfach großartig klingt.

Pascal: Für mich klingt „Hollow Bones“ ziemlich verspielt. Es ist nicht ganz so direkt wie „Great Western Valkyrie“. Ich mag das, bisher war jede Platte anders und das erinnert mich ziemlich häufig an LED ZEPPELIN. Ist es für euch sehr wichtig, dass ihr mit jeder Platte etwas anderes macht und euch musikalisch weiter entwickelt?

Dave: Ja, absolut. Da denken wir wohl alle gleich, immer weiter nach vorne und von der Stelle kommen. Wir wollen uns nicht selbst wiederholen. Für einen Künstler ist das nicht wirklich interessant, sonst würde man ja immer das gleiche Produkt herstellen. Wir möchten uns selbst herausfordern und voran treiben.

Pascal: Würdest du auch sagen, dass die RIVAL SONS sehr offen mit Musik umgehen? Auch hinsichtlich der kommenden Alben meine ich.

Dave: Definitiv.

Pascal: Gibt es auf „Hollow Bones“ ein spezielles Konzept? Der Titeltrack ist dieses mal z.B. aufgeteilt in „Hollow Bones Pt.1“ und „Hollow Bones Pt.2“. Was hat es damit auf sich?

Dave: Dahinter verbirgt sich ein Konzept in den Lyrics von Jay. „Hollow Bones Pt. 2“ wurde im Studio vor dem ersten Teil fertiggestellt. Als wir damit fertig waren wussten wir, dass wir das irgendwie fortsetzen wollten und da kam dann Part 1 ins Spiel. Jay überlegte sich was und stellte ein Konzept dahinter.

Pascal: Dann gibt es noch diese unglaubliche Coverversion von "Black Coffee“. Wer hatte dazu die Idee?

Dave: Der Track wurde ursprünglich für ein Tribute-Album aufgenommen. Aber es ist ziemlich hart wenn man erfährt, dass es niemals erscheinen würde.

Pascal: Bisher kannte ich die Version nur von Spotify.

Dave: Ja, wir sind sehr stolz und zufrieden mit der Version und wollten sie niemandem vorenthalten. Der Track wurde komplett live eingespielt und wir haben ziemlich alles so belassen wie es war. Wir lieben den Song und finden die Aufnahme richtig gut. Da wir uns sicher waren, dass noch nicht jeder diese Version kennt, haben wir sie aufs Album gepackt.

Pascal: Ich mag eure Version, kamen Background-Sängerinnen zum Einsatz oder stammt der gesamte Gesang von Jay?

Dave: Ich glaube es waren 2-3 Background-Sängerinnen dabei.

Pascal: Wie ich gesehen habe, sind viele eurer Songs auf Spotify. Auch einige Akustik-Sessions speziell für Spotify. Wie denkst du über solche Streaming-Angebote, für viele Bands sind Spotify und Co die Verkörperung des Teufels.

Dave: Um ehrlich zu sein finde ich, dass wir alle irgendwie damit zurechtkommen müssen. Mittlerweile ist es ein wichtiges Werkzeug um deine Musik an die Leute zu bringen. Wir versuchen nicht in der Vergangenheit zu leben, das entspricht nicht der Realität. Aber die grundlegenden Strukturen solcher Dienste müssen sich definitiv noch verbessern. Zum Beispiel wie die Künstler für ihre Musik bezahlt werden, denn damit verdienen wir eben unseren Lebensunterhalt. Es ist schon ein wenig niederschmetternd, wenn du eine E-Mail über eine Zahlung von 3 Cent erhältst (lacht). Wenn sich an diesen Dingen noch etwas ändert, bewegt sich das Ganze auf jeden Fall in die richtige Richtung. Aber es ist natürlich kein gleichwertiger Ersatz. Alles was ich damit sagen will ist, dass wir diesbezüglich sehr gemischte Gefühle haben.

Pascal: Das andere große Ding im Netz sind die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Verwendet ihr diese Netzwerke zu Promozwecken?

Dave: Da wir immer versuchen möglichst viele Menschen mit unserer Musik zu erreichen, verwenden wir auch so was wie soziale Netzwerke. Wir könnten das aber noch besser nutzen (lacht). Wenn wir auf Tour oder im Studio sind, vergessen wir meistens etwas zu aktualisieren. Die Leute warten natürlich immer darauf, dass sich was tut. Es ist eine gute Möglichkeit die Fans auf dem neuesten Stand zu halten. Für uns ist das eine Art Werkzeug, manche Bands sind damit extrem gut und motiviert. Für uns geht es nur darum den Kontakt zu den Fans herzustellen und sie auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Pascal: Und wie siehst du die Sache auf persönlicher Ebene? Schreibst du lieber mit deinen Mitmenschen oder stehst du eher auf den persönlichen Kontakt?

Dave: Nun ja, ich hab mich ein klein wenig mit Facebook versucht zu befassen, da es für mich immer eine Art „schwarzes Loch“ war (lacht). Es gibt da so viel Schwachsinn, was du sicherlich auch weißt (lacht). Aber ich versuch das Ganze im privaten Bereich möglichst niedrig zu halten.

Pascal: Also wird man bei Facebook nicht lesen können was Dave abends in einem Restaurant isst.

Dave: Nein, niemals (lacht).

Pascal: Du bist jetzt seit etwa drei Jahren in der Band, bist du soweit mit deiner musikalischen Karriere zufrieden?

Dave: Oh ja, auf jeden Fall. Ich spiele zusammen mit Freunden in einer Band die ich liebe und reise um die Welt. Ich bin definitiv sehr zufrieden damit wie die Dinge aktuell für mich laufen. Ich könnte nicht glücklicher sein.

Pascal: Du kanntest die Band aber schon vor deinem Einstieg, oder?

Dave: Ja, Jay und ich sind schon seit 16 Jahren befreundet. Wir haben schon seit Jahren in verschiedenen Bands in der lokalen Szene von Long Beach gespielt. Wir sind alle schon länger sehr gute Freunde, irgendwann kam der Anruf ob ich einsteigen möchte, was wirklich aufregend war.

Pascal: Was sind deine persönlichen musikalischen Einflüsse?

Dave: Wow, das ist schwierig, ich mag ziemlich alles (lacht). Ich suche mir meine Musik nicht nach Genres aus, sondern anhand guter Songs. Da kommt dann alles Mögliche zusammen, von Jazz bis R’n’B.

Pascal: Also sehr aufgeschlossen.

Dave: Definitiv.

Pascal: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Dave: Es klingt für viele manchmal etwas befremdlich aber da kann ich STING nennen. Das war das erste mal, dass ich live Schlagzeug und Gitarre hörte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel auf einem Bass gespielt. Dazu haben mich eigentlich THE POLICE bewegt, die haben meine Sicht auf den Bass und wie sicher dieser auf die Band und einen Song auswirkt verändert. Wenn ich hier also irgendwen nennen sollte, dann definitiv THE POLICE.

 

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Pascal: Was mich immer aufs Neue verwundert ist die Tatsache, dass die RIVAL SONS aus L.A. stammen. Ich verbinde den Ort eher mit Bands wie GUNS N ROSES, MÖTLEY CRÜE und dem ganzen Hair-Metal-Kram der Achtziger. Wohingegen eure Musik eher britisch klingt und zum Beispiel stark an LED ZEPPELIN erinnert. Gibt es in L.A. auch andere Bands die vergleichbare Musik machen oder seid ihr die Einzigen?

Dave: Soweit ich das weiß, gibt es nicht allzu viele. Jeder hat irgendwie eine andere Sicht auf Musik dieser Form und wir wollten davon unser eigene Version machen. Aktuell ist dieser Stil hier in L.A. aber eher selten.

Pascal: Dann war es sicherlich schwierig anfangs Konzerte zu finden, oder?

Dave: Ja das war es. Aber glücklicherweise ist L.A. eine verdammt große Gegend mit unglaublich vielen Menschen. Du findest dein Publikum also. Aber es nimmt auch definitiv zu, für uns läuft es hier ziemlich gut. Die Staaten sind dennoch ein wenig langsamer in solchen Sachen als zum Beispiel Europa. In Europa erreichten wir relativ schnell ein großes Publikum, aber dank der Tour mit BLACK SABBATH durch die riesigen Arenen nimmt es auch hier immer
weiter zu. Auf diesen Konzerten sind eben einfach mehr Rock’n’Roll-Fans, was gut zu uns passt. 

An dieser Stelle musste Dave eigentlich schon den nächsten Interviewtermin entgegen nehmen, doch eine Frage konnten wir noch bis zum Klingeln des Telefons stellen.

Pascal: Gibt es bisher irgendwelche Pläne für eine Liveveröffentlichung?

Dave: Wir wollen das auf jeden Fall in Angriff nehmen, es ist nur eine Frage der Zeit. Jeder in der Band hat Lust darauf, wir müssen nur den richtigen Zeitpunkt finden.

Pascal: Ok, dann vielen Dank für deine Zeit.

Dave: Danke dir. Bye

Hier könnt ihr euch die angesprochene Version von "Black Coffee" anhören, darüber hinaus auch "Tied Up" und "Hollow Bones Part 1":



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(Quelle Fotos: Oktober Promotion)

 

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