20140217 DAD JesperBinzer Interview 06Die Dänen D.A.D. feiern zurzeit ihr 30-Jähriges Bestehen. Nach der Besprechung der dazu veröffenlichten Best-Of "30 Years 30 Hits", haben wir es uns nicht nehmen lassen Sänger Jesper Binzer ein paar Fragen zu stellen. Neben dem aktuellen Release, ging es dabei auch um eine entlaufene Bulldogge, Zukunftspläne und natürlich um die Musik hinter einer der erfolgreichsten dänischen Bands aller Zeiten!

Pascal: 30 Jahre D.A.D.? Wow, das ist eine wirklich lange Zeit. Wie fühlst du dich?

Jesper: Vielleicht ein wenig merkwürdig, wir haben all die Jahre sehr genossen. Ich bin sehr glücklich darüber, gemischt mit einem Gefühl von Dankbarkeit. Wir hatten die Möglichkeit unsere Musik und unsere Freundschaften zu verfeinern.

Pascal: Wird D.A.D. auch noch die nächsten 30 Jahre bestehen?

Jesper: Ich habe kein Problem damit, mich selbst als faltiger, verbitterter Mann zu sehen, der immer noch Gitarre spielt und dazu singt (lacht). Aber wir haben noch nie darüber gesprochen. Alle von uns sind aber der Meinung, dass wir, so lange wir kreativ sein und aus dem Nichts heraus etwas erschaffen können, auch weitermachen.

Pascal: Ich bin ziemlich sicher, dass du jede Menge Erfahrungen in all den Jahren gesammelt hast. Einige dieser Erfahrungen sind sicherlich in deiner Biografie „I Won't Cut My Hair" enthalten. Denkst du, dass das Buch ins Deutsche übersetzt wird?

Jesper: Ich habe schon mit einigen Verlagen darüber gesprochen, aber es ist ihre Sache ob sie sich die harte Arbeit machen. Ich würde mich freuen, das Buch auf Deutsch zu sehen, aber es gibt noch keine festen Pläne.

Pascal: Hast du irgendein lustiges Erlebnis, welches du unseren Lesern erzählen möchtest?

Jesper: Heute ist Stig_s Hund im Hotel entkommen – ein großes altes Hotel. Nach über einer halben Stunde auf der Flucht brachte ein Koch die schwere Bulldogge schreiend zurück: „WEM IST DIESER HUND??!!"

Pascal: Mit „30 Years 30 Hits" veröffentlichen D.A.D. dieses Jahr eine Zusammenstellung mit Songs aus der gesamten Karriere der Band. Wer hat dafür die Tracks ausgewählt? Hast du für einen speziellen Song kämpfen müssen?

Jesper: Wir sind sehr zufrieden mit der Tracklist. Wir haben noch nie eine simple Greatest Hits-CD veröffentlicht, daher wurden die Tracks von uns ausgewählt. Aber natürlich hatten wir alle unterschiedliche Wünsche. Stig wollte unbedingt „The Road Below Me", ich wollte „You Do What I've Just Done" und Jacob wollte keinen dieser Songs auf dem Album. (lacht)

Pascal: Denkst du, es wird dieses Jahr noch andere Veröffentlichungen geben? Vielleicht noch etwas bisher Unveröffentlichtes?

Jesper: Wir haben mit der „Overmuch-Box" 2009 wirklich in unseren Archiven aufgeräumt. Von nun an machen wir nur noch neue Songs. (lacht)

Pascal: Seid ihr irgendwelche „Special-Events" zum 30. Geburtstag von D.A.D. am Planen?

Jesper: 30 Gigs in Dänemark, 30 in Europa, 30 Festivals in Skandinavien... das war's!

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Pascal: Dein Bruder hat mir erzählt, die Band plane ein Livealbum namens „Made in China". Hast du dazu irgendwelche Neuigkeiten?

Jesper: Wir haben einige wirklich großartige Liveaufnahmen, sowohl von Shanghai als auch von Bejing. Mal schauen was wir mit denen machen.

Pascal: Wer kümmert sich um eure neue Webseite? Sie sieht wirklich cool aus, leider fehlen mittlerweile aber die Gitarrentabs, welche von Fans veröffentlicht wurden.

Jesper: Manchmal benötige sogar ich Tabs (lacht)! Das ist eigentlich ein großer Fehler – würde mich nicht wundern wenn es etwas mit dem Copyright zu tun hat. Ich finde auch, dass die Seite super ausschaut, obwohl mittlerweile alles bei Facebook passiert.

Pascal: Übernimmt jemand von der Band die Gestaltung der Artworks?

Jesper: Es sind meistens unsere eigenen Ideen, Stag übernimmt meistens die Handarbeit. Aber Søren A ist unser Grafikjunge, er arbeitet mit uns schon seit „No Fuel Left For The Pilgrims" und ist nach wie vor großartig.

Pascal: Wie denkst du persönlich über die Zukunft der Musikindustrie? Ich weiß, dass es sich dabei um eine schwierige Frage handelt, denn niemand kann sagen was in den nächsten zehn Jahren passieren wird. Aber mich würde interessieren wie du über das Internet und dessen Auswirkung auf die Musik denkst. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch darüber wie sich die Musik kulturell verändert hat. Ich habe immer das Gefühl, dass heutzutage die Leute der Musik nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenken wie früher.

Jesper: Ich denke Musik ist überall, aber nur als ein Teil von etwas anderem. Im Hintergrund, als Imageträger, als antreibende Kraft. Livemusik ist momentan stärker als je zuvor, aber auch dort gibt es ständig Druck. Wie in jedem Business, in Karrieren und im Leben generell. Du musst dich selbst immer wieder neu erfinden.

Pascal: Ich spiele selbst Gitarre, daher bin ich immer sehr am Equipment und den musikalischen Hintergründen interessiert. Stimmt es, dass du mit dem Schlagzeugspielen begonnen hattest?

Jesper: Wenn du mit dem Schlagzeugspielen angefangen hast, wirst du niemals die Körperlichkeit des Rock'n'Roll vergessen. Ich finde, dass es sich dabei um einen sehr wichtigen Teil meines Lebens handelt.... Aber du liegst richtig, zuerst habe ich Schlagzeug gespielt (und sehr talentiert....nicht) (lacht).

Pascal: Erinnerst du dich an deine erste Gitarre?

Jesper: Ja, eine weiße Telecaster-Kopie „Greco".

Pascal: Welche Gitarrenmodelle bevorzugst du?

Jesper: Momentan verwende ich Flying Vs – aber Gretsch-Gitarren sind aktuell meine Favoriten.


"WEM IST DIESER HUND??!!"

Nicht alle sind so tierlieb wie D.A.D.


Pascal: Wie hast du Gitarrenspielen gelernt? Hattest du Unterricht oder hast du dir alles selbst beigebracht?

Jesper: In einer Schule, eine Unterrichtsstunde die Woche von einer halben Stunde... aber dann kam Punkrock und man konnte alle RAMONES-Songs mit nur einem Akkord spielen (Dem Barré-Akkord).

Pascal: Hast du in der ersten Zeit viele Songs gecovert um das Gitarrenspielen zu lernen?

Jesper: Nicht wirklich, ein paar von den RAMONES und JOHNNY CASH.

Pascal: Wer sind deine persönlichen Einflüsse?

Jesper: Bon Scott, Phil Lynott, Jeffrey Lee Pierce – Claude von der finnischen Band SMACK.

Pascal: Welchen Amp spielst du?

Jesper: Marshall JCM 800.

Pascal: Irgendwelche Tipps für Neulinge in der Musikindustrie?

Jesper: Tu irgendwas, was niemand sonst macht, und das am besten mit Freunden.

Pascal: Auf der Bühne wirkst du immer sehr lustig und selbstbewusst. Planst du deine Ansprachen im Voraus oder ist es eher eine spontane Sache?

Jesper: Ich plane spontan zu sein (lacht).

Pascal: In Dänemark seid ihr große Stars und sehr berühmt. Hier in Deutschland kennen euch viele Leute nur mit dem Hit „Sleeping My Day Away". Ist es manchmal etwas merkwürdig für euch, in Dänemark all diese großen Shows zu spielen und in Deutschland dann in kleineren Klubs aufzutreten?

Jesper: Wir haben eine sehr schizophrene Karriere, „Main Stream" in Dänemark und eine Rock'n'Roll Band im Rest der Welt. Aber wir fühlen uns wie eine Rockband. Also ist es nur dann ein Problem wenn wir nach Hause kommen.

Pascal: Magst du eher die großen Shows, oder gefallen dir die kleinen besser, wo man näher am Publikum ist?

Jesper: Ich mag beides. All die neuen Witze kommen von den kleinen Shows, und all die großartigen Bewegungen kommen von den großen Bühnen.

Pascal: Kommen wir zu meiner letzten Frage. Wirst du dir deine Haare schneiden? (Angelehnt an den berühmten D.A.D. Song „ I Won't Cut My Hair")

Jesper: Habe ich in den vielen vielen Jahren nicht gemacht – Ich denke ich bleibe dabei (lacht).

Pascal: Vielen Dank für deine Antworten, ich hoffe ich sehe euch bald wieder live!

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(Quelle Bilder: Neckbreaker-Archiv, Offizielle Promofotos)

 

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Pascals Avatar
Pascal antwortete auf das Thema: #11968 3 Jahre 8 Monate her
Die sollte komplett in Englisch sein.

Ist momentan aber nicht mehr erhältlich. Zumindest mal nicht mehr auf der Homepage der Band. :(
Annes Avatar
Anne antwortete auf das Thema: #11967 3 Jahre 8 Monate her
Schönes Interview. In welcher Sprache erschien denn die Biografie? Englisch oder dänisch?

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