Flower KingsLange haben sich die schwedischen Proggies THE FLOWER KINGS Zeit gelassen bis zu ihrem 11. Studioalbum, doch das warten hat sich gelohnt. Die Blumenkönige klingen so gut gelaunt und inspiriert wie seit „Unfold The Future“ nicht mehr. Wir hörten kurz nach Veröffentlichung von „Banks Of Eden“ beim Chefblumenkönig Roine Stolt nach, was es so aktuelles zu berichten gibt und das Ergebnis findet Ihr hier.

Maik: Hi Roine, erst einmal Glückwunsch zu „Banks Of Eden“, es tut richtig gut nach der längeren Pause wieder neue Musik von Euch zu hören. Wie fühlt es sich für Euch an, nach fast 5 Jahren Pause wieder ein neues Studioalbum parat zu haben?

Roine: Danke, diese Pause hat uns sehr gut getan, wir fühlen uns alle sehr inspiriert dadurch und wir klingen auf dem Album besser als jemals zuvor.

Maik: Zudem habt Ihr gerade Euren Reuniongig auf dem bekannten Sweden Rock Festival gespielt.  Wie war’s für Euch dort zu spielen, insbesondere weil Ihr nicht gerade eine typische Festivalband auf einem Hard & Heavy Festival seid?

Roine: Dort zu spielen, war ein großer Spaß, man hat uns gut behandelt, die Organisation war einwandfrei, wir wurden wie „Könige“ behandelt. Wir hatten eine sehr gute Position im Billing, wir haben um 21:45 Uhr auf einer der größeren Bühnen gespielt. Es war schon eine etwas unheimliche Vorstellung, unseren ersten Gig seit langem auf solch einem großen Festival zu spielen. Und obwohl wir zum ersten Mal seit fast 5 Jahren wieder auf der Bühne standen, haben wir einen guten Gig gespielt und einige neue Fans gewonnen.  

Maik: Seit zwei Wochen ist jetzt Euer neues Album „Banks Of Eden“ erhältlich. Wann war der Zeitpunkt, als Ihr gemerkt habt, dass es neben den anderen Projekten (TRANSATLANTIC, AGENTS OF MERCY, KARMAKANIC) Zeit wird etwas Neues mit den FLOWER KINGS zu machen, wann habt Ihr mit dem Songwriting für die Platte angefangen?

Roine: Wir haben während der Produktion der „Tour Kaputt“ DVD vor etwa 18 Monaten gemerkt, was für eine tolle kleine Band THE FLOWER KINGS sind. Wir brauchten eine Pause und ich glaube, es war die einzige Möglichkeit Anfang 2009 vorübergehend aufzuhören, um mit neugewonnener Energie und Enthusiasmus zurückzukehren. Ich glaube, das war auch gut für unsere Fans, nicht alles als selbstverständlich anzusehen nach 10 Studioalben. Es gibt nicht viele Bands, die immer weitermachen können und gleichzeitig ihre Fans mit jedem Album zufrieden stellen können, selbst die BEATLES mussten am Ende Kritik einstecken, ein Album wie „Magical Mystery Tour“ wurde damals als Fehler angesehen. Das wirkt jetzt etwas seltsam, denn „Strawberry Fields“ und „I'm The Walrus“ sind zwei ihrer besten Songs.
Wir hatten im Oktober letzten Jahres ein Bandmeeting und haben dann angefangen so etwa 8 bis 10 Wochen lang neue Songs zu schreiben.


"Wir klingen auf dem Album besser als jemals zuvor."

Roine Stolt ist auch von "Banks Of Eden" überzeugt!



Maik: Ihr habt „Banks Of Eden“ live als Band im Studio eingespielt, was zusätzlich für einen warmen Sound sorgt, für den Ihr sowieso bekannt seid. Habt Ihr diese Arbeitsweise früher bereits praktiziert?      

Roine: Ja, wir haben die letzten Alben seit „Paradox Hotel“ (2005) so aufgenommen. Eine Band, die nicht in der Lage ist, ihre Musik live im Studio zu spielen, wird sehr wahrscheinlich Probleme bekommen, wenn eine Tour ansteht. Für uns war es aktuell sehr wichtig, alles gemeinsam einzuspielen, genau so wie es die großen Bands der Zeit der Klassiker getan haben. Dabei geht es um die Chemie und das Zusammenspiel.

Maik: Die wichtigste Neuerung an „Banks Of Eden“ ist Euer neuer Schlagzeuger, Felix Lehrmann. Kannst Du uns ein bisschen was über Ihn erzählen, was er bis jetzt so gemacht hat und wie Ihr auf Ihn aufmerksam geworden seid?

Roine: Felix ist großartig, ein richtiger Rock-Schlagzeuger mit einer Menge „Power“. Ich glaube, es hat fünf Minuten gedauert, um zu verstehen, dass Felix eine sehr unbeschwerte und offene Person ist, die mit Leidenschaft dabei ist. Er ist ein durch und durch professioneller Schlagzeuger mit einem großen Vertrauen in sich selbst. Das war eine Sache, nach der wir gesucht haben. Zoltan war in der Hinsicht auch großartig, es fühlte sich so an, als mussten wir uns selber gemeinsam in den Hintern treten, um besser und kraftvoller zu spielen. Unsere ehemaligen Schlagzeuger wie Jaime, Marcus und Erik waren auch alle gut und super nett, doch es fehlte ihnen etwas diese „Kick-Ass-Quality“, sie waren eher solide Musiker im Hintergrund. Ich weiß, dass Jonas diese Herausforderung mit einem Schlagzeuger wie Felix gebraucht hat, der ihm in den Hintern tritt.

Maik: Das Coverartwork von „Banks Of Eden“ gefällt mir ausgesprochen gut, es ist ein typisches FLOWER KINGS Cover. Kannst Du mir etwas mehr darüber erzählen, wer es gestaltet hat und ob es eine Querverbindung zu den Texten des Albums gibt?

Roine: Das Artwork und das Layout des Booklet wurden von Silas Toball von Duirwaigh Studio (www.duirwaigh.com/) gestaltet. Das war in der Tat ein bereits existierendes Bild, das er vor Jahren bereits gemacht hat, ich habe es gesehen und wollte es auch nutzen. Also hat er ein komplettes Artwork-Konzept für die CD und die Vinylversion ausgearbeitet. Die mögliche Verbindung zwischen dem Artwork und den Texten ist also eher zufällig.

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Maik: Die limitierte Auflage von „Banks Of Eden“ enthält ganze 4 Bonussongs, was etwas seltsam erscheint, da es fast so viele sind wie auf der regulären Version. Gibt es dafür eine Erklärung?

Roine: Wir wollten, dass das eigentliche Album die Einheit zwischen den Songs reflektiert und die einfacheren Songs wollten wir extra haben. Die limitierte Version war für unsere „Die Hard“-Fans und für die Sammler gedacht, aber es scheint so, als wollte fast jeder die Extras haben. Es gibt übrigens auch eine Vinylversion des Albums, bei der das Artwork noch besser zur Geltung kommt.

Maik: Ihr hattet auch auf Euren früheren Alben neben epischen Longtracks auch meistens kürzere Songs dazwischen, aber auf „Banks Of Eden“ ist diese Entwicklung hin zu kürzeren Songs auffällig. Zufall oder Absicht?     

Roine: Das war eine natürliche Entwicklung, wir haben die Songs, die uns am besten gefallen haben ausgewählt, und versucht daraus eine miteinander verbundene Symphonie zu machen, die einen Sinn ergibt.

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Maik: Im Herbst werdet Ihr auf eine ausgedehnte Headliner Tour durch Europa gehen, vorher werdet Ihr im Juni noch auf dem bekannten Night Of The Prog Festival spielen, was können wir von diesen Shows erwarten, werdet Ihr „Banks Of Eden“ komplett spielen?


Roine: Auf der Loreley werden wie den 25-minütigen Opener „Numbers“ sowie einige ältere Favoriten spielen wie „I Am The Sun“, „The Truth Will Set You Free“, „Last Minute On Earth“ oder „What If God Is Alone“. Bei der Tour, die im September startet, werden wir dann „Banks Of Eden“ fast komplett spielen.

Maik: Wenn ich richtig informiert bin, ist für die Tour noch keine Supportband bestätigt worden, werdet Ihr dieses Mal alleine die europäischen Clubs bereisen?

Roine: Höchstwahrscheinlich wird es „An Evening with THE FLOWER KINGS“, aber wir planen einige Überraschungen, sowohl musikalische als auch welche für's Auge.

Maik: Du warst in den vergangenen, sagen wir 25 Jahren, mit vielen Bands unterwegs, gibt es denn für Dich so etwas wie einen Lieblingsclub oder ein Lieblingsfestival? Ich zum Beispiel mag den Colos-Saal in Aschaffenburg sehr, in dem ihr im Herbst erneut spielen werdet.

Roine: Ich persönlich mag es lieber auf größeren Festivals zu spielen, weil man dort eine Menge Menschen erreichen kann, meistens sind diese Open-Air und der Sound ist für gewöhnlich auch gut. Bei diesen Gigs fühle ich mich wie zu Hause. Auch größere Clubs wie das 013 (Tilburg), die Z7 Konzertfabrik (Pratteln), Shepherds Bush Empire (London) mag ich und es gibt auch einige sehr nette Theater – und ja das Colos-Saal ist auch toll.


"Dabei geht es um die Chemie und das Zusammenspiel."

Für Roine sind das wesentliche Eckpfeiler für gute Musik.



Maik: Lass uns an dieser Stelle wieder zurückkommen zu Euren Alben. Wenn ich ehrlich sein darf, gefällt mir „Banks Of Eden“ ein gutes Stück besser als „The Sum Of No Evil“, wie denkst Du im Nachhinein über dieses Album?

Roine: „The Sum Of No Evil“ ist kein schlechtes Album, da sind großartige Momente drauf, und insbesondere Zoltan hat auf diesem Album tolle Arbeit abgeliefert. Die ruhigeren Momente des Album klingen hingegen etwas lahm oder seelenlos meiner Meinug nach. Ich denke, wir hätten etwas mehr „Seele“ hineinstecken können. Aber im großen Ganzen ist es immer noch ein gutes Album.

Maik: Ihr hattet in der Vergangenheit, so von 2002 bis 2005 Daniel Gildenlöw von den auch von mir hoch geschätzten PAIN OF SALVATION als zusätzlichen Sänger in der Band. Bedauerst Du es eigentlich, dass sich daraus keine längere Zusammenarbeit entwickelt hat?

Roine: Das mit Daniel war toll und hat Spaß gemacht, aber vielleicht war sein Engagement etwas zu unklar. Vielleicht wenn er mit der Band noch einige Alben mehr gearbeitet hätte, hätte es großartig werden können. Vielleicht waren zu der Zeit auch zu viele Chefs in der Band. Was auch immer es war, er musste dann aussteigen, weil er aus politischen Gründen sich weigerte in den USA zu spielen. Wir sind immer noch Freunde und haben zum Beispiel auch auf der 2010er TRANSATLANTIC Tour zusammen gespielt. Ich bin sicher, dass es noch weitere gemeisame Touren geben wird.

Maik: Wie so ziemlich jede Band seid ihr auch bei den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter, Myspace etc. aktiv. Was hältst Du denn davon, eher Fluch oder eher Segen für eine Band?

Roine: Für die meisten Menschen ist das eine beiläufige Beschäftigung oder Ablenkung für die langweilige Arbeit. Die Leute posten Fotos von ihrem Essen, nur weil sie es können und ihre Geräte nutzen wollen. Für jemanden wie mich, ist es ein tolles Werkzeug für die schnelle Werbung für ein Produkt, eine Tour und eigentlich alles, was die Band betrifft. Wir haben sogar unsere eigene THE FLOWER KINGS App, mit der man auf dem Laufenden bleiben kann, was die Band angeht. Diese App kriegt ihr unter http://itunes.apple.com/app/id535561801

Maik: Das war's auch schon Roine, ich danke Dir für das nette Interview!

Roine: Ebenso.
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