promotional_incident_26.jpgIn der momentan wieder erstarkenden Prog-Szene gibt es vor allem eine Truppe, die sicherlich gleichbedeutend ist für den Wiederaufstieg dieses Genres. PORCUPINE TREE schafften 2002 mit „In Absentia“ den Durchbruch und schufen so die Grundlage für die heutige Stellung der anspruchsvollen Variante der Rockmusik. Denn während ihre Alben seit dem stilbildend sind, kann man auch immer größere Erfolge bei anderen progressiven Acts verzeichnen.
Vor dem Konzert in Stuttgart hatte ich die Möglichkeit mit Keyboarder Richard Barbieri zu sprechen. Nachdem ich direkt vor dem Stadion geparkt hatte, waren ich und meine bessere Hälfte angesichts der vielen modernen Betonklötze und diversen Arenen doch etwas überfragt wo wir hin müssen. Ein Anruf beim Tourmanager lotste uns dann auch noch in die Lobby des Hilton Hotels, gut, da geht man auch nicht alle Tage rein. Als wir von seinem Assistenten abgeholt wurden ging es im Stechschritt durch das ganze Gebäude, um uns am Ende im Backstagebereich wiederzufinden, wo wir auf einen entspannten Richard Barbieri trafen, dem öfter der Schalk im Nacken saß. Zum Glück konnten wir den Hallenausgang wieder heraus, sonst würden wir heute noch umher irren.

Pfälzer: Ihr seid auf der Tour schon ein paar Wochen unterwegs, wie verlief die Tour bisher?

Richard Barbieri: Die Tour läuft bisher sehr gut, sie ist eine der längsten, wir hatten dazwischen eine zehntägige Pause in London, bevor es wieder los ging. Insgesamt sind wir schon mehr als zwei Monte unterwegs. Wir beobachten auch einige Veränderungen, es kommen mehr Leute denn je zu den Shows, die Hallen werden größer, das genießt man natürlich. Doch so langsam fängt es an, dass sich einige krank fühlen, wir Probleme haben das Energielevel hochzuhalten, man wird schon etwas müde.

Pfälzer: Auf dieser Tour habt ihr verschiedene Support-Acts. Nach welchen Gesichtspunkten sucht ihr die aus?

Richard Barbieri: Ach kommt darauf an, manchmal sind es Leute, die wir kennen, dann welche die wir mögen und vor allem auch die zu dem Zeitpunkt verfügbar sind. Es ist immer schwierig die richtigen Leute zu finden. Mit Robert Fripp haben wir schon zusammen gearbeitet, aber er war anderweitig beschäftigt, so dass er nur drei Konzerte mit uns spielen konnte. Von STICKMEN kennen wir Tony und Pat von KING CRIMSON, es ist schön sie dabei zu haben, denn das ist völlig andere Musik, Unterhaltung für das Publikum. Wen hatten wir noch? In den Staaten hatten wir KING´S X, die eine wirklich gute Rockband sind. Es sind einfach Bands, die wir hörten und von denen wir denken sie sind gut.

Pfälzer: Bei einem Konzert in Deutschland hattet ihr KATATONIA als Vorband?

Richard Barbieri: Ja, KATATONIA begleiteten uns in Skandinavien und bei einem Auftritt in Deutschland, ihr neues Album ist echt gut. Du musst einfach schauen wen Du findest, das ist oft gar nicht so leicht, aber ich denke wir haben eine gute Auswahl getroffen.

Pfälzer: Das denke ich auch! Von STICKMEN habe ich bisher noch nichts gehört, aber ich lasse mich heute Abend überraschen.

Richard Barbieri: Aber Du kennst sicherlich Tony Levin den Bassisten?

Pfälzer: Der Tony Levin, der schon bei PETER GABRIEL und BAWH gespielt hat? Mit charakteristischer Glatze und Schnauzer?

Richard Barbieri: Ja genau, einer der bekanntesten Bassspieler der Welt! Pfälzer: Ich sah ihn mit PETER GABRIEL vor ein paar Jahren, sehr guter Mann! Richard Barbieri: Und Pat Mastelotto ist der Drummer von KING CRIMSON, STICKMEN ist eines ihrer Projekte. Pfälzer: Was ist an den Gerüchten, dass ihr auf Tour in getrennten Bussen reist dran? Richard Barbieri: (verwundert) Machen wir doch gar nicht, das wäre auch viel zu teuer! (lacht) Wer erzählt denn so etwas?

Pfälzer: Och, das Internet spuckt öfter so etwas aus, deswegen frage ich da immer mal nach.

porcupinetree1.jpgRichard Barbieri: (mit ironischem Unterton) Mal sehen, vielleicht in fünf Jahren wenn wir uns einander hassen.

Pfälzer: Gut, noch scheint ihr euch zu lieben, wie begann das Ganze. Wie kamst Du Mitte der Neunziger zu PORCUPINE TREE?

Richard Barbieri: Ich arbeitete zuerst in einer Band, die NO-MAN hieß, ein Projekt von Steven Wilson, da war ich sowohl beim Komponieren als auch bei Liveshows beschäftigt.
Und dann erzählte er mir von einem Side-Projekt mit Namen PORCUPINE TREE und ob ich Interesse hätte auf dem Album zu spielen. Das war das zweite Werk mit dem Titel „Up The Downstair“, dabei stellten wir fest, dass wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben, denselben Enthusiasmus, dieselben Ambitionen und die gleiche Begeisterung an Musik. Er inspirierte mich ein wenig, denn ich war zu der Zeit ein bisschen abgestumpft vom Musikbusiness, er brachte mein Interesse an Musik wieder zurück. Danach spielte ich auf der nächsten Scheibe und kurz darauf wurden wir eine Band, die Liveauftritte absolvieren wollte. So fing das also an.

Pfälzer: Du sagtest, dass Du Dein Interesse an Musik etwas verloren hattest und es mit dem Einstieg in die Band zurück kam. Wie fühlst Du Dich als Musiker in einer Band, in der ein Kopf so ziemlich das ganze Material vorgibt?

Richard Barbieri: Hm, das meiste Material stammt sicher von Steven, aber auch genug vom Rest der Band. Aber die großen Magazine schreiben nicht darüber, sie schauen sich das Album nicht an, denn da steht „produced by PORCUPINE TREE“, dann siehst Du die Songs, die von der Band geschrieben wurden. Aber die Leute reden nicht darüber, sie reden über Steven, das ist schon problematisch, denn den Eindruck gewinnen viele.
Klar, Steven schreibt mehr von dem Material, ungefähr zwei Drittel der Alben, das ist so, er ist ein Songwriter, das Material, dass er selbst schreibt sind die besseren Songs, verstehst Du? Das ist das was SINGER/SONGWRITER ausmacht, sie komponieren alleine, sie finden ein Konzept, Ideen für die Texte, am Ende kommen da sehr starke Titel heraus. Wenn die Band zusammen schreibt sind die Lieder nicht so gut, aber das Ergebnis ist für mich interessanter. Auf „The Incident“ ist die zweite Seite von der Band mitgeschrieben und das ist der Sound der Band für mich.
Wenn Du auf die Setlist schaust, siehst Du dass bei 30 – 40 Prozent der Songs die Band einen Anteil bei der Komposition hatte. Das ist die Wahrheit (wird energischer), wenn Du die Wahrheit erzählen willst, dann erzähle die Wahrheit! Wenn Du erzählen willst, dass Steven Wilson alles macht, dann sage das, ich kann Dir nur sagen wie es ist! 


  Wenn Du die Wahrheit erzählen willst, dann erzähle auch die Wahrheit, ansonsten kannst Du auch wie so viele andere erzählen, dass Steven Wilson alles macht!

Barbieri räumt mit den Gerüchten um die Band auf


Pfälzer: Auf „The Incident“ habt ihr kein richtiges Konzept, aber der Titeltrack ist ein zusammenhängender Song in vierzehn Teilen. Was kam zuerst, die Musik oder die Ideen für die Texte?

 

Richard Barbieri: Ich denke das Konzept kam zu Steven basierend auf dem Wort „The Incident“ (dt. Vorfall, Anm. des Autors), das in England bei Verbrechen und Verbrechensschauplätzen benutzt wird. Er wollte damit klar machen, dass so ein kleines Wort, so große Konsequenzen für die beteiligten Personen haben kann. Er fing an verschiedene Vorfälle aufzureihen, von einem Autounfall, über einen Mord, eine Geisterbeschwörung bis hin zu einem religiösen Kult, all diese Geschichten, wie eine Art Link.
Und dann geriet die Musik immer mehr in Fluss, so dass wir uns dachten warum sollen wir 14 Songs machen und nicht einfach alles in ein langes Stück fließen lassen, welches die Hörter dann über 50 Minuten durchhören können. So kam das zustande! Der zweite Teil ist etwas völlig anderes, so dass wir das abgrenzen wollten, denn es ist ein vollkommen anderer Arbeitsprozess.

Pfälzer: Wenn ihr ins Studio geht, sind die Stücke dann bereits fertig oder arrangiert ihr die Ideen im Studio?

Richard Barbieri: Auch hier sind es zwei Vorgänge bei jedem PORCUPINE TREE-Album. Ein Teil davon ist dass Steven Wilson mit seinen Songs kommt, er hat die Texte, er hat die Musik bereits in Demoversionen. Wir spielen das Material ein, arrangieren es und daraus entstehen die Tracks. Die andere Methode ist, dass wir alle zusammen für ein paar Wochen in ein Studio auf dem Land gehen. Da leben wir in der Zeit und arbeiten jeden Tag bis zu 14, 15 Stunden miteinander und bringen von dort Material mit. Das sind die zwei verschiedenen Prozesse!

Pfälzer: Auf jedem Album?

Richard Barbieri: Zumindest auf den letzten drei!

Pfälzer: Wenn Du ein Soloalbum schreibst sind das Ideen, die von PORCUPINE TREE-Sessions übrig bleiben oder arbeitest Du alleine neue Ideen aus?

Richard Barbieri: (mit ironischem Unterton)Nein, das sind Steven´s Ideen, ich frage ihn immer wenn ich etwas mache! (lacht) Nein, das war ein Scherz auf die allgemeine Wahrnehmung unserer Band. Natürlich benutze ich da nur meine Ideen und nicht die von irgendjemand sonst. Ich schreibe alles und spiele es ein aber ich mag es nicht so sehr, ich ziehe es vor mit Menschen zu arbeiten. Es interessiert mich nicht so sehr was ich spiele wie das was andere Leute spielen. Es ist gut, alles im Kontext zu hören und ein Feedback zu haben. Musik ist mehr ein gemeinschaftliches Ding, verlangt nach Interaktion, daher bevorzuge ich die Zusammenarbeit mit anderen Leuten. Ich denke auf dem nächsten Album, dass ich aufnehme, werde ich mit einem anderen Singer/Songwriter arbeiten.

Pfälzer: Wo wir gerade über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit anderen sprechen, wie kam es zum Split Deiner ersten Band JAPAN?porcupinetree3.jpg

Richard Barbieri: Der Split, hm, jeder hat eine verschiedene Geschichte darüber! Ich glaube in erster Linie waren es persönliche Probleme zwischen David Sylvian und Mick Karn, beide waren eher die Frontmänner und ich weiß, dass Mick ein Soloalbum aufnehmen wollte um seine eigene Kariere voran zu treiben. Wir dachten aber, dass wir die Band zusammen halten sollten und die Mitglieder ihre Solopläne auf später verschieben sollen, das führte auch zu Spannungen. Ein weiteres Problem war, dass die Freundin des Einen ihn für den anderen verließ. Und dann ihre Egos, was immer ein Problem darstellt, wenn Du starke Charaktere hast, da prallen die Persönlichkeiten aufeinander.
Am Ende war es unvermeidlich, Steve Jansen und ich standen daneben und konnten nichts tun, wir waren wie Marionetten, es lief an uns vorbei. Unglücklicherweise kam das alles zum bisherigen Höhepunkt der Gruppe. Die Sachen passieren, Bands sind schwer zusammen zu halten. Eine Band ist fast wie in einer Familie zu sein, es ist sehr hart Übereinkünfte zu treffen, jeder hat eine andere Persönlichkeit, andere empfinden stärker und Du musst versuchen die Balance oder auch Kompromisse zu finden.

Es ist nicht leicht in einer Band zu sein, ich denke bei PORCUPINE TREE geht das nur schon solange gut, weil wir lange Pausen von unserer Arbeit haben. Weist Du, wir machen ein Album, verbringen zwei Jahre damit es zu promoten, aber danach trennen sich für ein Jahr oder so unsere Wege. Wir machen unsere eigenen Sachen, haben unsere eigenen Familien, unsere eigenen Freunde, so dass wenn wir wieder interessiert am Gegenüber sind, wenn wir zurück kommen. Dann ist es gut alle zu sehen, jeder bringt neue Ideen, neue Einflüsse und es fühlt sich gut an von vorne loszulegen.
Der Grund für das Auseinanderbrechen der ganzen Bands in den Siebzigern und Achtzigern war, dass die Arbeit zu intensiv war. Bands wie KING CRIMSON, YES und ähnliche machten ein Album, tourten für ein Jahr und gingen direkt zurück ins Studio um ein neues Album in Angriff zu nehmen. Das führt zwangsläufig zu Problemen und Spannungen.

Pfälzer: Das ist absolut nachzuvollziehen! Und wie verbringst Du Deinen Urlaub von der Band?

Richard Barbieri: Tennis, wenn wir relaxen spiele ich sehr viel Tennis. Ich habe viele Hobbys, aber am liebsten mag ich Sport, da treibe ich viel davon. Natürlich verbringe ich auch viel Zeit mit meiner Frau, was ich ja manchmal für neun Monate nicht getan habe. Du lebst einfach das Leben, tust einfache Dinge machst Urlaubstrips, kannst alles lockerer nehmen, Du liest viel, tust was jeder tut, aber es ist schön, denn Deine Gedanken sind woanders. Dann arbeiten wir an unseren Soloprojekten und wenn das abgeschlossen ist fangen wir wieder an, an PORCUPINE TREE zu denken.

Pfälzer: Du reist nicht so viel in der Welt herum wie Deine Bandkollegen? Von Colin und Steven weiß ich dass sie sich viele Länder anschauen.

Richard Barbieri: Oh ja, Steven und Colin reisen sehr viel, gut eigentlich die ganze Band, wenn wir auf Tour sind. Aber wir sehen nicht viel von den Orten wo wir spielen!

Pfälzer: Aber Du selbst unternimmst in Deinen freien Phasen nicht so viele Reisen wie die beiden?

Richard Barbieri: Eigentlich nicht, ich reiste sehr viel herum als ich jünger war, verbrachte viel Zeit in anderen Ländern, in Japan, in Schweden, in Italien und anderen europäischen Ländern. Ich reiste schon viel herum, aber ich mag Urlaub eigentlich nicht so sehr, ich bin nicht so begierig darauf, irgendwo hinzugehen und da nichts zu tun.

Pfälzer: Du musst also immer etwas zu tun haben?

Richard Barbieri: Ja, es ist immer schön wenn man mit der Ausrede wohin geht etwas zum Arbeiten zu haben. Aber die Pausen sind gut um Freunde zu treffen die ich außerhalb der Band habe und mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen mit denen ich zusammen sein will, das ist schon sehr wichtig.

Pfälzer: Was hast Du in der Zeit zwischen dem Auseinanderbrechen von JAPAN und Deinem Einstieg bei PORCUPINE TREE gemacht? 


 Es war wirklich schwierig, wir mussten echt ums Überleben kämpfen, wollten aber auch keine kommerzielle Musik machen!

Der Mann hat auch härtere Zeiten hinter sich

 


Richard Barbieri: Ich gründete ein Label mit Mick Karn und Steve Jansen mit dem wir ungefähr 30 Alben von unterschiedlichen Künstlern veröffentlichten. Einige waren Sachen von mir und Steve Jansen, andere von japanischen Künstlern, wiederum andere mit amerikanischen Musikern. Wir machten also weiterhin sehr viel Musik, aber es war sehr hart, vieles änderte sich, man hatte kaum Geld. Wir waren ja alle bei JAPAN und damit war Schluss als wir gerade 23 oder 24 Jahre alt waren, unsere Karriere endete also in einem sehr jungen Alter. Es war wirklich schwierig, wir mussten echt kämpfen, weil wir eben die Musik machten, die wir mochten, aber es war eben keine kommerzielle Musik. Das waren entbehrungsreiche Jahre, aber wir blieben der Musik treu, das ist das Wichtigste.

 

Pfälzer: Das denke ich auch! Magst Du eigentlich mehr elektronische Musik oder eher Rockmusik?

 

Richard Barbieri: Ich mag beides, ich mag alle Arten von Musik! Elektronische Musik ist momentan interessanter, da tut sich zurzeit eine ganze Menge in der Elektronikwelt. In der Rockmusik mag ich all die klassischen Bands, die viele möglicherweise auch lieben. Ich bin mehr der elektronischen Musik zugetan, was eine natürliche Sache ist für einen Synthesizer-Spieler. Wir versuchen elektronische Elemente bei PORCUPINE TREE einzubauen genauso wie wir versuchen die Balance zwischen all den verschiedenen Stilen zu finden.

Pfälzer: Bevorzugst Du Liveauftritte vor oder bist Du lieber im Studio um aufzunehmen?

Richard Barbieri: Ich mag beides! Der kreative und wichtigere Part ist für mich das Arbeiten im Studio, denn das ist da wo die Ideen entstehen und die Entscheidungen getroffen werden. Ich bin kein Improvisateur, ich improvisiere im Studio bei den Aufnahmen, aber wenn ich etwas gefunden habe, das mir gefällt und das passt und wir spielen es live will ich es so beibehalten. Wenn ich auf die Bühne gehe, versuche ich das Album fast abzuarbeiten.
Jemand wie Gavin mit seinem Jazzbackground seine ganze Auffassung von Musik ist Improvisation. Wenn er auf der Bühne ist ändert er viel und versucht jede Nacht etwas Neues. Ich will exakt das hören was auf dem Album ist, wenn ich mir eine Band anschauen gehe will ich dasselbe Solo das auch auf der Platte zu finden ist hören. Manche Leute wollen aber auch jede Nacht etwas anderes hören.

Pfälzer: Hm, da könnte ich mir vorstellen, dass Du DEEP PURPLE in den Siebzigern gehasst hast?

Richard Barbieri: Ich habe DEEP PURPLE in den Siebzigern gesehen, gerade als Coverdale eingestiegen war also auf der „Burn“-Tour. Ja, ich war schon ein bisschen enttäuscht, weißt Du ich mochte damals Lou Reed, David Bowie, ROXY MUSIC, und natürlich all die progressiven Bands. Und natürlich wenn Du sie Dir anschaust, sie tun nie das Gleiche und das ist für mich enttäuschend. Kann sein dass ich da relativ langweilig bin, aber ich denke wenn etwas auf dem Album gut funktioniert, willst Du es einfach genau so hören. Nimm „Dark Side Of The Moon“, verstehst Du was ich meine, es ist sehr abgefahren, wenn Du da anfängst Parts umzustellen oder irgendwas zu improvisieren. (lacht)

Pfälzer: (lacht) Definitiv! Auf gar keinen Fall!

Richard Barbieri: Da verstehen wir uns, es würde nicht gehen, daher erachte ich das Studio als kreativere Umgebung!

Pfälzer: Was können wir von der Show heute Abend erwarten? Spielt ihr das komplette neue Album?

Richard Barbieri: Ja, das heißt die komplette erste Scheibe von „The Incident“, dann haben wir eine fünfminütige Pause. Wenn wir zurückkommen spielen wir eine Auswahl an verschiedenen PORCUPINE TREE–Sachen, darunter ein oder zwei Tracks von der zweiten Seite von „The Incident“. Wir versuchen es jeden Abend zu variieren, falls Leute zu mehr als einer Show kommen stellen wir den zweiten Part der Show etwas um. Insgesamt sollte es mehr als zwei Stunden gehen.

Pfälzer: Was sind Eure nächsten Pläne für die Zukunft?

porcupinetree4.jpgRichard Barbieri: Kurz vor Weihnachten werden wir nach Indien gehen, um dort ein Konzert zu spielen. Dann geht es gleich zu Beginn des nächsten Jahres nach Australien, möglicherweise Japan, wir würden auch gerne in Südamerika auftreten. Wir werden uns erneut in Griechenland, der Türkei und Russland unseren Fans präsentieren müssen, spielen weiter bis Sommer um dann einige Festivals zu bestreiten. Im Herbst machen wir dann zwei spezielle Shows, eine in London und eine in New York, das wird der Abschluss der „The Incident“-Rundreise sein.
Danach werden wir ein paar Jahre nicht mehr miteinander reden (lacht), nein, aber wir werden uns eine Weile nicht sehen. Wir gehen wieder getrennte Wege, Steven wird ein Soloalbum machen, wir machen unsere eigenen Scheiben und Projekte um dann wieder zurückzukommen um etwas Neues anzufangen, hoffe ich doch. Aber da weiß ich wirklich nicht was passieren wird, das kann niemand sagen.

Pfälzer: Zu Beginn des Gesprächs hast Du erzählt, dass die Tour gut läuft. Wie stehen die Dinge für euch außerhalb der Länder, die einen großen Markt für Rockmusik haben, etwa in Osteuropa?

Richard Barbieri: In Osteuropa gut, wir spielten in zwei neuen Ländern für uns, Ungarn und Slowenien, das war sehr gut, in Polen läuft es gut in Russland auch. Wir versuchen überall hinzukommen, im letzten Jahr waren wir in Mexiko, was ebenfalls phantastisch war. Der einzige Ort, wo wir noch keinen Eindruck hinterlassen konnten ist Japan, wir waren dort… nichts! Weißt Du, wir spielten für ein paar hundert Leute, aber niemand schien interessiert und wir verstehen nicht warum.

Pfälzer: Tja, in Japan haben sie schon ihre eigenen Regeln!

Richard Barbieri: Aber einige Rockbands oder Progressive-Rockbands sind sehr groß in Japan!

Pfälzer: Ich weiß, dort hat man vor allem eine Vorliebe für klassische Hardrockacts aus den Achtzigern. Es gibt deutsche Bands, die bei uns fast unbekannt sind und in Japan nach wie vor abgefeiert werden, die sind schon echt verrückt!

Richard Barbieri: (lacht) Oh ja, das ist wahr, kann ich nur bestätigen! Aber wir versuchen es weiter!

Pfälzer: Gute Einstellung! Und ein guter Schlusspunkt, das war es von meiner Seite aus, vielen Dank für das Interview!

Richard Barbieri: Oh, Danke Dir, mir gefiel es!

 

Weiteren Dank an Sylvie Atterer von Roadrunner Records!

Photos von Pfälzer und porcupinetree.com

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