Mit ihrem neuesten Output "Bloodangel's Cry" haben KRYPTERIA gleich mal 8,5 Punkte eingeheimst. Die Klasse des Albums und die interessante Konstellation der Band waren Grund genug, ein Schwätzchen mit der bezaubernden, koreanisch stammigen Sängern Ji-In zu führen. Here we go:
Bernie: Hallo Ji-In,
erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst, Warum sollte man sich „Bloodangel’s Cry“ unbedingt zulegen?


Ji-In: Weil „Bloodangel’s Cry“ eine wundervolle Möglichkeit bietet, sich in eine andere Atmosphäre und in eine Phantasiewelt zu flüchten, in der man seine eigenen Bilder und Farben vor seinem inneren Auge abspielen und seinen Emotionen freien Lauf lassen kann. Und natürlich weil es einfach ein spannendes Album mit zwölf tollen Songs ist ;-)


Bernie: Die Band KRYPTERIA in ein paar Worten

Ji-In:Super-Team, Träumer, Spinner, leidenschaftliche Arbeiter

Bernie: Was setzt KRYPTERIA von der Masse ab, was macht euch besonders?

Ji-In: Abgesehen davon, dass drei ausgewachsene Jungs sich unter das Kommando einer harten aber gerechten Asiatin stellen, müssen die Fans entscheiden, was uns besonders macht. ;-)

Bernie: Wie seid ihr als Band zusammen gekommen?

Ji-In: Chris und Kuschi, die schon seit ewigen Zeiten zusammen Musik machen, habe ich 2003 während eines Studioprojekts kennen gelernt. Ich hätte damals gerne schon mit ihnen zusammen gearbeitet, allerdings war ich zu dieser Zeit noch anderweitig verpflichtet, so dass wir erst Ende 2004 zusammen kommen konnten. Zu dem Zeitpunkt war Frank, ein langjähriger Weggefährte der beiden, dann schon mit an Bord.

Bernie: Was genau steckt hinter dem Namen KRYPTERIA?

Ji-In: Krypteria leitet sich aus der altgriechischen Sprache ab und steht für das Geheimnisvolle und Unergründliche. Bernie: Wie kam es zu der prägnanten musikalischen Entwicklung hin zu einem härteren Sound? Hängt es auch damit zusammen, dass harte Musik zurzeit wieder sehr gefragt ist?

Ji-In: Wir waren live schon immer härter als auf Platte und durch die Erfahrungen, die wir letztes Jahr machten, war es nur natürlich, unsere Emotionen, die dann eben nicht immer friedlicher Natur waren, auch zu dokumentieren. Tja, und das kam eben dabei heraus.

Bernie: Wer verfasst die Texte? Aus den Songs hört man oft Schmerz und Sehnsucht heraus, was sind die Inspirationsquellen für diese Texte?

Ji-In: Wie bereits erwähnt, haben wir aus unserem Background der Erfahrungen geschöpft und somit konnte jeder die Ideen, die wir gemeinsam zusammen trugen, absolut nachvollziehen. Letztendlich ist aber Kuschi der Meister der „guten“ englischen Sprache, so dass er unsere wirren Ideen immer so zusammenfasst, dass auch Außenstehende verstehen, was wir meinen.

Bernie: In Südkorea habt ihr einen Stand inne, von dem ihr in Europa „noch“ ein Stück entfernt seid. Welche Ausmaße nimmt das an, könnt ihr euch noch frei bewegen?

Ji-In: Naja, man wird schon hier und da erkannt... Das kann aber auch Vorteile haben: mein Vater(!) wurde mal, als er in Korea war, von einem Taxifahrer erkannt und brauchte nicht zu zahlen!

Bernie: Kann man euren Ruhm in Südkorea auf deine Abstammung zurückführen oder auch auf die musikalische Vorlieben der Koreaner?

Ji-In: Ich würde sagen, sowohl als auch. Die Koreaner lieben ihr Land und sind auch interessiert daran, was denn ihre Landsleute so im Ausland treiben. Da sie aber auch die deutsche Musik mit ihrer Geschichte und Tradition lieben und schätzen, ist es vermutlich besonders reizvoll für sie, eine Band zu sehen, die ihre Landsmännin mit den „Nachfahren Beethovens“ vereint.

Bernie: Ihr habt euch erst einen Namen in der Gothicszene gemacht, fallen euch als Band selbst prägnante Unterschiede zwischen den Szenen Gothic und Metal auf?

Ji-In: Besonders auffällig ist es, dass in der Gothicszene viel mehr Frauen vorzufinden sind. Es ist immer sehr angenehm zu sehen, dass, wenn man sie von der Bühne aus anschaut und ansingt, sie mit großer Weichheit und einem Lächeln reagieren während die Männer doch eher entweder beschämt wegschauen oder aber absolut aus sich rausgehen.


Bernie: Erzähl mir bitte von eurer Tour mit DEEP PURPLE, wie ist es dazu gekommen und wie war das für euch als relative „junge“ Band, eine solche Chance zu bekommen?

Ji-In: Unser Management hatte Deep Purple unsere Musik vorgestellt und die fanden sie wohl nicht schlecht...Tja, und jetzt können wir nur noch schwärmen von dieser Band. Sie waren absolut entspannt und locker und so etwas von nett und lieb zu uns! Nach unserem ersten Gig kam sogar Ian Gillan nur halb umgezogen, mit nacktem Oberkörper in unsere Garderobe, um uns ein Lob auszusprechen! Ein absolut unglaubliches Highlight letzten Jahres!

Bernie: Wie war die Tour mit SUBWAY TO SALLY, speziell würde mich das Konzert in Saarbrücken interessieren, meine Nachbarstadt, ich konnte leider nicht zu diesem Konzert kommen.

Ji-In: Auch hier muss ich sagen: was für eine Band! Sowohl alle Bandmitglieder als auch ihre Crew waren ein super Team, das professionell und dennoch sehr entspannt arbeitete. Ich muss gestehen, dass ich nun wirklich nicht erwartet hatte, dass man uns als Vorband so unterstützen würde. Wir haben uns sehr gut verstanden, was meine Jungs dann auch abends nach den Gigs schon mal trinktechnisch spüren mussten. Du musst wissen, meine Jungs können diesbezüglich leider nicht mit Subway to Sally mithalten! Die sind einfach schon geübter als wir! Was die Konzerte betrifft, waren wir uns schon der Tatsache bewusst, dass die Leute hauptsächlich wegen Subway kommen, aber ich kann sagen, dass man uns dennoch sehr willkommen hieß, in manchen Städten wurde sogar Zugabe verlangt. Wir sind sehr dankbar und froh darüber, dass man uns die Chance gab, uns vorzustellen und dass das Subway Publikum durchweg offen und neugierig uns gegenüber stand – auch in Saarbrücken!!!

Bernie: Ich war etwas erstaunt, als ich las, dass du damals eine der Gewinnerinnen der „Fame Academy“ warst. Welche Erinnerungen hast du an die Zeit, hat es dir in deiner Karriere geholfen und welche Erfahrungen ziehst du aus dieser Sache, die auf den ersten Blick doch als etwas ungewöhnlich für den harten Musikbereich scheint.

Ji-In: Die „Fame Academy“ hat mir einen Einblick in das professionelle und „große“ Musikbusiness ermöglicht, den ich während meines Musikstudiums und während des Tingelns in Bars und Clubs mit eigener Musik so nicht erfahren hatte. Ich mache ja schon seit meiner Kindheit intensiv Musik und habe sie immer geliebt, aber dass da auch noch geschäftliche Rattenschwänze mit dran hängen, habe ich erst durch die Fame Academy erlebt.


Bernie: Wie fühlt man sich als Taktgebende Frau in einer Männerdomäne, denkst du, du hast es in der härteren Musik schwerer als im Popbereich?

Ji-In: Ich kann mich nicht beschweren: mir wurde bisher immer Respekt entgegengebracht. Mehr verlange ich im Grunde genommen auch nicht. Außerdem kam ich mit Männern schon immer gut aus, da sie ja schon in vielen Bereichen unkomplizierter sind.

Bernie: Wie empfindest du persönlich die Vergleiche mit WITHIN TEMPTAION und NIGHTWISH? Und auch die persönlichen Vergleiche mit Sharon und Tarja?

Ji-In: Ich kann verstehen, dass viele Menschen zunächst eine Schublade brauchen, um uns mit unserer Musik einordnen zu können – daher stören mich die Vergleiche nicht, auch wenn ich der Meinung bin, dass es doch deutliche Unterschiede gibt. Und was die persönlichen Vergleiche mit Sharon und Tarja betreffen: Ich denke jede von uns hat doch eher ihren eigenen Stimmcharakter und Gesangsstil. Sharon erscheint mir übrigens sehr sympathisch – mit ihr würde ich mich gerne mal unterhalten. Und auch Tarja hat nach den vergangenen turbulenten Jahren sicherlich viel zu erzählen. Außerdem fand der Erfolg dieser beiden Bands ja auch maßgeblich mit diesen beiden Frauen statt – also gebührt ihnen auch Respekt, denn das muss man erstmal schaffen.

Bernie: Das war’s auch schon von mir, vielen Dank noch mal für das Interview, ich wünsche der Band alles Gute im kommenden Jahr und hoffe, euch einmal live zu sehen.

Ji-In: Ich danke Dir für das Interview und die Wünsche, Bernie. Dann wollen wir auch hoffen, dass Du es 2007 mal zu einem unserer Gigs kommen kannst; da es uns im Saarland gut gefallen hat, waren wir sicherlich nicht das letzte Mal in Deiner Nachbarschaft 


Vielen Dank für dieses nette Interview :-) (Bernie)

photo 1 by Torsten Volkmer
photo 2 by Robert Esser
photo 3 by Armin Zedler.
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