TheBrew SmallDas erste Konzert von THE BREW in der saarländischen Hauptstadt? Wie könnte ich das verpassen, zumal mein letzter wahrgenommener Termin des englischen Trios in Kaiserslautern bereits ein halbes Jahr zurückliegt.

Wobei es für mich auch keinen Unterschied machen würde, wenn ich die Band zuletzt vergangene Woche live gesehen hätte. An THE BREW konnte ich mich bisher nicht satthören, und ihr Live-Ruf ist nach wie vor ungebrochen. Genau diesem Ruf konnten Sie an diesem Freitag wieder alle Ehren machen. Dabei war ich zuerst etwas kritisch, da mir das Konzert für den Kleinen Klub etwas zu klein dimensioniert vorkam. Jedoch muss ich im Nachhinein sagen, dass es nicht nur schön kuschelig wurde, sondern auch ordentlich voll, und das hat bekanntermaßen einen ganz eigenen Charme.

Besonders sehenswert ist für mich bei THE BREW-Konzerten nach wie vor, mit wie viel Spielfreude die Band ans Werk geht. Man liest immer davon, dass die Band sehr energiegeladene Shows spielt und eine klasse Live-Band sei. Ich denke, der Ausgangspunkt dafür sind der gute Zusammenhalt und der hohe Spaßfaktor dieses einzigartigen Trios. Ich habe noch kein Konzert erlebt, bei dem die Band nicht auf der Bühne mit typischen englischem Humor untereinander und mit dem Publikum kommuniziert. Dabei haben alle drei immer ein breites Grinsen auf dem Gesicht, und wenn Fehler passieren, wird eher darüber gelacht, statt dass es für Frust sorgt. Schaut man Kurtis Smith länger beim Schlagzeugspielen zu, könnte man glatt meinen, der Gute hätte Schauspielkurse besucht. Wer derart gut Schlagzeug spielt und dabei noch so viel Unsinn machen kann, muss einfach talentiert sein. Dass auf kleinere Gags dann selbst Vater Tim Smith am Bass reinfällt und auf einen angetäuschten Tom-Schlag reagiert, freut nicht nur das Publikum.

 

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Die Setlist beinhaltet an diesem Abend zu Recht viele Songs der aktuellen Platte „Shake The Tree“, selbstverständlich kommen aber auch die Klassiker wie „Millions Dead Stars“ und „Every Gig Has His Neighbour“ zum Zug. Letzten Endes dürfte sich niemand beschweren, wobei mir die Band im Interview später noch kurz erläutern wird, wie sie die Setlist zusammenstellen (Kurzform: „Schwierig“). Dank des Kleinen Klubs wirkt die Band an diesem Abend noch näher an den Fans als sonst, die Energie des Publikums überträgt sich spürbar auf die Band. Trotz der geringen Deckenhöhe lässt es sich Jason Barwick nicht nehmen, seine typischen Bühnensprünge zu machen, und auch Tim Smith hebt kurz ab. Die Band bedankt sich mehrfach beim Publikum, auch Saarbrücken zählt für die Band nun als „Rock’N’Roll City“. Wie sehr THE BREW ihre Fans zu schätzen wissen, wird einmal mehr deutlich, als Jason gegen Ende der Zugabe seine Gitarre kurz dem deutschen Fanklub-Leiter im Publikum überlässt. Marius bekommt damit kurz die Möglichkeit, in ein Solo mit einzusteigen, eine sehr schöne Geste. Auch Tim Smith findet warme Worte für die Fans „Diese Band besteht zu 50% aus euch Fans, ohne euch würde es uns nicht geben. Vielen Dank!“.


Auch der Sound ist an diesem Abend für die Verhältnisse im Kleinen Klub extrem gut, der Soundmann von THE BREW versteht seinen Job. Natürlich könnte dies auch an meiner Position im Raum liegen (vorne links), doch entgegen sonstiger Konzerte hörte ich auch nach dem Konzert keine Beschwerden. Allgemein ist die Stimmung nach dem Konzert bestens, die Band begrüßt die Fans am Merch-Stand, macht Bilder, signiert was das Zeug hält und lässt sich auf den ein oder anderen Plausch ein. Selten erlebt man eine derartige Bodenständigkeit, auch das ist für mich ein sehr großer Pluspunkt bei THE BREW. Neben ihrer Musik überzeugt das Trio auch auf menschlicher Ebene.

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Mit dem Konzert im Kleinen Klub in Saarbrücken haben THE BREW für mich noch einen oben drauf gesetzt. Das letztjährige Konzert im Kammgarn haute mich bereits um und dennoch legt die Band an diesem Abend nach und präsentiert eine perfekte „Rock’N’Roll-Show“ die ihresgleichen sucht. Ein grandioses Konzert in gemütlicher Club-Atmosphäre. Eigentlich müsste ich jeden Rock-Fan fast schon dazu zwingen sich diese Band live anzusehen, so und nicht anders müssen diverse Konzerte in den Siebzigern vonstattengegangen sein. THE BREW live, immer wieder ein Genuss für Augen und Ohren, momentan sicherlich mit das Beste, was die Musikwelt zu bieten hat. (Pascal)

(Fotos: Alex)

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