wolfpakk wolvesreignEigentlich hätte das Ganze ja eher ein Projekt werden sollen, schließlich hat vor allem Michael Voss noch andere Eisen im Feuer. Doch trotz schlechter Kritiken für ihr Debüt fanden er und Mark Sweeney Gefallen an der Zusammenarbeit mit vielen Gastmusikern. Wenn man sich die Geschichte der ähnlichen AVANTASIA betrachtet, entdeckt man da durchaus Parallelen, auch hier war es zuerst ein Spaßprojekt von Sammet, mittlerweile hat man es da auf eine stattliche Discography gebracht. Auch WOLFPAKK sind mit „Wolves Reign“ jetzt bei Nummer Vier angelangt, die prominenten Gäste gehen noch lange nicht aus, notfalls tauscht man bei AVANTASIA. Neben den zahlreichen Fremdbeiträgen ist auch wieder das komplette alte Team wie Drummer Geroen Homann an Bord.

Auf der aktuellen Scheibe ist es gelungen einen ganz großen Fisch an Land zu ziehen. Peter „Biff“ Byford, seines Zeichens Frontmann der Metallegende SAXON gibt sich die Ehre. Ihn erkennt man deutlich heraus, aber ein kleines Manko der Scheibe ist, dass man es nicht immer versteht die charakteristischen Züge der Vokalisten zum Ausdruck zu bringen. Außer ihm kann ich nur noch Claus Lessmann (ex-BONFIRE, PHANTOM V) und „Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS) eindeutig ausmachen.

Es liegt sich nicht daran, dass man sich einen der großen Integrationsfiguren des Heavy Metal ins Boot geholt hat, dass man heuer wieder etwas metallischer zu Werke geht. Nachdem der Vorgänger „Rise Of The Animal“ deutlich in Richtung Riff Rock schielte, geht man hier den Weg von „Cry Wolf“ weiter. Vor allem dem melodischen Speed Metal, wie er einst in Deutschland erfunden wurde, wird munter gefrönt.
Für diejenigen, welche die Ausrichtung des letzten Werkes favorisieren gibt es lediglich den Rausschmeißer „I´m Onto You“ und „Inside The Animal Mind“ auf die Ohren. Bei letzterem macht sich wieder das Mitwirken von Timo Somers (DELAIN) bemerkbar, der ja nebenher bei VENGEANCE. Zu Beginn wird erstmal ordentlich gerockt, das wuchtige „Falling“ hätte nicht nur wegen der Stimme von Lessmann aus der Feder der Ingolstädter stammen können.

Bereits das folgende „Run All Night“ tendiert dann in die typische Power Metalschiene, wenngleich eher moderne HELLOWEEN Pate gestanden haben dürften. „No Remorse“ überrascht mit einer eher schleppenden Strophe, in der dennoch die DoubleBass unablässig mahlt. Die Chöre in der Bridge führen dann zur ganz klassischen Auslegung des Genres im Refrain. „Scream Of The Hawk“ pendelt zwischen lockerem Rock und NWOBHM-Attitüde, während „Commandements“ dem Kern des Melodic Speed am nächsten kommt.

Ebenso metallastig, aber ausladender arrangiert kommen „Blood Brothers“ und „Mother Earth“ daher. Schwere Riffs und eher atmosphärische Stimmung prägen beide Songs, wobei erster auf bombastische Chöre und kraftvolle Arrangements setzt. Der zweite beginnt kraftvoll, nimmt dann das Tempo heraus, bevor sich der Chorus weit öffnet. Als längstes Stück der Scheibe hat man in der Mitte Platz für ruhige Passagen.
Ganz ruhig wird es bei der Pianoballade „Tomorrowland“, welche eher auf konventionelle Muster setzt. Beim Titeltrack wagt man sich hingegen auf Neuland, eine gewisse Gothic-Affinität lässt sich nicht verleugnen. Neben den dominierenden Drums sorgen auch ein paar elektronische Elemente für eine sehr rhythmische Grundlage. Auch hier wird auf Atmosphäre gesetzt, wobei vieles wie die weite Bridge mit ordentlich Hall versehen wurde.

Nach zwei starken Scheiben kann „Wolves Reign“ nicht ganz an die Form anknüpfen, wobei allerdings das unausgegorene Debüt deutlich überboten wird. Die Songs zünden nicht so richtig, die einzelnen Parts wollen nicht so zueinander finden wie zuletzt gewohnt. Vielleicht wollte man zu viel, teilweise sind die Songs sehr lang geraten. Zwar bringen Kollegen wie Brad Gillis (NIGHT RANGER) oder George Lynch (DOKKEN) tolle Soli, aber auch die fallen eher als Stückwerk aus. Und im Vergleich zur letzten AVANTASIA ziehen WOLFPAKK eindeutig den Kürzeren. (Pfälzer)

 


Bewertung:

Pfaelzer6,0 6 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 57:20 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 28.04.2017

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