cloak tovenomousdepthsManchmal, da entdeckt man Bands ja, weil man mit der Nase drauf gestoßen wird. Oder weil man sie live sieht. Und manchmal auch durch ganz dubiose Umstände oder Zufälle. CLOAK habe ich eigentlich nur entdeckt, weil ich bei youtube nicht schnell genug war und plötzlich einer ihrer Songs lief. Der hat mich dann schon beim ersten Hören in den Bann gezogen. Als ich dann auch noch sah, dass das Debütalbum der Amerikaner gerade herausgekommen war, da wusste ich, was das heißt: Nichts wie ran an den Speck.

Und apropos Amerikaner: Ja, richtig. CLOAK stammen aus Atlanta. Ich dachte auch zuerst, ich lese nicht richtig. Denn das hört man dem Vierer mal sowas von überhaupt nicht an. Rein musikalisch hätte ich die Truppe irgendwo nach Schweden oder Norwegen, auf jeden Fall aber Europa gesteckt. Aber gut. Dann eben Amerika.

CLOAK sind eine junge Band, die erst vor 4 Jahren gegründet wurde. Tatsächlich ist „To Venomous Depths“ wirklich erst das erste Album der Amerikaner und auch das hört man der Scheibe nicht an. Das Album klingt ausgereifter und durchdachter als die vieler vergleichbarer Truppen. Schon der Opener „To Venomous Depths Where No Light Shines” haut nach einem Keyboard- und Streicherintro so richtig auf die Kacke. Mit fast acht Minuten Länge fordert man hier den Hörer gleich zu Beginn. Und in der Tat zieht sich der Song gegen Ende etwas, im Großen und Ganzen ist er aber doch ein toller Einstieg in dieses Album.

„Within The Timeless Black“ hat ein paar schöne CANDLEMASS-Anleihen, die dem Stück einen doomigen Charakter verleihen, auch wenn das Stück an sich eigentlich zu schnell ist um noch Doom genannt zu werden. Überhaupt weiß man nicht so recht, in welche Schublade man diese Band nun stecken soll. Für Doom zu schnell, für Rock zu hart, für Death zu soft. Womit ich mal wieder zu dem Schluss komme, dass am Ende aller Tage Schubladen halt einfach scheiße sind und die große Kramkiste noch immer die beste Lösung ist.

Jedenfalls erfinden CLOAK nun nicht unbedingt das Rad neu. Bei „The Hunger“ und auch bei „Beyond The Veil“ denkt man unweigerlich an ARCH ENEMY, oft auch an SAHG, CANDLEMASS hatte ich schon genannt und wenn man das dann alles zusammen in einen Topf wirft, kommt am Ende aber doch eine leckere Suppe raus. Denn „To Venomous Depths“ ist ein Album ohne einen einzigen schwachen Song geworden, das sich durchgehend auf einem hohen Niveau bewegt. Und man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass dies ja das Debütalbum der Band ist. Ich gehe fest davon aus, dass diese Band sich noch weiter entwickeln wird.

Auf der Scheibe jagt ein Ohrwurm den anderen, schöne Melodiebögen spannen sich über die Songs und die Growls von Sänger Scott Taysom verleihen den Stücken auch stimmlich die nötige Härte. Das ganze Album arbeitet auf den letzten Song hin, der nicht nur aufgrund seiner Länge von mehr als 10 Minuten das Opus Magnum von CLOAK darstellt. Nach einem eher düsteren Einstieg groovt das Stück fast schon eingängig, wird dann aber wieder eher ruhig und atmosphärisch und klingt dann sanft mit Akustikgitarre und Streichern aus, womit das Ende des Albums dem Anfang sehr ähnelt. Hier schließt sich ein Kreis und auch wer das Album in Dauerrotation hört muss keinen harten Übergang fürchten.

„To Venomous Depths“ ist für mich eines der besten Debüts, die ich dieses Jahr gehört habe. Diese Band werde ich auf jeden Fall im Auge behalten und ich bin gespannt, wohin sie sich noch entwickeln werden. Oder bleibt es am Ende ein doch nur ein „one album wonder“? Wie auch immer. Wer mit atmosphärischem, doomig angehauchtem Death Metal etwas anfangen kann, der sollte hier mal reinhören. (Anne)


Bewertung:

Anne8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 57:32 min
Label: Seasons Of Mist
Veröffentlichungstermin: 10.11.2017

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