Iron Maiden The Book Of Souls Live Chapter Mit Livealben sind die britischen Legenden IRON MAIDEN in den letzten Jahren nicht gerade sparsam umgegangen. Entgegen mancher der bisherigen Veröffentlichungen ist auf „The Book Of Souls: Live Chapter“ Nostalgie aber keineswegs das vorherrschende Thema, behandelt diese Live-CD doch vorwiegend das letzte Studioalbum „The Book Of Souls“.

Und gerade das macht es meines Erachtens im direkten Vergleich zu „Maiden England“ wieder zu einem waschechten IRON MAIDEN-Livealbum. Denn nach wie vor bin ich der Meinung, dass die richtigen Livealben immer dann aufgenommen werden sollten, wenn die Band etwas Neues zu erzählen hat, und das haben IRON MAIDEN mit ihrem Doppeldecker durchaus. Insgesamt sechs Songs der neuen Platte sind enthalten, und diese kommen allesamt live deutlich besser zum Ausdruck als die Album-Versionen. Gerade der Titelsong mit stolzen zehn Minuten bietet live noch mehr Atmosphäre. Es ist einfach unglaublich wie IRON MAIDEN diese Faszination auch heute noch erzeugen. Dabei hat das genannte Titelstück zwar nicht die Qualität von „The Rime Of The Ancient Mariner“, aber eventuell liegt dies allein schon daran, dass man den Song immerzu als Vergleich heranzieht. Doch wir leben ja nicht in der Vergangenheit, natürlich kann man einen Song als Referenz heranziehen, aber ein direkter Vergleich ist immerzu schwierig.

Auch die fünf verbleibenden Songs von „The Book Of Souls“ sind live richtige Knaller, lediglich „If Eternity Should Fail“ zieht sich zu Beginn durch die Theatralik von Dickinson ein wenig. Doch das tut beim Einsetzen des Riffs nichts weiter zur Sache, ein waschechter Maiden-Song. Die Stücke stammen übrigens alle von unterschiedlichen Stationen der Tour (Sidney, Dublin,…). Erstaunlicherweise wirkt sich dies nur wenig auf die Live-Atmosphäre aus. Soll heißen, würde es nicht im Booklet stehen, würde man es kaum bemerken. Soundqualität und Übergänge sind fast fließend, und würde Dickinson nicht hin und wieder seine „Scream For Me …“-Schreie verlauten lassen, könnte man wirklich annehmen, es handele sich um ein komplettes Konzert.

Neben den neuen Stücken feuert die Band noch ein typisches Hitfeuerwerk der Marke IRON MAIDEN ins Publikum. Dabei berücksichtigt die Band mit „Wrathchild“ auch eines der ganz frühen Maiden-Stücke. Dass Evergreens wie „The Trooper“, „Fear Of The Dark“ und „The Number Of The Beast“ nicht fehlen dürfen ist eigentlich selbstverständlich. Dass Songs wie „Powerslave“, „Children Of The Damned“, „Blood Brothers“ (!) und „Wasted Years“ weiterhin Einzug im Set halten ist hingegen sehr erfreulich. IRON MAIDEN sind nach wie vor stark in dem was sie tun, sehr stark. Eine Tatsache, die man nach der Schreckensmeldung über Bruce Dickinsons Zungenkrebserkrankung auch als Fan nicht als selbstverständlich sieht. Die Gesangsleistung von Dickinson ist nach wie vor grandios und seine Stimme immer noch verdammt gut, ein fantastischer Sänger.

Wer anfangs ähnlich wie ich dachte „Noch eine Maiden-Live-Platte?!“ wird bei „The Book Of Souls: Live Chapter“ ein paar Überraschungen erleben, denn es ist eben nicht einfach eine weitere Live-Veröffentlichung, sondern eine richtige Liveplatte. Die neuen Songs krachen ordentlich und die Band zeigt sich erneut von ihrer besten Seite. Für Fans ein absoluter Pflichtkauf, für Neuentdecker würde ich dennoch „Life After Death“ oder „Rock In Rio“ empfehlen. An diese beiden Klassiker werden Maiden nur schwer mit einer Veröffentlichung anknüpfen können. (Pascal)


Bewertung:

Pascal8,0 8 / 10


Anzahl der Songs: 8 (CD1) / 7 (CD2)
Spielzeit: 51:15 min (CD1) / 49:37 min (CD2)
Label: Warner/BMG
Veröffentlichungstermin: 17.11.2017

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