jessandtheancientones thehorseandotherweirdtalesJESS AND THE ANCIENT ONES gehört zu den Bands, die ich alleine schon vom Namen her so interessant finde, dass ich sie mir mal anhören will. Irgendwie hat es bei den Finnen jedoch nie geklappt. Dann habe ich sie aber mehr oder weniger zufällig als Opener auf dem Dark Bombastic Evening Festival in Rumänien gesehen und die Band konnte mich dort auf Anhieb überzeugen.

Alleine aufgrund von Artwork, Erscheinungsbild und Sound ist man versucht, die Band in die Retro-Schublade zu stecken. Das ist vielleicht auch gar nicht verkehrt. Aber der Fünfer spielt den Retrorock nicht, weil das gerade in ist, sondern man merkt den Mitgliedern, insbesondere Sängerin Jess an, dass sie ihre Musik wirklich leben. Und da ich nun die Gelegenheit hatte, in das neue Album „The Horse And Other Weird Tales“ reinzuhören, habe ich die Gelegenheit natürlich beim Schopfe gepackt.

Auffallend ist schon mal, dass das Album trotz neun Songs noch keine 35 Minuten Spielzeit hat. Für meinen Geschmack ist das doch etwas kurz. Aber sei’s drum. Das liegt vor allem daran, dass es auf dem Album vier Songs gibt, die nicht über die Drei-Minuten-Grenze hinauskommen, einer bleibt sogar unter zwei Minuten. Dass man aber auch in solch kurzen Stücken alles sagen kann, was gesagt werden muss, das beweisen JESS AND THE ANCIENT ONES ein ums andere Mal.

Aber man kann auch anders. Es gibt auch zwei Songs jenseits der sieben Minuten. Da wäre zum Beispiel das schöne, ruhige „You And Eyes“ mit herrlichem BEATLES-Vibe, das ruhig vor sich hin swingt und in dem die Hammondorgel den Ton angibt. 60er Jahre, ich bin unterwegs! Das das Album beschließende „Anyway The Minds Flow“ beginnt mit einem kurzen Spoken-Word-Intro, wird dann aber doch etwas sperrig, lange Instrumentalpassagen lassen einen ins Träumen geraten, während der Song vor sich hin plätschert, aber trotzdem nie langweilig wird.

Mein persönlicher Favorit ist aber dennoch einer der kürzeren Songs. „Shining“ hat einen schönen Groove und einen Ohrwurmrefrain, der einen zurück in die 60er versetzt. Einfach ein cooler Song, der sofort gute Laune macht. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Your Exploding Heads“, das auch wieder von der Hammondorgel geprägt wird.

„The Horse And Other Weird Tales“ ist ein schönes, leider etwas kurzes Album für alle, die die Musik der 60er im modernen Gewand mögen. Retrotrend hin oder her. Ich mag das hier. Zumal der Band auch wirklich anmerkt, dass es nicht darum geht, auf einer wie auch immer gearteten Retrowelle mitzuschwimmen, sondern dass sie ihre Musik wirklich lebt und liebt. Das spürt man spätestens, wenn man JESS AND THE ANCIENT ONES mal live gesehen hat. (Anne)

 

Bewertung:

Anne7,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 34:37 min
Label: Svart Records/Cargo
Veröffentlichungstermin: 01.12.2017

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