Von wegen der Spruch: „Die Hölle auf Erden" und der Aberglaube, die Zahl 13 sei eine Unglückszahl sind immer maßlos übertrieben. Also das diesjährige, und übrigens 13te Party San reichte aber wirklich sehr nah ran. Eine schier unendliche Schlammwüste, welche man mit zig Strohballen versucht hat zu bändigen und literweise Wasser!!! Das sind neben supergeilen Bands die Hauptzutaten für einen wahrlich strapaziösen Festivalkuchen 2007!
Doch wir wollen ja nicht gleich einen total negativen Touch über diese Zeilen legen, denn immerhin hatten wir mit tausenden weiteren Metalheadz eine Menge Spass. Zudem kommt, dass das Party San - Team wie in jedem Jahr mit einer monströsen, 26gliedrigen Reihe von guten Bands aufwatet. Daher haben uns unter anderem die Schwarzheimer von Gorgoroth, die Todesmaschinerie von Malevolent Creation, die Metfraktion Equilibrium oder auch die deutschen Thrashheroen von Kreator ordentlichen Dampf gemacht. Leider reichte dieser Dampf nicht zum trocken pusten des Schlammbeckens. *wein*

Nun ja, Donnerstagmittag machen wir uns auf den rund zweistündigen Weg nach Bad Berka, um dem Alltag mal drei Tage lang so richtig aufs Maul zu hauen. Stauungen und sonstiges Weggelagere verlängern die Fahrt um Stunden, doch auch wir schaffen es eigentlich pünktlich zum Gelände. Eigentlich!!! Denn gerade ist der Motor aus, der erste Fuß betritt den heiligen Boden und der Kopf ist endlich frei von Alltagsproblemen und voller Vorfreude....da öffnet der Himmel seine Schleusen und schickt Kubikmeter Wasser gen Erde!!!  Gut, Zelt aufbauen ist dann wohl mal eher nicht angesagt. Somit organisieren wir uns erstmal unsere Akkreditierungen und nachdem dies getan ist, hat auch Petrus wieder Erbarmen und lässt uns unser Wochenenddomizil errichten. Nach getaner Arbeit ist eine Inspektion des Geländes, Nahrungsangebotüberprüfung, Cuba Libre Trinken und Ständestöbern angesagt. Leider nicht lange in trockenem Zustand, weswegen wir unsere Kamera auch recht schnell wieder in Sicherheit bringen. Somit kann ich euch jetzt schon sagen, dass es leider nicht von jeder Festivalband Magazineigene Bilder geben wird. Doch nun übergebe ich erstmal an Bernie, der euch ein paar allgemeine Zeilen zum Donnerstagabend, welcher in diesem Jahr übrigens erstmalig nicht im Zelt, sondern ebenfalls auf der Hauptbühne statt gefunden hat, niedergeschrieben hat. [Tanja Nusser]

 

Donnerstag, 09.08.2007

Das liebe Wetter. Schon 2006 fröstelte man auf dem Party San mitten im Hochsommer, das man glauben möge, Tausende Hardcore - Christen hätten erfolgreich für eine Sabotage eines der geilsten Metalfestivals überhaupt gebetet. Da haben die Jesusfreaks die Metaller aber falsch eingeschätzt. Wenn auch nicht jeder so hartgesotten ist, sich alle Bands im Regen anzuschauen und sich ein wenig für die beiden folgenden Tage schont, um diese nicht kotternd und schniefend im Zelt verbringen zu müssen, kann man doch auch schon am ersten Festivaltag von einer beachtlichen Menge sprechen, die ihren Weg, oft torkelnd, vor die Bühne wagt.

Die Idee, den Donnerstag vom Partyzelt auf die Hauptbühne zu verlegen, war grandios! Aufgrund des Wetters hätte man allerdings keine schlechtere Entscheidung treffen können, aber da liegt keine Schuld bei den Veranstaltern, sondern beim ollen Petrus, was ein Heinz...

partysan07_schlamm.jpg

DISASTER K.F.W. wird leider verpasst, da wir die Gunst der trockenen Stunde nutzen müssen, um unser Domizil aufzurichten (kann nicht jeder ein 2-Sekundenzelt sein Eigen nennen ;-)). Von weitem hört sich aber alles ganz prima an, es herrscht wohl schon zu Beginn eine gute Stimmung und die feiernde Meute, die teils schon mittwochs anreiste, freut sich, dass es endlich losgeht.

PENTACLE überzeugen danach nur einen Teil der Gemeinde, während der andere sich lieber weiter dem Besäufnis hingibt. Grund: der Sound wirkt irgendwie zu alt, und das nicht unbedingt im guten Sinne. Keine eigenen Akzente können gesetzt werden. Was aber zählt, ist nicht die subjektive Meinung, sondern die Reaktionen der Zuschauer, nicht wahr? Somit gewinnen auch PENTACLE, denn den Fans des Old School Sounds hat's auf jeden Fall gefallen!

DYING FETUS haben die Arschkarte des Festivals gezogen. Kaum beginnt das Groovemonster seine Zerstörungswut, fängt es wieder an zu schütten wie aus Eimern. Nicht wenige denken sich, ach, die sehen wir ja noch auf dem UFTG. Von wegen, die Absage kam vor wenigen Tagen... somit haben da wohl einige ins Klo gegriffen. DYING FETUS sind eine einzigartige Band, die man lieben muss. Mit einer Kompromisslosigkeit holzen und gooven sich die Amis durch ihr Set trotz miesem Wetter, dass sich die restlichen Bands noch nen Pullover mehr drüber ziehen, um nicht auch noch vor Angst zu frösteln. Was fehlt, ist die Bewegung auf der Bühne! Da könnte man noch einiges mehr rausholen! Schade um diese Klasse - Band, dass ihnen das Wetter einige Zuschauer wegnahm.

Überraschung, Überraschung! Nachdem mich SECRETS OF THE MOON völlig lustlos und eintönig vor 2 Monaten in einem Club langweilten, sieht die Sache hier doch etwas anders aus. In Dunkelheit und perfekter Lightshow, sowie extra ausgepacktem Outfit wirken die Deutschen Schwarzwurzeln doch schon ganz anders! Ihr grooviger, sehr atmosphärischer Black Metal, der irgendwo in der Nähe von Satyricon schwimmt, brachte das erste Mal an diesem Abend das besondere Flair. Sänger sG wirkt mit seiner blonden Mähne zwar nicht sehr böse, entpuppt sich aber als sehr emotionaler Sänger, der eine wirklich gute Show antreibt. Manko ist mal wieder Gitarrist A.D., der mit seiner Kippe im Mundwinkel her bei einer Rockband spielen könnte und so viel Black Metal Atmosphäre versprüht wie ein frisch gebackener Apfelkuchen. Der Höhepunkt der Show ergibt sich im Hit „Lucifer speaks", eine sehr gute Show, bei der man mal wieder merkt, wie sehr gewisse Musik durch entsprechende Rahmenbedingungen gewinnen kann.

MERCILESS zählen mit ASPHYX zu den Kultbands, die das Party San mal wieder ausgegraben hat. Wie schaffen die das nur immer? MERCILESS brachten zwar erst 2002 ihr Comebackalbum nach 8 Jahren auf den Markt, traten aber hierzulande nicht unbedingt viel in Erscheinung. Umso mehr freuen sich die paar tausend vor der Bühne, die Death - Thrash Legende live zu sehen. „We are Merciless, and we bring hell" tönt es aus den Boxen und genau das passierte. Die Wolken öffneten sich und schienen die Schweden bestrafen zu wollen, dass sie die geheiligten Bretter wieder betreten. MERCILESS antworten unbeeindruckt mit einem ultrabrutalen Knüppelset, das den Zuschauern vor der Bühne das Wasser aus den Poren prügelt. Songs aus allen Epochen und den vier regulären Alben machten die Show unvergesslich, vor allem in Punkto Kompromisslosigkeit.

Ein sehr guter Einsteig zu den zwei weiteren Party San Tagen und der Beweis, dass sich der Großteil der Metaller nicht nur hart schimpft, sondern sich von Regen nicht unterkriegen lässt. (Bernie)

 

Freitag, 10.08.2007

partysan07_laydownrotten.jpgAls erste Band am Freitag haben die Hessen von LAY DOWN ROTTEN das Vergnügen. Auf dem grandiosen Strohteppich, auf welchem bis vor ein paar Minuten noch eine Horde „Kinder" tobten, vor der Bühne ist auch schon gut was los und die 4 stehen in den Startlöchern um mit einer akkuraten Death Metal Walze über das geneigte Publikum hinwegzulärmen. Kaum auszumalen, dass Daniel Jakobi im Jahr 1999 als Soloprojekt an den Start gegangen ist, 2000 weitere Musiker hinzugenommen hat und erst nach ersten Erfolgen einen zweiten Sängers engagiert hat. Dies hat die tödliche Intensität noch um ein Weiteres steigern können. Wahnsinn!! Jost und der Rest der Band spielen ihren Death Metal an diesem frühen Nachmittag als ob es kein Morgen gibt und versprühen dabei auch noch wahnwitzig viel Energie und Kraft.  Intro, vier vorzählen und rein. Death as Death can! Die Metalwalze drückt alles nieder was ihr in die Quere kommt. Gitarren schneiden die dicke, schwüle Luft. Der D-Zug hält niemals an, drosselt aber manchmal seine Geschwindigkeit um seine Passagiere heftig in die Sitze zu drücken. Und der von der Krankenkasse bezahlte Psychiater wird arbeitslos, weil man hier eine Therapie ohne Zuzahlung  bekommt, so dass man das Party San als alljährliche Heilkur einführen könnte. Aber nur mit solchen Frontsäuen wie Jost eine darstellt. Diese Musik ist Death Metal mit kleinem melodischem Einschlag und vor allem Durchschlagskraft! Den Deal bei Massacre Records hat man sich redlich verdient. [Tanja Nusser]

Das Party San 2007 wurde von einer regelrechten Welle von Absagen heimgesucht, wo runter auch DRILLER KILLER zählen. Als Ersatz verpflichtete man KORADES, die zumindest mal auf Tour mit der abgesagten Band waren. DRILLER KILLER sind nicht unbedingt für ihren versierten Stil und ihre eingängigen Songs bekannt, aber wohl nicht wenige sehnten sich die Band auf die Bühne nach dem ersten Song der Eingesprungenen. Musikalisch ungefähr in gleicher Fahrtlinie, holzen sich KORADES mit einer Mischung aus alten HArdcore, altem Punk und alten Kerlen durch ihr gottlob recht kurzes Set. Nix für ungut, aber der Mann mit dem Irokesen am „Gesang" hätte besser irgendjemandem aus der kleinen Meute von Hartgesottenen das Mikro in die Hand oder den Rachen gedrückt, dann wäre die ganze Sache vielleicht nicht so in die Hose gegangen. Wenn man von der rohen Mucke der Jungs ausgeht, dann könnte der gesichtslose, heisere Gesang sogar irgendwie passen. Wirklich überzeugen konnte hier allerdings nichts. Die Songs sind unvergleichbar mit der Dynamik von DRILLER KILLER und somit wird auch der letzte Song, ein Cover der besagten Band, zum Highlight der Show!
Fans wird's gefallen haben, sonst aber wohl niemandem und es kommt auch irgendwie die Idee auf, nachdem man sich Songs der Band aus der Dose angehört hat, dass der Herr Sängerknabe nicht der reguläre Schreihals der Truppe ist, klingt der Sänger auf Platte doch um vieles Death metallsicher und vor allem voluminöser und schlichtweg besser, außerdem verpasste der Irokesen - Mann so oft seinen Einsatz, dass man die Vermutung haben könnte, er sei schon sturzbesoffen oder kenne die Songs nicht wirklich intensiv (lassen wir einfach mal zweiteres vermuten)  Gut wärs, denn zum Singen eignet sich nun mal nicht jeder...(Bernie)


Grindfans soll man mal verstehen... Je abgefuckter, je fieser, desto besser. Je dunkler die Stimme, je ekliger die Texte, je provokanter das Gehabe, desto mehr Zulauf finden die Bands des Genres. Mit CLITEATER findet sich ein perfekter Vertreter dieses Genres nun auf der Bühne wieder. Optisch vollkommen normal verstecken sich die Abartigkeiten hier allein in den Texten. Musikalisch muss man den Holländern aber einiges zugestehen, Da gibt's nix zu mäkeln. Der hagere Mensch mit den grauen Haaren am Mikro growlt in einer Tiefe, die unmenschlich erscheint, benutzt aber dafür im Gegensatz zu vielen anderen aus dem Grind - Bereich keinen Effekt auf der Stimmte (zumindest so, wie ich es gesehen habe). Aber auch der Mann an der Gitarre hat ein schönes Stimmchen vorzuweisen und unterstützt den Cheffe am Hauptgesang tatkräftig. CLITEATER sind schon fast eine Art Legende im Grindcore, warum, weiß kein Mensch, bewegen sich die Holländer doch musikalisch mehr in Richtung normalem Death Metal als andere. Den Grindern gefällt's aber allemal und die Band kann auch die bei weitem besten Reaktionen des bisherigen Tages einfahren, was nicht wenig an der Bewegungsfreude des grauen Sängers liegt! Eine geile Show, die endlich mal ein bisschen Leben in den Matsch bringt! (Bernie)


partysan07_redharvest.jpgDie darauf folgenden RED HARVEST sind in Deutschland ein wohl noch eher unbeschriebenes Blatt und sind daher nur wenigen, dafür aber umso fanatischeren Fans ein Begriff. Doch leider ist es immer noch so, dass viel zu wenige etwas mit dieser norwegischen Walze, welche zahllose Stacheln aufweist, die sich gnadenlos in deinen Kopf bohren und dort stecken bleiben, anfangen können. Scheinbar kann dieser Teil der Extrem-Metal-Menschheit den Schmerz einfach nicht aushalten, den diese Stacheln verursachen. Oder aber die erzeugte Stimmung ist ihnen zu dunkel, zu klaustrophobisch, zu technoid, zu apokalyptisch?!?! Vielleicht haben sie aber auch einfach nur unsägliche Angst vor Fronthüne und Gitarrist Ofu Kahn, welcher seine volltättoowierten, oberschenkelgroßen Oberarme in ständiger Anspannung am Körper trägt. Seine Stimme fräst sich in eure Hirne und erwischt auch den letzten, entlegenen Winkel. Passend zur modernen, elektronischen Geräuschkulissen und den wahnsinnig düsteren Gitarren prangt im Hintergrund der neumodische Schriftzug von RED HARVEST. Die fünf nihilistischen Norweger, breiten eine hemmungslose und beklemmende Stimmung über dem Gelände aus und ihre Mischung aus Industrial und Death Metal scheint langsam, aber sicher Anklang zu finden. Viele verharren aber auch nur mit geschlossenen Augen und lassen die vernichtenden Klangcollagen von RED HARVEST in ihre Ohren und Eingeweide kriechen. [Tanja Nusser]


Es ist mal wieder an der Zeit, mit den bayrischen Wikingern von partysan07_equilibrium.jpgEQUILIBRIUM in die Schlacht zu ziehen. Eine Schlacht wird es auch tatsächlich, denn mit dem ersten Trommelschlag, prasselt mal wieder eine wahre Sintflut über uns hinweg. Oberhaupt Helge und seine Kampfesgesellen, sowie Häuptlingsbraut Sandra hissen zwar die Folk-Viking-Metal - Fahne, schaffen es aber auch heute nicht, mich mit ihren schweren Geschützen vollends zu überzeugen. Technisch kann ich an dieser Band natürlich immer noch nichts aussetzen, doch bis auf Helge kann ich leider wieder einmal nur statisches Herumstehen statt Headbangen verzeichnen. Auch wenn hier oder da mal kurz der Schopf zum rotieren gebracht wird. Trotz dieser mauen Publikumsmotivation und dem Regen, hat sich doch eine gewaltige Meute der Methörnerfraktion vor der Bühne versammelt. EQUILIBRIUM stehen eben für unsägliche Hymnen, die klangvolle Namen wie „Der Sturm", „Unter den Eichen", „Met" oder „Tote Heldensagen" tragen. „Turis Fratyr" war eben einfach ein Hammeralbum im Jahr 2005! All diese Lobgesänge würden live noch viel mehr an Ausstrahlung und Kraft gewinnen, würde nicht das Keyboard vom Band kommen. Ist es heutzutage wirklich so schwer, einen adäquaten Keyboarder zu finden??? Doch glücklicherweise ist das hiesige Publikum schon gut angeheizt (nicht aufgeheizt...*g*) und frisst dem Quintett aus der Hand und grölt die Songs inbrünstig mit.  Doch nicht nur die Bandklassiker werden gespielt, man hat auch einiges vom bald erscheinenden Album „Sagas" im Gepäck. Weiterentwicklung Fehlanzeige - Tanzstimmung am Limit!!! Na ja, in diesem Sinne: Hebet das Horn!!! [Tanja Nusser]


Nach soviel Heiterkeit, verbreiten die Satansbraten BELPHEGOR aus dem Nachbarlande Österreich gleich mal wieder etwas Finsternis - auch wenn das bereits Großmeister Thor am Himmel erledigt. Doch so leichtes Donnergrollen, verdunkelter Himmel und Regen unterstreicht ja nur hervorragend die vor Splatter- und Blasphemietriefende Musik. Helmuth und seine Mannen vermischen Black Metal und Death Metal zu einer dämonischen Einheit und stehen in Leder gehüllt in den Startlöchern um uns einen tödlichen und schwarzen Sabbath zu bereiten! Und scheinbar sind viele gewillt, an diesem teilzunehmen, denn der Platz füllt sich deutlich um das Böse würdig in Empfang zu nehmen. Die Ketzer aus dem Land des Mozarts und der königlichen Hoheit Sissi haben  diesmal auch ihr hochgepriesenes, neues Schaffenswerk „Pestapokalypse" mit aus den höllischen Tiefen gebracht, wovon man auch so manchen teuflischen Song mit im Set hat. Ich selbst habe am heutigen Abend eigentlich nur auf einen Song gewartet und ich soll auch nicht enttäuscht werden: „Bluhtsturm Erotika" dringt in jede einzelne Pore meines Körpers und lässt mich erstarren. Oder ist es der eisige Wind der meine nasse Kleidung gefrieren lässt?!?! *fg* Das alles niedermetzelnde Drumming, unterstützt durch Saitenhexer Sigurd, welcher ein wahres  Riffgewitter in den Mop feuert, bildet die perfekte Basis für Sänger/Axtmann Helmuth, der wie immer mit seinem extrem flexiblen Gesang punktet. Dieser Mann deckt einfach jegliche Stimmlage aus den Bereichen Black- und Death Metal ab. Die stehen einem die Hörner aber stramm beim lauschen! Der begeisterten Fans vergüten diesen überaus tighten musikalischen Einsatz mit enthusiastischen Reaktionen. BELPHEGOR sind ganz klar und absolut berechtigt einer meiner Höhepunkte des diesjährigen PSOA. [Tanja Nusser]


Wer verschnaufen will, der sollte mal rasch zu einem der Bier- oder Cocktailstände auf dem Gelände waten, denn auch die nächste Band wird wieder ein tödliches Brett vor jede einzelne Stirn schlagen. partysan07_vader.jpgBereits auf dem Rock Hard Festival, dem Queens of Metal und dem Earthshaker wurden wir von dem polnischen Panzer mit dem Namen VADER gnadenlos überrollt und auch heute werden wir wohl mit dem Gesicht voraus an den Schlamm gedrückt werden. Das Quintett baut binnen kürzester Zeit eine Brachialwand auf, dass man selbst im Schützengraben vor der Bühne nicht sicher ist vor der polnischen Diktatur. Kaum einer kann sich dieser Autorität entziehen: vor der Bühne ein einziges, wallendes Haarmeer, bangende Metalheadz soweit das Auge reicht...spätestens jetzt dürfte die Brutalo-Death-Fraktion auf diesem Festival ordentlich bedient sein. Und diese lässt ihrer Angriffslust freien Lauf und bangt, bis die Halskrause von allein aus dem Orthopädieregal hüpft. Kanonschläge wie „Back To The Blind", „This Is The War", „Wings" oder selbstverständlich „Helleluyah (God Is Dead)" lassen einem aber auch keine andere Wahl. Was will man da machen, man ist einfach völlig willenlos. Peter und seine Mannen schießen ihre messerscharfen Riffs ins tobende Publikum und die Regenwürmer fetzt es aus dem triefenden Boden, wenn  Drummeister Krzystof „Doc" Raczkowski sein Blastgewitter in extremster Form entfesselt. Hier braucht sich wirklich kein Death Metal Anhänger beschwerden...und tut es auch nicht! Die Polen verabschieden sich schließlich mit dem obligatorischen Cover des Überhits „Raining Blood" von Slayer von ihren treuen Anhängern. Death Metal as clean as possible!!! [Tanja Nusser]


 BEWTICHED live zu sehen grenzt in den letzten Jahren schon an ein Wunder. Stets werden in regelmäßigen Abständen gute Platten veröffentlicht, für Touren reicht die Zeit dann aber nie aus, da man mit der „Zweitband" NAGLFAR ausreichend beschäftigt ist. Dem Party San allerdings statten die Verhexten aber immer wieder gerne einen Besuch ab, weil sie genau partysan07_bewitched.jpgwissen, dass sie hier als das gesehen werden, was sie sind, eine kleine Legende, die es zwar nie zu kommerziell großen Erfolgen bringen wird, aber mit ihrem Old School Sound bei ihren Anhängern für immer ein Stein im Brett haben wird. Die letzte Granate „Spiritual warfare" ist schon ein wenig her, BEWICTHED sind aktuell nicht unbedingt auf dem Schirm vieler und trotzdem sammeln sich verdammt Viele vor der Bühne, um bei den ersten dunklen Schimmern des Abends der unheiligen Musik zu frönen.
Losgelegt wird gleich mit „Fucked by fire", dem Knaller des letzten Albums. Cheffe Varger (seines Zeichen auch Gitarrist bei NAGLFAR) glänzt mit unnachahmlich krächziger Stimme, Kumpan Wrathyr stolziert bedrohlich mit seinem Bass über die Bretter, wie er es letztes Jahr am NAGLFAR - Mikro schon tat und die Backing Band um einen namenlosen Drummer und den langjährigen Kollege A.Hellfire an der zweiten Gitarre liefert die musikalische Basis.
Songs wie das ältere „Blood on the altar" oder „Night of the sinner" vom Überalbum „Pentagram Prayer" knallen so rotzig und fies, satanisch und unverschämt über den gut gefüllten Platz, dass es eine wahre Freude ist. Viel Gerede ist hier nifht von Nöten, man sieht hier eine Band, die sich sehr rar gemacht hat und fragt sich jede Sekunde, warum zum Teufel das so ist. BEWICTHED sind einfach nur göttlich, voll von der Energie der alten Schule, fies und hässlich mit einer kreativen Macht und Einzigartigkeit, in der sie nie übertroffen werden. Eine Melange aus unheiligen VENOM, einem dreckigen Batzen Rock ‚n' Roll und dem besonderen Charme einer Kultband.
Mein Highlight des Festivals, wenn man sie doch nur etwas öfter sehen könnte... einfach genial! (Bernie)


Mit einem ganz besonderen Schmankerl für die Fans der ersten Stunde waten an diesem Wochenende die APOKALYPTISCHEN REITER auf. Neueinsteiger wissen selten noch, dass die Wurzeln dieser Band im brachialen Death Metal liegen - doch sie tun es! Zudem kommt noch, dass die Burschen rund um Ruchs auch noch ein Heimspiel spielen, was ihnen bei vielen Festivalbesuchern gleich  noch einen zusätzlichen Sympathiepunkt einbringt. Ok, fassen wir zusammen: DIE APOKALYPTISCHEN REITER erinnern sich an ihre ersten Tage und spielen anlässlich des Party San Open Airs nur Songs der ersten 3 Alben. Damit bei allen mal wieder ein Lichtlein aufgeht, die Alben heißen: „Soft and Stronger" (1997), „Allegro Barbaro" (1999) und „All You Need Is Love" (2000)! Doch nun endlich zum Livegeschehen.
Irgendwie beschleicht mich, Tanja, wieder einmal so das seltsame Gefühl, dass wohl der Großteil des jungen Publikums nur wegen der abgedrehten Rasselbande von den APOKALYPTISCHEN REITERN den Weg vor die Bretter gefunden hat. Dies soll sich gleich auch zu 100% bestätigen. Vor der Bühne wandelt sich das Publikum in Sekundenschnelle. Waren zuvor noch einige Altrocker, Methornschwinger und Schwarzwurzelanhäger im Getümmel zu finden, so nimmt der Anteil der Zahnspangenfraktion nun rasant zu. Ja, wer schon mal auf einem Reiter Konzert war, der wird wissen, dass hier das blanke Chaos tobt. Doch heute ist ja bekanntlich alles anders. Dr Pest, peitscht nicht um sich, sondern steht brav an seinem Keyboard  - gut, da hört es dann neben der musikalischen Wandlung mit den Veränderungen auch schon auf, denn Volk-Man scheint wie immer einen Dauerschein zum fröhlichen Mähnenrotieren erworben zu haben und Fuchs hat sowieso immer und überall Hummeln im Hintern. Musikalisch wird dreiviertel des Sets von den beiden Alben „All You Need Is Love" und „Allegro Barbaro" bestimmt. Im Klartext haben Deathkracher wie „Licked By The Tongues Of Pride", „Geopfert Für Den Sieg", „Die Schönheit Der Sklaverei", „The Smell Of Death", „Gone", „Erhelle Meine Seele" oder auch „The Fire" den Weg ins Ausnahmeset gefunden. Fuchs hampelt trotz des fehlenden Witzes in der Musik selbst über die Bühne und gibt seinen Kinderlein auch einen wunderschönen Ball zum spielen. *g* Zwischendrin gibt es noch ein ordentliches Drumsolo von Mr. Sir G., welches sich dem Regen mit einer ordentlichen Wucht entgegenstellt. Da ergreifen selbst die letzten Feldmäuse die Flucht, denn sonst besteht akute Gefahr aus den Löchern geschleudert zu werden. Und welche Maus mag schon gern nass werden?!?! (Amerk. d. Red. Dummes Gelaber hat man gleich zusammen!) Aber wie oben schon erwähnt, gibt es ja Songs von den ersten 3 Alben zu hören und so endet das Set mit einem „Soft & Stronger" - Trio mit den Titeln „Iron Fist", „Dostulata" und der einzig wahren, Wahrheit „Metal Will Never Die"!!! Das nenn ich mal eine Reunion aus alten Bandtagen!!! Wer´s verpasst hat ist selber schuld!!!


Mein erstes Mal mit IMMOLATION. Was hatte ich erwartet? Nun, auf jeden Fall nicht das, was ich zu sehen bekam, bzw zu spüren bekam. Eine ungnädige Dampfwalze, die dir die Gedärme aus allen Löchern quetscht! Bei IMMOLATION kann man den Kopf nicht still halten. Die in den teils überaus komplexen Death Metal eingeflochtenen Grooveparts killen einfach alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Trotz Routine nach etlichen Touren drehen die Mannen auf der Bühnen komplett durch, Bewegung spielt sich zwar hauptsächlich auf der Stelle ab, dafür wird aber schwer geackert. Keine ruhige Minute, vor allem Sänger Ross Dolan glänzt mit der wohl längsten und gepflegtesten Mähne des Death Metal.
IMMOLATION sind ein wahres Erlebnis zwischen wahnsinnig drückendem, tonnenschwerem und schier komplexem Death Metal und der sichtbaren Leidenschaft der Macher. An IMMOLATION kommt niemand vorbei, der Death Metaller schimpft. Was eine Walze, mir zwickts jetzt noch im Gedärm. (Bernie)


KREATOR können nicht schlecht sein. Seit ewigen Jahren beackert die deutsche Thrash Metal Legende die Bühnen der Welt in fast unveränderter Besetzung und hinterlässt stets rund um zufriedene Menschen. Gerade deshalb darf der auftritt auf dem Party San Open Air auch besonders kritisch beäugt werden. Endlich hat es geklappt, KREATOR spielen in Bad Berka, oft genug wurden die Fans vertröstet, nun war es endlich soweit.
Im Vergleich zu vorigen Shows der Essener Thrasher erspielten sich KREATOR an diesem Wochenende allerdings keinen Ruhm. Was auch immer Mille (schon auf dem letzten Summer Breeze) dazu bewegt, so hoch und unangenehm zu kreischen anstatt seine typische Reibeisenstimme wie auf CD einzusetzen, bleibt im Dunkeln. Streckenweise klingt der Gesang einfach nur grausam und ist weit von dem entfernt, was man von Mille erwarten kann.
Dazu scheint es so, als würde so langsam die Müdigkeit bei dem neben Onkel Tom und Schmier wohl berühmtesten Thrasher Deutschlands einkehren. Immer wieder geht der Blick auf die Gitarre, den Kopf weg vom Mikro und somit Textzielen verloren. Gut, dass Mille zu Beginn von „Violent revolution" aufgrund der immensen Rauschschwaden keine Chance hat, zu singen, sei ihm vergeben, aber man könnte das Gefühl gewinnen, dass es Zeit wäre für eine Pause, um die Batterie wieder aufzuladen und an einem neuen Album zu arbeiten.
Die Setlist der Thrasher und der „Will to kill" stimmt allerdings wieder einmal aufs feinste. Zu fast jedem Song werden auf einer großen Leinwand Videoclips zu den einzelnen Songs projeziert, was dem ganzen ein besonderes Flair gibt. Eine wirklich gute Idee! Songs wie „Tormentor", „Betrayer", „Extreme Aggressions" (mit obligatorischem Fragespielchen) oder auch das selten gehörte „Voices of the dead" sind über jeden Zweifel erhaben und bedürfen keines weiteren Kommentars. Ein Kommentar zu der einzigen Aussage gegen Rechtsradikalismus des Festivals von Bandseite aus (es gab sogar Party San gegen NSBM Shirts!!) sei aber erlaubt: well done, Mille! Endlich mal eine Aussage, die von so vielen Bands bereits mehr als überfällig ist!
Ein zwar wie immer guter aber doch irgendwie abfallender Gig der Thrasher, man hat sie definitiv schon besser gesehen, aber ein würdiger Headliner bleiben KREATOR immer! (Bernie)

 

Samstag, 11.08.2007

partysan07_interment.jpg Als Openerslot am Samstag fungiert ein weiteres Schwedenquartett, welches auf eine bald 20jährige Bandgeschichte zurückblicken kann - INTERMENT. Hier bricht eine Old School Death Metal-Walze über das Party San herein, dass einem gleich am Mittag Hören und Sehen vergeht. Bei so einer langen History glaubt man gar nicht, dass die werten Herren es noch nie zuvor geschafft haben, die eigenen Landesgrenzen zu überschreiten. Doch genau dies ist der Fall, denn am heutigen Samstag kommen Johan, John, Kennet und Martin erstmalig aus Schweden raus um ihre Musik auch nach Deutschland und Europa zu tragen, denn nach dem heutigen Gig geht es erstmals auf Tour. Voll auf die Zwölf damit auch wirklich die letzten Spuren des Sandmanns aus den Augenwinkeln fliegen legen INTERMENT mit „Morbd Death" gleich mächtig los. Ohne Kompromisse rast der schwedische Düsenjet über den Osten hinweg und schmeißt dabei Kampfgeschosse wie „Where Death Will Increase", „A Descent Hell" oder „Black Hollow Black" über dem beschaulichen Städtchen Bad Berka ab. Diese verfehlen ihr Ziel auch um keinen einzigen Millimeter und so braucht man sich über akute Nackenschmerzen im Nachhinein nicht beschweren. Mit einem brachialen, neuen Outro verabschiedet sich das old schoolige Quartett. Genau das richtige Festmahl für das ältere Semester beim Party San und eine Geschichtsstunde der etwas anderen Art für den Metalnachwuchs. Sau fett! Oder eben einfach: Trve-necro-oldschool-swedish-deathmetal-the-way-it-should-be...(O-Ton INTERMENT!!!)


partysan07_lengtche.jpg Aus Belgien kommen so einige fiese Knüppler. Als Beispiel seien nur ABORTED genannt. LENG TCH'E ist die belgische Grindcore Band Nummer eins und bildet einen Gegenpol zur holländischen Übermacht auf dem Party San 2007. Grindcore ist hier nun wirklich ganz anders zu verstehen als bei CLITEATER und Konsorten. Der Hardcore Look der Mannen ist Programm, hier gibt es kein Image, keine Splattertextem, hier wird einfach nur gebollert, dass die Schwarte kracht. Auch die Musik erinnert nicht selten an die heutigen Metalcore Bands, wenn es hier auch hauptsächlich metallisch zur Sache geht. Ein paar Shouts lassen aber die Verdingung durchaus zu.
Growler Boris zwickt es im Hintern, er beackert die Bühne unaufhörlich und auch seine Mannen geben ihr Bestes, um den Auftritt zu einem Koppfest werden zu lassen. Für Fans haben die Belgischen Buben das auch ohne weiteres geschafft. LENG TCH'E bieten aber recht einheitliche Kost, die man schon mal gehört hat. Musikalisch kein besonderer Höhepunkt aber guter Gig mit viel Bewegung zum Wachmachen. (Bernie)

 


Metalcore blabla Metalcore buhuhu, blabla blubb wein wein buhuuu...
...hört man von so vielen immer wieder, wenn man von Bands spricht, die in der großen AS I LAY DYING Welle bekannt wurden. Musiknazi sein ist was feines, aber wenn einem dadurch so geile Bands wie THE BLACK DAHLIA MURDER durch die Lappen gehen, ist man selbst Schuld! Die Amis kloppen sich mit einer Wucht durch ihr Programm, dass einem angst und bange werden kann. Der Wettergott des Osten ist wohl der gleichen Meinung wie die Massen an engstirnigen, verbohrten Musikfaschisten und beschert dem Blumenmörder einen deftigen Regenguss, weshalb sich nicht wenige gegen den mit Stroh gefüllten Platz vor der Bühne entscheiden, um sich unterzustellen.
Die Band gibt wie immer alles und holzt sich mit einer Brachialität, Geschwindigkeit und unfassbarer Präzision durch ihr Set, dass sich so einige Old School Bands noch eine dicke Scheibe abschneiden können! Trotz allem haben es die Mais recht schwer vor dem Party San Publikum, was nicht nur am Wetter liegt, sondern eben an oben genannten Problemen.
Beeindrucken lassen sich die Jungs aber nicht davon und machen weiter wie gehabt und treiben die Fans vor der Bühne in Ekstase, zum Schlussakkord fliegen ein paar Strohfetzen auf die Bühne, die Sänger Trevor gekonnt zum letzten ton auffängt, ein herrliches Bild, wie geplant.
Wer immer noch Core - Elemente bei den Amis hört, der soll mir den Buckel runter rutschen, diese Band ist einfach der Oberhammer und das im September folgende Album wird alles und jeden killen! Watch out! (Bernie)


partysan07_haemorrhage.jpg Und die nächste Grindband wartet auf ihren Auftritt. HAEMORRHAGE aus Madrid sind etwas ganz spezielles. Ihr Image rund um das Verspeisen von abgetrennten Körperteilen hat ihnen im Laufe der Zeit eine große Fanschar erbracht, die sich auch auf dem Party San vor der Bühne sammelt, um der Metzgerei zu frönen. Image ist alles bei HAEMORRHAGE, die Musik ist zwar durchaus nett anzuhören und weitaus besser und abwechslungsreicher als die so manch anderer Rumpelkombos, aber was hier den besonderen Flair ausmacht, ist Sänger Lugrubious, der mit seinem kranken Gesang und seinem bekloppten Auftreten alle Ohren und Augen auf sich sicher hat. Von oben bis unten mit blut verschmiert und freiem Oberkörper tänzelt der Spanier wie von der Laus gepickt über die Bretter und hantiert immer mal wieder mit mitgebrachten Leichenteilen, an denen er gern auch mal knabbert. Da hätten sich die Grinder aber doch fürs Party San was Besseres einfallen lassen können. Einfach mal ein paar Körperteile aus eine essbaren Gummimasse, mit lecker Marmelade drauf oder auch mal lecker Tomatensaft. Ein bisschen futtern und ein bisschen in die Menge spucken, beschweren würde sich keiner. Man nehme das als Tipp für die Zukunft ;-)
HAEMORRHAGE machten für alle Anwesenden Spaß und für Fans sit die Band eh immer ein ganz besonderes Erlebnis, also gewonnen auf ganzer Linie, könnte man sagen! (Bernie)


partysan07_melechesh.jpg MELECHESH sind den weiten Weg aus dem altehrwürdigen Mesopotamien zu uns herüber gekommen, um uns eine gehörige Portion Extrem Metal auszuteilen. Nun ja, eigentlich liegen ja nur die Wurzeln im heiligen Land Israel, oder um genauer zu sein in Jerusalem und Bethlehem. Mittlerweile lebt man in den Niederlanden, USA oder auch Frankreich. Aber das nur so am Rande. Die Exoten drücken auf jeden Fall sofort voll durch und begeistern mit einer fulminanten Mischung aus Black Metal und fesselnden Melodien aus dem Nahen Osten von ihrem Erfolgsalbum „Sphinx" und dem aktuellen Longplayer „Emissaries". Doch auch ältere Klassiker finden mit ihren verschlungenen Gitarrenmelodien und der giftig-fiesen Stimme von Ashemdis den Teppichflugkurs aus dem Reich der Genies, Wunderlampen und betörenden Gewürze zu uns. Berauschend wie ein erotisierender Bauchtanz umhüllen einen die schier endlosen Duelle der beiden Saiten-Hexer Ashmedi und Moloch und entführen einen in orientalische Gefilde. Dem hiesigen Publikum bleibt  bei der Hartherzigkeit und Schwärze von MELECHESH die Spucke weg und man staunt mit offenen Mündern, was die Gesandten aus dem Morgenland wohl noch so entfesseln werden. Die Israelis verzichten auf  aufwendiges Corpsepaint, besonders furchterregende Kleidung und sonstigen Schnick Schnack - man verströmt die Evilness einfach durch die Besessenheit  mit der man musikalisch zu Werke geht. Wenn ich an der Lampe reiben dürfte, so würde ich mir eine weitere Runde MELECHESH wünschen!!! Sperrig aber sau geil! [Tanja Nusser]


PRIMORDIAL stehen für große Emotionen, Leidenschaft und epische Musik.partysan07_primordial.jpg So, dass erstmal vorweg. PRIMORDIAL haben zwar nicht ein ganz so wildes Publikum, dafür versammeln sich vor der Bühne die wahren Genießer von düsteren Klängen und großen, musikalischen Gefühlen. Alan Nemtheanga schafft mit seiner wilden Mimik, seinem dezenten Corpse Paint und nicht zuletzt dank seiner ausdrucksstarken Stimme, eine Gänsehaut nach der anderen zu zaubern und bringt die Anwesenden schnell in diese ganz eigene PRIMORDIAL-Trance, die so süchtig macht und einfach beweist, dass die Iren ihre Musik voll und ganz mit Leidenschaft leben. Vom doomigen „The Gathering Wilderness" bis hin zum fast schon schwarzmetallischen „To Enter Pagan" lässt die Setliste kaum Wünsche offen, und wenn dann nur die, noch länger und noch mehr von PRIMORDIAL zu hören. Alan bleibt klassisch und betritt mit "Are you with us?" die Bühne und feuert das Publikum an und im Gegensatz zur Metal Cruise (dort war er sehr wortkarg) scheint er seine Sprache wieder gefunden zu haben. Daher darf auch die Geschichte zum grandiosen „Coffin Ships" nicht fehlen und wird ausführlich erläutert. Immerhin geht es hier um eine irische Tragödie von Auswanderern, die ihr Glück auf dem amerikanischen Kontinent gesucht haben und auf der Schifffahrt dort hin umgekommen sind. Als die Iren mit dem traditionellen Schluss-Song „Gods To The Godless" ihr Set beenden und schweißgebadet und regennass in den Backstagebereich zurückkehren, bemerke ich, dass ich noch lächeln kann! Einfach grandios! [Tanja Nusser]


„Hi Folks, wir werden ausschließlich Songs von unseren ersten drei Alben aus den 90ern spielen!!!
Unsere Show wird nur Klassiker enthalten und darüber hinaus Songs die wir seit über 10 Jahren nicht mehr gespielt haben" (O-Ton Sänger Ola, von der Party San Homepgae)partysan07_grave.jpg
Da sollte doch jedem GRAVE Fan das Wasser im Munde zusammen gelaufen sein! GRAVE sind nie ausgewimpt und veröffentlichten bisher immer Album um Album gute Material, aber wie das nun mal so ist, die ersten Werke sind doch meistens die besten, vor allem ,weil sie Anfang der 90er in einer Zeit entstanden, in der Death Metal King war, in der unzählige fantastische Meilensteine in Schweden entstanden und die Luft voll war von Tod und Zerstörung (nein, ich war damals nicht in Schweden).
„Into the grave", „You'll never see" und „And here I die" geben Klassiker um Klassiker preis, die mit der typischen schwedischen Leidenschaft für Death Metal und dem Genre obligatorischen Marshall Sound dargeboten werden. GRAVE sind und waren immer eine großartige Band, die live vor allem auf der sagenumwobenen „Masters of Death" Tour für offene Münder und wochenlange Genickschmerzen sorgte. Die Old School Setlist ist somit ein kleines Schmankerl extra fürs Party San, dass für die Schwede nicht zwingend notwendig gewesen wäre, denn in alten Zeiten zu schwelgen, haben GRAVE nicht nötig!!
Aber Songs zu hören, die noch nie oder schon seit über zehn Jahren live nicht mehr zu hören waren, DAS ist ein Ansatz, der die Sache nun wirklich interessant macht! „Now and forever"  „Obssessed" oder „For your god"" sind Klassiker, die man öfter hören sollte! Vielleicht schaffen es einige der Songs in die zukünftige Setlist der Schweden Legende, es wäre zu wünschen. Ein wie zu erwarten schweinegeiler, leidenschaftlicher Gig und Meilenstein in der Geschichte einer großartigen Band! (Bernie)


Wenn man dann aus der gewonnen Moshpitschlacht bei Grave wohl gestärkt vom Bierstand zurück vor die Bühne kehrt, erwarten einen auf dieser partysan07_korpiklaani.jpgdie Trink-, Feier und Partyfinnen von KORPIKLAANI! Das finnische Barden-Sextett aus dem tiefen Wald schafft es Dank ihres Hits „Journey Man" gleich zu Beginn des Sets, die Schar vor der Bühne und  bis hinter zum Partyzelt in einen einzigen tanzenden Humppakessel zu verwandeln. Wundert es euch? Also uns nicht. Welcher Troll muss nicht unabdingbar das Tanzen und Zappeln anfangen, wenn Tavernenhits wie „Korpiklaani", „The Hunting Song", „Let´s Drink", sowie das allseits geforderte und abschließende „Beer,Beer" in seinen Gehörgang rauschen? Jeder mobilisiert noch mal all seine Kräfte und wenn man von hinten in das Schlammbad blickt, so sieht man im Pulk vor der Bühne nur noch Arme und Beine fliegen. Ok...auch matschige Strohbatzen sausen in rasender Geschwindigkeit gen Himmel. *g* Doch auch die neuen, teilweise ruhigen Songs des neuen Albums „Tervaskanto" finden Anklang, denn sie bringen einen auf eine Reise in mystische, weit entfernte nordische Gefilde. Das hier lautstark eine Zugabe gefordert wird, kann man sich ja vorstellen und so kehrt Jonne nach einem kräftigen Schluck...na was?...richtig...BIER zurück an seinen geweihten Mikroständer und auch der Rest der Schar findet sich wieder auf der Bühne ein um noch 2 Zugaben zu spielen. Verschnaufen lassen einen die Sechs dabei aber nicht, denn man setzt mit „Happy Little Boozer" dem Set das Geweih auf und erst bei „Ii Lea Voibmi" vom ersten Album Shámaniac kehrt etwas Ruhe in das Tollhaus ein. Wahnsinn!!! Ein kurzweiliger und auf dem Stimmungsbarometer ganz oben anzusiedelnder Auftritt der Finnen! [Tanja Nusser]


 Reunion! Immortal haben es getan, genauso wie viele andere Bands in nicht allzu ferner Vergangenheit. Eine Band allerdings reißt sogar mich total vom Hocker: ASPHYX are back - und das sogar fast inpartysan07_asphyx.jpg Originalbesetzung! Die tobsüchtigen Holländer haben vor zig Jahren als Celtic Frost Coverband angefangen und dürfen sich nun zu einer der größten Death-Kultbands zählen. Also so etwas nenne ich mal Weiterentwicklung! In Bad Berka ist das Tageslicht bereits auf ein Minimum geschrumpft und die Bühne erstrahlt in gleißend rotem Licht als Reibeisen Martin Van Drunen eine komische Improvisation aufs Parket legt (O-Ton er selbst). Doch improvisiert wird nicht lange und so startet man mit „Venmin" in ein klassisches Kultset. Stimmlich ist Mister Van Drunen mehr als auf der Höhe und entweder hat der werte Herr vorher ein Eichfass voll Whiskey gesoffen und einen Humidore voll Zigarren  geraucht oder einfach ne Handvoll Nägel gegessen, denn so eine Stimme kann gar nicht anders entstehen. Grins.  An der Gitarre hat man frisches, junges Blut dabei, wogegen an den Kesseln wieder ein bekanntes Gesicht mit dem Namen Bob Bagchus zu finden ist. Ebenso am Bass, an dem Wannes Gubbels mächtig Druck macht. Vor der Bühne steppt der Papst im Kettenhemd und auf der Bühne der Bär. Man scheint all seine Kräfte für diesen Abend gesammelt haben und pfeffert Präzisionsgeschosse der Marke „MS Bismarck", „The Sickening Dwell", „Wasteland Of Terror" oder auch der Oberhammer „Asphyx (Forgotten War)" in den ausflippenden Mop. Hier stört keinen der endlose erscheinende Regen, sondern man freut sich einfach, diese blastenden Klassiker in sich aufsaugen zu können. Doch auch dieser Glanzmoment muss leider mal ein Ende finden und somit ist nach einer berauschenden Stunde, 11 Songs und unzähligen Freudentränen mit „Last One On Earth" auch schon das Ende da! Wenn nun nicht meiner Faves von Gorgoroth folgen würden, wäre ich echt sehr traurig! Nostalgie, welche noch längst nicht eingestaubt ist! [Tanja Nusser]


partysan07_gorgoroth.jpgMit GORGOROTH hält eine der dienstältesten Black Metal Bands aus Norwegen Einzug auf dem Party San Open Air! Normalerweise sind Gaahl, Infernus, King und ihre Session Musiker ja dafür bekannt, dass man erstmal einige Minuten auf sich warten lässt, bevor man die Tore zur Hölle öffnet. Doch heute erscheinen die 5 Hasser des Christentums pünktlich wie der Teufel selbst beim Seeleneinfangen und eine Hitzewelle aus einschneidendem, rauem und intensiven Black Metal aus dem hohen Norden bricht über uns herein. Bereits jetzt kann man feststellen, dass der Sound glasklar und genial direkt aus den Tiefen kommt und als ob Band + Spitzensound noch nicht genug wären, unterstreicht man das Ganze noch mit einer fulminanten Lightshow. Gaahl ist für seine Verhältnisse heute recht bewegungsfreudig denn er fixiert nicht nur seine Fans, sondern wandert in Regelmäßigkeit von rechts nach links. Seine Wortkargheit legt er doch auch heute nicht ab, was mich persönlich aber nicht wirklich stört, partysan07_gorgoroth02.jpgdenn ich will ja Musik hören und nicht über das Leben Gaahls und der Band unterrichtet werden. Und Musik bieten uns die nordmännischen Schwarzkittel in ihrer dunkelsten Form. Infernus und King haben eine kalte, böse und berechnende Aura um sich herum aufgebaut, wogegen Gaahl blanken Hass zu fühlen scheint. Wer von seinem Blick getroffen wird, wird wohl wissen, was ich damit meine. Aber nun mal zu den satanischen Klängen selbst. Songs wie „Incipit Satan", „Carving A Giant" oder auch „Wound Upon Wound" stehen wohl in jeder Black Metal Playlist ganz oben und fehlen daher selbstverständlich auch am heutigen Abend nicht im Set. Aber mein ganz persönliches Songhighlight heute Nacht ist auf jeden Fall „The Rite of Infernal Invocation" vom „Under the Sing of Hell" Album aus dem Jahre 1997, denn dieser Song lässt den Hörer nicht frei aus dem Bann von GORGOROTH. Hier haben die Norweger wahrlich die Grenzen der Extremität ausgelotet, wie zum Beispiel die übersteuerten Gitarren deutlich machen. Hier merkt man wirklich die Gegenwart des Teufels! Obwohl die Norweger als Co-Headliner fungieren, spielen sie nur 45 Minuten und auf den Punkt genau nach dieser Zeit speit uns die Weltentiefe auch wieder aus. Eine der besten GORGOROTH-Shows die ich jemals gesehen habe. Stay in Satan!  [Tanja Nusser]


partysan07_malevolentcreation01.jpg „Don't piss me off, I'm in a bad mood!" sind eine der ersten Worte von Sänger Brett Hoffman. Breitarmig und sichtlich mies gelaunt stampft der Rückkehrer über die Bretter und köttelt und growlt sich eine Hasstirade nach der anderen aus den Lungen. Wie zuträglich es doch sein kann, wenn der Sänger schlechter Laune ist. MALEVOLENT CREATION gehören zu den kompromisslosesten und beständigsten Death Metal Bands der USA, die ein brutales Killeralbum nach dem anderen aus dem Sack hauen.
Eigentlich wäre an dieser Stelle ja DEICIDE vorgesehen, aber da Mr. Benton noch immer nicht ausreisen darf (Gründe sind wie immer unbekannt, bzw nur Gerüchte) und die Party San Veranstalter sich nicht mit der Leichtversion und einem Aushilfssänger abgeben wollten, taten sie das einzig richtige und kickten die Floridaner und holten sich Floridaner in die Reihen. Als Headliner sahen viele MALEVOLENT CREATION nicht gerade, vor allem, wenn man Vergleiche mit dem KREATOR zieht. Aber weit gefehlt...
Was die US Deather an dem glücklicherweise recht trocken gebliebenen Samstagabend anzogen, war nicht von dieser Welt.
partysan07_malevolentcreation02.jpgDie Line Up technisch wieder erstärkte Mannschaft um Bandkopf Phil Fasciana knallte einen Hit nach dem anderen aus den Boxen direkt in die Mägen der Menge. Wie brutal und tight kann man eigentlich noch spielen bei dieser Geschwindigkeit. Nach den Schwarzwurzeln von GORGOROTH ein perfekter Abschluss eines geilen Festivals mit der wohl fiesesten und brutalsten Band überhaupt an diesem Wochenende. Da können lustige Grindnasen so was von einpacken!!
„To Die Is At Hand", „Blood brothers", „the will to kill" oder das als Zugabe gebrachte „Malevolent creation" ziehen einem die Haut bei lebendigem Leibe ab, nachdem man stundenlang mit dumpfen Gegenständen verprügelt wurde. Songs aus allen Epochen der Band, kein Album fällt gegenüber dem anderen ab, Killer um Killer! Welche Band schafft das heutzutage noch? Was ein Schlag in die Fresse, das hatten DEICIDE nicht besser machen können, auch nicht mit dem derzeitigen Killer - Line Up.
Überraschend ein überaus würdiger Headliner, die pure Zerstörung, MALEVOLENT CREATION bringen sich wieder direkt auf den Schirm, ihr neues Album „Doomsday X" wird mit Spannung erwartet und wir erhoffen uns eine Tour in Bälde!
Die perfekte Band zum Abschluss eines tollen Festivals! (Bernie)

Was bleibt über das Party San noch zu sagen? In gleich bleibender Qualität in Punkto Bands und Verpflegung hat sich das Festival seit Jahren in die Herzen der Hartwurstler gearbeitet und ist dort nicht mehr weg zu denken!!

Die Wetterkatastrophe wurde schnell mit viel Schweißarbeit in Angriff genommen und so gut, wie möglich gelöst, dafür ein großes Lob! Die hygienische Situation muss man für alle Fälle noch einmal überdenken, falls wieder diese Regenmassen zu erwarten sind, aber alles in allem sehr gute Arbeit von den Veranstaltern!

Gleich bleibende geringe Preise, immer wieder Kultbands und Pommes für 1,50 Euro lassen das Party San immer wieder auf Rang eins der Beliebtheitsskala schnellen, wir freuen uns schon auf das Party San 2008 und darauf, welche Bands wieder ausgegraben werden!

Vielen Dank für dieses Wochenende!! (Bernie)

Mehr Bilder findet ihr wie immer in unserer Galerie . Fotos von Tanja Nusser. 

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