Das Up From The Ground Festival gehört zu denen kleineren Festivals, bei denen sich der Fan stets über ein herrliches Billing für einen kleinen Preis freuen darf. Auch 2006 wurden so einige Perlen des Death/Black/Thrash Metals bestätigt und überzeugten über zwei Tage hinaus die Angereisten.
2006 taten sich aber einige erhebliche Mängel in Punkto Organisation auf, die nicht unter den Tisch fallen dürfen! Dazu aber später mehr, zuerst soll unser Fokus auf dem wichtigsten Aspekt eines Festivals liegen, nämlich der Musik und den Bands. Wobei hier jeglicher Kommentar über die Soundqualität der einzelnen Auftritte aussen vor gelassen werden soll, da sich auf einem Festival der Sound eh von allen Stellen anders anhört, so an:


Freitag:

Tourettes Syndrom:
Nach dem Überraschungsauftritt auf dem Summer Breeze Festival eine Woche zuvor, enterten TOURETTES SYNDROM (was ein Name…) schon wieder überraschend die Bühne. Der in einem Contest ausfindig gemachte Local Guest musste somit also ausfallen. Die Australier befinden sich zurzeit auf Promo Tour und man könnte sich schon fragen, ob da nicht vielleicht die Plattenfirma drum „gebeten“ hat, sie auch hier auftreten zu lassen.
Was auch immer, das Publikum nahm den Mix aus ein bisschen Death Metal, viel Nu Metal und ganz viel Drogen sehr verhalten auf, es dauerte ewig lange Sekunden, bis sich die 5 Mann vor der Bühne zu einem leichten Höflichkeitsapplaus hinreißen liessen. Sängerin Michele Madden wirkte mit ihren eckstatischen Zuckungen alles andere als clean und nüchtern und nervte desöfteren mit sehr gewöhnungsbedürftigem Gesang. Zumindest zeigte sie Humor und verlangte nach Alkohol, Drogen und Pornos (ob das wirklich ein Spaß war?). Ob diese Band in Deutschland viel reißen wird, ist nach diesen zwei Auftritten fraglich. Wir werden sehen. (Bernie)



Obscura:
Ein ganz anderes Kaliber waren da die Jungspunde von OBSCURA, die perfekt ins Bild des Up From The Ground passten. Technischer Death Metal mit schönem Old School Einschlag. Death und Konsorten standen hier mehr als Pate, irgendwo im Set versteckte sich wohl auch eine Coverversion der Götter und als Zugabe wurde Vader’s „Wings“ zum Besten gegeben. Zum noch etwas schüchternen Auftreten hatten die extrem fitten Musiker keinen Grund, das Publikum war mehr als zufrieden über den Vierer (die Gitarristen teilten sich den Gesang). OBSCURA sollte man im Auge behalten! (Bernie)



Dryrot:
Als nächstes stand moderne Härte aus dem Fränkischen auf dem Programm, DRYROT baten zum fröhlichen Schlamm-Pogen. Dargeboten wurde ziemlich Hardcore-lastiger Thrash/Death Metal, was heutzutage wohl auch gerne mal als Metalcore bezeichnet werden würde. Was die Quasi-Lokalmatadoren ablieferten, war dann auch nicht von schlechten Eltern. Im Stile von Maschine Head und Konsorten wurde ordentlich gegrooved und geballtert, so dass das – aufgrund des Wetters und der klassichen Mittagsessen-Grillzeit leider nicht sonderlich zahlreich erschienende – Publikum vor der Bühne sicherlich seinen Spaß hatte. Unterm Strich erfinden die Franken hier sicherlich kein Rad neu, und für nicht-Neo-Thrash-Die-hard-Fans klingen die Songs sicherlich auch alle relativ ähnlich - aber geeignet, sich den Kater vom Vortag aus dem Schädel bädeln zu lassen, war DRYROT’s Gig allemal. (Kai)



Jack Slater:
Witz-Metal Bands gibt’s wie Sand am Meer. Die einen rockig, die anderen knüppelhart. JACK SLATER sind musikalisch überhaupt nicht witzig, sondern extrem technisch und sehr fit. Brutaler Frickel Death Metal mit Grindelementen war nun angesagt, alles fein säuberlich überwacht von dem obligatorischen Scout Ranzen am Bühnenrand. Den Witz von JACK SLATER macht wohl eher die Ansagen von Sänger Stefan Horn aus, der sich pausenlos über den Bass, der schon nach dem ersten Song seinen Geist aufgab und nicht mehr wieder kam, lustig machte und er zeigte auch sonst viel Humor in seiner Kommunikation mit dem Publikum. Nicht zwingend jedermanns Sache, den Anwesenden gefiel es durchaus und die Musik an sich ist eh über jeden Zweifel erheben. (Bernie)



Hidden In The Fog:
Ui, HIDDEN IN THE FOG werden sich schätzungsweise nicht so viele neue Freunde mit ihrem sehr sperrigen, avantgardistischen Black Metal gemacht haben. Ehrlich gesagt war die Performance doch für die meisten, einfachen Ohren eher grausam anzuhören. Der cleane Gesang von Frontmann Ghash war zu anstrengend, wenn auch nicht falsch. Der unpassende Keyboardteppich tat sein Übriges. Die Musiker haben ihre Hausaufgaben gemacht, schaffen es aber irgendwie nicht, ihre Lösungen zusammen zu bringen, dass daraus gut hörbare Musik wird. HIDDEN IN THE FOG wollen wohl Kunst machen und wie es bei Kunst nun mal so ist, meistens nur für Liebhaber. Genau wie hier. Nur für echte Fans. (Bernie)



Harmony Dies
Um 16 Uhr ging’s dann ab zu den Berlinern HARMONY DIES. Die Jungs fuhren ein amtliches Death Metal Brett auf und haben der Meute gezeigt, dass guter, walzender Death Metal nicht unbedingt aus England oder Amerika kommen muss. Frontsau Christoph, der stilecht in Kutte auf die Bühne kam, zeigte Gemünden einmal mehr was es heißt ein stimmgewaltiger Death Metal Sänger zu sein. Neben Songs des Debüt-Albums „Don't trust“ wie z.B. „Execution“ wurden auch Songs neueren Datums wie z.B. der Titeltrack des Zweitalbums oder ein Großteil des aktuellsten Albums gezockt, die gut beim Publikum ankamen. Absolutes Highlight war jedoch als Sänger Christoph beim letzten Song das Bühnengerüst hochkletterte und der Menge aus 7 Metern Höhe seine Vocals entgegenschleuderte. Als er dann auch noch mit seinem Bein zwischen den Verstrebungen stecken blieb und 10 Minuten in dieser Höhe verharren musste, hatten die Berliner die Lacher und den Applaus auf ihrer Seite. Auf jeden Fall gab es selten einen solch frenetischen Applaus wie zu dem Zeitpunkt als der Sänger wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte (ein Roadie befreite ihm aus der misslichen Lage indem er ihm den Schuh auszog). Insgesamt ein recht kurzweiliger Gig mit einem echten Höhepunkt :-)



Criminal:
Wenn der Fronter einer Band aus dem fernen Chile mit Ansagen im tiefsten Hessisch (oder irgendeinem anderen süddeutschen Dialekt, will mich da gar nicht so festlegen) aufwartet, kommt man schon erstmal ins Wundern. Wenn man liest, dass der CRIMINAL-Mainman Anton Reisenegger heißt, erklärt das sicherlich schon mal etwas – dass die Band inzwischen aus Südamerika nach England übergewandert ist, fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht. Auf jeden Fall sind die vier Chilenen in ihrer ursprünglichen Heimat schon seit den 1990ern eine ziemlich große Nummer, und das wohl vollkommen zu Recht, wenn man sich ihre Performance auf dem UFTG anschaut. Auf dem Programm steht aggressiver Old School-Thrash Metal, der auch von der einen oder anderen Melodie nicht zurückscheut und direkt vom Ohr in die Nackenmuskulatur geht. Irgendwo in der Schnittmenge zwischen alten Sepultura und neueren Kreator ballerten sich CRIMINAL durch ihren 40 minütigen Auftritt, und besonders die Songs ihres aktuellen Albums „Sicario“ wussten mir zu gefallen. Auch wenn diese Band mir bislang nichts sagte, hier lohnt sicherlich ein wenig Nachholarbeit, was man eigentlich jedem Thrasher der alten Schule empfehlen kann. Cooler Gig auf jeden Fall! (Kai)



Hearse:
Obwohl HEARSE schon drei Alben veröffentlich haben, sagte mir diese Band nicht sonderlich viel mehr, als dass hier der erste Arch Enemy-Sänger Johan Liiva das Mikro schwingt. Also überraschen lassen war die Devise, aber vom Hocker gerissen hat es mich unterm Stich nicht. Zwar war der old schoolige Death Metal, den die Schweden bei ihrem allerersten Deutschland-Gig spielten, beileibe nicht schlecht, aber halt leider auch nichts wirklich besonderes. Gerade vom Gesang war ich etwas enttäuscht, immerhin besticht Herr Liiva auf den ersten drei Arch Enemy-Platten mit einer äußerst markanten und coolen Stimme. Davon war live auf dem UFTG leider kaum etwas zu merken, stattdessen quollen die Vocals sehr monoton und gepresst, fast schon nervig aus den Boxen. Zwar ragten hier und da mal ein cooles Riff oder eine schöne Melodie heraus, aber letztlich konnten HEARSE kaum etwas bieten, was man nicht schon x-mal von Entombed und Konsorten gehört hätte. Eigentlich schade irgendwie… (Bernie)



God Dethroned:
Warum müssen GOD DETHRONED vor den „Newcomern“ Legion Of The Damned auf die Bretter?
Warum auch immer, das tut der Klasse dieser Band keinen Abbruch. Es könnte sein, dass ich in diesem Punkt etwas befangen wirke, da diese Band zu meinen absoluten Faves gehört und auch auf dem Up From The Ground überzeugten sie wieder auf ganzer Linie! Mit ordentlich Spielfreude und tighter musikalischer Leistung konnten sie auch beim Publikum stark punkten. Sänger Henri Sattler variierte mit seinem Gesang mehr als sonst und die Band stellte den neuen Song vom im Oktober erscheinenden Album „The toxic touch“ vor. „Hating life“ überzeugte mit melodischem Refrain und treibenden Thrash Riffing, man darf gespannt sein! Wieder mal eine sehr gute Performance dieser sehr guten Band! (Bernie)

Setlist GOD DETHRONED:
Nihilism
Boiling blood
Warcult
Soul sweepers
Art of immolation
Villa Vampiria
Last zip of spit
Sigma Enigma
Hating life
Serpent king

Nun wurde es Zeit für ein wenig Tulpen-Death, denn GOD DETHRONED sollten in den nächsten 45 Minuten ein echtes Massaker darbieten. Ich war wirklich überrascht wie gut die Songs der letzten Alben auf der Bühne funktioniert haben. Wirklich verdammt fett. Gemoshed wurde hauptsächlich zu Songs neueren Datums wie z.B. „Sigma Enigma“, „Nihilsm“, „The Warcult“ oder „Soul Sweepers“. Nichtsdestotrotz wurde auch nicht auf älteres Material wie z.B. „Villa Vampiria“ oder „The Art of Immolation“ verzichtet, was so ziemlich jeden GOD DETHRONED-Fan zufrieden gestellt haben dürfte. Auch sehr gut kam der verdammt straight nach vorne dreschende Song des im Oktober erscheinenden neuen Albums an. Thumbs up! (Kai)



Legion Of The Damned:
Aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums kam ich leider etwas zu spät zu meiner neuen holländischen Lieblingsband LEGION OF THE DAMNED. Und das, obwohl ich eigentlich fast zur Bühne spucken konnte von unserem Zeltplatz aus. Wie auch immer, ich war zu spät und das war ärgerlich. LOTD prügelten sich souverän durch ihren aktuellen Nackenbrecher "Malevolent Rapture", und das Publikum war begeistert und ging voll mit. Sänger Maurice und seine Recken zockten Hits wie „Into the eye of the storm“,“ Bleed for me“ und natürlich durfte auch „Legion of the damned“ als krönender Abschluss nicht fehlen. Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Hammer diese Holländer. Aber das sollte nicht das einzige Holländische Highlight dieses Wochenendes bleiben. (Tino)



Korpiklaani
Und da sind wir wieder, bei der skandinavischen Folkmetal Band dieses Abends. Egal auf welchem Festival man sich befindet, fast überall kann man eine Band dieser Sorte sehen. So langsam wird es vorhersehbar. KORPIKLAANI allerdings stechen sehr angenehm aus der Masse heraus. Im Gegensatz zu Bands wie Turisas (ja, es gibt wieder eine Breitseite), die auf der Bühne den starken Mann markieren, mit Fell behangen und Blut beschmiert, betreten KORPIKLAANI die Bretter als das, was sie sind: Durchgeknallte Finnen!
Auch mit Violine und Akkordeon ausgestattet, verbreiten die Wahnsinnigen ca 45 Minuten puren Spaß auf dem UFTG 2006. Das Rad erfinden sie damit nicht neu, mit seinem Elchgeweih am Mikroständer und seinen ausrastenden Kumpanen überzeugt Sänger Jonne aber alle Anwesenden. KORPIKLAANI vermischen Folkelemente ihrer Heimat mit Heavy Metal ohne auf dämliches „Starker Mann“-Gehabe zurückgreifen zu müssen. Hier regiert der Spaß in Form von Humpa! Tätärää! (Bernie)



Suffocation:
SUFFOCATION waren wahrlich vom Pech verfolgt. Gitarrist Terence Hobbs durfte aufgrund diverser Passprobleme nicht ausreisen (Es leben die USA) und Basser Derek Boyer musste mit gebrochenem Bein den Gig sitzend bestreiten.
In Extremsituationen zeigt sich die wahre Klasse einer Band und SUFFOCATION sind eine DER Old School Death Metal Kapellen überhaupt. Und genau das bewiesen sie auf ein Neues auf dem Up From The Ground. Sänger Frank Mullen hetzte unentwegt, wild gestikulierend von einem zum andern Ende der Bühne und röhrte, so tief wie die Hölle. Der Anblick mit zwei „sichtbaren“ Musikern auf der Bühne war zwar etwas strange, musikalisch machte sich das aber kaum bemerkbar, brutaler Old School Death Metal at its best! Was SUFFOCATION auf der Bühne abreißen ist mehr als beachtlich, brutal! (Bernie)



Obituary:
Die ersten Takte von „Redneck stomp“ machten gleich klar, wer hier der Headliner ist! Meine Fresse, was für eine Walze! Während seine Kumpanen auf der Bühne das Quasi Intro zockten, ging „Mister Scream“ persönlich, John Tardy, am Bühnenrand mit und moshte sich schon mal warm. OBITUARY hatten richtig Bock auf diesen Auftritt!
Auffällig war diesmal besonders Gitarrist Allen West, der nun wohl endgültig seine Alkoholprobleme hinter sich gebracht hat. Mit Bart und einigen Kilos mehr auf den Rippen sah er wieder richtig gesund aus. Nach wie vor verzog er kaum eine Miene, bewegte sich aber mehr als sonst und spielte sehr engagiert seine Soli. Welcome Back! Die langen Pausen zwischen den Songs gehören bei OBITUARY schon zur Normalität, an die man sich gewöhnt hat, das langweilige Drumsolo allerdings war mehr als unnötig. Die Jungs werden eben auch nicht jünger und brauchen ihre Verschnaufpausen. Trotz allem sind die Jungs aus Florida immer noch eine Macht und walzen mal so eben Gemünden zu einem lecker dünnen Schlammpfannekuchen platt. Zwar wieder ohne „Final thoughts“ aber immer wieder gerne OBITUARY! (Bernie)

Jawoll, endlich war es soweit! Die Florida-Veteranen sollten Gemünden in Schutt und Asche legen, was ihnen mit Songs der Marke „Threatening Skies“ oder „Turned inside out“ mehr als hinreichend gelungen ist.
Allein der Einstieg mit dem Instrumental „Redneck Stomp“ war einmal mehr absolut genial und passend. Meister John Tardy war sichtlich begeistert ob der frenetischen Reaktionen und übertrug seine gute Laune auf das Publikum. Die Band war einmal mehr perfekt aufeinander eingespielt und brachte wohl den besten Gig des ganzen Festivals zu Stande. Egal ob Songs neueren Datums wie z.B. „Lockjaw“, „Insane“ oder alte Kultklassiker wie „Slowly we rot“, hier klang alles wie aus einem Guss und wusste zu überzeugen. Unglaublich war auch, mit welcher Leichtigkeit Master Allen West seine Mörder-Riffs ins Publikum schleuderte. Cool und lässig mit Kippe auf dem Zahn und mit einer extremen Coolness wirkte er schon fast ein wenig abwesend. Das nennt man dann wohl den „Jack Owen-Effekt“ ;-)
Auf jeden Fall ein würdiger Headliner und ein erinnerungswürdiger Gig. (Kai)




Samstag:

Silent Overdrive:
Oha, Modern Thrash meets Melo-Schweden Death die 687ste. Zwar waren die Jungs mit einem guten Sound gesegnet (wie fast jede Band des Festivals) und auch die Instrumente schienen die Heidelberger zu beherrschen, aber richtig fesseln konnte mich der mit Hardcore-Vocals untermalte Modern Thrash nicht wirklich. Das habe ich von anderen Bands schon besser und eigenständiger gehört (*mal diskret auf Dew-Scented oder Hatesphere verweise*). Habe dem Spektakel dementsprechend nach 3 Songs wieder den Rücken zugekehrt um weiterhin dem Gerstensaft zu frönen :-) (Kai)



Demolition:
„Mir saan Demolischn aus Östreich“. Freundlicherweise übersetzte DEMOLITION Sänger Wolf seine Aussagen stets auch ins Deutsche, so dass anstatt bedächtiger Stille auch mal Applaus von den 100-200 Anwesenden zu hören war. Der Death/Thrash der Ösis war relativ unspektakulär, überzeugte aber durch die Spielfreude der Band, die leider ohne ihren zweiten Gitarristen anreisen mussten. Zum Wachwerden ne gute Sache, wenn auch der Auftritt trotz guter Performance nicht wirklich vom Hocker riss. (Bernie)



Verdict:
Wie mir berichtet wurde, war der erste Auftritt von VERDICT auf dem UFTG vor einigen Jahren in erster Linie von einem unsäglichen Dreckswetter geprägt – diesmal gab es diesbezüglich nix zu meckern, strahlender Sonnenschein und kein einziger Regentropfen boten das ideale Rahmenprogramm für eine halbe Stunde old schooligen Thrash Metal. Und die Nordbayern (oder Franken? Ich will mir da keine Feinde machen…) gaben dann auch ordentlich Gas. Die sympathische Ausstrahlung der Jungs um Fronter Daniel, das arschtighte Zusammenspiel und nicht zuletzt das überzeugende Songmaterial der beiden Scheiben „Reflections Of Pain“ und „Generation: Genocide“ – allen voran der Ohrwurm „Sick Society“ – konnten wahrscheinlich die meisten der leider noch nicht allzu zahlreich erschienenen Zuschauer überzeugen. Mich auf jeden Fall, und so war der Auftritt von VERDICT schon einmal ein erstes Highlight des zweiten Festival-Tages – nicht nur wegen des Wetters… (Kai)



Requiem:
Von den sympathischen Schweizern hat man ja im Vorfeld schon viel gehört, da man ja in den meisten einschlägigen Magazinen äußerst gute Kritiken einfuhr, und ich muss sagen, auch live konnte man echt überzeugen. Ich selber war bis auf einem Song nicht wirklich vertraut mit dem Material der schwitzerischen Ami-Death-Formation und war echt positiv überrascht mit welcher Wucht die Jungs den Death Metal floridanischer Art ins Publikum ballerten. Hauptaugenmerk wurde hauptsächlich auf das neue Album „Government denies knowledge“ gelegt, welches seit letztem Samstag ganz oben auf meinem Einkaufszettel steht. Zwar klang das ganze alles andere als innovativ, was aber mit Spielfreude und Dynamik wieder wettgemacht wurde. Sollte man unbedingt mal anchecken. (Bernie)



Koldbrann:
Mit KOLDBRANN gab es nun die erste True Black Metal Band des Festivals zu begutachten. Die Norweger schlugen sich auch mehr als wacker und überzeugten auf ganzer Linie mit ihrem teils schnellen, teils höllisch groovendem Black Metal, der eine gelungene Abwechslung zu zum reinen Knüppel BM darstellt. Hier sind die Wurzeln des Genres, Hellhammer, Venom und Konsorten, deutlich heraus zu hören.
Mit Abstand die beste Black Metal Band des Festivals und wer dem schwarzen Metall zugetan ist und KOLDBRANN noch nicht kennt, sollte wirklich mal ein Ohr riskieren. Dem UFTG 2006 gefiel die Vorstellung wohl auch, was sie durch ordentlich Beifall kundtaten, der noch um einiges lauter wurde, als zum letzten Song „Bestial storm“ Endstille’s Iblis das Gastmikro übernahm. (Bernie)



Japanische Kampfhörspiele:
Die Krefelder von JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE haben sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum absoluten Grind-Kult entwickelt, und so war es dann auch kein Wunder, dass es mächtig voll war vor der UFTG-Bühne. Und keiner dürfte enttäuscht worden sein, die sechs Rheinländer legten in nicht einmal einer halben Stunde die fränkische Pampa in Schutt und Asche. Musikalisch dürfte ihr anarchischer punkiger Grindcore sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein, aber die Show der JAKAs ist jedesmal ein absoluter Hingucker. So auch diesmal, weshalb die Fans zurecht begeistert sein konnten… und die anderen Anwesenden sollten sie eh einmal gesehen haben. (Kai)



Sinister:
Jawoll, brutaler Tulpen-Tod die Zweite. Was meine Lieblingsholländer hier mal wieder fabrizierten war echt nicht von dieser Welt. Es ist immer wieder eine Freude dem brutalen Gebolze der Niederländer zu lauschen. Egal ob es sich nun um Klassiker der Marke „Cross the styx“ oder ganz neuem Material der neuen Platte „Afterburner“ handelte, hier blieb einem nichts anderes übrig als die Nackenwirbel knacken zu lassen. Hauptaugenmerk wurde eben auf jene neue Platte gelegt, die noch weiter oben auf meinem Einkaufszettel steht als die neuen Requiem. Verdammt fett wie eben diese Songs dargeboten wurden, hätte nicht gedacht dass Sinister noch mal solch starke Songs schreiben würden. Zusammen mit Obituary und God Dethroned war das wohl so ziemlich der geilste Gig des Festivals. (Kai)



Endstille:
ENDSTILLE sind omnipräsent. Jeder Dritte (Achtung, Übertreibung) kleidet sich mit einem Shirt der Deutschen, ob Black Metaller oder nicht. Wahrscheinlich hat die Band auch deshalb ihren recht hohen Platz im Billing bekommen. Nun mussten sie beweisen, dass sie neben ihrem Shirt-Umsatz auch musikalisch was zu bieten haben.
Dem Ruf, der ihnen von mannigfaltigen männlichen und weiblichen Brüsten vorauseilt konnten ENDSTILLE aber nicht ganz gerecht werden. Standard Hau-Drauf Black Metal, der schnell zum Soundbrei mutierte, weder besonders schlecht, noch besonders gut. Bleibt die These, dass ENDSTILLE allein wegen dem Präfix END- in ihrem Namen so viele Shirts verkaufen. Provokation ahoi. (Bernie)



One Man Army:
Unter dem Banner ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET hat sich Anfang 2006 mit Sänger Johan Lindstrand das erste Mitglied der aufgelösten The Crown auf der metallischen Bühne zurückgemeldet. Mit dem geilen Debüt „21st Century Killing Machine“ im Gepäck beackerten die fünf Schweden diesen Sommer fleißig die deutschen Festivalbühnen, und zum Abschluss gaben sie auch auf dem UFTG alles. Der midtempolastige Death Metal brachte etliche Köpfe im zahlreich erschienenden Publikum zum Rotieren, und besonders das Charisma vom Kotletten-König und „Satan from Hell“ Johan war ein Highlight. Mit dem Songmaterial des Debüts wie „Devil On The Red Carpet“, „When Hatred Comes To Life“ und „So Grim So True So Real“ kann man zudem eh nichts falsch machen – auch wenn natürlich der ein oder andere The Crown-Klassiker eine gern gesehene Überraschung gewesen wäre. So oder so, OMAATUQ war auf jeden Fall ein Highlight, und man kann nur hoffen, dass die Untoten-Armee so weitermacht. (Kai)



Dismember:
Die Elite des schwedischen Death Metals toppte in Punkto Spielfreude danach mal so locker das gesamte Festival! Die Jungs hatten so was von Bock zu spielen, dass es eine wahre Freude war, zuschauen zu dürfen. Da wurde sich gegenseitig in die Gitarre gefingert und sich Grimassen geschnitten, massig Kilometergeld gesammelt und den Teufel ausm Schädel gebangt. Wat herrlich!
DISMEMBER sind eine der Bands, die den typischen, mittigen Schwedentod Sound bekannt gemacht haben und sind ihm all die Jahre stets treu geblieben. An diese doppelläufigen Gitarrenmelodien kommen gerade mal so Iron Maiden ran. „Of fire“, „Misantropic“ und allen voran „Dreaming in red“ überzeugen auf ganzer Linie und machen heiß auf die im Oktober folgende „Masters Of Death“ Tour durch Europa. Geil! (Bernie)



Wintersun:
WINTERSUN mausern sich neben der One Man Army zum Festival Liebling der Saison. Einen Wahnsinnsaufstieg haben die Jungs um Sänger Jari seit dem letzten Jahr hingelegt. Schon mit ihrem Debüt nach Dismember spielen zu dürfen, darauf könnten sich die Finnen schon was einbilden.
Musikalisch technisch sonst extrem fit, schienen WINTERSUN an diesem Tag etwas müde gewesen zu sein. So sauber und hundertprozentig hörte sich das ganze nicht unbedingt an, weder in Punkto Instrumentierung noch im Gesang. Nichtsdestotrotz räumten sie auch dieses Mal voll ab. Ich will gar nicht wissen, wie sehr WINTERSUN in den Himmel schießen, wenn erst das Zweitwerk auf dem Markt ist. (Bernie)



Gorefest:
Pünktlich 22.05 enterten die ehemalige Speerspitze des Niederländischen Death Metals, GOREFEST, die Bühne. Das Wetter hatte sich auch mal eine Verschnaufpause gegönnt, und so blieb es dann auch mal trocken. Jan-Chris, inzwischen mit schwarzen Haaren, machte eine gute Figur, und man hat sowieso bei dem Quartett das Gefühl, als wären sie nie weg gewesen. GOREFEST brachen in Spielfreude aus, wie ich es zuletzt vor über zehn Jahren erlebt habe. Man spielte eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, wobei der Schwerpunkt doch eher auf den alten Sachen lag, was das Publikum sehr erfreute. Wenn ich nicht gänzlich abwesend war, wurden die „Soul survivor“ und die „Chapter 13“ gänzlich vernachlässigt. Nicht weiter tragisch, denn man hat auch ohne diese beide Scheiben genug Meilensteine im Gepäck. So verging die eine Stunde wie im Fluge und war leider viel zu schnell um. Für mich einer der besten Gigs dieses Festivals. GOREFEST haben nix verlernt und sind für mich wieder auf dem Weg ganz nach oben. (Tino)

Morbid Angel:
DAS, Freunde der Nacht, ist Death Metal! DAS! Ist Death Metal!
Alle anderen können sogleich die Tasche packen und gen Heimat ziehen, denn nun betrat der pure Florida Death Metal die Bühne, all Hail MORBID ANGEL!!!
Nach der alles zerstörenden Vorstellung auf dem Summer Breeze eine Woche zuvor, legte Mister David Vincent und seine Mannschaft auch das UFTG 2006 in Schutt und Asche. „Rapture“, „Domination“, „Where the slime live“, „God of emptiness“, die Liste der Death Metal Perlen ließe sich beliebig weiter führen. Musikalisch über jeden Zweifel erhaben, strahlen MORBID ANGEL etwas aus, was kein anderer schafft, unbeschreiblich, okkult, mystisch und einzigartig! Und über allem thronend, DER Death Metal Frontmann schlechthin, Dave Vincent! Mit höllisch tief brummendem Bariton werden Göttersongs intoniert und der Death Metal zelebriert. Das ist Death Metal, DAS ist Death Metal… DAS… ist Death Metal!!! (Bernie)



In Sachen Bands war also auch 2006 für jeden harten Geschmack etwas dabei!
Kein wirklicher Ausfall und eine Menge sehr guter Performances!

Nun aber zu ein paar Problemen, die einigen Besuchern bitter aufgestoßen sind:

Kritikpunkt Nummer 1: Es gab mehrere Probleme bei der Campingplatz-Verteilung. Schnell waren die Parktickets ausverkauft, was auf eine enge Belegung des Platzes schliessen ließ. Beim Zeltaufbau wurden die Ankommenden auch darauf hingewiesen, ihre Zelte zentimetergenau aneinander zu bauen, so dass so viel Platz wie möglich gespart werden konnte. Allerdings waren bis zum Ende des Festivals immer noch große Flächen frei. Es wäre sinnvol, in diesem Punkt eine Lösung zu finden, dass der Platz adäquat und trotzdem noch gemütlich genutzt werden kann.

Kritikpunkt Nummer 2: Die Security verhielt sich für einen Teil der Besucher durchaus freundlich. Sie tun ja auch nur, was ihnen gesagt wurde. Auf der anderen Seite lässt sich im Gästebuch der UFTG Homepage die ein oder andere nicht so schöne Geschichte über das „Sicherheits“-Personal lesen. Vielleicht sollte man das System einführen, das es schon auf so vielen anderen Festivals gibt; die einzelnen Security mit Nummern versehen, so dass sich später explizit, individuell beschwert werden kann und schwarze Schafe entsprechend nicht mehr tätig werden.

Kritikpunkt Nummer 3: Dixis! Es gab für den gesamten Campingplatz leider nur eine einzige Stelle, an der Dixis und Spülklos standen. Vielleicht sollte man in Zukunft auch auf dem Campinggelände ein paar Dixis aufstellen, so dass sich der "Verrichtungsort" nicht für alle Besucher auf einen Punkt konzentriert. Die Ziffer der „Waldscheißer“ bleibt glücklicherweise dunkel.
Die Dixis auf dem Festivalgelände, immer hin von der Anzahl her in Ordnung, konnten ab Freitagabend aufgrund des Schlamms nicht mehr geleert werden. Schon Samstagmorgens türmten sich die Fäkalien über der Brille. Das Wetter hätte man voraus schauen können und entsprechend organisieren. Die zusätzlichen Pinkelrinnen sind schon ein guter Schritt in die richtige Richtung, darauf sollte man aufbauen.

Das Up From The Ground kann ohne weiteres zum Lieblingsfestival von vielen tausend Bangern avancieren, wenn diese Probleme endlich geregelt werden können! Die Location auf der Halbinsel im Main ist absolut einzigartig und die Lage in Nähe des Schwimmbads und Edeka Marktes sehr genehm.
Das Billing lässt wie schon erwähnt jedes Jahr aufs Neue die Herzen hoch schlagen, und der Sound hat sich im Gegensatz zum letzten Jahr schon um einiges verbessert. Das sollte Motivation genug sein, diese unnötigen Probleme aus der Welt zu schaffen! (Bernie)

Weitere Bilder findet ihr wie immer in unserer Gallerie. Alle Bilder von Bernie
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