Eternity Magazin
Hmm, eine Band mit einer hübschen Frontdame in extravaganter Kleidung, da kommen dem Otto-Normal-Metaller doch gleich Bilder von WITHIN TEMPTATION und NIGHTWISH in den Sinn. Mit solchen Vergleichen das Review zu beginnen, würde KRYPTERIA aber in keinster Weise gerecht werden und wäre unfair, deshalb bitte mal schnell vergessen, was ich geschrieben hab ;-) Der treibende Opener föhnt dem Hörer erstmal den Scheitel auf die Seite, sehr ungewöhnlich für eine Band mit klarer weiblicher Stimme und man muss zugeben, es steht ihnen verdammt gut! Harte Double-Bass Rhythmen mit fetten Gitarren und der präsenten, wunderschönen Stimme von Sängerin Ji-In. Der Refrain lädt gleich zum Mitsingen ein. Ein unerwartet harter Opener, der beweist, dass KRYPTERIA einen ganzen Zacken zugelegt haben.
Auch „The promise“ ist geprägt von harten Gitarren, weist aber zusätzlich einige interessante Chöre auf und zeigt Ji-In von ihrer lieblichen Seite. „Time to bring the pain“ kommt vielseitig mit harten Rhythmen und einer gefühlvollen Soloeinlage und einer eingängigen, schönen Melodie, gefolgt von dem ruhigeren aber trotzdem nach vorne gehenden „Somebody save me“, das etwas mehr in die Gothic-Metal Richtung schlägt.

Nach dem ersten Höreindruck wird schon recht klar, dass KRYPTERIA eine ganze Ecke härter ans Werk gehen wie noch zuvor, ohne die Trademarks der Band, den klaren Gesang von Ji-In und die wunderschönen Melodien zu vernachlässigen. Besonders deutlich wird das wieder bei dem flotten Kracher „Scream“, der ähnlich direkt nach vorne los geht, wie der Opener, da geht’s ordentlich rund, da kann auch gerne mal das Genick beansprucht werden. Besonders symphonisch wird’s mit „Lost“, weibliche Chöre in der Bridge und ein getragener halbballadesker Refrain, der direkt ins Herz geht, wunderschön, eines der absoluten Highlights des Albums.
Dem Hörer wird allerdings keine Pause gegönnt, denn der Nachfolger „Out of tears“ klingt zeitweise verdammt nach RAGE zu „XIII“ Zeiten, sehr geil. Nur dass hier anstatt eines deutschen Hünen eine zierliche, hübsche Koreanerin ihre Hände ums Mikro schwingt und zeigt, dass ihr Musikstudium seine positiven Spuren hinterlassen hat! Mit „I can’t breathe“ geht’s flott weiter, ein sehr dynamischer Song und so langsam fragt man sich, woher diese fantastischen Melodien immer kommen. Hier ist Mitsingen garantiert, allerdings auf einer anspruchsvollen Ebene, abseits musikalischer Primitivität, sehr schön.
Mit „The night all angels cry“ folgt dann die erste waschechte Ballade des Albums und entpuppt sich als emotionales Stück mit getragenem Riffing, bei dem live wohl nicht nur ein Feuerzeug in der Menge zu sehn sein wird. Bei „Dream yourself far away“ bekommt Ji-In männliche Unterstützung im Refrain (wohl Drummer Kuschi), was dem ganzen eine besondere Würze verleiht. „Sweet revenge“ klingt dann zugegebenermaßen teils stark nach NIGHTWISH, was der Qualität natürlich keinen Abbruch tut. Fette Chöre leiten zum Refrain und der Song an sich ist Metal pur, hartes Riffing, powervolles Drumming.
Zum Abschluss wird der Hörer noch einmal verzaubert von einem 10 minütigen Epos namens „At the gates of retribution“, dass eher ruhig, getragen und etwas balladesk durch die Boxen fließt und gefühlvolle Solopassagen mitbringt.

Nun müssen wir doch wieder zu oben genannten Bands kommen, denn Vergleiche zu WITHIN TEMPTATION und NIGHTWISH sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, konzentrieren sich aber hauptsächlich auf die Kombination einer klaren weiblichen Stimme mit Heavy Metal. KRYPTERIA brauchen sich in keinster Weise hinter diesen Namen zu verstecken, sondern können irgendwann problemlos auf die gleiche Stufe steigen. Auf „Bloodangel’s Cry“ gibt es keinen Ausfall zu verzeichnen, eine Menge eingängige Hooks und Melodien, thronend über allem die bezaubernde Stimme Ji-In’s.
Fans dieser Musik können bedenkenlos zugreifen und werden es sicherlich nicht bereuen. Alle anderen, die auf schöne Melodien mit ordentlich Pfeffer dahinter stehen, sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren, eine tolle Platte! (Bernie)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 60:20 min
Label: Synergy Records/EMI
Veröffentlichungsdatum: 19.01.2007
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