Gerade noch auf Tour mit NAPALM DEATH, veröffentlichen BORN FROM PAIN ihre neueste Hardcore Keule mit dem simplen Titel „War“. Durch den Metalcore Boom auch im Metal Bereich empor gestiegen, zeigen die Holländer, was „Starke Männer Musik“ wirklich bedeutet. Etwas überrissen klingt diese Bezeichnung schon, wenn man sich aber den Opener „Relentless“ anhört fühlt man sich gleich an den brutalen Hardcore Groove von HATEBREED erinnert, bevor man mit „Behind enemy lines“ eine Thrash Metalcore Keule direkt durch die Kauleiste spürt. Au, das tut weh.
Man kann sich bildlich den Moshpit vor der Bühne vorstellen, gerade wenn der Breakdown Part gen Ende des Songs durchbricht und von geshouteten Chören unterstützt wird. Über Breakdowns werde ich mich hier nicht wieder aufregen, vor allem weil es bei BORN FROM PAIN auch keinen Grund dazu gibt. Eher dezent eingesetzt und lange nicht so plakativ wie bei MAROON und Konsorten.

Auch „Stop at nothing“ erinnert direkt an die Kollegen aus Amiland, was vor allem am doch Hardcore typisch furchtbar eintönigem Geshoute von Sänger Che liegt. Allerdings lassen die Holländer hier ein paar Melodien mit einfließen, was dem ganzen eine eigene Note gibt. „Bury me fighting“ führt das weiter, was sein Vorgänger angefangen hat, mal schnell, mal groovend.
„Crusader“ ist dann die erste Überraschung des Albums, klingt besonders metallisch, vor allem auch durch den Gastgesang von GOREFEST’s Jan Chris. Im mittleren Tempo gehalten und furchtbar simplem, aber eingängigem Refrain, fließt der Track ultra zäh durch die Boxen.
Nach dem eher durchschnittlichen „Grey life“ überrascht das Instrumental „The war is on“ als astreiner Doomcore Song, sehr schleppend, zäh wie Teer und trotzdem mit ungebremster Durchschlagskraft, hier hätten ein paar Vocals vielleicht noch mehr gebracht.
Der flotte Track „Scorched earth“ mit Gastsolo von HATESPHERE’s Pepe steht dazu im vollen Gegensatz. Eine zündende Melange aus Thrash Metal und Hardcore, der im Pit für ordentliche Zerstörung sorgen sollte. „Eyes of the world“ danach entpuppt sich als typische Metalcore Nummer mit SLAYER Riffs und hasserfülltem Geshoute.

Das von Lou Koller (SICK OF IT ALL) unterstützte „Doomsday Clock“ ist hingegen ein Hardcore Stampfer mit fiesem Groove und typischen Shout Chören, dass gen Mitte Hardcore mäßig zum Güterzug avanciert, um später wieder zur Dampfwalze zu werden. Nach dem recht eingängigen und abwechslungsreichen „Iron will“, dass wieder an die Kollegas erinnert haut der Schlusstrack „Behind enemy lines“, eine Wiederholung von Track 2, nur diesmal mit Gastsänger Barney von NAPALM DEATH auch dem letzten Banger die Dritten aus der Leiste. Hardcore meets Thrash Metal again und das mit einem Hass, der NAPALM DEATH in nichts nachsteht. Böse Keule zum Abschluss.

BORN FROM PAIN liefern hier gewohnt gute Qualität ab, wie man es von den Holländern auch erwarten kann. Von daher sei allen Fans der Band eine unbedenkliche Kaufempfehlung ausgesprochen.
Wer allerdings nicht Fan der Band ist und auch mit dem Gros an Hard-, und Metalcore nicht viel anfangen kann, der sollte vorher ein intensives Ohr riskieren. Die Hardcore Ausprägung ist bei BORN FROM PAIN doch um einiges höher als bei anderen Truppen und etwas Neues wird hier nicht gerade erschaffen, das verlangt aber auch keiner.
Fazit: Musik und Sound als feines Ding befunden! (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 47:00 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungsdatum: 20.11.2006
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