Eternity Magazin
Nachdem Ur-Sänger und verlorener Sohn Peter Dolving zum letzten Album „rEVOLVEr“ feierlich zurückkehrte, bekamen THE HAUNTED wieder einen ordentlichen Schub nach vorne. „The dead eye“ heißt nun die neue Scheibe der Thrasher und offenbart gar neue Seiten… Hossa, da werden aber einige Alt-Fans gehörig zusammenschrecken, wenn sie „The dead eye“ zum ersten Mal hören. Es hat sich was getan im Hause THE HAUNTED! Der Stil ist zwar weitgehend immer noch unverkennbar, allerdings haben sich die Schweden so weit für komplett andere und neue Einflüsse geöffnet, wie man es nicht gedacht hätte.

Nach dem obligatorischen und typischen Intro repräsentiert der Opener „The flood“ das Album gleich sehr gut. Treibend, ein bisschen thrashig, mittleres Tempo. Gen Ende wird es plötzlich sehr ruhig, man hört Bongoartige Instrumente und atmosphärisches Gitarrenspiel. Wie schon auf dem Vorgängeralbum angedeutet, zeigt Dolving hier sein Sangestalent auch mal ohne Screams. Eine überraschende Wendung für den Sound der Band, die aber für „The dead eye“ bestimmend ist.
Songs wie „The medication“, „The prosecution“ oder vor allem „The shifter“ sind noch urtypische THE HAUNTED Thrash-Granaten, die sogar auf dem Debüt hätten stehen könnten. Schnell, auf die Zwölf und arschtight! Besonders „The prosecution“ sticht hier heraus mit seinen eingängigen Refrain, der sofort ins Ohr geht. Ein Hammersong!

Auf eingängige Melodien legen die Schweden im Jahre 2006 ganz besonderen Wert. Man höre sich nur „The drowning“ an, das mit Stoner Riffs überrascht und wahrscheinlich alleine alle alten Thrashfreaks in die Flucht schlägt. Nichtsdestotrotz ein sehr guter Song.
Folgend mit „The reflection“ oder „The fallout“ wird das Ausmaß der Veränderungen deutlich, so hat man THE HAUNTED definitiv noch nicht gehört, Seltsam im Hintergrund klingende Beats zu seichtem Gesang, bevor es wieder in einen treibenden Metalpart mit Schreigesang geht. Ich kann mir die vor Schreck verzerrten Gesichter bildlich vorstellen…

„The cynic“ und „The failure“ klingen so überhaupt gar nicht nach der Band, die pure Knüppelsongs wie„Hate Song“ geschrieben hat. Atmosphärische Parts verbinden sich mit modernem Riffing, das so gar nicht ins Schema passen will.

Ja, THE HAUNTED 2006 klingen sehr anders als zu ihren Debützeiten. Die Trademarks der Band sind zwar auch auf „The dead eye“ mehr als deutlich heraus zu hören und der Thrashfan wird auch mit ein paar Songs bedient. Allerdings haben sich die Schweden geöffnet und zwar zu allen Seiten, dementsprechend weiträumig ist ihr Sound auch gewachsen.
Man kann sich noch so sehr ärgern, dass hier nicht mehr von vorne bis hinten geknüppelt wird (dafür sei euch die Band THE SCOURGER empfohlen), aber was man einsehen muss, ist, dass THE HAUNTED nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren haben, im Gegenteil sogar auf andere Art und Weise einen ganzen Zacken zugelegt haben! Auf „The dead eye“ gibt es keinen einzigen Ausfall, alle Songs sind für sich absolute Knaller. In diese Richtung zu gehen ist sehr mutig und das Experiment ist geglückt! THE HAUNTED sind wieder einmal zum Trendsetter geworden und beweisen im Besonderen ihre Klasse!
„The dead eye“ ist ein wahres Meisterwerk des modernen Thrash Metals, „open minded music for open minded listeners“. Lasst euch nicht abschrecken, sondern traut euch an dieses Album heran, ob Fan oder nicht, ihr werdet es nicht bereuen. Ein Klasse – Album! (Bernie)

Bewertung: 9,0 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 55:04 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 30.10.2006
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