Eternity Magazin
Wem Black Metal bislang zu eintönig und eindimensional war, der ist nun am Ziel angelangt. ANSUR sind alles andere als das. Die Norweger präsentieren hier ein höchst komplexes Werk unter dem Banner Black Metal, das weit darüber hinausgeht. Komplex heißt hier nicht Frickelei und musikalischer Schwanzvergleich, sondern verschiedne Atmosphären im gleichen Song schaffen und etliche Riffs aneinander zu einer einheitlichen Masse zu verarbeiten. „Axiom“ hört man nicht einfach mal so nebenher. Obwohl recht kurze Songs wie der flotte Opener „Earth erasure“ durchaus auch mal was für zwischendurch sind. Ganz im Gegensatz zu dem fast 10 minütigem „Interloper“, dem man doch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken muss, um dahinter zu steigen, was ANSUR wollen. Atmosphäre schaffen. Eine kranke, debile Atmosphäre, die Angst macht und trotzdem irgendwie Spaß bringt. Es finden sich auf der CD immer wieder kleinere Passagen, wie das Solo im Opener oder die beängstigende Atmosphäre in „Sower of discord“, die das Ganze noch interessanter machen.
ANSUR schaffen es irgendwie, neben anderen sehr komplexen Black Metal Truppen, den roten Faden nicht zu verlieren und interessante und nicht anstrengende Musik zu komponieren.
Live könnte die Umsetzung durchaus schwierig werden und „Axiom“ ist weit davon entfernt, als einfacher Hörgenuss angesehen werden zu können. Aber nicht als anstrengend, sondern „nur“ als schwierig könnte man diese Scheibe bezeichnen. Die meisten Songs sind über 8 Minuten lang und beinhalten so viele Riffs und Wendungen, dass man sich schon wirklich damit „beschäftigen“ muss. Nach dem ersten Hören kann man die Qualität dieses Albums kaum feststellen.

Die meisten werden wohl allerdings nicht Lust an der Mühe haben, sich hier rein zu hören und vorher abbrechen oder einfach nichts Interessantes an ANSUR finden können. Einen Hang zum Black Metal sollte man schon haben, wenn man sich „Axiom“ anhört. Dann erkennt man vielleicht tatsächlich die Klasse dieses Albums, dass wirkt, als wäre es eine Art Black Metal Oper, zusammenhängend in ihrer Komplexität.
Schwieriger Punkt Nummer 2, nach der Komplexität, ist der Sound. Für Black Metaller eine sehr gute Produktion fehlt dem Normal Metaller mit Sicherheit der Druck und das „metallische“ an der ganzen Sache, die Band hat ihr Debüt selbst produziert. Wenn man sich Mühe für diese Platte gibt, dann ist der Sound nicht mehr besonders wichtig, sondern passt gut zum Ganzen, vor allem der Akustiksound ist sehr klar. Der Gesang, der keinen dominanten Stellenwert im Gesamtsound einnimmt, ist allerdings durchweg mit Effekten verzerrt und ergibt einen dicken Minuspunkt fürs Gesamtbild. Das hätte nicht müssen sein. Wenn ANSUR fürs nächste Mal die Knackpunkte bedenken, wird die Punktzahl rapide in die Höhe steigen.

ANSUR werden niemals der großen Masse zugänglich werden. Wer sich allerdings durch die Beschreibung angesprochen fühlt und sich gerne die Mühe gibt, sich in dieses sehr interessante, aber schwierige Werk reinzuhören, der wird es nicht bereuen! Ansonsten sollte man dringend vorher ein Ohr riskieren, ANSUR ist nichts für jedermann. Der erlesene Kreis der Angesprochenen wird aber seine wahre Freude haben! (Bernie)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 43:58 min
Label: Soulfood/Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 20.09.2006
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