„Buried in oblivion“ schlug in der Heavy Metal Szene ein wie eine Bombe! Trotz dass die Band vorher schon zwei Alben veröffentlicht hatte, war diese Platte ein Art Weckruf, der der Masse endlich die überragende Qualität von INTO ETERNITY deutlich machen konnte. 2 Jahre später, mit neuem Hauptsänger, bauen die Kanadier mit „The scattering of ashes“ ihre Position aus, und wie… INTO ETERNITY sind mit ganz großem Abstand die einzige Band, die es schafft, ALLE Stile, die im Heavy Metal auftauchen, miteinander zu vermischen und einen völlig einzigartigen, leicht wieder erkennbaren Stil zu kreieren. Gut, Old School Black Metal ist nicht vorhanden, aber die Kanadier vermischen Death, Thrash, Power und Progressive Metal auf eine Art und Weise, wie es kein anderer macht, bzw kein anderer KANN!

Aber fangen wir bei den augenscheinlichen Veränderungen zum Vorgängeralbum an. Der neue Leadsänger hört auf den Namen Stu Block und steht seinem Vorgänger in nichts aber auch gar nichts nach. Es ist immer wieder unfassbar, was er und Bandchef Tim Roth aus ihren Stimmen rausholen. Vom tief gurgelnden Grunzen zum fiesen Kreischen, dass auch durchaus mal ungeahnte Höhen erklimmt und glasklarem, hohen melodischen Gesang. „In der Höhe liegt die Kraft“, dachten sich die Kanadier und legten den Schwerpunkt des Gesangs einige Oktaven höher an, was auch damit zusammenhängen kann, dass Neusänger Block ein Stimmweite von mehreren Oktaven beherrscht. Man höre sich allein seine Screams bei „Nothing“ an, um nur ein Beispiel zu nennen. Unglaublich, der Mann. Nach dem ersten Song kann man schon ohne Zweifel behaupten, dass es wohl keinen besseren Mann für diesen schwierigen Job gegeben hätte!

Musiker würden die INTO ETERNITY Zocker als „Drecksäue“ bezeichnen (im „Fachjargon“ eine Bezeichnung für sehr talentierte und versierte Musiker ;)). Die Songs auf „The scattering of ashes“ sind noch ein Stück progressiver als auf seinem schon komplexen Vorgänger und trotzdem schaffen es die Kanadier, dass jeder Song einzigartig und leicht wieder zu erkennen ist.
Die Mixtur macht’s, denn im Gegensatz zu so vielen Griffbrettwixern weiß Mr. Roth nämlich, wie man geile Songs schreibt! Und von denen sind so einige auf dieser Platte. Man höre sich nur den Übersong und besten der Scheibe an, „Out“. Blastbeat paart sich mit Double Bass Gewitter und komplexen Taktwechseln, Death und Thrash Riffs en masse vermischt mit komplizierten Skalen, brutale Grunts, wahnsinnig hohe Screams und eine Chorus Melodie, die einem einen kalten aber angenehmen Schauder über den Rücken treibt. Wer hier nicht komplett die Fassung verliert, der darf sich ruhig wieder Hansi Hinterseer widmen…
„Out“ als bestes Stück ist im Endeffekt das Paradebeispiel für die ganze Platte. Es gibt keinen einzigen Ausfall und wenn auch die Songs nach dem Überhit ein wenig abfallen und nur noch als sehr gut anstatt überragend anzusehen sind, wie die ersten fünf Tracks, dann müsste man hier die volle Punktzahl zücken!

Von wegen abfallen, damit ist lediglich gemeint, dass es nach den ersten vier Songs (Numero Uno ist ein Intro) „Severe emotional distress“, Nothing“, Timeless winter“ und eben „Out“ nur noch für die 9 gereicht hat. Die „Halbballade“ „Surrounded by night“ zum Beispiel birgt eine Masse an Emotionen in Gesang und akustischem Gitarrenspiel, bei der man nur in Träumen schwelgen kann, bevor es mit „Eternal“ wieder voll auf die Glocke gibt.
Bei aller Komplexität der Songs, und INTO ETERNITY rotzen hier eine Progressives Feuerwerk ab, dass sich gewaschen hat, kann man sich schon beim ersten Hören für den einzelnen Song begeistern. Man entdeckt bei jedem Hören neue Details und es raubt einem immer mehr den Atem, wie diese Kerle es schaffen, diese vielen verschiedenen Einflüsse so zu mischen, dass es so klingt, wie es klingt. Nämlich unfassbar geil!

Jeder, aber auch wirklich jeder sollte sich dieses Album mal ganz intensiv zu Gemüte führen. Hier würde ich sogar eine totale und bedingungslose Kaufempfehlung aussprechen wollen. Kauft dieses Teil. „The scattering of ashes“ ist der tonale Orgasmus! (Bernie)

Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:24
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 22.09.2006
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