UNEARTH gehören zu den wenigen Bands neben AS I LAY DYING, KILLSWITCH ENGAGE u.a. die die „New Wave Of American Heavy Metal“ mitbegründet haben. Eine Band der ersten Stunde also, wenn man das bei diesem jungen Genre überhaupt sagen kann. Landläufig, bzw auch international, wird der Stil auch as Metalcore bezeichnet. UNEARTH sind also eine der Bands, die vor der Signing-Wut der meisten Labels bekannt wurde. Durchaus zu Recht, wie ihr neustes Output „III: In the eyes of fire“ beweist. UNEARTH sind sich treu geblieben. Hier wird sich weder am Death Metal angebiedert noch offensichtlich irgendwelchem ideologischen Hardcore gefrönt. Der Metalcore der Jungs ist von vorne bis hinten schlüssig, es passt einfach alles zusammen. Nicht die Mixtur aus verschiedenen Musikstilen, sondern einfach nur Metalcore.

Dass es auch verschiedene Stile innerhalb dieses Genres gibt, kann man immer wieder an den paar Giganten ablesen, von denen mehr oder weniger der Großteil der Nachzügler abkupfern. UNEARTH zahlen sich durch ihre brachiale Thrash-Kante („Giles“ fönt mal locker und leicht den Scheitel zum Fokuhila zu Recht) und ihre Progressivität besonders aus. Oft sind die Songs mit Riffs voll gepackt, die Struktur komplex und die Takte diffus. Dass die Jungs um Schreihals Trevor Phipps technisch unglaublich fit sind, sollte kein Geheimnis mehr darstellen. Glücklicherweise übertreiben sie es mit ihren Läufen nicht, sondern setzen sie zwar progressiv, aber durchaus passend in die Songs ein. Besagter Phipps ist zwar immer noch als Hardcore Shouter zu identifizieren, seine Stimme klingt in ihrer Aggressivität aber deutlich „angenehmer“ und metallischer als die seiner Kollegen.

So, genug geschwafelt, die Songs: Prinzipiell gibt es hier aber gar nicht so viel zu sagen, leider. Oder zum Glück, denn es sticht zwar kein Song (außer vielleicht der Knaller „Giles“) gegenüber den anderen besonders hervor, dafür gibt es aber auch keinen Ausfall auf „III“. Jeder einzelne Song ist getränkt mit brutaler Härte, Geschwindigkeit, perfekter Instrumentierung, Melodien und den Metalcore-typischen Elementen. Die Breakdowns sind nicht so plakativ gestaltet wie bei Kollegen von MAROON und ähnlichen.
Positiv zu erwähnen ist noch die glasklare und doch knüppelharte Produktion, die von niemand anderem als Terry Date vollbracht wurde, der schon für JUDAS PRIEST und PANTERA die Regler drehte.
Nachdem „Giles“ schon zur Genüge gelobt wurde, könnte man mit viel Gewalt noch „March of the mutes“ hervorheben, dass mit seinem eingängigen Refrain durchaus in den Dissen der Welt ankommen könnte. „Sanctity of brothers“ beinhaltet wiederum eine ganze Menge europäische Metal Einflüsse, u.a. Double Bass Teppiche und melodisches Riffing.
Generell kann man bei UNEARTH sehr viele europäische Heavy Metal Zitate hören, was ihnen irgendwie einen einzigartigen Touch gibt. Mit Europa ist hier nämlich nicht unbedingt der Schwedentod gemeint, sondern der klassische Heavy Metal aus England oder Germoney (Man höre mal „So it goes“).

Wem mein Gelabere zu undurchsichtig war, für den gibt’s an dieser Stelle noch ein Kurz-Review:
Kaufen!
UNEARTH sind eine der Begründer und somit die Basis des Genres, eine starke Basis, ein dicker Pfeiler, der das überfüllte Haus wohl noch eine Weile tragen kann. „III: In the eyes of fire“ kann einen verspäteten Zugang zum Metalcore ebnen oder einfach nur Spaß machen. Kaum zu glauben, dass ICH das sage, aber selbst Genrehasser könnten an UNEARTH Gefallen finden. Ein starkes Album! (Bernie)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 44:01
Label: Metal Blade
Veröffentlichungstermin: 11.08.2006
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