HEAVEN SHALL BURN, Metalcore Pioniere in Deutschland? Wahnsinnig intensive Liveband? Einzigartige Alben en masse? Über diese Band hört man von allen Seiten Lobeshymnen, dass es einem aus den Ohren wieder raus kommt. Sind HEAVEN SHALL BURN wirklich so anders und so viel besser als die trölfzig anderen, deren Namen morgen wieder vergessen sind? Mit dem lang erwarteten „Deaf to our prayers“ melden sich die deutschen Jungs zurück, um klar zu machen, warum ihnen solch ein grandioser Ruf vorauseilt. Tatsächlich klingen nur HSB nach HSB. In der Mixtur aus ganz ganz viel BOLT THROWER, ein Schippchen melodischem Schweden Tod und einem kleinen Hardcore Einschlag, der eigentlich nur noch in Punkto Gesang zum Tragen kommt. Damit wären wir auch gleich beim größten Kritikpunkt von „Deaf to our prayers“. Es ist völlig unverständlich, warum Sänger Marcus Bischoff, wenn er live stimmlich durchaus kraftvoll überzeugen kann, auf Platte immer noch gedoppelt werden muss. Das lässt dann doch wieder an der Sangeskompetenz zweifeln. Damit handeln sich die Ostler einen ganz dicken Minuspunkt ein. Selbst Schuld.

Ein weiteres Manko ist die sehr seltsam klingende Bass Drum, die aber fast schon einen HEAVEN SHALL BURN typischen Sound aufweist, die man schon auf dem Vorgänger „Antigone“ hören konnte.
Der Mix wurde diesmal von Jacob Hansen übernommen, was für den Rest der Platte für höchste Qualität sorgt. Der Sound ist sehr druckvoll und mächtig, es gibt also weiter keine wirklichen Kritikpunkte in Sachen Produktion.

Die Songs von „Deaf to our prayers“ bringen keine Überraschungen zum Vorschein, hier gibt es 100% pure HEAVEN SHALL BURN. Wobei man sich allerdings typisch für ihren Sound sehr stark an BOLT THROWER orientiert. Gleich das erste Riff des Openers „Counterweight“ ist mehr als eine Hommage and die britische Dampfwalze. Die Tracks sind durchweg im mittleren Tempo gehalten, gespickt mit ordentlich Groove und treibenden Double Bass Passagen. Einzelne besonders hervor zu heben, macht wenig Sinn, da die Songs alle ähnliche Merkmale und Qualität aufweisen. (Bei „Dying silence“ bedient man sich allerdings zu Anfang sehr dreist an FEAR FACTORY). Man könnte bös sein, und behaupten, die Alben wären nicht mehr als ein Zusammenschnitt aus anderen Bands. So ganz falsch läge man da nicht, aber die Qualität des Albums ist dann doch so hoch, dass man das verschmerzen kann.
Was HEAVEN SHALL BURN anders als andere machen und was sie im Endeffekt auch ausmacht? Dampfwalze statt Axt, Vorschlaghammer statt Pressluft. Treibender Groove statt rasantes Geknüppel. Und das machen sie auf „Deaf to our prayers“ entsprechend gut, dass alle Fans und auch alle, die dem Metalcore ihre Seele verkauft haben, dieses Album lieben, fast vergöttern werden.
Denn die neue Platte auf diese Vorschusslorbeeren zu betten, sichert HEAVEN SHALL BURN ihre Position auf Numero Uno der Rangliste Liste Deutschland und einen guten Platz international.

Man sollte nur das erwarten, was man auch bekommen kann, deshalb ist „Deaf to our prayers“ auch vollends zufrieden stellend, wenn nicht sogar eine geile, kompromisslose Walze, die sich auch Altmetaller mal reinziehen können. Fans können blind zugreifen. (Bernie)

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 47:53 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungsdatum: 28.06.2006
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