Eternity Magazin
OLD lassen mit dem Ziegenbock geschmückten Cover und dem herrlich verschnörkelten Logo einiges erwarten. Wenn das mal keine Black Metal Scheibe ist. Aber irgendwas ist anders. Irgendwie sieht die Scheibe aus, als wäre sie bereits Anfang der 80er Jahre als Tape erschienen. Dabei gibt es OLD in der Form erst seit 2003. Es wird spannend. Wahnsinnig knarzende Gitarren, kaum Bass, rohe, primitive Drums und das erste, das man von Sänger Reaper hört ein im Hall schwimmendes „UH“.

Nach den ersten Takten wird hier unmissverständlich klar gemacht, was man von OLD zu erwarten hat. Old School as it gets. Ganz im Sinne alter CELTIC FROST, HELLHAMMER, DARKTHRONE, alte SODOM und VENOM. Der Opener „Black jewel throne“ zeigt gleich alles, was man sich unter den benannten Bands vorstellt. Die besagte rohe, primitive Produktion gepaart mit höllischem doomigen Groove und treibenden Riffs. Mit „Blood skull“ geht’s auch gleich ein bisschen flotter zu Werke und mit Verlaub, alle die auf diese Bands stehen, werden ehrfürchtig vor dem Player niederknien und sich bedanken.
Warum bedanken? Weil es seit einer halben Ewigkeit keine Band mehr gegeben hat, die den „Spirit“ der ganz alten Schule, die sich für die Gründung des heutigen Black und Death Metal verantwortlich zeichnen, so ehrlich rüber bringt wie OLD.
Sänger Reaper röhrt und röchelt wie Nocturno Culto und Cronos zu ihren besten Zeiten. Hier ist Leidenschaft im Spiel und das nicht zu knapp. Ja, die Produktion entspricht alles andere als den Maßstäben im Jahre 2006. Aber muss sie das denn immer? Man hört täglich zig „True“ Black Metal Scheiben, die ähnlich roh und primitiv klingen und es nicht mal ansatzweise schaffen, diesen Spirit zu transportieren, der damals VENOM, HELLHAMMER und Konsorten auszeichnete. Schlechte Produktion gehört in gewissen Kreisen fast schon zum guten Ton, klingt aber meistens nach einem obligatorischen Szenario. OLD klingen, wie sie klingen müssen und wollen. Songs wie „“Lust in red“, „Empire in flames“ oder „Scream for hell“ sind eine Hommage an die Bands, ohne die es weder Death noch Black Metal in der Form, wie wir sie kennen, geben würde.

Natürlich gewinnen OLD hier keinen Kreativwettbewerb und werden wohl auch niemals auf der Wacken Black Stage spielen. Aber ob sie das denn überhaupt wollen? Mit Sicherheit nicht. OLD sind, klingen und bleiben Underground, Musik für die, die verstehen, was sie wollen. Weg vom Produktionswahn, Namedropping, Trendhopping und allen weiteren Abartigkeiten des Musikbusiness. OLD klingen so alt, wie es lange niemand mehr geschafft hat.

Wer bei alten VENOM oder gar HELLHAMMER Ohrenschmerzen erleidet, der kann gerne einen Bogen um „Down with the nails“ machen. Alle die, die oben genannte Bands immer noch verehren und die sich nach dem „Spirit“ der alten Schule sehnen, werden in OLD eine wahre Zuflucht finden. OLD sind einfach wunderbar alt. Raise your horns! (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 34:18 min
Label: Tyrant Syndicate Productions/Peaceville
Veröffentlichungsdatum: 04.08.2006
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