COMITY kommen aus Frankreich und erschaffen ein neues, einzigartiges Bild des Metalcore. So sagt es die Bandinfo. In Wirklichkeit hat man hier wieder eine Band vor Augen bzw. Ohren, die man in keinerlei Schublade stecken kann. Manchmal würde das der Musik aber ganz gut tun. Mancher würde es als Katzenmusik bezeichnen. Völlig wirres, unkoordiniertes Instrumentieren und standardmäßig ein besonders schlechter Sänger.
Mit Song numero uno, bzw. Die ersten paar Tracks: „Please note – the band doesn’t have song titles on this album, only track numbers 1-99“ (aus dem Promoflyer) wird schon mal der „Record straight“ gesetzt. Das pure Chaos, für das menschliche Ohr kaum zu ertragen. Ein Wirrwarr aus diffusen Gitarrenriffs und –Läufen, die unter normalen Umständen niemand ernsthaft auf eine CD brennen würde, eine Klopperei auf dem Schlagzeug, die man nicht zwingend als „spielen“ bezeichnen kann und ein Sänger, der so wirklich überhaupt gar nichts kann. Nix. Undifferenziertes Geschreie und der Versuch, etwas zu grunzen. Misslungen.

Irgendwann ab Track 20 wird ein bissel ruhiger, trotzdem kaum erträglicher. Zwischendurch gibt’s auch mal n Death Metal Part. Nunja, obwohl, sagen wir, es gibt einen Blast Beat Part, mit Death Metal hat das nichts zu tun.
Screamo, Emo, viel Noise Rock und mit Sicherheit Drogen, viele Drogen…
Für Fans von DILLINGER ESCAPE PLAN. Nunja, gegen COMITY sind die Dillinger Fluchhelfer AC/DC… eingängig und regelrecht primitiv einfach.

Technisch können die Franzosen, natürlich, durchaus überzeugen, aber die Technik hat noch keinen Song geschrieben. Hier gibt es ja auch keine Songs, es ist ja Track 1 – 99. Ein, ich sag mal, Sammelsurium aus irgendwelchen Sachen, völlig unbenennbar.
Nach einem Drittel (wäre hier so Track 33) will ich sterben. So beklobbd irre wie die Platte anfing, so ruhig, langweilig und nervig wird sie auch so gen Mitte. So geht’s dann auch munter weiter, mal chaotisch schnell und durcheinander zu sehr ruhig und unglaublich „relaxt“. Gen Track 80 wird’s dann sogar regelrecht getragen, welch Gefühl *räusper*. Zu guter Letzte gibt es am Schluss (wird so 90-99 sein) alles im Kreis wiederholt, dass man die Worte des Sängers, welche auch immer das sein mögen, nicht vergisst. Es gibt hier rein überhaupt gar kein Element, das einen Wiedererkennungswert beinhaltet. Fraglich wie man sich so was ernsthaft anhören kann und gesund bleibt. Wie zur Hölle soll man das live spielen? Wie zur Hölle erträgt man ein Konzert von COMITY nüchtern? Fragen über Fragen.

Trotz all dem Chaos und dem kompletten Irrsinn hat man so das Gefühle, dass da was dahinter steckt, was auch immer es sein mag. Struktur ist es ganz bestimmt nicht. Aber vielleicht Gefühl? Weltschmerz? Entrüstung? Magenkrämpfe?
Entrüstung und Magenkrämpfe werden zumindest bei den meisten Hörern verursacht, das ist sicher.
COMITY sind wahnsinnig schwer zu bewerten, weil „As everything is a tragedy…“ nicht wirklich zwingend als Musik bezeichnen kann, bzw. viele dies nicht als Musik bezeichnen würden. Es ist für die Franzosen wohl eher eine Art Kunstwerk, ein modernes Gemälde, das ohne Struktur und Blick fürs Wesentliche durch Action painting entsteht. Wer DILLINGER ESCAPE PLAN, CONVERGE oder NEUROSIS zum Einschlafen hört, der kann sich COMITY gern rein ziehen. Alle anderen können hier im großen Bogen vorbei gehen, das hier ist nur was für ganz Verrückte. (Bernie)

Bewertung: 4,5 / 10

Anzahl der Songs: 99
Spielzeit: 55:41 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungsdatum: 28.07.2006
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