Der griechische Gitarren Guru Gus G. war eigentlich stets für seine Bandhurerei bekannt und spielte schon in Truppen wie NIGHTRAGE, MYSTIC PROPHECY und DREAM EVIL. Allerdings entschied sich der Jungspund unlängst dazu, dem Geld den Laufpass zu geben und sich nur noch um sein ganz eigenes Baby FIREWIND zu kümmern, für dass er auch gleich mal ein neues Line Up zusammen stellte. Und Hosianna, wenn das mal nicht die beste Entscheidung seines Lebens war! Was so ein Setzen neuer Prioritäten alles ausmachen kann. Lieber eine Sache so richtig, richtig gut machen, als seine Zeit bei Bands zu vergeuden, dies es eh nicht packen, die Erwartungen zu befriedigen. FIREWIND allerdings haben mit „Allegiance“ nicht nur einen Stein zum Erfolg gelegt, sondern springen gleich in einem Ruck mehrere Stufen der Erfolgsleiter hoch. Dieses Album ist der absolute Hammer!

Angefangen mit den zwei absoluten Hitgranaten „Allegiance“ und „Insanity“ starten FIREWIND in ein Album, das ihr schwarzes sein könnte. Hit reiht sich an Hit und mit „Falling to pieces“ haut man auch gleich mal einen Gassenhauer zwischen die Augen, der alle Melodic Metal Bands in einem bleich werden lässt.
Sänger Apollo Papathanasio kommt zwar nicht ganz an die Oktavenstärke seines Vorgängers heran, dafür ist der Grieche aber mit einer Powerrock Röhre gesegnet, die alle Vergleiche standhält. Im Titelsong sehr an ANGEL DUST Sänger Dirk Thurisch erinnernd, geht seine Stimme meist in Richtung Altmeister Ronny James DIO. Bei Songs wie „Dreamchaser“ oder „Ready to strike“ muss man sich doch mal genauer vom Line Up und den Namen überzeugen.
Mit seinem Landsmann hat Gitarren Grossmeister Gus G. einen absoluten Traumgriff geleistet. Eine bessere Wahl hätte er nur mit dem kleinen alten Stimmkräftigen getroffen.

Das Album könnte man fast schon in zwei Teile aufbrechen, auf der einen Seite stehen Tracks wie das rockige „Ready to strike“, das Doublebasslastige „Till the end of time“, das DIOeske, flotte „Dreamchaser“, das etwas gediegenere, teils kitschige „The essence“ und dem emotionalen Instrumental „Before the storm“. Diese Seite der CD alleine würde schon reichen, Massen von Melodic Metallern in orgastische Zuckungen zu versetzen.
Aber das ist nicht alles. Die bereits erwähnten drei ersten Tracks hauen den Hörer schon mal komplett aus den Latschen mit einer Produktion (u.a. Studio Fredman), die rein gar nichts zu wünschen übrig lässt. Fette Gitarren verhindern, dass die Songs zu seichten Rocknummern verkommen und der Gesamtsound ist schlichtweg brillant. Gespickt ist das Ganze mit Melodien, die sofort in eine andere, bessere Welt einladen. „Where do we go from here“ wird sich in den Gehörgängen festbeißen, wohl bis man FIREWIND endlich live zu sehen bekommt, denn der Abschlusstrack des Albums wird bestimmt zur Livegranate avancieren.

Zwei Songs allerdings schlagen dem Fass auf positive Art und Weise komplett den Boden aus. „Breaking the silence“ entpuppt sich als eins der schönsten Lieder, das im Melodischen Metal je geschrieben wurde. Ganz großen Anteil daran hat Gastsängerin Tara, die mit ihrer wahnsinnig schönen Stimme selbst die härtesten Männer von Blumenfeldern voller Schmetterlinge an einem warmen Sommermorgen träumen lässt. Wer diese Frau auch sein mag, hoffentlich finden sich weitere musikalische Lebenszeichen dieser Dame mit der unglaublichen Stimme. Es bleibt ein ganz großes WOW!
Darauf folgend mit „Deliverance“ der ruhigste Song des Albums, der wohl zu DEM Live Kracher der Griechen werden wird. Man kann sich bildlich vorstellen, wie Tausende mit einer Freudenträne im Auge „And my spirit is free, I’m more then what you can see“ singen. Die Gänsehaut verteilt sich auf dem ganzen Körper und man möchte einfach in den Staub fallen und Greeko Grande Gus G für dieses Album danken. Was der junge Groß-Gitarrero hier geschaffen hat, muss einfach den Durchbruch für FIREWIND bedeuten.

Wenn man sich dieses Review durchliest und die Platte noch nicht gehört hat, könnte man meinen, es wären Drogen im Spiel. Aber ich sage es ganz persönlich, ich als Death Metal Maniac sehe dieses Album als Knaller für jeden Metal Fan. Egal welcher Musik ihr zugetan seid, hört euch „Allegiance“ an, wenn’s sein muss auch 3,4 Mal und ihr werdet die Klasse dieses Albums erkennen. Die letztgenannten Songs verdienen die absolute Höchstpunktzahl, die aber wegen der ersten Hälfte „nur“ sehr guter Songs in der Tasche bleiben muss, …noch! Leute, hört euch dieses Album mit offenen Ohren und mit offenem Herzen an und ihr werdet FIREWIND verfallen. Ich komme nicht mehr los. „And my spiiirit is freeee…“ (Bernie)

Bewertung: 9,0 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 48:44 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 24.07.2006
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