Eternity Magazin
Neueste Ereignisse aus dem Hause des verrückten Professors: Vor kurzem konnte man in den bekannten Online - Gerüchteküchen lesen, dass Mr. Devin Townsend STRAPPING YOUNG LAD, mal wieder, auflösen will und keinen Bock mehr auf Metal hat. Drummer Gene Hoglan dementierte einen Tag später auch gleich die Schreckensnachricht, Townsend sei nur etwas ausgebrannt und brauche Urlaub. Die Idee, die Band aufzulösen könnte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen, wo mit „The New Black“ ein unfassbar geiles Killeralbum in den Läden stehen wird, dass mal eben locker alles Genreähnliche komplett wegfegt. Das erste Mal stimmen die Angaben auf dem Promoflyer, STRAPPING YOUNG LAD haben tatsächlich einen absoluten Meilenstein des Heavy Metals geschaffen. Old School SYL Fans wird „The New Black“ vielleicht etwas zu wenig kontrolliertes Chaos und Irrsinn bereit stellen, kommt die Scheibe doch um einiges straighter daher als noch sein Vorgänger „Alien“

Wegfege sagte ich? Komplett aus dem Leben schießen trifft es wohl eher. Gleich der Opener „Decimator“ haut dem Hörer die Keule vor die Kauleiste, dass man erstmal zurücktaumelt und sich fragt, was einen da gerade getroffen hat. Es sind STRAPPING YOUNG LAD, mein Freund. Dem nicht genug gibt’s auch gleich einen Nachschlag mit dem bitterbösen, wahnsinnig schnellen „You suck“, dessen textlicher Inhalt wohl recht eindeutig zu verstehen sein wollte und bestens zur Hyperspeed Granate passt. In den ersten Songs fällt bereits mal wieder Drumtier Gene Hoglan besonders auf. Gibt es irgendeinen Menschen auf der Welt, der auch nur ansatzweise mit diesem Monster mithalten kann?? Ik globe nich! Sau schnelle Doublebass Attacken, Blastbeat, Thrashgeknüppel, alles aus einem Guss, so schnell macht ihm das keiner nach, ne. Die Kinnlade fällt und fällt…

Glücklicherweise wird es dann mit „Antiproduct“ langsamer und regelrecht „smooth“ wenn man sich den sehr geilen Dixi – Big Band Part zu Mitten des Songs anhört. Na, welcher fiese Headbanger sich da nicht selbst beim Mitwippen ertappt. Die Strangeness lassen SYL auch diesmal nicht außen vor, Hevy Devy ergänzt den Big Band Part mit wundertollem, lieblichem Gesang.
Trompeten und Bläser kommen auch im nächsten Streich namens „Monument“ zu tragen, dass bisher den melodischsten Song des Albums darstellt. Seltsam verquerer Rhythmus über wunderbar getragenem Gesang. Sehr nett
Aha, da ist die Keule wieder, „Wrong side“ schmettert wieder mit voller Wucht die moderne Thrashkeule in die noch lang nicht verheilte Kaufurche. Durchweg in rasanter Geschwindigkeit zeigen SYL, was sie wirklich drauf haben. Pure Boshaftigkeit und Brutalität kombiniert mit überraschender Melodie und technischer Finesse, man höre sich nur mal die Soli an. Und wer jetzt noch immer bezweifelt, dass Devin Townsend einer der besten Metalsänger ist und bleibt, der soll seinen Tokio Hotel Puppen weiter VENOM Shirts anziehen. Wahnsinn, der Mann.

Wieder mal ganz anders wird’s dann mit der Hymne „Hope“, die wohl beabsichtigt gut auf der Bühne funktionieren wird. Relativ locker beginnend artet „Hope“ später in einen infernalischen Krach aus, dass einem Hören und Sagen vergeht. Ein völliges Durcheinander von Drums, Death Metal Riffs und krassen Vocals. Ein herrliches Chaos.
In „Far beyond metal“ wird die Geschichte von King Raul erzählt, wer auch immer das sein mag, und sollte SYL Kenner schon seit längerer Zeit bekannt sein. Bereits als Live Song auf "No sleep till bedtime" veröffentlicht, erfährt dieser klasse Song nun endlich seine reguläre Veröffentlichung. „Far beyond Metal“, der eigentlich aus einer Live Improvisation entstand und ein paar Zeilen vom GWAR Sänger beinhaltet, steht musikalisch gegenüber den anderen Tacks weit außen vor und besticht mit einer wahnsinnig geilen Melodieführung, Hooks ohne Ende und einer fantastischen Gesangsleistung, super Song.
„Fucker“ klingt dagegen sehr nu-metallisch, unfassbar, welches Spektrum SYL hier abdecken, ohne ihren roten Faden zu verlieren. Die Hasstirade hier wartet ebenfalls mit ein paar unumgänglichen Hooks auf.

Generell sollte man sich die Texte von STRAPPING YOUNG LAD ganz besonders intensiv zu Gemüte führen, denn genauso kompliziert wie sie manchmal sind, so genial und subversiv sind sie auch. „The New Black“ behandelt übrigens die momentane Musikindustrie.

Weiter im Text, äh Musik. „Almost Again“ scheint gar nicht wirklich in den Kontext zu passen, sondern erinnert eher an die Solo Eskapaden des Crazy Dev. Sehr relaxt und ruhig, obwohl im Hintergrund Drum Berserker Hoglan ganze Kits zu zertrommeln scheint. Irgendwie ist alles sehr chaotisch und verrückt und doch strahlt „Almost Again“ durch den Mix und die Stimme von Townsend eine gar hypnotische Ruhe aus.
Genauso ruhig geht es auch weiter mit „Plyophony“, einem zweiminütigen Zwischenspiel, das nun wirklich sehr an Devin’s Solo Zeit erinnert und wohl als Intro zum Titeltrack „The New Black“ gedacht ist. Der selbst zeigt sich eher getragen im mittleren Tempo und fällt ein wenig ab gegenüber den vorigen Songs.

Was bleibt noch zu sagen? STRAPPING YOUNG LAD haben ein Killeralbum vor dem Herrn aufgenommen, das mit der bestmöglichen Produktion gesegnet ist, die man sich vorstellen kann; aufgenommen von Herrn Professor Höchstselbst und gemixt von Mike Fraser (AEROSMITH, METALLICA).
Wer sich dieses Album nicht zulegt, WIRD etwas verpassen, dass ist sicher. Also ab in den Laden und dieses Sahnestückchen in die Plattensammlung. Aber nichts anderes kaufen, „The New Black“ wird euern Player eh so schnell nicht wieder verlassen. Großes Kino. (Bernie)

Bewertung: 9,0 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 42:45 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 17.07.2006
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