In Luxemburg kann man nicht nur billig tanken und Zigaretten günstig kaufen, im Großherzogtum im Drei-Länder-Eck kann man auch mal ganz bös eins auf die Mütze bekommen. Im positiven Sinne versteht sich, EX INFERIS liefern mit ihrem bereits 2004 erschienenen Album „Defunctus in heresi“ den Beweis. EX INFERIS ist eine der Metalcore Bands, die eigentlich keine ist. Mit Hardcore nix am Hut, würden die Luxemburger aber auf jedem Labelinfo mit Sicherheit auf die Art und Weise angepriesen. So unbedingt falsch würde das Label auch nicht liegen, bedenkt man, dass EX INFERIS auf weiter Strecke in eine ähnliche Richtung fahren wie Bands wie NEAERA, nur an der Karre ein Anhänger voll Brutalität. Death Metal heißt die Devise. Nur dass im Gegensatz zu NEAERA und Konsorten nicht zwingend viel Wert auf Melodien gelegt wird und man lieber zwischendurch mal den Blastbeat regieren lässt.

Wie gesagt, um Hardcore Segmente in dem Sound der Luxemburger zu finden, muss man sich schon schwer anstrengen, trotzdem hat man das Gefühl, dass man diesen Stil schon desöfteren mal gehört hat. Das Rad erfinden EX INFERIS nicht neu, aber wer macht das auch schon heutzutage? Vor allem legen die Jungs auch gar keinen gesteigerten Wert darauf und bezeichnen sich simpel als Deathcore. Unterschrieben.
Wie erwähnt herrscht hier die Fresseklopperei vor und die Keule wird eigentlich durchweg rund geschwungen. Der Opener „Blood soaked apostasy“ föhnt dem Hörer mal auf nette Art und Weise den Scheitel auf die Seite, der Energielevel wird hier gleich ganz oben angesetzt. Und durchgehalten. Immer wieder durch groovende Passagen durchsetzt, um etwas Abwechslung zu generieren („Selmadegod“), steht der Tacho meist auf 200.
Mit dem Intro finden sich noch 4 weitere Instrumentale auf der Platte, darunter „Geräusch“ Einspielungen, die mal eine gelungene Abwechslung zu dem ganzen Intromüll, der einem so oft um die Ohren gepfeffert wird, darstellen. 5 an der Zahl wäre allerdings nicht unbedingt notwendig gewesen.

EX INFERIS überzeugen mit versierten Death/Thrash Riffs und der Stimme von Sänger Fabrice, der zwischen infernalischem Geschrei und tiefem Growlen wechselt. Die Growls sind genretypisch zwar etwas dünn geraten, haben aber immer noch einen Vorsprung zu den meisten Kollegen, die versuchen zwanghaft ein wenig Death Metal und Härte in ihre Musik zu bringen. Mit dem cleanen Gesang bei „Stabbed by the cross“ greift Fabrice dann aber in den Kuhfladen, gut gemeinte Melodien, die aber leider mehr schief als alles andere klingen.

Der Sound von „Defunctus in heresi“ ist eigentlich durchweg gelungen, sehr knackig und vor allen Dingen direkt und hart. An manchen Stellen hätte das Ganze ein wenig differenzierter klingen können, aber eigentlich kann man da nicht meckern, saubere Arbeit aus den Midas Studio in Belgien.
Alles in allem für eine unsigned Band eine zünftige Vorstellung und auch eine gute Vertretung ihres kleinen Landes vor der Restwelt. Wer sich angesprochen fühlt durch die Beschreibungen, der sollte einen Blick auf www.exinferis.com werfen und sich die CD im schönen Digipak zulegen. Antesten lohnt! (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 53:06 min
Label: Eigenproduktion
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