Eternity Magazin
CELLADOR sind eine sehr junge Band, die erst 2004 zusammenfand. Mit ihrem Debut sind sie auch direkt bei Metal Blade Records gelandet, was durchaus aufmerksam macht. „Entdeckt“ wurde die Band aus 17-23 jährigen von THE BLACK DAHLIA MURDER Sänger Trevor Strnad, wodurch man glatt behaupten könnte, hier wird die böse Keule geschwungen. Der Stil der Jungspunde aus den USA liest sich allerdings „Extreme Power Metal“. Neugierig? Jap, hier handelt es sich tatsächlich um Power Metal und auch die Reverenz zu Knüppelbands der feinsten Sorte ist nicht so arg weit hergeholt. Um Ungeduldigen gleich die Butter vom Brot zu nehmen benötigt es hier nur einen einzigen Namen: DRAGONFORCE.

CELLADOR können praktisch als die Drachenbrigade der Vereinigten Staaten gesehen werden, alle wichtigen Merkmale und Charakteristika der Engländer gibt es auch bei den Amis zu finden. Hoher Gesang, Songs zugestopft mit Melodien, die teils hitverdächtig, teils etwas kitschig klingen, wahnwitzig schnelle Drums, die jeden Death Metaller bleich werden lassen und Gitarristen, die nahezu Lichtgeschwindigkeitriffs aus ihren Handgelenken putzen.
Zweifler könnten hier durchaus von einem kompletten stilistischen Abklatsch sprechen und hätten damit sogar teilweise Recht. Aber CELLADOR einfach als Klon abzutun reicht einfach nicht aus. Dafür sind die Amis schlichtweg zu gut. An die Macht DRAGONFORCE kommen sie natürlich nicht heran, dazu fehlt den Jungspunden einfach die Erfahrung. Größtes Manko ist im direkten Vergleich Sänger Michael Gremio, der sich eigentlich ständig in höchsten Regionen bewegt und seiner Stimme kaum eine Pause in tieferen Regionen gönnt. Die stete hohe Stimmlage macht den Gesang ein wenig eintönig und man erkennt stimmliche Schwächen viel leichter („Never again“). Aber wenn man das Alter der Jungs bedenkt, dann muss man nicht zu scharf vorgehen, da geht in Zukunft noch einiges.
Der Sound von „Enter deception“ wurde übrigens von Ex-MORBID ANGEL Klampfer Eric Rutan gezimmert, der sich mit dieser perfekten Produktion eine Stufe weiter in Richtung Spitze der Produzentenriege verdient hat. Knackig, differenziert und doch hart. Sehr schön anzuhören.

CELLADOR spielen wahnsinnig schnell, das muss man ihnen neidlos anerkennen. Zusätzlich ist hier eine ganze Menge Kreativität und Hitpotential vorhanden, nach dem sich Alteingesessene die Finger lecken würden. Songs wie „A sign far beyond“, „Forever unbound“ oder „Wakening“ stehen den Songs erfahrener Bands in nichts nach. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass CELLADOR gegenüber dem britischen Vorbild etwas thrashiger vorgeht. Vor allem bei „Never again“ oder dem ultraschnellen „Seen through time“ werden die Songs durch Staccato Rhythmen deutlich aufgewertet, was die Band zumindest ein klitzekleines bisschen eigenen Charakter verschafft.

Wer bei DRAGONFORCE Magenkrämpfe, Herzkammerflimmern oder Brechreiz erleidet, dem sei dringend von CELLADOR abgeraten. Auch niemand, der mit melodischem Power Metal nichts anfangen kann, brauch sich hier zu bemühen.
Wer aber auf die britischen Speedies steht und auch sehr melodischer, sehr schneller Musik nicht abgeneigt ist, dem sei ganz vehement zum Kauf dieses Albums geraten! Hin oder her, ob Klon oder nicht, CELLADOR legen auch ohne viel Eigenständigkeit mit ihrem Debut eine absolute Sahneschnitte vor, von den Jungs wird man noch hören. (Bernie)

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 44:27 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungsdatum: 30.06.2006
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