Eternity Magazin
Pünktlich kurz nach dem Welt-Katholiken-Tag in der saarländischen Hauptstadt flattert ein durch und durch blasphemisches Stück Scharzmetall in die CD Läden. Der Kopf Jesu frisch enthauptet, gebart in einer blutigen Schüssel, umringt von teuflisch grinsenden, Schwert schwingenden Engeln. Bei dem Anblick dieses Covers lacht das ketzerische Herz. FALL OV SERAFIM stiegen aus der Asche der Black Metaller MISTELTEIN empor. Der Name musste aus rechtlichen Gründen nach einem Line Up Wechsel geändert werden aber eigentlich kann „Nex Jehovae“ auch als drittes Langeisen der besagten Eingeäscherten gesehen werden. Richtig bös auf die Kauleiste gibt’s auch gleich mit dem Opener „Towards the throne of tragedy“. Sehr black metallisch untypisch mit mittig sägenden Gitarren und einem bunten Strauß voll Thrash Riffs, gibt’s Nackenschmerzen zum Sonderpreis. Als Bonus wartet der Song zu späterem Zeitpunkt noch mit durch Keyboard unterstütztem, epischem Bombasts auf, was gleich ein wenig an die Kollegen von DIMMU BORGIR. Ein sehr feiner Einstieg.
Der Eindruck wird auch gleich im weiteren Verlauf bestätigt, denn gleich zu Beginn wird „Purification“ von einem typischen Keyboard Teppich getragen, bevor wieder das ketzerische Schwert gegen die Christenscharen gezückt wird. Und das mit Wucht, denn in Sachen Geschwindigkeit und Härte steht der Song dem Opener in nichts nach. Alles ein bisschen schwärzer, abermals gespickt mit keyboardlastigen, epischen Momenten.
„A poisoned blessing“ entpuppt sich dann als schon fast eingängig mit sehr melodischem, bombastischem Refrain. Allerdings wird der Track zu lange gezogen und man verliert sich etwas in Spielereien.
Als völlig unnötige, zeitvergeudende Spielerei könnte man auch das 1:30 Minuten lange Intro zu „Hope extinguished“ bezeichnen. Eine Art Brummen mit Nebengeräuschen, mutet fast wie eine Störung oder eine Fehlpressung an… warum das? Nun gut, „Hope extinguished“ ist dafür der bisher black metallischste Song auf „Nex Jehovae“ mit ordentlich Blast Beat Geprügel. Im gleichen Wasser schwimmen dann auch die folgenden Songs, wobei die Meister der Axt in den Soli beweisen können, dass sie auch geübt haben. Flitzefinger ahoi!
Das Solo Keyboard Zwischenspiel in „Carnival of celestial rape“ allerdings hätte man sich durchaus sparen können, man fühlt sich eher in den Zirkus versetzt, darauf harrend, dass das Gesicht des traurigen Clowns von der nächsten Torte verziert wird. Sehr unpassend. Und gleich folgend auf diesen Song wird der Hörer wieder durch das gleiche Intro beehrt wie schon zuvor, lang unnötig und völlig deplatziert. Keine Ahnung, zu was das gut sein soll.

In den Momenten, in denen das Keyboard einen besonderen Platz einnimmt, fühlt man sich stets an die norwegischen Nachbarn DIMMU BORGIR erinnert. FALL OV SERAFIM haben sich nicht nur einmal an dem symphonischen Stil der Schwarzburg bedient (besonders zu hören bei „Crowned in malice“). „Nex Jehovae“ als pures Plagiat der Chartstürmer zu bezeichnen ist allerdings etwas voreilig. Man braucht mehrere Durchläufe für dieses Langeisen, das lässt sich nicht abstreiten, aber bei intensivem Hören erkennt man, dass FALL OV SERAFIM es wunderbar schaffen, Einflüsse auch Death und Thrash Metal in den melodischen Black Metal Kontext einzubetten.
Kritiker des epischen, teils bombastischen und symphonischen Black Metals werden die Schweden nicht überzeugen können. Aber wer sich in besagtem Genre heimisch fühlt und bei Bands a la DIMMU BORGIR verzückt im Kreis springt, sollte FALL OV SERAFIM unbedingt mal antesten. Ein gutes Album allemal! (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 50:29 min
Label: Regain Records
Veröffentlichungsdatum: 01.06.2006
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