Eternity Magazin
Skelleftea im Jahre 1996. Eine Stadt in Schweden am Existenzminimum. Das Beste, was die Stadt bis dato heraus gebracht hatte, war eine Ex Freundin von Yngwie Malmsteen… der Wahnsinn. Doch aus der Asche der Hardcore Truppe BITTER END wächst eine neuer Hoffnungsschimmer, der das Städtchen über die Freundin eines versoffenen Gitarristen hinaus bekannt machen könnte: TOTAL JÄVLA MÖRKER! Uiuiui, was ist denn das?
Nach sehr ruhigem Beginn entfachen TOTALT JÄVLA MÖRKER auf ihrer selbstbetitelten neuen Platte ein wahnwitziges Chaos zwischen Hardcore, Death Metal, Jazz, Noise, Screamo und weiteren undefinierbaren Stilrichtungen. Völlig irre!

Die Songs sind ausnahmslos in Schwedisch ge… äh geschrieen. Sehr kurze Songs, 15 an der Zahl sollen hier den Hörer in Entzücken versetzen.
Oder doch eher nur Zucken? Bei dem Chaos, das die Schweden hier frei setzen muss man tatsächlich das ein oder andere Mahl zucken während man sich fragt, was der ganze Quatsch nun eigentlich soll.
Songs besonders heraus zu nehmen macht hier keinerlei Sinn, wenn man überhaupt von Songs sprechen kann. Ab wann ist ein Song ein Song? Sollte nicht ein Mindestmass an Struktur oder gar Wiedererkennungswert in einem musikalischen Konstrukt stecken, dass man es als Song bezeichnen kann? Oder wird dergleichen nicht benötigt?

TOTAL JÄVLA MÖRKER scheren sich einen feuchten „/§$&%(„ um Regeln und machen alles, nur nicht, was man von einer Band erwarten würde. Völliger Irrsinn auf CD gepresst.
Aber wenn man sich die selbstbetitelte Scheibe ein paar mal intensiv anhört, dann mag man doch tatsächlich so einige interessante Nuancen entdecken, die aufhorchen lassen. Die Jazz Passagen klingen auf seltsame Weise passend und der Wahnsinn scheint eben doch Methode zu haben. Als einzige Referenz, die man hier nennen könnte wären hier Bands im Umfeld von DILLINGER ESCAPE PLAN, wobei TOTAL JÄVLA MÖRKER nicht mal ansatzweise eingängig agieren. Lied Nummer 3 jedoch (die schwedischen, unaussprechlichen Songtitel spar ich mir jetzt mal…) lässt sogar eine Art Refrain erkennen und Lied 15 klingt regelrecht straight.

Ansonsten wird das Album den meisten Hörern völlig verschlossen bleiben, entweder, weil es eben doch nicht viel mehr zu entdecken gibt als ein Wirrwarr aus verschiedenen bis zum Extrem getriebenen Stilrichtungen. Oder einfach nur, weil das Chaos, das hier verbreitet wird hochgradig Kopfschmerzen verursacht! Das eintönige Geschrei des, der Sänger tut da sein Übriges.

Und trotzdem kann man hier nicht einfach die rote Karte zücken und die Platte in die Tonne treten. Sie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihre Anhänger finden. Wer sich also von Phrasen wie „totales Chaos“, „unstrukturiertes Durcheinander“ und Ähnlichem angesprochen fühlt, der sollte sich TOTALT JÄVLA MÄRKER mal reintun.
Wer gerne Songs hört, so mit allem drum und dran und gern ohne Kopfbrummen Musik genießt, der kann TOTALT JÄVLA MÖRKER getrost umschiffen. Ahoi, Herr Kapitän. Har. (Bernie)

Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 30:53 min
Label: Regain Records
Veröffentlichungstermin: 29.05.2006
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